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Beiträge von markus sorger

  • Gregorian Rigg in München zusammengestürzt

    • markus sorger
    • 30. Oktober 2009 um 17:36

    Das Konzept ist klar, trotzdem weiß ich nicht, ob es hier wirklich geholfen hätte. Gerade durch das ständige Stop & Go schwingt die Traverse auf und bricht dann bei Überlast. Ich glaube nicht, daß der Bruch durch die leichte Schräglage kam, sondern eben durch Schwingung und kann mir vorstellen, daß das mit laut gerufenen Schlägen, an die sich dann alle halten und das Rigg "in einem Rutsch" gleichmäßig runterfahren vielleicht besser gewesen wäre. Aber garantieren kann ich das natürlich auch nicht.

  • Gregorian Rigg in München zusammengestürzt

    • markus sorger
    • 30. Oktober 2009 um 15:59

    Gebrochen ist die Fronttruss genau in der Mitte -- da wo der Beamer (Eiki XT3) hing. Der hat halt beim Ablassen zu sehr gewackelt.

    Natürlich gab es einen Kollegen, der auf Synchronfahrt achtete, aber wir wissen selbst alle, wie genau das im Alltag funktioniert. Tatsächlich hing zu dem Zeitpunkt hinten eine Ecke etwas, trotzdem ist die Traverse an der Stelle der größte Einzellast gebrochen.

    Brechendes Alu macht übrigens sehr trocken "Knack". Ein sehr eindeutiges Geräusch.

  • Gregorian Rigg in München zusammengestürzt

    • markus sorger
    • 30. Oktober 2009 um 11:05

    Als grundsätzliche Erkenntnis kann man schon mal daraus ziehen, daß man Traversen, die mittels Genie rauf und runter gekurbelt werden, nicht bis zur absoluten Belastungsgrenze belasten sollte, da noch mechanische Belastungen auftreten. Daß es fatal ist, wenn man als Anbieter eines Groundsupports die Belastungsdiagramme seiner eigenen Traverse nicht lesen kann. Daß eine 40er Truss aus 2mm Alu (Camco D-Type) auch nicht mehr trägt als eine FD34. Daß man als Tourtechniker niemals dem örtlichen Dienstleister zur Hand gehen sollte, wenn dieser verantwortlich einen Groundsupport stellen soll -- auch nicht, wenn sich der Auf- und Abbau hinzieht -- weil man plötzlich die Verantwortung für die ganze Konstrukion tragen könnte. Daß man sich Gedanken über die Belastung machen sollte, bevor man mit seinem örtlichen Material zu einer Tourproduktion fährt (und nicht erst vor Ort).

    Laut TÜV gab es keine grundsätzliche Überlastung der Traverse, wenngleich sie grenzwertig war. Erst durch das Aufschwingen beim Ablassen der Truss entstanden Belastungen, die sie dann zum Brechen brachte.

    Was die Verantwortlichkeit angeht kann ich wirklich nur empfehlen, örtliche Konstruktionen auch wirklich nur durch Örtliche bauen zu lassen und sie nicht anzufassen. Man sollte sich den Belastungsnachweis anschauen, sein Zeug da reinhängen und ansonsten sämtliches Handling des Supports selbst dem Örtlichen überlassen. Das schafft im Unglücksfall dann klare Verhältnisse.

  • Gregorian Rigg in München zusammengestürzt

    • markus sorger
    • 30. Juli 2009 um 13:41

    Mal kurz ein kleiner Zwischenbericht: ich finde es äußerst interessant, wie unterschiedlich (und manchmal auch eigenwillig) Versicherungssachverständige Gutachten und Gesetze interpretieren. Da kommt beispielsweise ein "Sachverständiger" zu dem Schluß, daß die Anwesenheitspflicht eines Verantwortlichen für Veranstaltungstechnik nur zu dem Zeitpunkt besteht, in dem auch Publikum da ist. Bei Auf- und Abbau sei der nicht vonnöten (??!??). Es gibt also immer noch kein abschließendes Ergebnis, das man hier präsentieren könnte.

    Zusammenfassend kann man aber schon mal sagen, daß es nicht ausreichend sein muß, wenn man als Tourverantwortlicher dem örtlichen Veranstalter einen exakten Plan der Lasten schickt, die man in das örtlich zu stellende GroundSupport einzuhängen gedenkt und der dann ein Fachunternehmen mit dem Bau beauftragt. Es könnte sein, daß man auch Statiken im Detail überprüfen muß, bevor man überhaupt die erste Lampe in eine Konstruktion hängt.

    Sobald der Fall abgeschlossen ist dann hier mehr.

  • Gregorian Rigg in München zusammengestürzt

    • markus sorger
    • 9. Januar 2009 um 15:59

    Eine öffentliche Aufarbeitung des Unfalls wird schwieriger. Gerade hat die Residenz mit Berufung auf das Hausrecht die Veröffentlichung aller Photos aus dem Innenraum verboten. Wir werden uns bemühen, nach Vorliegen der Gutachten trotzdem einen Weg zu finden, um die Ursachen und mögliche Fehlervermeidungsstrategien Euch Kollegen zukommen zu lassen.

  • Gregorian Rigg in München zusammengestürzt

    • markus sorger
    • 29. Dezember 2008 um 15:01

    Ich kann verstehen, daß alle hier Lesenden natürlich schnellstmöglich alle Details zum Vorgang wissen möchten. Mir ginge es nicht anders. Trotzdem bitte ich um Verständnis, wenn das vielleicht erst in einigen Wochen geschieht. Grund ist nicht, daß hier etwas totgeschwiegen werden soll (wir sind mit dem Unfall von uns aus in die Öffentlichkeit gegangen), sondern daß solch ein Unfall natürlich erhebliche versicherungstechnische Konsequenzen nach sich zieht. Wir reden hier von einem sechsstelligen Schaden. Keiner der Beteiligten hat ein Interesse daran, sich selbst versicherungstechnisch ins Aus zu schießen, weil Halbwahrheiten veröffentlicht wurden. Von daher werden wir nun die verschiedenen Gutachten abwarten und dann fundierte Antworten geben. Die sind sicher viel besser als eine persönliche Meinung.

    Nachtrag: in den letzten Tagen wurde ich von verschiedenen Kollegen auf den Unfall angesprochen, einige konnten von ... interessanten ... Details berichten, die sie gerüchteweise aufgeschnappt hatten, welche aber tatsächlich komplett an den Haaren herbeigezogen sind. Daher hier auch noch mal der Appell: Leute die nicht vor Ort waren sollten sich mit ihren Spekulationen zurückhalten. Ihr schadet im Zweifelsfall nach Offenlegung des Unfallhergangs nicht nur Eurer eigenen Glaubwürdigkeit, wenn Ihr vorher obskure Theorien vertreten habt, sondern vielleicht beschädigt Ihr auch durch Gerüchte den Ruf völlig Unschuldiger. Und das wäre eine ziemliche Arschlochsnummer, um es mal klar zu formulieren. Darum: Füße ruhighalten und abwarten, was von Gutachterseite kommt. Ich selbst war vor Ort und kann sagen, daß das mit der Schuldfrage eine höchst komplexe Sache ist und das hier sicher verschiedene Faktoren zusammengekommen sind.

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