In Zeiten von Corona mag das alles natürlich Makulatur sein - und es ist auch durchaus nachvollziehbar, dass es hier keine hundertprozentige Sicherheit geben kann. Aber Veranstaltungen, bei denen wir im Rahmen eines handelsüblichen Changeovers die Zeit finden, Mikrofone zunächst mit Wurzelbürste und Kernseife mechanisch oberflächlich zu reinigen, danach die Komponenten im Autoklaven zu sterilisieren und durch UV-Licht mit acht Milliarden Kilolumen zu bestrahlen, danach im Reinstraum unter Schutzatmosphäre in einem fremdbeatmeten Schutzanzug wieder zu montieren und danach unter Einhaltung aller Hygienemaßnahmen auf einem Edelstahlträger mit abwaschbarer Oberfläche natürlich steril verpackt zurück zum Mikrofonplatz zu bringen (also so, wie wir das auf jedem Festival üblicherweise machen) dürften in der nächsten Zeit nicht so häufig sein.
Was man aber in Zukunft machen kann, wenn wir Corona überlebt haben und wieder Krach machen dürfen, ohne Etats oder Zeitpläne zu sprengen, ist, auf Festivals zwei Sätze und genügend Wechselkörbe seines Standard-Gesangsmikros vor zu halten, den Schaft mit einer geeigneten Wischdesinfektion abzureiben und pro act einen frischen Korb aufzuschrauben.
Dann kann man die aufwändige Reinigungsprozedur problemlos und mit gutem Gewissen im Lager machen und das ist viel sinnvoller als nutzlose Sprühaktionen.