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  2. Stefan Rechenbauer

Beiträge von Stefan Rechenbauer

  • JBL 2425J ersetzt mit Beyma CP385Nd - Weichenumgestaltung

    • Stefan Rechenbauer
    • 7. September 2010 um 01:13

    Juergen - was meinst denn mit "nicht so pralle"? Ich wuerde denken, dass eine verschiebung um -200Hz und einem Testhoeren bei moderaten Lautstaerken keine grossartigen Unterschiede im Verzerrungsverhalten eines Kompressionstreibers hervorruft. Die gehoerten Unterschiede sind vermutlich wieder durch Unregelmaessigkeiten im Leistungsfrequenzgang zu erklaeren.

    Ich versteh das mit der Weiche nicht ganz - du benutzt fuer den 12" das Zobel-Glied. Die Impedanz des 2206H liegt dann bei 5.6Ohm. Warum aendert sich die Uebertragungsfunktion? Oder benutzt du eine Tabelle, welche die Bauteilwerte nur fuer 8Ohm angibt?

    Egal wie, du musst die Passivweiche genau auf die 5.6Ohm angleichen. Du kannst auch die Werte aus einer 8Ohm-Tabelle einfach auf beliebige Impedanzen umrechnen - dabei gilt fuer jedes einzelne Bauteil: bei der Eckfrequenz muss das Verhaeltnis aus Bauteilimpedanz und Abschlusswiderstand konstant bleiben. Also:

    Cx = Za * Ca / Zx und Lx = Zx * La / Za

    wobei der Index 'a' die Tabellenwerte der Impedanz und Bauteile, und Index 'x' die gewuenschte Impedanz bezeichnet.

    Mit einem Messmikro in 1m Entfernung wuerde das ganze Geschaetze, Geiteriere und Gedenke aufhoeren, und du koenntest zielstrebig 2..3 Weichenvarianten berechnen und die beste durch Hoeren ermitteln. Mit ordentlichen Messungen koennte man Dich auch bei der Berechnung von Passivweichen und Controllersetups unterstuetzen.

  • Seltsamer Frequenzganz bei PS12

    • Stefan Rechenbauer
    • 6. September 2010 um 09:50

    @ Nils - vielleicht kannst du die LMT121-Weiche aufbauen und das System dann in in einer ground plane Messung in der Horizontalen / Vertikalen genau untersuchen?

  • JBL 2425J ersetzt mit Beyma CP385Nd - Weichenumgestaltung

    • Stefan Rechenbauer
    • 6. September 2010 um 05:15

    Juergen, eine Moeglichkeit waere, den CP385Nd bereits bei 1.2kHz einzusetzen. Als Filter wuerde ich Linkwitz-Riley 24dB/oct vorschlagen. Vorteil: der 12" strahlt bei 1.2kHz noch wesentlich breiter ab als bei 1.4kHz. Die tiefere Trennfrequenz wuerde dem Mittenloch entgegenwirken. Nachteil: der CP385Nd wird elektrisch hoeher belastet. Mit dem DCX sollten entsprechende Versuche ja schnell durchzufuehren sein. Versuche vielleicht auch den Tiefpass des 12" auf 18dB/oct umzustellen. Je steiler die Tiefpassfilterung des 12" oberhalb 1kHz, desto geringer die Aenderung des Leistungsfrequenzgangs im Uebergangsbereich.

  • Seltsamer Frequenzganz bei PS12

    • Stefan Rechenbauer
    • 6. September 2010 um 01:09

    Hi Nils, ich habe 2006 2 Stueck PS12 mit einer Weiche nach AW-Audio genauer unter die Lupe nehmen muessen - die hatten beide exakt das von dir beschriebene Problem. Die Ursache war eindeutig eine Fehlanpassung der Passivweiche an die verwendeten Treiber; die Loesung bestand in der Entwicklung einer neuen Passivweiche. Es sei allerdings gesagt, dass auch mit einer vernuenftigen Weiche von dieser Box keine Wunder zu erwarten sind. Der Eminence Kappa 12 ist nicht der wirkungsgradstaerkste Treiber und leidet deutlich unter zunehmender Schwingspulenerwaermung; der 1" Oberton 2544 ist auch in der 'originalen' Weiche zu tief getrennt, was bei hoeherer Leistung zu verheerenden Verzerrungen fuehrt. Der Leistungsfrequenzgang dieser 12" + 1" ist auch mit einer auf Achse 'ordentlichen' Weiche inakzeptabel; wenn dann die von dir beschriebenen Probleme dazukommen, wird im Bereich von 1.5kHz quasi kaum Leistung abgegeben - die Folge ist stark mangelhafte Sprachverstaendlichkeit und kaum vorhandene Durchsetzungsfaehigkeit - das waren auch genau die Kritikpunkte von demjenigen, der die 2 PS12 angeschleppt brachte.

