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  2. Dark Spark

Beiträge von Dark Spark

  • Raum-Antwort Messen: Mit welchem Signal?

    • Dark Spark
    • 22. Mai 2004 um 03:45

    Also, werter Chefarzt des Rehabilitierungszentrums Großknete-Hundlosen für kranke Lautsprecher,

    an Deinen gestrigen Beiträgen fällt auf, dass sie nicht auf fachliche Gesichtspunkte eingehen, sondern sich in unqualifiziertem Blabla und billiger Polemik verlieren.

    Dazu nehme ich wie folgt Stellung:

    1) Beleidigungen sagen häufig viel mehr über denjenigen aus, der sie absondert, als über denjenigen, an den sie gerichtet sind.

    2) Dein ganzes Gezeter scheint daher zu rühren, dass Dir (frei nach Theodor W. Adorno) irgendwelche süßen Trauben zu hoch hängen - anstatt mit kompetenten Argumenten die Diskussion zu bereichern, beschränkst Du Dich auf lächerliche persönliche Angriffe und verteidigst hilflos Deinen geliebten "Meßplatz" ganz so, als wolle Dir jemand im Sandkasten ein Förmchen abnehmen!

    Zitat von "Sound-Klinik"


    ... aber vielleicht sind Physiker ja auch einfach "netter" ...


    Wie war das mit "peinlicher Selbstdarstellung" ? :oops:
    Womöglich hast Du für die These der netten Physiker jüngst ein spaßiges Gegenbeispiel abgegeben......

    Noch was:

    Zitat von "Sound-Klinik"


    .... wo andere User als "Dumpfbacken" (oder konkret : alle "doofen" MLS-User, die er ja nach eigenem Bekunden auch "gerne provoziert" ...) hingestellt werden.


    Du solltest mit Anführungszeichen, die in dieser Form ja in der Regel ein wortgetreues Zitat kennzeichnen, etwas behutsamer umgehen. Ich habe niemand "Dumpfbacke" genannt und hatte solche Ausdrücke auch mitnichten im Sinne. Mit Deinen gestrigen Äußerungen hast Du Dich selber freilich in gefährliche Nähe dazu gerückt......

    So, nach diesem offenbar leider notwendigen Rückschuss in das ansonsten so friedliche Friesland würde ich gerne wieder zum Thema zurückkommen:

    Zitat von "TomyN"


    Es gibt einen sehr interessanten AES Artikel...zum Thema Messen mit Sweeps, der auch einen Vergleich zwischen MLS und Sweep Messungen beinhaltet.


    Na, das ist doch genau der, den ich gelesen und halbwegs verstanden habe und dessen Inhalt ich jetzt mit allen teilen möchte! :mrgreen::mrgreen:

    Also, was ist besser an Messungen mit Sweeps? Nun, wenn man sich einmal die gemessenen Impulsantworten in y-logarithmischer (dB) Darstellung anschaut (empfehle ich jedem, der dazu die Möglichkeit hat), stellt man schnell fest, dass bei Messungen mit MLS ab einem bestimmten Pegel das S/N-Verhältnis wieder abnimmt - was daran liegt, dass sich die steigenden Verzerrungsprodukte in Form von kleinen Wiederholungen der eigentlichen Impulsantwort über das gesamte Zeitintervall verteilen. Da helfen dann auch keine Mittlungen, da die Verzerrungsprodukte mit dem Anregungssignal korreliert sind.
    In der Praxis muss man also für jeden neuen Fall sorgfältig einpegeln, um das optimale S/N zu erzielen. Bei zuwenig Pegel dominieren akustische Störgeräusche, bei zuviel die Verzerrungsprodukte den Noise floor.

    Anders bei Sweeps: Da tauchen die Harmonischen VOR der eigentlichen Impulsantwort (bei negativen Zeiten) auf und lassen sich deswegen nicht nur vollständig aus der Messung entfernen, sondern sogar für eine simultane Klirranalyse (individuell für jede Oberwelle) nutzen. Man kann also frohgemut den Pegel solange erhöhen, bis entweder der Verstärker clippt (wobei die Messung selbst dann noch zu verwerten ist!) oder einem die Pappen entgegen geflogen kommen!
    Daraus resultiert in der Praxis der erwähnte Dynamikgewinn von bis zu 15 dB, wobei auch noch ein paar andere Faktoren positiv beitragen.

