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Beiträge von mringhoff

  • Akutes Problem mit dem Vermieter einer Location

    • mringhoff
    • 25. November 2011 um 09:34
    Zitat von "Kracky"

    Jetzt wäre es ganz wichtig in den AGBs die vorgelegen haben müssen zu regeln das die Mietsache trotzdem dein Eigentum bleibt, ansonsten ist es sogar möglich das dein Material vertickt wird um die Schulden zu begleichen, ebenso wie z.B. der Mieter einfach dein Material verticken kann wenn er dir das ganze in der Folge ersetzt.


    Also wenn es eine Mietsache ist, dann kommt es rein rechtlich nicht zu einem Eigentumswechsel. Das muss man nicht in den AGB reinschreiben.
    Aber was schon wichtig ist, daß man nachweisen kann, daß es sich wirklich um eine Miete handelt und nicht um einen Mietkauf oder einen richtigen Verkauf mit Ratenzahlung. Deshalb müssen die Verträge vorgelegt werden.

    Was im Bereich der unerlaubten Veräußerung noch wichtig zu wissen ist:
    Wenn Dein Mieter Deine Mietsache verkauft, dann erwirbt der Käufer ein Eigentum daran, solange er nicht weiß, daß die Ware nicht einem Dritten (z.B. Dir) gehört. Das nennt sich gutgläubiger Erwerb. Das Gerät gehört jetzt dann tatsächlich ganz legal einem anderen.
    Du hast dann nur noch das Recht, den Schaden von Deinem Mieter ersetzt zu bekommen, was aber meist ziemlich sinnlos ist, da der Mieter vermutlich über beide Ohren verschuldet ist. Sonst würde er ja solche Sachen auch nicht machen.

    So etwas ähnliches gibts beim Vermieterpfandrecht übrigens auch. Solange der Verpächter nichts gegenteiliges mitgeteilt bekommt, darf er davon ausgehen, daß alle Gegenstände in der Location auch dem Schuldner gehören. Wird jetzt dann so ein Pfand verwertet, also verkauft, dann ist es weg.
    Ein ehrlicher Mieter würde den Verpächter darauf hinweisen. Aber meist reden diese beiden Parteien ja nicht mehr miteinander, außerdem ist es dem Mieter oft auch egal, was mit dem Zeug passiert...
    Falls man das also zu spät mitbekommt, kann man sich hier wiederum nur noch an den Mieter wenden, um den Schaden ersetzt zu bekommen. Hier steht man also dann wieder dumm da.

    Zitat von "Kracky"

    Seit dem ist Dauerverleih an Disco oder Gastronomie für mich gestorben.


    Eine richtige Entscheidung, wenn man sich in diesen Dingen nicht näher auskennt.
    Alternativ kann man sich hier auch eine Bankbürgschaft dafür geben lassen. Am Anfang der Geschäftstätigkeit spielen die Banken und auch der Gastronom noch mit. Da das ganze aber mit Kosten für den Gastronom verbunden ist, sucht er sich lieber einen anderen Anbieter, der noch unerfahren damit ist, keine Sicherheiten verlangt und in dem Deal ein großes Geschäft sieht...

    Wenn es jetzt nur Einzelgeräte sind, über deren Verlust man auch mal hinwegkommt, dann kann man das Risiko auch ohne Sicherheit eingehen. Hierfür wird der Mietpreis etwas angehoben. Im Mietvertrag steht ein außerordentliches Kündigungsrecht, falls die Mietzahlung ausbleibt, sowie der Verzicht auf ein etwaiges Hausrecht. Bei ausstehender Mietzahlung wird gekündigt und man geht hin und nimmt sich das Gerät mit (zu den Öffnungszeiten der Gastronomie, zusammen mit ein paar Kollegen als Argumentationsverstärker). Da muss man hart sein. Wer sich hier laufend vertrösten lässt mit freundlichen Worten und ein paar Alibizahlungen, dem kann es passieren, daß von einem Tag auf dem anderen der Pächter den Mieter kündigt, die Schlösser austauscht und nun beide nicht mehr reinkommen...