  • suche einen baupläne für doppel 18er oder doppel 15er sub.

    • Stefan Rechenbauer
    • 4. September 2010 um 03:05

    Jobsti's Vorschlag ist im Prinzip ok, im Detail gibt es aber ein Problem: Die mittleren Ports weisen jetzt deutlich geringere Stroemungsverluste und eine niedrigere akustische Masse auf. Folglich wird die Abstimmung der mittleren Ports anders ausfallen, als die der Eckports. Das kann im akzeptablen Rahmen bleiben, wenn die Verluste der originalen Ports gering waren, und die Entwurfsstroemungsgeschwindigkeit sicher im laminaren Bereich liegt (geringe Reynoldszahl). Werden die Ports aber im turbulenten Bereich betrieben, koennen sich die Aenderungen der Geometrie durch die Verdoppelung deutlich auf die Abstimmung auswirken.

  • JBL 2425J ersetzt mit Beyma CP385Nd - Weichenumgestaltung

    • Stefan Rechenbauer
    • 3. September 2010 um 14:25

    Juergen - das klingt doch gut! Wie faellt denn derzeit der Direktvergleich mit dem originalen System aus? Sind da reelle Verbesserungen festzustellen?

    Falls ausser mir und dem Juergen noch jemand mitlesen sollte: die "Phase" ist hier im Forum ein Schlagwort, welches mit Vorsicht zu geniessen ist. Der Phasen- / Zeitbezug zwischen zwei Strahlern hat deutlichen Einfluss auf das subjektive Empfinden des reproduzierten Schallereignisses, aber:

    - Die "Phase" eines gefilterten Treibers ist eine Funktion des Abstrahlverhaltens. Andert sich neben der Achse die Amplitude des Frequenzanges, tut dies auch die Phase.
    - Wenn keine akustischen Messungen beider Treiber ueber den Abstrahlbereich vorliegen, laesst sich ueber den Phasenbezug des Leistungsspektrums - also der in den gesamten Raum abgestrahlten Schallenergie - nichts aussagen.
    - Eine "phasenrichtige" Frequenzweiche laut Messung auf Achse sagt: gar nichts. Ueberhaupt gar nichts. Beispiel Butterworth-Filter 3. Ordnung: Phase auf Achse perfekt, 30..50 Grad in der Vertikalen: drastische Ausloeschung, Leistungsspektrum im Uebergangsbereich sinkt deutlich ab.
    - Aber vor allem: das subjektive Hoerempfinden ist wesentlich empfindlicher gegenueber Schwankungen im Leistungsspektrum des Treibers (ueblicherweise als lineare Verzerrungen bezeichnet, wobei dies nicht mit nichtlinearen Verzerrungen zu verwechseln ist. K2 / K3 sind nichtlinear; Schwankungen der Amplitude oder Phase des Leistungsspektrums sind linear).

    Was will ich damit sagen?

    a) Der Entwurf einer Beschallungsanlage muss in erster Linie dafuer sorgen, dass am Hoerplatz das Leistungsspektrum von Direkt- und Diffusschall konstant ueber die Frequenz, und die Energie im Diffusfeld ausreichend geringer als die des Direktschalles ist. Ersteres sorgt fuer ausgeglichenes subjektives Hoerempfinden, zweiteres fuer ausreichende Verstaendlichkeit.
    b) Der Hoerraum beeinflusst durch Absorption, Reflektion, Diffusion und Refraktion sowohl das Leistungsspektrum des Diffusfeldes, als auch die Phasenbezuege des Diffusfeldes. Wenn a) erfuellt werden soll, muss beim Entwurf des Systems die Abstrahlcharakteristik auf den Hoerraum angepasst werden!
    c) Da das subjektive Empfinden am empfindlichsten gegenueber linearen Verzerrungen ist, muss der Lautsprecher ein moeglichst konstantes Leistungsspektrum im Direktschall, als auch ein konstantes Leistungsspektrum im Diffusfeld aufweisen! Einen gegeben Raum vorausgesetzt, ist es wesentlich wichtiger, den Frequenzgang auf Achse zu linearisieren und das Leistungsspektrum an die Diffusfeldcharakteristik des Raumes anzugleichen, als sich ueber Feinheiten des Phasenbezuges den Kopf zu zerbrechen.

