Hallo,
der Titel "TSP - Pro und Kontra" ist ganz schön reisserisch :smile:.
Ich denke ganz ohne TSP's kommt man bei der Gehäuseauslegung nicht aus.
Man sollte sich jedoch darüber im klaren sein, dass man damit nur eine Abschätzung des tatsächlichen Sachverhalts vornimmt. Der riesen Vorteil des Modells der Herren Thiele und Small ist zweifelsohne seine einfache Handhabbarkeit. Es stammt ja aus einer Zeit, als leistungsfähige Rechner noch nicht zur Verfügung standen. Da das Modell so schön einfach ist, kann es natürlich jeder anwenden, mit einem Sim Prog auch ohne wirkliche Ahnung. Aber es bleibt nunmal ein lineares Modell, gültig für kleine Auslenkungen um den Betriebspunkt. Gut, wurde alles schon gesagt.
Schön währe natürlich wenn man vor dem Bau wüsste, was später rauskommt. Aber wie kann ich das berechnen? Keine Ahnung, aber man kann sich ja mal Gedanken machen wie es gehen könnte:
Eine Möglichkeit ist doch die Messung der TSP am Betriebspunkt, also Linearisierung des Modells um einen anderen Betriebspunkt. Problem dabei dürfte die Messung der Parameter bei Betriebsleistung, welche ja wesentlich mehr als 1W beträgt, sein.
Oder man rechnet gleich mit einem nichtlinearen Modell. Die nichtlinearen DGL's in allgemeiner Form hinzuschreiben ist wahrscheinlich gar nicht so wild. Da haben ja andere schon Vorarbeit geleistet und mit MATLAB wärs sogar einfach berechenbar. Aber wie hauche ich dem Modell Leben ein, also wie finde ich die richtigen nichtlinearen Zusammenhänge? Woher kriege ich die nötigen Daten? Klippelkurven?
Und dann noch die Membranfestigkeit: Ich stimme da TBF insofern nicht zu, als das da alles Chaostheorie ist. Mit Kontinuumsmechanik und FEM geht da sicher was. Ich könnte mir auch vorstellen, dass Ein guter Hersteller im Verlaufe der Entwicklung eines neuen Treibers schon FEM-Analysen der Membran macht. Aber das alles wird für den Bastler schon ganz schön aufwendig.
Bleibt uns also doch nur Prototyp bauen, messen, nochmal bauen wieder messen, wieder ...
André