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Beiträge von Mix4Munich

  • Tap Delay richtig einsetzen?

    • Mix4Munich
    • 26. Mai 2010 um 21:45

    Wenn eine Snare gut gestimmt und evtl. gedämpft ist, und wenn man sie nicht zu dämlich mikrofoniert, braucht man eigentlich keine Gate für den Sound. Kompressor durchaus (die Snare-Sounds der 70er und 80er Jahre sind oft "compressed to fuck"). Ansonsten einen Hall - je nach Musikrichtung und Geschmack meines Auftraggebers einen normalen Hall (oft derselbe wie beim Gesang) oder eben ein Gated Reverb.

    Auch ich mag "meine" Snares lieber offen bis knallig, viel Bottom braucht sie da nicht. Dafür gibt's schliesslich die Bassdrum :grin:

    Viele Grüße
    Jo

  • Tap Delay richtig einsetzen?

    • Mix4Munich
    • 26. Mai 2010 um 12:09

    Probiert mal ein Dynamic Delay von TC aus - wer das Geld hat, nimmt ein 2290, aber inzwischen gibt es den Algorithmus (incl. Tap) für kleines Geld im M-350. Wenn der Input des Gerätes "gefüttert" wird, ist das Echo leise. Reisst der Input ab, wird das Delay lauter und betont so die letzten Silben nochmal, ohne den Gesang zuzumatschen. Den Effekt gab es noch günstiger mal in einem Gitarren-Effekt von TC, im G-Sharp - tolles Gerät, leider nur noch gebraucht zu bekommen. Den Effekt habe ich und nutze ihn inzwischen öfter bei Live-Mixes als im Gitarrenrack.

    Was bei allem Spieltrieb nicht vergessen werden sollte: Solange es sich um einen Livemix handelt, sind wir die Dienstleister der Musiker und sollten uns nicht auf einem Egotrip verlieren. Also, entweder vorher abklären oder auf Zeichen der Band achten, ob der Effekt auch gefällt. Einer meiner Auftraggeber HASST gated reverbs - auch wenn sie meiner Meinung nach gut zu den Drums in einigen seiner Songs passen würden, er mag den Effekt nicht, also ist er den ganzen Abend nicht im Einsatz. Diskussion Ende. Bei einer anderen Band, die ich mal auf einem Event gemischt habe, war vorher keine Möglichkeit, irgendwelche Details zu besprechen (ein sehr chaotischer Tag, der Event musste innerhalb von 48 Stunden dreimal "umziehen", so dass die PA-Firma mehrere Male aufbauen musste ... letztlich wurde alles nur punktgenau fertig, drei Minuten Soundcheck und ab dafür). Jedenfalls habe ich mal ein deutliches Delay auf die letzten Silben einer Textzeile hören lassen. Ein breites Grinsen von der Sängerin war mir dann die Genehmigung, das bei ein paar Songs am Abend nochmal zu machen. Hätte sie das Gesicht verzogen, wäre der Effekt aus geblieben, oder ich hätte mich auf ein getapptes Standard-Delay zurückgezogen.

    Viele Grüße
    Jo

  • Workshop zum Thema Gates und Expander

    • Mix4Munich
    • 26. Mai 2010 um 11:53

    Aloha zusammen!

    Die Key-Filter sind natürlich drin, mit einem schönen Beispiel. Ducking und De-essing ist schon in meinem Kompressor-Workshop beschrieben (guckst Du hier: http://www.mix4munich.de/kompressoren.htm )

    Eigentlich sollte der WS gestern schon online gehen, aber das Formatieren hat mich Ewigkeiten gekostet, und darüber bin ich eingeschlafen. In Open Office schreiben und dann in einen Webeditor rüberkopieren ist nicht gerade der Königsweg ... alle Zeilenumbrüche weg, viel manuelle Nach(t)arbeit ... Aber ab Mitternacht sollte er online zu finden sein, ich poste dann was. Sorry for the Delay ...

    Viele Grüße
    Jo

  • Erfahrungen mit Dynacord SL2400 ???