  • Neue Gehäuse für Kappalite, was hab ich zu erwarten?

    • Stefan Rechenbauer
    • 3. September 2010 um 08:58
    Zitat von "Thomas"

    Eine Impedanzmessung kombiniert mit einer Schalldruckmessung am Port zur Kontrolle führt meiner Meinung nach zu realistischeren Ergebnissen.

    Genau! Die Abstimmfrequenz ist die Frequenz, bei der die Phase der elektrischen Impedanz zwischen den beiden Maxima gleich Null ist. Das muss nicht zwingend mit dem Absolutminimum uebereinstimmen.

    Die Impedanz gibt stets die korrekte Abstimmfrequenz an. Ob das Gehaeuse die Erwartungen hinsichtlich der Hubminderung des Treibers und der Leistungsabgabe des Ports erfuellt, haengt neben der Abstimmfrequenz vor allem von den Verlustwiderstaenden ab. Kleine Portdurchmesser, Ports mit schlechtem Verhaeltnis von Flaeche zu Umfang (Dreickecksports), scharfe Kanten oder Stroemungswiderstaende (Daemmwolle, etc.) in Bereichen hoher Stroemungsgeschwindigkeit, mechanische Verluste des Treibers, usw.

  • JBL 2425J ersetzt mit Beyma CP385Nd - Weichenumgestaltung

    • Stefan Rechenbauer
    • 2. September 2010 um 04:51

    Juergen, du ziehst die falschen Schluesse! Das Problem ist nicht der 2206H, das Problem ist sein Durchmesser. Und den hat er definitionsgemaesz mit allen anderen 12" Chassis gemein. Der 2206H ist nicht ohne Grund am Markt gefragt.

    Eine ideal biegesteife Membran hat eine mathematisch fest definierte Abstrahlcharakteristik der Form sin(x)/x. Jedes Akustikbuch gibt eine Tabelle dafuer. Schau dir mal an, welche Abstrahlcharakteristik eine ideale 12" Membran bei 800, 1000 und 1400 Hz aufweist - stark buendelnd. Darum segmentiert man die Membran durch Falze (die Ringe auf der Membran). Jeder Kreisring wirkt dann als einzelne Masse und die Falze als Federsteife. Dieses System aus gekoppelten Schwingern fuehrt dazu, dass bei hohen Frequenzen die ausseren Kreisringe immer weniger Amplitude aufweisen, i.e. bei steigender Frequenz verringert sich die effektive Strahlerflaeche und die Einengung der Abstrahlung der 12" Membran wird zu hoeheren Frequenzen hin verschoben. Das Problem beim 2206H ist hierbei: der Schwingspulendurchmesser setzt dem Radius des innersten Schwingers eine untere Grenze. Ergo: Breitere Abstrahlung bei 1.4kHz geht nur mit einer kleineren Schwingspule, i.e. geringerer Belastbarkeit und in den meisten Faellen geringerer Auslenkbarkeit.

    Schau dir die Abstrahlung anderer 12" an. Und wenn keine Informationen zum Abstrahlverhalten im Datenblatt stehen, dann weisst du auch gleich warum. Du musst im Entwurf Kompromisse machen.

    Mir faellt grad noch was ein - das Horn hat keine BiRadial-Charakteristik in der Vertikalen. Wenn am Hornmund konstante Schnelle anliegt, steigt der Schalldruckpegel auf Achse an. Fruehere Treiber konnten diese konstante Schnelle nicht erzeugen, daher waren Hoerner mit dieser ansteigenden Charakteristik genau richtig (lies mal im JBL Datenblatt genau nach).

    Es koennte also gut sein, dass dein Horn mit Treiber einen Hochtonanstieg aufweist. Wenn du die Pegelabsenkung nach Gehoer einstellst, landest du auf einem Mittelwert, bei welchem u.U. der Pegel bei 1.4kHz zu niedrig, der bei 8kHz aber zu hoch ist. Das koennte eine Erklaerung fuer das Mittenloch sein. Das kannst du einfach testen - bastel dir mit dem DCX einen -6dB Kuhschwanzfilter mit 6dB/oct Steilheit bei z.B. 3.5kHz. Dann die alten Filter fuer 2206H und CP385Nd verwenden, und den Pegel neu abgleichen.