    Neben der Verzerrungsimmunität schlägt auch noch die viel größere Unempfindlichkeit gegenüber Zeitvarianzen positiv für Sweeps zu Buche.
    Ich rede hier nicht von Labormessungen von LS, wo das S/N zumeist unkritisch ist, sondern von:

    "Raum-antworten messen - mit welchem Signal?"
    Am besten mit Sweeps.
    That's the message!

    Noch eine kleine Anmerkung:

    Zitat von "docjordan"


    Im übrigen ist der Korrelationsgewinn bei gleicher Länge bei Sweeps und MLS identisch. Schliesslich haben beide eine nahezu ideale Autokorrelationsfunktion (dirac). Insofern ereichen beide das gleiche SNR sofern es sich um ein LTI System und AWGN handelt.


    Eine diracförmige AKF haben nur weisse Signale (MLS und lineare Sweeps beispielsweise); in der akustischen Messtechnik arbeitet man allerdings besser mit Emphasis bei tieferen Frequenzen. Die Form der AKF ist nicht maßgeblich für die Ermittlung der Impulsantwort, wichtig ist hingegen eine für den jeweilien Anwendungszweck geeignete spektrale Verteilung.
    Bei Einzelmessungen erreicht man mit Sweeps (gleiche Energie beider Signale vorausgesetzt) außerdem von Haus aus 3 dB mehr, da ja die gesamte ausgesendete Energie verwendet wird und nicht nur die zweite Hälfte.


    Und noch mal zurück zur Klangklinik:

    Zitat von "Sound-Klinik"


    Und wenn ein neueres System keine gravierenden Vorteile für mich bringt ... warum soll ich es mir dann kaufen ?


    Du sollst Dir ja gar nix neues kaufen! Niemand möchte Dir was aufschwatzen (und vielleicht noch Dein altes 12 Bit ISA board in Zahlung nehmen :mrgreen: Und außerdem stimme ich Dir zu, dass man mit Melissa sehr wohl prima LS und Räume mit nicht allzugroßer Nachhallzeit messen kann (genau so, wie man ja auch mit einem Vorkriegsdampfradio Nachrichten hören kann). Aber:

    Zitat von "Sound-Klinik"


    Der Markt ist angefüllt mit Meßsystemen, die wesentlich weniger als MLSSA leisten können.

    Weniger...aber auch mehr. Es gibt ja mittlerweile eine ganze Anzahl von Programmen, die mit der eingebauten Soundkarte arbeiten, was im Gegensatz zum good old Melissengeist (nie war es so wertvoll wie heute :))bekanntermaßen u.a. folgende Vorteile bietet:

    * Keine Beschränkung des Stimulus auf MLS. Beliebige Messsignale mit beliebigen Färbungen können synthetisiert und verwendet werden, was den Einsatzbereich erheblich erweitert. Und natürlich Sweepmessungen erlaubt!

    * Keine Beschränkung auf Grad 17. Auch Kirchen oder Schwimmbäder oder gar interfriesische Deichechos können gemessen werden.

    * Verwendung von vernünftigen Audio-Abtastraten bis (je nach Hardware) hinauf zu 192 kHz.

    * Simultane mehrkanalige Messungen - sehr wichtig z.B. für die binaurale Messtechnik. Auf Doug Rife's Seiten ist ein Beispiel, wie sich jemand mit zwei synchronisierten Melissaboards einen abgewürgt hat, um Kunstkopfmessungen zu zelebrieren.....köstlich......

    * Gemischt analoge/digitale oder rein digitale Messungen (je nach Hardware). Damit fallen die hier zuvor genannten Synchronisationsprobleme in der Regel vom Tisch.