    • Mix4Munich
    • 20. Mai 2010 um 16:40

    Ich habe seit viele Jahren zwei Amps aus der Vorgängerserie, die CL1600. Und die SL scheinen mir durchoptimierte CLs zu sein - ähnliche Optik, aber ansonsten etwas leichter, etwas kräftiger, etwas günstiger. Wenn die SLs mit den Qualitäten der CLs aufwarten können, machst Du mit dem Kauf garantiert nichts verkehrt und wirst viel Jahre Deine Freude daran haben. Ob unsauberer Strom aus dem Generator auf dem Dorffest, deutliche Unter- oder leichte Überspannung - die CLs machen das locker mit, ohne in die Knie zu gehen. Das können nicht alle.

    Viele Grüße
    Jo

  • Workshop zum Thema Gates und Expander

    • Mix4Munich
    • 20. Mai 2010 um 16:31

    Hallo zusammen,

    ich schreibe mal wieder was. Ein Workshop zum Thema Noise Gates und Expander liegt in den letzten Zügen. Hat jemand (ausser dem Gaten von Drums natürlich, is' klar) Wünsche, was in so einen Workshop rein soll?

    Mit etwas Glück wird das Werk jetzt an Pfingsten fertig und steht dann auf http://www.mix4munich.de/portal.htm

    Viele Grüße
    Jo

  • Basserweiterung für db 410 D

    • Mix4Munich
    • 20. Mai 2010 um 15:53

    Such Dir unter http://www.thomann.de/de/db_technolo…_bassboxen.html was aus.

    Zu den 127 dB SPL max der 410D würde der hier gut apssen: http://www.thomann.de/de/db_technolo…5_subwoofer.htm

    Es ist ein Singlebass mit Stereo-Input, wie Du es wolltest (sind aber so ziemlich alle die o.a. Bässe).

    Rein theoretisch könnte man auch Bässe anderer Hersteller nehmen, aber meistens ist das Zeug inenrhalb einer Serie oder von einem Hersteller in sich "stimmig". In jedem Fall gilt: Probehören vor dem Kauf!

    Viele Grüße
    Jo

  • Neuanfang: Suche aktive Tops

    • Mix4Munich
    • 20. Mai 2010 um 15:44

    Im Preisbereich bis 1200,- EUR pro Box werfe ich mal die RCF ART 722A ins Rennen - ein ziemlicher Hammer, was da rauskommt. Wir nutzen sie standalone oder mit den großen 8003 Bässen. Okay, sie sind aus Plastik. Aber es wäre klug, sie zumindest mal anzuhören.

    Nur - warum muss da wieder mal ums Verrecken ein Bass eines Herstellers A mit Tops des Herstellers B kombiniert werden? Die Sachen klingen am besten, wenn man innerhalb einer Serie bleibt, das Zeug wurde bei den guten Herstellern zusammen entwickelt! Als Tontechniker ärgere ich mich jedesmal, wenn ich eine Band zu mischen habe, und in der angelieferten PA passen Bässe und Tops nicht zusammen. Und damit meine ich akustisch, nicht optisch. Da hört man dann unterschiedliche Reichweiten der Systeme, Probleme in den Übergangsbereichen der Weichen und unterschiedliches Dynamikverhalten. Also, was soll's? Falls Du Deine Bässe schon hast, kauf die passenden Tops dazu, und falls Du die Bässe noch nicht hast, dann kauf Dir ein zusammen passendes System. Alles andere ist Shice. Auch wenn ich mir mit dem Statement unter den "Anlagen-Zusammenstopplern" hier keine Freunde mache, egal. Ich mische und höre lieber auf Anlagen, die unter allen Umständen in sich stimmig sind.

    Viele Grüße
    Jo

  • LD Systems - Erfahrung mit Material

    • Mix4Munich
    • 20. Mai 2010 um 15:24

    Ganz allgemein gesagt: EQ linear lassen, Volumen auf Null drehen. Player oder Pult anschliessen, dann Pegel geben und die Boxen so weit aufdrehen, bis Du auf der gewünschten Lautstärke bist. Wenn Dir jetzt was an Höhen oder Tiefen fehlt oder zuviel ist, dann den EQ entsprechend hinkurbeln. Was gibt es denn da zu fragen?

    Viele Grüße
    Jo

  • Sennheiser EW 100 + IEM Audiosignal übertragen

    • Mix4Munich
    • 27. April 2010 um 16:47

    Wenn es Dir hier keiner sagen kann, geh in den Laden mit dem Gerät, lass Dich beraten, und dann probierst Du es gleich vor Ort aus, ob es stimmt, was der Händler Dir erzählt hat (und dann poste bitte Deine Erfahrungen hier).