  • JBL 2425J ersetzt mit Beyma CP385Nd - Weichenumgestaltung

    • Stefan Rechenbauer
    • 2. September 2010 um 01:05
    Zitat von "Jürgen Klingel"

    Zobelglied für den 12-Zöller = Check! Eben ausprobiert...Allerdings killt der mir noch mehr die Mitten

    Das war klar. Die vormals ansteigende Impedanz schwaechte die Daempfung durch den Tiefpass. Chebychev-Tabellen sollten sich im Netz finden lassen. Wenn ich mir die beiden Frequenzgaenge des 2206H so anschaue, zweifele ich, dass du ueberhaupt bei 1.4kHz einen ausgewogenen Leistungsfrequenzgang hinbekommst. Die 45 Grad-Messung zeigt bei knapp 1.35kHz bereits eine Absenkung von -6dB. Wenn du zusaetzlich bei 1.4kHz mit 12dB/oct filterst, sinkt bei 1.35kHz der Frequenzgang auf mindestens -9dB ab. Im Diffusfeld eines beliebigen Raumes erhaeltst du dann dein Mittenloch.

    Eine Moeglichkeit waeren ein paar akustische Winkelmessungen beider Treiber in der Horizontalen und Vertikalen. Ich habe den Verdacht, dass sich der 2206H nur bis 1.1..1.2kHz sinnvoll betreiben laesst. Da du nur Messwerte >600Hz brauchst, kannst du das auf dem Boden der Werkstatt machen, solange du ca. 1..1.5m seitlichen Abstand zu allen Waenden hast. Und als Mikrophon ein Panasonic WM61A mit der Impedanzwandlerschaltung von John Conover (siehe Google) - Gesamtkosten 6 Eur und 15 Minuten Arbeitszeit fuer ein ordentliches Messmikrophon.

  • JBL 2425J ersetzt mit Beyma CP385Nd - Weichenumgestaltung

    • Stefan Rechenbauer
    • 1. September 2010 um 15:18

    Juergen, Messwerte sind unbeschadet angekommen. Ein Zobelglied fuer den JBL 2206H koennte aus 5.6 Ohm und 47uF bestehen (Bauteile in Serie parallel zum Treiber). Hier ein Diagramm mit dem Impedanzgang vor und nach der Korrektur:

    Die obengenannte Faustformel liefert fuer den Treiber sehr gute Ergebnisse. Wenn man Re = 5.6 Ohm annimmt, ergibt sich mit Le = 1.5mH ein Cz = 45.7uF. Das ist verdammt nah an den obenstehenden Werten dran. Die Impedanz nach Korrektur betraegt 5.4 Ohm. Ich sende gern die Excel-Tabelle an Interessenten (bitte per PN anfragen).

    Zum Tiefpass fuer den JBL 2206H - probier mal einen passiven Chebychev-Tiefpass bei 1.4kHz mit Q = 1.0 .. 1.3 und hoere nicht genau auf Achse sondern 20..30 Grad neben der Achse. Mit ein wenig Experimentieren findest du vielleicht ein Q, bei dem das Mittenlochproblem annaehernd verschwindet.

    Und such schon mal den Dongle...

  • JBL 2425J ersetzt mit Beyma CP385Nd - Weichenumgestaltung

    • Stefan Rechenbauer
    • 1. September 2010 um 06:04

    Gebruecktes T fuer 6.8 Ohm Eingangs- und Abschlusswiderstand (die ungeraden Werte solltest du so gut es geht annaehern; mit reinen E12-Werten kriegst du das nicht sauber hin). Die Basis ist ein T: 6.8 Ohm in Reihe, 3.7 Ohm parallel, 6.8 Ohm in Reihe. Das gesamte T wird mit 12.7 Ohm parallel am Kopf ueberbrueckt. Eigentlich wollte ich mit ASCII eine Skizze basteln, aber dieses daemliche phpBB ( ADMIN: Saudaemlich!) ignoriert alle Leerzeichen.