    * Direktes rüberziehen der Ergebnisse und Grafiken in andere Dokumente, Multitasking - gleichzeitig messen, faxen, downloaden, chatten, brennen, toasten, staubsaugen usw........:lol:

    Zitat von "Sound-Klinik"


    Und wenn Du so ein Schlauer bist, dann nenne mir doch konkret ein System, welches mir - auch wirtschaftlich vertretbar - meine Arbeit spürbar erleichtert. Wäre doch mal ein konkreter Beitrag ohne so viel selbstgefälliges Geschwafel - oder ?


    Selber selbstgefälliger Schwafler! Ich kenne im übrigen - wie bereits erwähnt - Deine Arbeit nicht und sie ist mir auch wurscht.

    Den großen Marktüberblick habe ich wirklich nicht, da kennen sich andere Leute hier im Forum mit Sicherheit besser aus. An anderer Stelle habe ich z.B. gelesen, dass die Schnupperversion von Lars's sehr feinem WinMLS gerade mal 90.- kostet - das nimmt es featuremäßig locker mit Melissa auf und kann auch schon lange mit Sweeps messen. Müsste er eigentlich deswegen mal in WinSweep umbenennen :).

    So, liebe Leut', ich bin raus - das war mein letzter Beitrag. Ich schreibe zwar ganz gern mal was zur Ablenkung, wenn aber das Niveau der Antworten auf unreflektiertes Rumgeschimpfe und persönliche Beleidigungen herabsinkt, wird mir sehr klar, dass es doch jede Menge wichtigere Dinge zu erledigen gibt.

    Weiterhin wohlgechirpte Diskussion!

  • Raum-Antwort Messen: Mit welchem Signal?

    • Dark Spark
    • 20. Mai 2004 um 21:27
    Zitat von "Sound-Klinik"


    ... Deine Ausführungen haben den Charakter eines Glaubensbekenntnisses kontra MLS / pro Sweep. Wie froh bin ich, daß ich solche Profilierungsneurosen nicht habe ....

    Also, zunächst mal habe ich nur auf Deine Frage geantwortet. Im weiteren Verlauf Deiner Ausführungen kommst Du zur Überzeugung, dass die MLS-Messtechnik immer noch die besten Resultate liefert - da sah ich mich bemüssigt, mal ein paar aufklärende Worte zum besten zu geben.
    Aber ich gebe zu, dass ich MLS-User gerne provoziere - was bei Dir ohne Zweifel auch ganz ausgezeichnet geklappt hat! (':mrgreen:')

    Zitat von "Sound-Klinik"


    Wie lange hast Du überhaupt mit einem MLS-System gemessen, um Deine Enttäuschung über "altmodische" und "ungenaue" MLS-Sequenzen hier so breit treten zu müssen ?

    Länger als Du, da ich schon mit MLS gemessen habe, als es noch gar kein Melissa gab. Ich bevorzuge allerdings Systeme die den Stimulus in Software erzeugen und über echte DA-Wandler ausgeben, womit man nicht an ein bestimmtes Anregungssignal gebunden ist. Da kann man prima vergleichen - und zur Überzeugung gelangen, dass man mit der Sweep-Messtechnik eben vielfach besser fährt!

    Ich möchte Dir Dein Melissa aber nicht wirklich madig machen - schließlich gewöhnt man sich an seine Werkzeuge und ich kenne Leute, die noch rege mit ihrem TEF (ja, die Kiste, die von 5.25" Disketten bootet!) arbeiten. Einige amerikanische Messgurus schleifen noch ernsthaft ihre uralten HP-FFT-Analysatoren auf die Bühne und ich kenne namenhafte deutsche Unternehmen, bei denen die Endkontrolle noch "am Fließband" mit B&K-Pegelschreibern durchgeführt wird. Warum auch nicht, wenn das jeweilige System die Info liefert, die man braucht!

