Ralle: Full ACK
Warnende Worte gab es genug. Wenn also Zeit, Geld, Interesse und Ausdauer da sin, dann los.
Aber wie schon angemerkt wurde, entwickelt man Hörner heute anders. Die Methoden sind auch im Selbstbau ausgefeilter geworden. Ein reiner Bretterverschlag führt dann nicht unbedingt zum Optimum.
Hornresp ist gut um einen ersten Eindruck zu bekommen. Aber gerade für die Einschätzung der Abstrahleigenschaften ist das das falsche Tool. AKABAK wurde schon genannt. Ich weise noch ATH hin, da es ermöglicht Horngeometrien parametrisch zu beschreiben und schnell Meshes für die BEM Simulation zu erzeugen.
Außerdem noch Vituixcad für die Simulationdes gesamten Lautsprechers. Das ginge auch in Akabak in Kombi mit LEM. Vituixcad finde ich da aber schneller und einfacher.
zu 1) Mitteltonhornkontur: was im Hochton gilt, gilt im Mittelton m.M.n. nur bedingt. D.h. reines CD Verhalten ist zwar möglich, wegen der Anbindung an die Tieftöner meist nicht zielführend. Dadurch sind größere Krümmungen des Hornverlaufs sinnvoll. Das führt dann i.d.R. zu hyberbolischen oder exponentiellen Konturen. Das dann so auslegen, dass die Abstrahlung hor/vert nahtlos an das Hchtonhorn passt und unten rum genau mit dem Tiefton übereinstimmt.
Allerdings würde ich bei 14 cm Hornlänge im Mittelton nicht unbedingt von einem Horn sprechen...
zu 2) Nehmenwir mal die anvisierten 2 kHz als gesetzt - obwohl das schon recht hoch ist - dann denke ich, dass da ein 2-Slot-Phaseplug notwendig ist. Aus meiner Erfahrung sind die Pfadlängenunterschiede für 2 kHz mit einem 1-Slot-Plug nur unzureichend in den Griff zu bekommen. Bei meinen 8"-Mitteltonhörnern mit 1-Slot-Plug liegt die erste Null bei 3 kHz. Wenn man bei 2 kHz trennen möchte stört die noch die abfallende Flanke. Man sollte für Filter 4. Ordnung eine Oktave drüber noch sauber sein. Hier also 4 kHz und damit max. Pfadlängenunterschied ~4 cm.
Aber wie oben erwähnt frage ich mich warum so hoch? genauso beim Tieftonhorn. Auch das kann man mit genügent Akribie trotz Faltung bis 650 Hz bekommen. Aber auch hier gilt, dass das bis über die Trennfrequenz hinaus sauber spielen sollte. Das wird eng, wenn die Abmessungen der Umlenkungen auf max. 1/4-lambda beschränkt werden sollen.
D.h. ich würde das Gesamtkonzept nochmal überdenken.
Viele Grüße
André