Das ist klar, aber generell gibts ja nur im Bassbereich so hohe Laufzeiten. Auch bei EQs, Filtern usw.... Wenn ich z.B. mit 48dB/Okt. bei 100Hz trenne, habe ich eine Laufzeit von ca 12,5ms. Bei 1kHz wäre es nur 1,25ms..... also problematisch im Bassbereich.... dank der kürzeren Wellenlängen können 1,25ms im Mitteltonbereich aber auch schon problematisch werden.
Warum ein BP anders klingt als ein URPS? Ein BP arbeitet bekantlich immer durch Resonatoren. Diese haben die dumme Angewohnheit, erstmal angeregt werden zu müssen. Daher das Groupdelay, bis es losgeht.... klar. Dazu kommt aber eine weitere Angewohnheit von Resonatoren: Die hören nicht einfach dann auf, wenn die Anregung aufhört, sonder schwingen schön langsam aus, und das dauert umso länger, je tiefer die Frequenz wird (gegenüber höheren Frequenzen!). Andererseits sind noch weitere Aspekte zu beachten, einen davon könnte man als Impulstreue bezeichnen, auch wenns eigentlich nicht viel damit zu tun hat: Wenn ich z.B. ein Groupdelay von 20ms bei einer Frequenz von 50Hz habe, dann muss ich mindestens 2 volle Perioden reinschicken, damit der BP nach den 20ms die erste Periode mit voller Amplitude wiedergibt. Schicke ich nur eine Periode rein (die dauert ja bei 50Hz gerademal 20ms!), so ist die Erregung wenn das Signal aus dem BP kommt, ja schon wieder weg..... der Resonator wird also nicht mehr mit Energie gefüttert und die Amplitude ist geringer. Also sollte man beim Design zusehen, dass das Groupdelay immer unterhalb der Periodendauer der Frequenz bleibt.
Andererseits kommt es natürlich nur bei Tests vor, dass ein Signal im Bassbereich nur eine Periode hat...... bei Musik gibt es sowas für gewöhnlich nicht. Es sei denn, irgendein Techno-Macher editiert seine Basslines auf Wellenform-Ebene ein (Kunstprojekte).....