    Doug Rife hat mit dem Melissa ganz hervorragende Arbeit geleistet, was nicht nur den eigentlichen Messkern betrifft (da würde man heute vieles anders machen), sondern auch die umfangreichen Auswertemöglichkeiten.
    Insofern kannst Du Dir gewiss mit der Endlagerung auf dem Dachboden noch ein paar Jahrzehnte Zeit lassen! :wink:

    Zitat von "Sound-Klinik"


    Außerdem: Auch ein Sweep-Stimulus hat mit "wirklicher" Musik wohl eher wenig zu tun ...


    Die Bemerkung wandert mit dem Stempel "unsachlich!" versehen in die Ablage P...

    Zitat von "Sound-Klinik"


    Irgendwie verstehe ich also nicht, warum Du hier einen - wie auch immer motivierten - Feldzug gegen MLS startest. Oder willst Du uns etwas "bahnbrechend" neues verkaufen ?


    Aaaaach, den Feldzug habe ich schon lange vorher gestartet. Und verkaufen will ich gar nix - Ich bin nämlich kein Verkäufer!

    Zitat von "Sound-Klinik"


    Du kannst mir mit Deinen Ausführungen jedenfalls nicht plausibel machen, daß MLSSA ein untaugliches System für LS-Entwicklungen und raumakustische Messungen ist ...


    Habe ich auch nicht behauptet, wie Du bei erneuter Durchsicht meiner letzten Mail unschwer feststellen wirst. Ich habe nur geschrieben, dass man mit Sweeps in kürzerer Zeit Messungen mit besserem S/N erzielen kann als mit MLS, was in Grenzsituation (ich rede nicht von LS Messungen im Labor, da reicht das S/N normalerweise völlig aus) entscheidend sein kann.

    Wo Du aber gerade auf raumakustische Messungen kommst: Da hat Melissa mit seiner Begrenzung auf Folgen vom Grad 17 einen echten Pferdefuss. In halliger Umgebung kann man nicht die vollständige RIA bei voller Bandbreite messen - ein ernsthaftes Manko (von mehrkanaligen Messungen mal ganz zu schweigen). Das betrifft aber nur dieses spezielle System und nicht die MLS-Messtechnik allgemein.

    Zitat von "Sound-Klinik"


    Aber vielleicht bist Du ja wirklich der Meßsysteme-Experte schlechthin...


    Aber latürnich! Sonst hätte ich mich auch gar nicht getraut, mich hier einzuklinken. Im PA-Forum diskutieren schließlich ausschließlich ausgewiesene Experten! :P

    Zitat von "Sound-Klinik"


    und nennst mir mal konkret (!) ein System, welches meine Arbeit schon heute revolutionieren würde ?

    Nun, ich kenne Deine Arbeit ja gar nicht. Vom Namen her vermute ich, dass Du kränkelnden Lautsprechern wieder auf die Beine hilftst?
    Wie wär's mit einem Stethoskop? :lol:

    Zitat von "Sound-Klinik"


    Und eine Sache muß ein Meß-System bei mir können: Die Bestimmung des akustischen Zentrums (in Abhängigkeit von der Frequenz ...) einer Schallquelle (d.h. ich messe "nicht nur" Amplitude über Frequenz ...) !


    Jaaaaa....aber gewiss doch. Du meinst die Messung des komplexen Freqenzgangs, also Betrag UND Phase (aus letzterer kann man dann die Gruppenlaufzeit und damit das frequenzabhängige akustische Zentrum ermitteln) bzw. Real- und Imaginärteil, aus denen man dann per IFFT die Impulsantwort gewinnen kann. Das leisten alle modernen Messysteme. Sogar mit TDS ging das schon.

    Zitat von "Sound-Klinik"


    Andererseits: Es wird immer Leute (wie vielleicht Dich ... :mrgreen: ) geben, die müssen stets das neueste (Foto-) Handy, den neuesten Computer usw. haben ... ohne aber in der Praxis einen wirklichen Vorteil - außer mehr Prestige - dadurch zu haben.