    Wenn ein IEM-Sender auf dieselben Frequenzen zu bringen ist wie Dein Empfänger, dann könnte es klappen. Allerdings sind die IEM-Sender ja zweikanalig ausgelegt und die Empfänger der Hand- oder Instrumentenfunken nur einkanalig. Du kannst also in jedem Fall nur ein Monosignal übertragen.

    Viele Grüße
    Jo

  • Kompr./EQ im mainmix in Signalfluß od insertieren?

    • Mix4Munich
    • 1. April 2010 um 18:36

    ... oh, ja, das kenne ich bei kleineren Pulten: Unsymmetrische Monitorausgänge :roll: Also vom Pult unsymmetrisch in den EQ rein und von dort symmetrisch weiter ins Multicore. Hab deswegen immer vier Klinkenkabel hinten im EQ-Rack liegen ...

    Viele Grüße
    Jo

  • Kompr./EQ im mainmix in Signalfluß od insertieren?

    • Mix4Munich
    • 1. April 2010 um 14:02

    EQ und Kompressor für die Summe, im Insert oder nach dem Mischpult-Master? Beides geht, beides habe ich schon gemacht. Persönlich bevorzuge ich den Insert. Rauschen spielt bei meinen Geräten eigentlich keine Rolle (dbx 2231 und TC electronic Finalizer Express).

    Und wo wir schon dabei sind: Ein Summenkompressor sollte ein Multibandkompressor sein. Der Unterschied ist deutlich hörbar, das Signal klingt hörbar frischer und noch kontrollierter. Und im Fall des Finalizer Express sogar detailreicher.

    Viele Grüße
    Jo

  • PA- einfach erklärt?

    • Mix4Munich
    • 30. März 2010 um 16:56

    Okay - das kann man gerade noch so gelten lassen :lol:

    Was Dir für Deine Fragen auch helfen könnte: Die Bedienungsanleitungen von Behringer-Kompressoren und -Gates sind recht gut geschrieben und erklären eine Menge Basics - die haben ihre Zielgruppe also klar erkannt. Falls Du also mal sowas in die Finger bekommst, zieh' es Dir rein!

    Viele Grüße
    Jo

  • PA- einfach erklärt?

    • Mix4Munich
    • 30. März 2010 um 14:47

    Was hast Du denn für ein Problem mit Wikipedia? Im englischsprachigen Teil gibt es eine Erklärung zum Thema Kompressor, die besser und umfassender ist als alles, was ich bislang zu dem Thema gelesen oder selber verzapft habe. Oder wo wird einem das Thema "Upward-Compression" sonst noch erklärt?

    Guckst Du hier: http://en.wikipedia.org/wiki/Audio_level_compression

    Viele Grüße
    Jo

  • Kleinst-PA: Yamaha EMX 640 + Solton PL-12

    • Mix4Munich
    • 24. Februar 2010 um 23:34

    Der Bericht ist zwar schon etwas länger her, aber auch ich besitze seit Jahren einen EMX 640 und kann den positiven eindruck nur bestätigen bzw. um einen Langzeiteindruck ergänzen. Er wird seit Jahren regelmäßig mehrmals pro Woche im Proberaum gefordert und tut klaglos, was er soll. Der Sound ist immer klar und sauber, nichts wirkt "verhangen". Wenn es mal zu heftig wird, greifen die Limiter der Endstufen ein. Wirkt unverwüstlich und ist es wahrscheinlich auch :)

    Viele Grüße
    Jo

  • Workshoptermine für 2010

    • Mix4Munich
    • 27. Dezember 2009 um 17:20

    Hallo Kollegen,

    ich habe die Workshoptermine für das Jahr 2010 online gestellt. Der erste Termin Ende Februar ist bereits komplett ausverkauft und belegt, aber ab April sind noch Plätze frei. Mehr Infos gibt es hier: http://www.mix4munich.de/ws_tontechnik.htm

    Viele Grüße
    Jo

  • Das Schlosszelt – oder Lesung mit Band

    • Mix4Munich
    • 12. Dezember 2009 um 14:29

    Auf die Gefahr hin, mich hier vor allen Fraktionen zu blamieren: Ich kenne mich mit KEINEM Lichtpult auch nur ein bißchen aus, das mehr als 24 Fader und zugehörige Flashtaster hat. Was sich rechts so tummelt (ausser vielleicht einem Master- und/oder Balance-Regler zwischen den beiden Ebenen) habe ich bislang galant ignoriert.

