Anbei die Email, die ich von Herrn Gerber erhalten habe.
ZitatAlles anzeigenAm 25.05.2007 11:13 Uhr schrieb "guenter.gerber@indu-electric.com" unter <guenter.gerber@indu-electric.com>:
...
Bei der Zuordnung der Leitungsschutzschalter zu den Kabelquerschnitten sollte man in jedem Fall die örtlichen Gegebenheiten berücksichtigen.
H07RN-F Leitungen des Querschnitts 150 mm² werden fast ausschließlich zur Versorgung von Hautpverteilern eingesetzt. Von diesem Hautpverteiler aus werden weitere Unterverteiler eingespeist.
Nehmen wir mal an der Hauptschalter der mit 150mm² eingespeist wird hätte eine Hautpsicherung von 250A.Bei der Betrachtung der Auslegung der Hauptabsicherung muss nun bedenken, dass bedingt durch die Verlustwärme der eingebauten Komponeneten mit einer Innentemperatur des Verteilers von mindestens 60 Grad zu rechnen ist(bei einer Außentemperatur von 25C ) . Eine Differenz Verteilerinnen- zur Umgebungstemperatur bis 45 Grad ist normengerecht.
Bei einer Innentemperatur von 60 Grad löst ein Leistungsschalter mit einem Nennstrom von 250A in einem Bereich von 160-230A, der Leistungsschalter 400A in einem Bereich von 250 bis 320A aus ( alles Herstellerangeben von ABB )
Für den obigen Hauptverteiler wäre also bei einem Einsatz in Mitteleuropa ein 400A Leistungsschalter mit thermisch/magnetischer Auslösung die beste Absicherung. Der Kunde könnte nie einen Dauerstrom von 400A über mehrere Stunden über diesen Leitungsschalter ziehen.
die Temperaturabhängikeit von NH Sicherungen ist ähnlich, das derating nicht so hoch wie bei Leistungsschaltern.
Bis auf wenige Ausnahmen sichern wir unsere Hauptschalter mit Leistungsschaltern ab.
Wie unser Hauptverteiler eingespeist wird können wir nicht sagen. In der Tat hatten wir zB bei der Olympiade in Athen gesehen, dass teilweise bis zu 150 Meter H07RN-F 1x 150mm² genommen werden. Ein Sicherheitsrisiko war das aber letzendlich auch nicht, der Powerlock-Eingangsstecker wurde so warm, dass die thermo/mgnetische Sicherung am Hauptverteiler nach ca 5 Stunden auslöste. Der Veranstalter hatte dann schleunigst diese Kabel in 240 mm² ausgetauscht.
Ich möchte aber darauf hinweisen, dass die Auslegung des Neutralleiter mit 150 mm² teilweise nicht ausreicht. Bedingt durch Oberwellen und nicht synchrone Belastungen der Phasen kann der Neuttralleiter bis zum 1.6 fachen Strom des Außenleiters haben. Die Probleme mit dem Neutralleiter sind auch international gesehen betrrächtlich. So wird in den USA bereits ein doppelter Neutralleiter bei Veranstaltungen vorgeschrieben. In Europa werden ähnliche diskussionen in den normengebenden Gremien diskutiert.
Entscheidend letztendlich sind also die individuellen Sicherheitsanforderungen und Umgebungsbedingungen am Einsatzort. In Betracht ziehen muss man auch den Nutzungsgrad. Daher sollte ja auch eine elektrofachkraft die Anlage/Veranstaltung abnehmen.
mit freundlichem Gruss
Günter Gerber