    Das kriegt zwar auch den Stempel "unsachlich!" aufgedrückt, ist aber so amüsant, dass ich doch drauf antworten muss: Ich habe kein Handy - und Computer kaufe ich mir immer erst dann einen neuen, wenn der alte mit letztem Seufzer zusammengebrochen ist......Der neue ist dann meistens 20x schneller und hat 20x mehr Speicher

    Zitat von "Sound-Klinik"


    Selbstverständlich habe ich aber nichts dagegen, wenn Du nur noch voll auf Sweepmessungen abfährst ...


    Aber sooooo dermaßen voll!

    Zitat von "Sound-Klinik"


    :wink: ... und verspüre auch nicht den unstillbaren Drang, Dich in irgendeiner Form hier zu "bekehren" ...

    ...hmmm, wobei Deine aufgeregte Mail eigentlich das Gegenteil beweist!
    So, ich muss wech.

    Weiterhin viel Spaß in diesem Thread!

  • Raum-Antwort Messen: Mit welchem Signal?

    • Dark Spark
    • 19. Mai 2004 um 21:26
    Zitat von "Sound-Klinik"

    ... was meinst Du denn mit "Vorläufen" ?

    Messungen mit MLS verlangen nach einem eingeschwungenen Zustand - das Signal muss periodisch wiederholt werden, damit sich überhaupt ein glattes weisses Spektrum ergibt. In der Praxis wird das erreicht, in dem man die ganze Sequenz zweimal aussendet (Mlssa macht das auch so) und erst der zweite Durchlauf wird der Auswertung (sprich: FHT) zugeführt.
    Die Hälfte der ausgestrahlten Energie geht also gar nicht in die Messung ein. Anders bei den Sweeps: Mit denen kann man auch aperiodisch messen, man braucht den Sweep nur einmal aussenden und die gesamte Energie des Messignals wird verwertet.

    Zitat von "Sound-Klinik"

    Ich messe übrigens seit über 10 Jahren mit MLS....


    ...und ich messe schon seit 10 Jahren nicht mehr mit MLS...
    ':wink:'

    Zitat von "Sound-Klinik"


    Messungen mit MLS-Signalen haben (durch die Determiniertheit des Anregungsssignals) den Vorteil, daß man schon mit einer Messung recht hohe Störabstände erzielt.

    Das gilt für Sweepmessungen selbstverständlich auch. Die haben aber zusätzlich noch den Vorteil, dass sie bei gleicher spektraler Auflösung weniger (!) Zeit benötigen und robuster gegenüber Zeitinvarianzen und Verzerrungen sind. Damit erzielt man in der Praixs bei gleicher Messdauer locker 15 dB mehr an S/N als mit MLS.
    In kritischen Situationen (z.B. viel Wind über große Entfernung, Open Air im Stadion z.B.) kann das den Unterschied ausmachen zwischen einer völlig unbrauchbaren Messung und einer eben noch verwertbaren.


    Zitat von "Sound-Klinik"


    Auch das häufig angeführte (Gegen-) Argument über die Energieverteilung ist in der Praxis kein Problem......

    Doch, das ist in der Praxis ein Riesenproblem. MLS sind von Haus aus weiss - eine in der akustischen Messtechnik untaugliche Energieverteilung. Der akustische Störpegel nimmt zu tieferen Frequenzen fast grundsätzlich zu. Melissa bietet zwar, wenn mich nicht alles täuscht, eine Rosa-Färbubg der MLS an, viel eleganter ist es aber, das Spektrum des Anregungssignals nach belieben an die jeweilige Messituation anpassen zu können. Aber das führt hier zu weit....

    Zitat von "Sound-Klinik"


    Nicht selten finde ich mit meinem Meßequipment (MLSSA) bei LS-Systemen "Zinken" im Übertragungsverhalten, die bei einer Sweepmessung - auch mit neueren Meßsystemen - nicht festgestellt bzw. bemerkt wurden.

    Es gibt ja verschiedene Verfahren, mit Sweeps zu messen. Das älteste sind die Pegelschreiber, bei denen sich durch Steuerung der Stiftgeschwindigkeite eine (zumeist durchaus beabsichtigte) Glättung ergibt.