    Ein Lehrbuch-Zobelglied zur Kompensation des Impedanzanstieges durch die Schwingspuleninduktanz waere: Rz = Re = 5.3 Ohm, C = Le/Re^2 = 53.4uF (beide Bauteile in Reihe und dann parallel zum Treiber). Problem dabei - Le aendert sich drastisch mit der Frequenz (und sinkt meistens ab). Mit dem berechneten C sinkt somit auch die Impedanz des Treibers zu hohen Frequenzen hin stark ab. Ich wuerde hier lieber eines der ueblichen Ersatzschaltbilder fuer die Schwingspuleninduktivitaet hernehmen, und danach die Kompensation berechnen.

    Wenn du die Excel-Tabelle mit den Messwerten postest, kann ich mich mal dran versuchen.

  • JBL 2425J ersetzt mit Beyma CP385Nd - Weichenumgestaltung

    • Stefan Rechenbauer
    • 1. September 2010 um 01:34

    Juergen, die Messung sieht doch schon ganz brauchbar aus. Ich bin aber der Meinung, du kannst den Impedanzverlauf noch mehr begradigen. Probier mal ein Bridged-T-Glied statt dem Pi-Glied. Dein Pi-Glied sieht ein wenig fehlangepasst aus - der Abschlusswiderstand sollte gleich dem Durchschnitt des Treiberimpedanzganges sein. Du kannst die Weiche ja fuer jede beliebige Impedanz berechnen. Wenn du ein Bridged-T mit 6..6.5 Ohm Abschlusswiderstand einsetzt, sollte sich der Buckel fast vollstaendig verfluechtigen.

    Der Unterschied in der Wirkungsweise von L-, T-, Pi- und Bridged-T-Daempfungsgliedern liegt in der Empfindlichkeit des Eingangswiderstandes gegenueber Varianzen des Abschlusswiderstandes. Das 'Mehr' an Bauteilen, welche z.B. beim Pi-Glied die Eingangsimpedanz bestimmen, senkt den Einfluss der Schwankungen der Treiberimpedanz (ganz krud gesprochen). Etwas genauer: Das Euler'sche Differential der Impedanztransfergleichung weist fuer ein Pi-Glied bei gleicher Varianz des Abschlusswiderstandes eine geringere Varianz des Eingangswiderstandes im Vergleich zu einem L-Glied auf.

    SRAM, aus reiner Sicht der Impedanz hast du Recht. Aber wie soll die 'Fertigweiche' die erforderliche Daempfung oder die akustische Uebertragsungsfunktion des Treibers beruecksichtigen? Ja - man kann mit Lehrbuchfiltern saubere Frequenzweichen konstruieren. Aber es bedarf unabhaengig davon verlaesslicher akustischer und elektrischer Messungen, um das Potential des Systems auszuschoepfen.

  • JBL 2425J ersetzt mit Beyma CP385Nd - Weichenumgestaltung

    • Stefan Rechenbauer
    • 31. August 2010 um 08:09

    Deine Messungen stimmen gut mit der Freiluftimpedanz des CP385Nd ueberein; die Verschiebung des Maximums bei 800Hz ist eine Folge der akustischen Impedanz des Horns selbst.

    Impedanzlinearisierung bei einer so geringen Impedanzspitze koennte fast ein weniog uebertrieben sein. Hier ein anderer Vorschlag - wenn du -9dB Absenkung brauchst, lohnt es sich, ein Pi- oder T-Glied zur Daempfung einzusetzen. Der geringe Unterschied zwischen max und min der Impedanz und die hohe Daempfung sollte eine annaehernd konstante Impedanz erlauben. Schau mal in einem HF-Technik Buch nach und bastel dir ein Pi-Glied fuer z.B. 6 Ohm Abschlusswiderstand, 6 Ohm Nennimpedanz und -9dB Daempfung (ganz grobes Pi-Glied: 12.7 Ohm parallel, 7.5 Ohm seriell, 12.7 Ohm parallel). Dann nochmal die Impedanz messen und gucken.

  • JBL 2425J ersetzt mit Beyma CP385Nd - Weichenumgestaltung

    • Stefan Rechenbauer
    • 31. August 2010 um 01:18

    Hi Juergen, ich hab mit dem JBL 2206 noch nichts zu tun gehabt. Das Datenblatt zeigt aber eindeutig, dass der Treiber oberhalb von 1kHz eine erwartungsgemaesz starke Buendelung aufweist. Die segmentierte Membran leistet einen hervorragenden Job, aber oberhalb von 1kHz wird der Durchmesser des innersten Segmentes dann doch zu gross.