  • Akutes Problem mit dem Vermieter einer Location

    • mringhoff
    • 25. November 2011 um 09:10
    Zitat von "lichtfürlau"

    Für mich ist das ne Form von Unterschlagung, welche durch das Pfandrecht legitimiert wird. Nach dem Motto - wenn ich es nicht von meinem Gläubiger bekomme, dann eben von Dritten.


    Nein, das kann man nicht so sagen. Von Dritten darf er es sich nicht nehmen, aber dazu muss er es erstmal wissen, daß ein Pfand nicht dem Schuldner gehört.


    Zitat von "lichtfürlau"


    Im Grunde eine moralisch miese Tour wie ich es seit Jahren nicht mehr erlebt habe.


    Der einzige, der sich moralisch nicht korrekt verhalten hat, ist Dein Mieter. Hoffentlich hat er wenigstens Deine Forderungen bezahlt.
    So eine Pachtkündigung wegen ausstehender Pacht kommt auch nicht von heute auf morgen, das kann man ahnen, daß man irgendwann vor verschlossenem Tor steht, wenn man seine Pacht nicht bezahlt. Solchen Aktionen gehen immer einige Mahnungen voraus.
    Wäre Dein Mieter moralisch korrekt gewesen, hätte er mit allen Gläubigern (dem Verpächter, Dich und evtl. auch Brauerei und andere größere Lieferanten) kommuniziert, daß es finanziell schief läuft. Er hätte einen Plan aufgestellt, wie es wieder besser werden soll oder dann rechtzeitig die Notbremse ziehen müssen.
    Aber zu 90% läuft es immer so ab, daß der Schuldner einfach weitermacht, als ob nichts ist, alle Mahnungen ignoriert und den Kopf letztendlich in den Sand steckt.
    Das finde ich moralisch nicht in Ordnung.


    Zitat von "lichtfürlau"


    So siehts in meinem Vertrag aus


    Dein Vertrag interessiert den Verpächter der Location nicht.
    Er hat ein Verpächterpfandrecht nach BGB.

    Wenn Du ihm nachgewiesen hast, welche Dinge Dir gehören, bekommst Du sie auch. Aber das dauert nun jetzt etwas. Wenn es Probleme gibt, dann musst Du Dir einen Anwalt nehmen, der dann Deinen Herausgabeanspruch durchsetzt.

    Der Verpächter hat natürlich Angst, daß Du vielleicht auch mehr entnehmen kannst, als Dir zusteht. Denn sobald der Gegenstand die Location verlassen hat, ist es nicht mehr sein Pfand.
    Da in Konkursfällen sich jeder immer nur selbst der nächste ist, passt jeder natürlich gut auf, daß er nicht den kürzeren zieht.
    Denn Geld von dem eigentlichen Problemverursacher (dem Mieter) gibt es nicht mehr.

    Dein Mietvertrag betrifft nur Dein Geschäftsverhältnis zwischen Dir und Deinem Kunden. Hier steht dann immer so etwas drin, daß wenn Du einen Schaden durch Verpfändung hast (Mietausfall oder gar Komplettverlust), daß dann der Mieter diesen Schaden zu begleichen hat. Aber leider ist es meist so, daß dummerweise genau dann auch der Mieter gar kein Geld mehr hat...

  • Akutes Problem mit dem Vermieter einer Location

    • mringhoff
    • 24. November 2011 um 16:02
    Zitat von "lichtfürlau"


    Der Vermieter hat mir sein Verhalten ausschl. als Sorgfalt gegenüber allen Gläubigern verkaufen wollen.

    Wenn die Location nicht von einer einzelnen Privatperson verpachtet wird, sondern von einer Gemeinschaft/Gesellschaft (BGB-Gesellschaft, GmbH etc.), dann muss er sich natürlich absichern, daß er sorgfältig die Rechte der Gemeinschaft vertritt. Würde er jetzt fahrlässig jedem nur ernst genug auftretenden Menschen erlauben, Gegenstände aus der Location zu entnehmen, die vielleicht doch dem Pächter gehören, können die anderen Gesellschafter Schadensersatz von ihm fordern...
    Vielleicht meint er das mit der Sorgfaltspflicht?