    Dann TDS - hier wird durch Steuerung der Tiefpassfilter-Grenzfrequenz Reflexionen ferngehalten, was aber ebenfalls einen Glättungseffekt nach sich zieht (ist equivalent zur Fensterung der Impulsantwort).

    Wovon ich rede, ist Messung mit Sweeps unter Verwendung von FFT-Analyse, so wie sie sich bei MLS-Systemen der FHT anschliesst.
    Und da kann man bei gleicher Messignaldauer sogar eine höhere Frequenzauflösung als mit MLS erzielen. Da bleibt einem kein Zinken verborgen!

    Zitat von "Sound-Klinik"


    Ein (!) wirklich echter Nachteil bei MLS können Messungen an digitalen Systemen sein. Bei einigen Geräten mißt man ggf. einen abfallenden Frequenzgang, der bei einer Sweepmessung so nicht zu beobachten ist.

    Nun ja, dass passiert nur, wenn das System nicht synchronisiert ist, das heisst, Sender und Empfänger arbeiten mit unterschiedlichem Takt (iss klar, ne, Melissa hat ja leider keine AES/EBU I/Os!). Dann wird allerdings bei MLS augenblicklich die gesamte berechnete Impulsantwort versaubeutelt. Auch da zeigen sich Sweepmessungen überlegen: Mit denen kann man durchaus auch tape decks (wer denn noch eins benutzt) oder sogar MP3 coder oder gar Handys (der Gipfel an Zeitinvarianz und nichtlinearen Verzerrungen) noch vernünftig messen....Versuche das mal mit Melissa......

    Zitat von "Sound-Klinik"


    Die Sweepmessungen bei Lautsprechern, die ich in den letzten Jahren von (mir bekannten ...) LS-Systemen gesehen habe, haben mich jedenfalls nicht gerade umgehauen. Hier favorisiere ich weiterhin MLS-Messungen.

    Es kommt der Zeitpunkt, da wandert Dein Melissa auch noch auf den Dachboden.....
    ':D'

    Good Mess!

  • Raum-Antwort Messen: Mit welchem Signal?

    • Dark Spark
    • 4. Mai 2004 um 14:53

    [quote="TomyN"]Hi,

    nicht zu viel durcheinander werfen.

    Genau:

    Um die Impulsantwort zu messen, gibt es mehrere Möglichkeiten, z.B. die MLS (mein Favorit), oder auch ne Messung mit Sweeps (im Prinzip ne Dual Channel FFT).

    Bei der Dual Channel FFT wird im allgemeinen mit einem nicht deterministischen Signal (Rauschen aus Analoggenerator oder dem Programmmaterial selber) gemessen. Da die einzelnen der FFT zugeführten Signalausschnitte stets bei einigen Frequenzen kein ausreichendes S/N aufweisen, muss über viele Zyklen gemittelt werden. Deswegen dauert's auch so tierisch lange, bis man bei 2-Kanalanalyse à la Smaart ein einigermaßen stabiles Resultat auf dem Schirm hat.

    Einen Sweep kann man heutzutage bequem im Rechner erzeugen, er stellt deshalb ein deterministisches (= von vornherein festgelegtes) Signal dar und deshalb braucht man weder den zweiten Kanal noch Mittlungen und auch keine Vorläufe wie bei MLS!

    Im Vergleich zu den outdated MLS haben Messungen mit Sweeps außerdem die Eigenschaft, wesentlich weniger empfindlich auf Zeitvarianzen (Windstöße usw) zu reagieren, außerdem kann man die Artefakate aus nichtlinearen Verzerrungen vollständig aus der IR entfernen, was ein unschätzbarer Vorteil ist, wenn man wirklich IRs mit hohem S/N erzielen will.
    Bei Messungen mit Sweeps wird das S/N praktisch nur noch vom Noisefloor bestimmt, während man bei MLS sorgfältig einpegeln muss, da ab einer bestimmten, bisweilen noch recht moderaten Lautstärke die Verzerrungsprodukte in der IR überwiegen und das S/N Verhältnis wieder verschlechtern.
    Bei Messungen draussen oder über (datenkomprimierende) Funkstrecken
    versagt MLS häufig ganz.