    (Ich bin "Ton", da darf ich so ignorant sein. Aber ich gelobe mittelfristig Besserung und werde mir im Lauf der nächsten 12 Monate mal die kleine Licon und ein paar Kandidaten aus dieser Klasse ansehen. Zusätzlich zu der Celco Ventura aus dem Schlosszelt.)

    Viele Grüße
    Jo

  • Das Schlosszelt – oder Lesung mit Band

    • Mix4Munich
    • 1. Dezember 2009 um 17:46

    Das Schlosszelt – oder Lesung mit Band

    Ein Bekannter von mir hat eine Zwei-Mann Veranstaltungstechnik-Firma plus den einen oder anderen AzuBi. Seit kurzem hat er die technische Leitung in einer Münchner Location, die allgemein unter dem Namen „Das Schlosszelt“ bekannt ist. Wer es sich mal ansehen will, hier der Link: http://www.dasschloss.com

    Da zwei Leute nicht eine Location mit bis zu sechs Veranstaltungen pro Woche betreuen können (immerhin haben die mit ihrer Firma auch noch eine Menge eigener Produktionen und Kunden zu verarzten), hat er sich weitere drei Leute dazu geholt, die das Schloss bei den verschiedenen Produktionen betreuen. Einer davon bin ich, und die erste Produktion – Lesungen von drei Geschichten Simon Becketts mit Begleitband – habe ich geschaukelt. Um das vorwegzunehmen: Ich hatte mir von den Jobs nicht viel Unterhaltungswert versprochen. Doch was soll ich sagen: Ich liebe es, wenn ich Unrecht habe. Es war ein absolutes Vergnügen!

    Zur Location: Das Schloss ist ein Zelt mit einem Fassungsvermögen von 400 Leuten, wenn Esstische und Stühle darin stehen. Mit Reihenbestuhlung würden wohl doppelt soviel Leute reinpassen, und wenn bekannte Künstler dort eine After-Show-Party schmeissen, ist bei 1500 bis 2000 PAX Schluss. Soweit mir bekannt, ist das Schloss das einzige Zelt des Landes mit fest installiertem Schallschutz. Wenn man drin die erlaubten 95 dB fährt, sind es draussen auf der Strasse rund 55 dB, wie mir einer der Manager sagte. Das kannte ich bislang nur von fest gebauten Gebäuden. Eine Bühne von derzeit 10*4 Metern ist fest installiert, diese kann auf 10*5 vergrößert werden. Gegenüber der Bühne ist in rund 3m Höhe der Mischerplatz fest installiert.

    Die fest installierte PA ist von d&b audio, drei Bässe unter der Bühne, vier geflogene geclusterte Tops und rund neun identische Monitore, wobei zwei davon als Outfills auf Stativen aufgestellt sind, drei als Nearfills unter der Bühne stehen und in die ersten Publikumsreihen strahlen, und die restlichen vier tatsächlich als Monitore verwendet werden können.

    An Mikros gibt es vier Handfunken von Sennheiser, ein paar Beltpacks für Headset-Mics, deren Herkunft mir gerade nicht einfallen will, zwei AKG C391 Kleinmembran-Kondensatormics, dem Shure Drumkit der PG-Serie und einer ganzen Ladung SM 57 und 58. Bis auf den Ausrutscher mit der PG-Serie alles Standardware. DI-Boxen sind ein paar aktive AR133 von BBS und eine passive Palmer PAN 04.

    Der Mischerplatz ist bestückt mit einem MIDAS Verona mit 32 Mono- und 8 Stereokanälen. Nett die durchstimmbaren Hochpassfilter und die vier semiparametrischen Bänder, wobei ich mir inzwischen zumindest für die beiden Mittenbänder vielleicht drei wählbare Q-Werte wünsche: Einmal hohes Q für ein schmalbandiges Filter, also für „chirurgische Eingriffe“. Einmal niedriges Q für einen musikalisch-breit wirkenden Filter, und einen Wert dazwischen. Ist aber leider selten. Den Stereokanälen fehlt die Parametrik in Bässen und Höhen, dafür kann man den Stereoeindruck stufenlos auf Mono runtermischen. Je acht AUX und Gruppen sowie eine Matrix mit vier Ausgängen runden das Bild ab.

