Wenn der Rücklauf auf einem Channelstrip aufliegt, kann man das Effektsignal ja auf beliebige Busse mischen. Natürlich nur das ganze Signal, was auch aus dem Gerät kommt, das ist klar. Wenn da noch andere Hallfahnen von anderen Rockern mit dabei sind, dann ist das eben so, da machste nix dran. Das ist aber erfahrungsgemäß nicht wirklich das Problem.
Die Leute, die Halleffekte auf dem Monitor und in den eigenen Ohren haben möchten, sind nach meiner Erfahrung oft die, die nicht so optimal singen und sich selber nicht gut hören können. Der professionelle Frontsänger hat ein mächtiges Pfund Stimme auf seinem Wedge, dann kommt lange erstmal nix, und dann kommt der Rest dazu. Das ist wichtig, damit der vernünftig intonieren kann. Binsenweisheit. Gerade die etwas mieseren Leute können sich bisweilen volle Kanne aber selber schlecht ertragen, und da macht so ein bisschen Gnadenhall schon viel wieder wett. Der biegt zwar keine krummen Töne gerade, hübscht aber den Gesamteindruck der Gesangsspur doch merklich auf, sofern nicht allzu laienhaft angewandt.
Ich habe die ein, zwei Leute, die bisher mit diesen Ideen bei mir ankamen, doch immer vom Gegenteil überzeugen können. Ist auch deswegen wichtig, weil Hallfahnen in Monitoren, wenn sie nicht gerade extrem dezent leise sind, doch die Rückkopplungsgefahr stark steigen lassen - zumindest bei mir war es häufig so, dass kritische Signalanteile schnell im Hall hängenblieben und sich so in nullkommanix aufschaukelten. Das sind in der Regel die Dröhnfrequenzen zwischen 100 und 250 bzw. 315 Hz.
Ich würde davon abraten. Es ist letztlich Kosmetik, und die muss nicht sein. Schon gar nicht, wenn man sich beschallungstechnische Nachteile erkaufen könnte dadurch. Meine Meinung.