  • Akutes Problem mit dem Vermieter einer Location

    • mringhoff
    • 24. November 2011 um 15:56
    Zitat von "lichtfürlau"


    Aber was mich hier auf die Palme gehen lässt ist die Tatsache, daß der Vermieter sich in fremde Verträge hängt und ob er ein Recht dazu hat möchte ich bezweifeln. Er besteht z.B. auf eigene Überprüfung obwohl der Kunde anwesend ist.

    Als Verpächter darf er davon ausgehen, daß alle Gegenstände, die sich in der Location befinden, dem Pächter gehören, außer es ist ihm bekannt, daß ein anderer ein Eigentumsrecht darauf hat.
    Deshalb also bald melden!

    Da der Pächter in seiner Not auch die Unwahrheit sagen könnte, daß ihm nichts gehöre, sondern alles der Person XY (die ihm eventuell nahestehen und die Wertgegenstände der Verpfändung entziehen könnte), ist es verständlich, daß der Verpächter einen glaubwürdigen Beweis haben möchte.

    Was natürlich sehr erleichtert ist, wenn auf dem Equipment passende Adressaufkleber von Dir drauf sind. Im Verbund mit dem Lieferschein/Mietvertrag sollte das dann genügen.

  • Akutes Problem mit dem Vermieter einer Location

    • mringhoff
    • 24. November 2011 um 15:42

    Dem Verpächter der Location steht ein sog. Verpächterpfandrecht zu. Er darf Wertgegenstände, die dem Mieter gehören als Pfand zurückbehalten, um die Verbindlichkeiten damit abdecken zu können. Natürlich steht dem Vermieter der Location nur dann so ein Recht zu, wenn er aufgrund fehlender Pachtzahlungen den Pachtvertrag fristlos kündigen konnte. Im Gegensatz zum Privaten Mietrecht können in einem gewerblichen Pachtvertrag andere Klauseln vereinbart werden, was eventuell das Austauschen der Schlösser rechtfertigen könnte.

    Der Verpächter hat natürlich Angst, daß der Pächter wertvolle Pfandgegenstände entnimmt. Das Pfandrecht des Vermieters steht über der Konkursmasse, der Verpächter hat also gem. InsO ein sog. Absonderungsrecht. Also: was er hat, das hat er. Mag sein, daß das Schloss-Austauschen nicht gerechtfertigt war, aber dazu müsste der Pächter erst dagegen vorgehen, eventuell könnte hier in einem Zivilverfahren ein Schadensersatz herausgestritten werden, was aber eher unwahrscheinlich ist.

    Du solltest dem Vermieter schnellstmöglichst darauf hinweisen, daß sich Gegenstände darin befinden, die nicht zum Eigentum des Mieters gehören, sondern Dir. Diesen Hinweis solltest Du erstens schriftlich und zweitens möglichst schnell (Fax, Telefonanruf plus Brief etc.) geben, mit dem Hinweis, daß Du ihm eine genaue Auflistung der Geräte zukommen lassen wirst.

    Diese Liste sollte natürlich vollständig und detailliert auch zügig vorgelegt werden.

  • GEMA und der BGH

    • mringhoff
    • 15. November 2011 um 12:49

    Mal eine Überlegung: Wenn auf einem größeren Volksfest ein Fahrgeschäft mit seiner lauten Animationsbeschallung die umliegenden Passanten beschallt, müssten sie ja auch nach dieser Interpretation für die komplette Volksfestfläche bezahlen.
    Würden auf so einem Fest z.B. 40 Fahrgeschäfte und andere beschallende Schausteller zusammen kommen, hat dann die Gema 40 mal die ganze Fläche kassiert...???
    Das Münchner Oktoberfest würde zu einer Goldgrube für die Gema werden...

  • In der Mülltonne ist noch Platz!

    • mringhoff
    • 14. November 2011 um 20:37

    betrifft ja nicht die Radios, sondern unsere Funkmikros.

  • Preiskampf durchbricht Schallmauer.....

    • mringhoff
    • 11. November 2011 um 12:45
    Zitat von "WoMü"


    VStättV -> Anwesenheitspflicht von Fachpersonal und das interessiert den Dienstleister nicht???


