Nachdem Volker die Diskussion bereits perfekt geführt hat, möchte ich nur noch drei Dinge ergänzen:
1. Wie das letzte Jahr nun eindeutig gezeigt hat, ergeben etwas größere vertikale Winkel im Einzelelement zwar nach der "reinen Lehre" keinen ideal kohärenten Strahler im Hochtonbereich aber sie lassen praktisch und ökonomisch Arrays zu, die doch einige positive Linearrayeigenschaften für Arrays mit weniger Einzelelementen nutzbar machen. Dafür ist die Groundstack-Anwendung ein ideales Beispiel. In ihren mid-sized Modellen der zweiten und dritten Generation haben daher auch die "alteingesessenen" Linearray Hersteller sich auf Winkel von 10° - 14° statt der 5°-8° der Großsysteme eingeschossen.
2. Natürlich brauchen auch groundstacks, die einen ebenen Zuhörerbereich beschallen, eine gewisse Stehhöhe und eine gewisse Entfernung zum ersten Zuhörerohr, damit sie einigermaßen funktionieren und in diesem Zusammenhang ist es sehr sinnvoll, das jeweils unterste Element einzeln in der Lautstärke regulieren zu können. Systeme, bei welchen viele Tops an einem einzelnen Amp betrieben werden, sind hier eher im Nachteil.
3. Für Auditorien, für die der horizontale Winkel des Arrays tatsächlich zu klein sein sollte, erziehlt man aus den von Volker für horizontale Arrays genannten Argumenten mit einem einzelnen, zusätzlichen sehr viel leiseren "infill oder outfill" Nahfeldlautsprecher ein was Interferenzen auf der horizontalen Ebene anbelangt sehr viel gutartigeres Ergebnis als mit einem Array aus gleichlauten Clusterelementen. Ich habe auch schon in der "Vorlinearrayära" mit einem horizontal engwinkligen Hauptsystem, also beispielsweise einer einzelnen C4 Hauptachse und kleineren, leiseren Lautsprechern als "Nebenachse" sehr gute Ergebnisse erzielen können. Die unerwünschte Wechselwirkung auf der von Volker so treffend eingefügten Zeichnung wird eben nicht nur weniger, wenn Abstrahlwinkel und Q-faktor für einen Clusterlautsprecher besonders präzise eingehalten werden, sondern auch dann, wenn für Zonen der Überlappung der Abstrahlwinkel dort wo unterschiedliche Laufzeiten auftreten können auch besonders unterschiedliche Lautstärken die Interferenzprobleme kleinhalten.
Ich würde daher auch in diesem Fall ein Line Array Ground Stack Hauptsystem, notfalls kombiniert mit einem sehr viel leiseren, korrekt gewinkelten "Nahfeldsystem" einem horizontalen Cluster mit 3 - 4 gleichlauten Systemen vorziehen.