    Ich habe den Verdacht, dass dein 'Mittenloch' durch den ungleichmaessigen Leistungsfrequenzgang oberhalb von 1kHz verursacht wird. Ein Anheben der Trennfrequenz verschlimmert das nur noch. Idealerweise sollte ein Tiefpass fuer den JBL 2206 so ausschauen, dass sich auf Achse eine deutliche Ueberhoehung des Frequenzganges ergibt, der Leistungsfrequenzgang aber ungefaehr konstant bleibt. Dann ersparst du dir auch den EQ und die damit verbundene Belastung des 1" Treibers. Ich wuerde persoenlich gern die akustische Halsimpedanz des Horns messen (geht ganz einfach), um besser abschaetzen zu koennen, ob man die Trennfrequenz des 1" nicht geringfuegig senken koennte.

    Dein Prinzip der Impedanzmessung ist voellig korrekt. Damit kannst du zwar keine Phase messen, aber das ist fuer den Entwurf der Impedanzlinearisierung auch nicht notwendig. Uebrigens machen ARTA / DocJordan das vollautomatisch - ob du nun eine Excel-Tabelle bastelst, oder mit einem Widerstand und einem Kondensator die Software ausprobierst, macht zeitlich keinen Unterschied.

  • JBL 2425J ersetzt mit Beyma CP385Nd - Weichenumgestaltung

    • Stefan Rechenbauer
    • 30. August 2010 um 15:17

    Das wird so gehen. Vorsicht ist aber mit dem EQ bei 1.3kHz geboten - du hebst das Summensignal an. Der Hochtoener wird durch das Butterworth-Filter bei 1.41kHz um -3dB abgesenkt, aber bei 1.3kHz wieder um 3dB angehoben. Effektiv koennte deine HT-Trennung also irgendwo bei 1.1..1.2kHz rangieren - das koennte auf Dauer unnoetigen Stress fuer den Treiber bedeuten, da eben noch nicht klar ist, ab welcher Frequenz das Horn eine ausreichend hohe reale Strahlungsimpedanz aufweist.

    Den Impedanzverlauf musst du fuer eine Linearisierung eh messen. Mit dem DCX und der Messoftware laesst sich auch die Abstimmung der Filter deutlich vereinfachen - du misst den DCX einzeln durch, erhaeltst so deine Zielfunktion (z.B. LR4), misst in 0.5m Abstand vor dem Treiber und drehst dann am DCX solange rum, bis der Treiber den gleichen Frequenzgang aufweist.

  • Kaufempfehlung Lautsprecher für Sprache etc.

    • Stefan Rechenbauer
    • 26. August 2010 um 15:38

    Mackie SRM450 oder SRM450v2

  • Kleine ARLS-Version

    • Stefan Rechenbauer
    • 26. August 2010 um 15:36

    Destiny - gib den Jungs doch mal einen Ueberblick, was genau du mit dem Sub vorhast. Raumgroesse, Menschenmenge, vorhandene Topteile, Musikrichtung, Live oder Konserve - halt alles. Dann laesst viel einfacher abschaetzen, was sinnvoll fuer dich waere.

  • suche möglichst linearen 8" oder 10" Lautsprecher

    • Stefan Rechenbauer
    • 26. August 2010 um 14:57

    Hmmm, wie realisierst du denn den Monitor fuer deinen Gesang? Und wie kriegen die anderen auf der Buehne die Gitarre verabreicht? Klar, die kriegen die Gitarre einfach auf ihren Monitor / IEM drauf. Warum kannst du denn die Gitarre nicht auf deinen Gesangsmonitor draufgeben? Wenn der ausreichend linear ist, sollte doch alles klar sein. Das Sustain / Rueckkoppeln / Energieerhalten bleibt durch doie Praesenz der Stimme auf dem Monitor voellig unbeeinflusst.

  • suche möglichst linearen 8" oder 10" Lautsprecher

    • Stefan Rechenbauer
    • 26. August 2010 um 10:46

    Alles klar. Bleibt noch eine Frage zu klaeren: a) gibt es auf der Buehne andere Mikrophone, die seitlich von dem Monitor stehen, und b) wird die Gitarre hauptsaechlich von einer PA ins Publikum uebertragen, oder strahlt der Monitor selbst den Grossteil der Schalleistung ab?