    Im Effektrack finden sich drei EQs von Altair und ein (leider defekter) BSS 966. Je ein Vierfach-Gate und -Kompressor von Klark Teknik sind am Start, dazu ein Dynacord-Effektgerät (DRP-15 oder so), das mich vom Sound und der Bedienung an ältere Lexicons erinnert, sowie je ein Reverb DPS-R7 und ein Delay DPS-D7 von Sony. Die DPS-Serie ist schon locker 15 Jahre alt, genauso wie das Dynacord. Aber das zumindest tut es, die beiden Sonys sind angeblich defekt :( Müssen wir noch testen.

    Clever gelöst ist das MultiCore: Es gibt ein Main-Core vor zur Bühne. Von dort gehen Subcores mit je acht Kanälen an jede Bühnenseite, so dass man trotz großer Bühne überwiegend mit recht kurzen Mikrofonkabeln hantieren kann.

    Daneben steht ein älteres Lichtpult namens Celco Ventura. Damit wird so ziemlich alles gesteuert, Raumlicht, Hintergrundbeleuchtung, ein Rudel Stufenlinsen und PARs en masse. Es soll auch für intelligentes Licht tun, aber das ist im Schloss nicht vorhanden.

    Auf die Gefahr hin, die Licht-Spezis zu langweilen, das Pult hat eine Funktion, bei der man mit einem Fader ganze Scheinwerfergruppen ansteuern kann – jeweils programmierbar, und wenn ich z.B. den Fader für Cue X aufreisse, gehen die Lampen 12, 34, 44, 45 und 56 zu 100% an, 22 und 91 zu 75%, etc. Kann man alles definieren. Ich habe mit rund einem knappen Dutzend Gruppen gearbeitet: Sprecherlicht weiss, Bandlicht weiss, Bühnenfrontaufhellung weiss, Bühne orange, Bühne rot, Bühne blau, Saallicht weiss, Saallicht amber, Barbeleuchtung und einen Scheinwerfächer auf der Bühne, bestehend aus drei Floorspots, deren Strahlen eine Art Fächer auf den Bühnenhintergrund aufgemacht haben. Hat Spass gemacht, zu jedem Part die passende Stimmung zu erzeugen: Bühne orange war eigentlich immer auf 40 bis 50% auf, rot bei Gefahr oder bei den Gedankengängen eines Irren, Band hell, wenn die dran waren, Sprecher hell, wenn der dran war. Den Künstlern hat's gefallen, und ich war ganz froh, denn tontechnisch hatte ich an Band und Sprecher kaum etwas zu mischen. Die klangen einfach gut, und der Band merkte man an, dass es Profis sind, die sich auf ihre Rolle verstehen – die können laut spielen, wenn sie dran sind, und super leise, wenn nur der Sprecher unterlegt werden soll – ohne, dass ich einen Finger rühren musste.

    Nur so am Rande: Der Unterschied zwischen der Rolle eines Tontechnikers und der eines Haustechnikers ist zumindest für mich recht groß. Als Tontechniker hat man nur mit der PA zu tun. Vielleicht noch mit Strom und evtl. etwas mit Licht, aber das war es. Als Haustechniker hat man darüberhinaus dafür zu sorgen, dass die Toilettenbeleuchtung auch an ist, dass alle Türen offen oder (am Ende des Abends) wieder zu sind, den ganzen Kleinshice halt.

    Zur Veranstaltung selbst: Die Band begann am ersten Tag gegen 14:00 mit dem Aufbau – ein kleines Drumset, ein Kontrabass an einer kleinen Glockenklang-Anlage, ein Musiker, der Saxophon, Klarinette und Querflöte über ein Shure SM 58 und ein paar Effekte ans Pult rausgibt, und ein Gitarrist, der seine halbakustische Gibson ES 335 über ein paar Effekte wie Chorus, Fuzz und Volumenpedal in einen Fender Vibrolux spielt bzw. eine edle Taylor Akustikgitarre über DI-Box ins Pult. Dazu der Vorleser. Auf der Bühne standen insgesamt zwei DI-Boxen und nur fünf Mikros rum: Ein Overhead (AKG C391) für das gesamte (!) Drumset, ein Shure Kondensator-Kleinmembraner aus der PG-Serie für Special Effects vom Bassisten (Blätterrauschen, alle möglichen Geräusche), ein SM 57 für den Fender-Amp, ein SM 58 für alle Blasinstrumente und ein weiteres AKG C391, dieses mit aufgezogenem Windschutz, für den Sprecher. Bass und Akustikgitarre gehen über DI ins Pult. That's it. Eigentlich verstosse ich damit gleich gegen eine Menge von meinen eigenen Grundsätzen. Nun denn, stellen wir sie auf die Probe.