    Deshalb sind meine Anregunssignalfavouriten die Sweeps, nicht die MLS!

    Als denn, weiterhin fröhliches rauschen oder sweepen.

  • MAYDAY 2004

    • Dark Spark
    • 4. Mai 2004 um 14:05
    Zitat von "Carm"


    die lautstärke in area 1 war nun mal definitiv zu hoch - wenn die halbe halle ohrstöpsel trägt muss es ja irgendwie zu laut gewesen sein.

    Ich habe niemanden mit Ohrstöpsel gesehen und auch selber keine getragen.

    dein hörempfinden bei paul van dyk kann ich jedenfalls in keinster weise nachvollziehen... ich war auch die komplette zeit in der halle. klar war der bass satt - aber wenn man genauer hingehört hat leider nur auf einem ton, der rest war klirr.

    So'n Blödsinn.

    die mitten-/höhentransparenz musst du in einer anderen halle gehört haben.

    Vielleicht waren wir auf unterschiedlichen Veranstaltungen in Parallelkosmen. Die Mitten/Höhen gingen für so eine große Halle mit dezentraler Achtpunktversorgung völlig in Ordnung, und dass de Stimmung bei Paul von Dyk voll nach vorne ging, habe ich mir bestimmt nicht eingebildet. Vielleicht bist Du einfach zu geil für diese Welt! Vielleicht liegt's aber auch an der alten Erahrung: Bringe drei PA-Techniker zusammen und Du hörst stets drei voneinander abweichende Meinungen....

    Alles anzeigen
    Zitat
    Zitat
  • MAYDAY 2004

    • Dark Spark
    • 4. Mai 2004 um 04:44

    Also, ich reibe mir verwundert die Ohren bezüglich der Kommentare zum Sound auf der Mayday 04. Zunächst zum Cohedra in Halle 3: Ich habe 3x mal reingeschnuppert und jedesmal war der Sound über den gesamten Mitten/Hochtonbereich absolut hifi - unaufdringlich und angenehm. Dazu kam die gute Coverage und eine hervorragende Homogenität, so wie man sie eben nur mit Line Arrays erzielen kann! Zu den Bässen sage ich nichts, die mögen in Halle 2 (Föön) in der Tat knackiger und schiebender gewesen sein...
    Von agressiver Hochtonwiedergabe jedenfalls keine Spur. Ich gebe aber zu, dass sich dies innerhalb von 5 Minuten dramatisch ändern kann, so ging es mir in Halle 1, wo der Sound je nach DJ zwischen grauenvoll und völlig ok schwankte. Speziell den Paul von Dyk act habe ich mir komplett reingezogen und kann das hier gäußerte Rumgemotze in keinster Weise nachvollziehen: Ein transparenter, druckvoller, satter Sound (nix "Einton-Gegrummel") mit schönen Stereo-Effekten in GENAU DER RICHTIGEN Lautstärke. Dem Publikum hat's jedenfalls im Gegensatz zu den Berufsnörglern hier im Forum bestens gefallen! Ich gehöre sonst zu den ersten, die sich bei exzessiver Lautstärke Taschentuchfetzen oder sonst was gerade greifbares in die Ohren stopfen, aber das war da überhaupt nicht nötig. Wem das zuviel war, der sollte vielleicht doch beim Dorffest des Schützenvereins bleiben oder sich die ganze Veranstaltung am heimischen TV reinziehen.
    Zombie Nation habe ich allerdings nicht mitgekriegt, weil mich vorher WestBam rausgelangweilt hat. Auf dem Nachhauseweg hatte ich übrigens völlig freie Ohren, ohne jegliches Gefiepe, was für mich ein Beleg dafür ist, dass die Lautstärke bis dahin nicht übertrieben war.
    Noch was zu den Stimmen: Also, das zarte Playback-Stimmchen von Nena war jedenfalls einwandfrei zu vernehmen....Nur die Frage, ob das wirklich auf einem Techno-Event sein musste....

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