So, hier sind ja schon einige sehr vernünftige Tipps gegeben worden:
Zum "Fenstern" gibt es eine Reihe von Aufsätzen im ezine von "live sound international" in der Kolumne "Jacks Place". Es nennt sich dort "frequency splitting" ( Ich kann zwar nicht alle seine Ansichten unterschreiben aber es ist eine nette Einführung )
Es gibt natürlich nicht nur „Frequenzfenster“, die man für den Gesang öffnen kann, sondern auch „Zeitfenster“. Natürlich kann man hier einwerfen, dass Zeitfenster vor allem durch die Musiker im Arrangement und durch die Spielweise geöffnet b.z.w. leider auch geschlossen werden können. Es gibt allerdings durchaus auch audiotechnische Manipulationen auf der Zeitachse, die helfen. Hierzu zwei Beispiele, die etwas Phantasie und Geschick erfordern:
1.Eine Snare, die neben “töck“ auch noch sehr viel „oing“ besitzt, kann nicht nur durch ihre Lautstärke, sondern auch durch ihre Länge den Gesang ganz schon überdecken. Man kann nicht nur durch Stimmen und Dämpfen, sondern auch durch geschicktes Anwenden von Ansprech- und Abklingzeiten eines Kompressors eine Snare kürzer oder länger machen. Wie es genau funktioniert, erkläre ich gerne für diejenigen, die mir als Hausaufgabe per p.m. Lösungsvorschläge für die Ausführung der Methode machen. :wink:
2. Auf einen Kompressor in einem Gruppeninsert, am besten mit einem EQ im sidechain, kann man den Gesang zusammen mit den Instrumenten, die ihn am meisten überdecken, gemeinsam routen. Dann überbetont man am sidechain- EQ einen Frequenzbereich, der im Gesang besonders kräftig vertreten ist. Wenn man jetzt den Gesang am kanalfader laut macht, komprimiert er nicht nur sich selbst, sondern drängt auch alle anderen aufgeschalteten Signale etwas zurück. Man manipuliert also sowohl über das Frequenzfenster als auch das Zeitfenster mittels Kompressor automatisch. Diese Technik hat gegenüber „Ducking“ oder „Voiceover“ Anordnungen über einen Sidechaintrigger durch die Stimme, den Vorteil, dass sie sehr viel subtiler und unhörbarer einsetzbar ist. Sie erfordert allerdings viel Gefühl für die „Steuerlautstärke“ der Stimme und den richtigen Einsatz der attack-Zeit.