    Grundsatzverletzungen? Ja. Als da wären:
    ein SM 57 vor dem Gitarrenamp
    ein SM 58 für die Blasinstrumente in einer Jazzband
    und nur ein Overhead für das gesamte Drumset

    Machen wir es kurz – es hat funktioniert. Beim SM 57 musste ich halt etwas mehr herumfiltern als bei einem Sennheiser 906 oder 606. Das einzelne OH für das gesamte Drumset (also incl. BD!) hat auch sehr gut funktioniert – es ging hier um Jazz, nicht Rock. Bei Rock wäre mindestens ein weiteres BD-Mikro Pflicht gewesen. Und das SM 58 hat sich bei der Mikrofonierung von Saxophon, Klarinette und Querflöte – alles aus einem Abstand von 10 cm bis 1 m – ebenfalls wacker geschlagen.

    Gelernt habe ich aus der ganzen Angelegenheit, dass ein AKG C391 nur mit aufgesetztem Windschutz als Sprechermikro taugt. Dann aber sogar richtig gut. Ausserdem scheine ich ein Händchen für Theaterlicht zu haben. Vielleicht sollte ich mich mal in die Bedienung der gebräuchlichen Lichtpulte einarbeiten.

    Jedenfalls hat mir die Beschallung dieser Angelegenheit soviel Spass gemacht, dass ich mich wieder drum reissen werde, wenn der Leser (Johannes Steck) oder die Band (FrimFram Collective) mal wieder im Schloss gastieren. Spätestens im Februar ist es soweit, dann liest Johannes Steck „Die Zwerge“ und wird dabei von Corvus Corax begleitet. Dürfte interessant werden. Wer zwischen dem 9.2. und 16.2.2010 in München ist, sollte sich das mal geben.

    Viele Grüße
    Jo

  • Live-Sound Seminar für Anfänger in Reilingen - Interesse?

    • Mix4Munich
    • 15. November 2009 um 21:09
    Zitat von "treibsand"

    ... Weiss irgendjemand wodurch so eine (falsche) Technik-Hörigkeit herrührt? ...

    Ich kann es nur erahnen - Verkäufer in Geschäften, Werbeanzeigen in den diversen Fachblättern (*gg*) wollen Probleme alle durch Technikeinsatz gelöst sehen. "Brummt's im Kanal? Oder klingt das Drumset shice? Dann nimm' ein Gate!" Als ob damit irgendwas getan wäre! Ich plädiere immer erst für Ursachenforschung: WARUM brummt es, und WIE kann ich es abstellen oder zumindest lindern? WIESO klingen die Drums nicht? Kann man das nicht viel besser durch richtiges (!) Stimmen oder Dämpfen hinkriegen? Das kostet alles kein Geld und löst das Problem an der Quelle, statt nur mit noch mehr Technik an den Symptomen herumzudoktern.

    My 2 Cents
    Jo

  • Live-Sound Seminar für Anfänger in Reilingen - Interesse?

    • Mix4Munich
    • 15. November 2009 um 00:03

    Dann stehe ich nur für die Grundlagen zur Verfügung und nicht für den praktischen Teil - das LS-9 kenne ich nicht, und mir hat es eigentlich mit dem 01v96 schon gereicht. Das ist keine benutzerfreundliche Logik. Und das iLive finde ich zwar sehr interessant, habe aber noch keine praktischen Erfahrungen damit. Aber wie gesagt, für ein paar Grundlagen und Zusammenhänge stehe ich gerne zur Verfügung.

    Viele Grüße
    Jo

  • Das "kleine Besteck" Gassi geführt ...

    • Mix4Munich
    • 9. November 2009 um 10:50

    Danke sehr! Zum Licht befragst Du am besten den Tobias, der hier unter dem Nicknamen morgen_meister im Forum unterwegs ist. Da halte ich mich immer vornehm zurück. Und habe auch so gut wie keine Ahnung von (nennen wir Ross und Reiter einfach beim Namen ...)

    Viele Grüße
    Jo

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  • PA-Forum Stammtisch LeatCon

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