    Hier schon mal ein paar Vorschlaege fuer Treiber:

    Eminence Delta Pro-8B
    - sehr hoher Wirkungsgrad, sehr resonanzarm oberhalb 1.2kHz mit gleichmaessigem Abfall ab 2.4kHz
    - laesst sich mit einfacher Weiche beschalten, perfekter Uebergang der Richtcharakteristik auf ein kleines Horn moeglich
    - Nachteil der sehr weichen Sicke - ausgepraegte Radialmode bei 650Hz mit leichter Resonanzueberhoehung bei 400Hz, das laesst sich mit einem Saugkreis noch gut bedaempfen
    - Auslenkbarkeit sollte fuer die Modelling-Gitarre reichen, 70Hz sind aber keineswegs drin, eher so um die 100Hz

    Monacor SPH-200KE
    - miserabel niedriger Wirkungsgrad, aber sehr resonanzarm, einfach beschaltbar, gut an die Richtcharakteristik eines kleinen Horns anpassbar

    RCF MB8G200
    - guter Wirkungsgrad, sehr resonanzarm, braucht u.U. einen Saugkreis im Tiefpass fuer die Resonanz am oberen Frequenzbereich
    - ausreichend hohe Auslenkung

    SICA 8D1,5PL
    - hoher Wirkungsgrad, ausreichende Auslenkung, durch Schwirrkonus perfekte Breitbandloesung
    - reinbauen und fertig, so gute Ergebnisse erzielst du mit einer Frequenzweiche nur mit viel Erfahrung und der richtigen Messtechnik

    Jensen N10/100
    - wirkungsgradstarker Gitarrenlautsprecher, speziell fuer Modelling-Amps entwickelt, sehr linear (fuer den maechtigen Wirkungsgrad)


    Es gibt sicher noch einige andere Modelle, die fuer dein Vorhaben geeignet waeren. Speziell die Hersteller der Breitbaender haben einiges im Angebot, aber damit sind die 70Hz utopisch.

    Und wenn ich mir die Bemerkung erlauben darf - Modelling-Amps sind wie Sex in SecondLife - da haben intelligente Leute viel Gehirnschmalz reingesteckt, aber es hat mit der echten Sache nichts zu tun. Ein Epiphone Valve Junior mit einem Jensen AlNiCo 8" und dazu ein Beyerdynamic M-260 und ein paar Effektgeraeten - diesen Klang erreicht kein noch so elaborierter nicht-linearer DSP-Algorithmus (und da weiss ich ausnahmsweise, wovon ich rede).

  • suche möglichst linearen 8" oder 10" Lautsprecher

    • Stefan Rechenbauer
    • 26. August 2010 um 08:44

    @ Tubetom - ich bin mir nicht sicher, ob du einen Monitor oder einen Gitarrenlautsprecher bauen moechtest. Soll das System als Monitor ausschliesslich fuer die Modelling-Gitarre eingesetzt werden? Und wird das System mit Mikrophonen abgenommen oder uebertraegst du das Signal direkt?

    Zu den 70Hz - es empfiehlt sich, das Leistungsspektrum der verschiedenen Gitarrensounds mal ganz genau unter die Lupe zu nehmen. Wenn ein Schlagzeug oder Bass ins Spiel kommt, ist 70Hz eindeutig viel zu tief; bei Akustikgitarren dagegen koennen solche Signalanteile schon mal vorkommen (ob man sie dann auch ueber den Monitor wiedergeben muss, ist eine andere Frage).

    off topic (aber nur ein bisschen):
    @ Johnny - die Diskussion hatten wir beide schon mal. Die Linearitaet des Frequenzgangs auf Achse hat nichts mit dem subjektiven Klangeindruck des Systems in einem Raum zu tun. Ein 'nichtlinearer' Lautsprecher mit Hoehenanstieg erzeugt z.B. in einem Raum mit typisch ansteigender Absorption einen annaehernd konstanten Leistungsfrequenzgang im Diffusfeld, klingt ergo 'ausgewogen'. Derselbe Lautsprecher in einem Raum mit konstanter Absorption klingt ploetzlich 'spitz' und 'uebertrieben', da das Diffusfeld zu stark angeregt wird.

    Gerade in so kritischen Anwendungen wie Buehnenmonitore fuer akustische Instrumente mit Diffusfeldmikrophonierung sollte man immer im Hinterkopf behalten: es sind die Linearitaet des Leistungsfrequenzganges und die Konstanz der Richtwirkung, welche das subjektive Empfinden eines Hoerers ausserhalb des Hallradius am staerksten beeinflussen!

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