    Die VStättV schreibt vor, daß der Betreiber der Location dieses Fachpersonal stellen muss. Er darf es natürlich übertragen und im Rahmen seiner Umsatzsteigerung interessiert es den Dienstleister dann doch wieder.
    Aber wenn es ein Problem damit gibt, ist primär der Betreiber der Versammlungsstätte verantwortlich. Hat dieser eine Discobude engagiert, bei dem kein Fachpersonal zu finden ist, darf er sich jemand anderen suchen, dem er die Verantwortung übertragen kann. Er kann aber nicht die Schuld auf die Discobude schieben.
    Aber das interessiert im Vorfeld leider kaum jemanden, nur wenn etwas passiert ist...

    Nebenbei würde ich mich nicht einfach so als "Verantwortlicher für VT" für eine mir nicht bekannte Location zur Verfügung stellen.

  • Preiskampf durchbricht Schallmauer.....

    • mringhoff
    • 11. November 2011 um 12:24
    Zitat von "tobias kammerer"


    Wer kann zu allen folgenden Punkten ja sagen:


    kenne aber auch genügend Handwerker und andere Selbständige, die hier ebenfalls nicht überall ja sagen können (vor allem nicht bei Punkt 1 :) )
    Wie überall gibt es Firmen/Selbständige, die nicht gut kalkulieren können, die schlecht sind oder die anderweitige Probleme haben, die Firma lukrativ zu führen.

    Eine Firma zu führen ist ein Risiko, birgt aber auch höhere Chancen. Die Punkte, die Du da genannt hast, entsprechen eher dem Leben von Angestellten in einem normal bezahltem Job.
    Natürlich sollte man sich als Selbständiger immer Gedanken machen, ob sich das noch alles lohnt. Deine Liste sollte Motivation sein, hier mal nachzudenken.

    Viele Gewerbetreibende, vor allem junge mit Engagement, haben natürlich noch viel vor und träumen von größeren Dingen. Sicher auch zurecht, wer was erreichen will, braucht Ziele und Hoffnungen. Für diese Ziele arbeiten manche erstmal nach ganz anderen Kriterien.
    Leider schaffen es nicht alle Leute, diese zu erreichen und sind nach Jahren solche Kandidaten, die auf jede Deiner Fragen ein "Nein" antworten müssen.

    Fairerweise sollte man aber noch eine Frage dazu aufführen:
    - Macht Dir Deine Arbeit Spaß?

    Da würden einige Angestellte Schwierigkeiten haben "Ja" zu sagen, hingegen bin ich mir sicher, daß in unserer Branche viele Leute hier dennoch mit Ja antworten würden.

    Aber, daß wir uns in unserer Branche an Unterdurchschnitt gewöhnt haben, sehe ich auch so.

  • Preiskampf durchbricht Schallmauer.....

    • mringhoff
    • 11. November 2011 um 12:07
    Zitat von "WoMü"


    Und warum machen die Verbände dann nichts? Fürchten die Vorstandsmitglieder und Sponsoren um das Gros ihrer Kunden?


    Ich glaub nicht, daß dies so sehr im Mittelpunkt steht. Einmal gibt es nur ganz wenige Großhändler, die nur auf Billigequipment setzen und zweitens dürften dann die verbliebenen Firmen etwas mehr Geld für weitere Investitionen haben, wenn die Ertragsituation sich verbessert. Die kleinen Buden sind sicher nicht im Focus der Vertriebsabteilungen.

    Ich denke eher, daß sich viele durch den ein oder anderen Verband nicht vertreten fühlen oder durch die Gebührenzahlung ohne vermeintliche Gegenleistung abgeschreckt werden. Auch ein Verein, bei dem seit Jahren immer die gleiche Clique im Vorstand sitzt oder man den Verdacht nicht loswird, daß ein Verein vorwiegend als Marketingsprachrohr für das vereinseigene Fortbildungsinstitut dient, kann nicht von allen Leuten in der Branche Vertrauen gewinnen. Oder der Verband, der nur den großen Firmen als Hauptmitgliedern Stimmrecht gewährt. Somit bleibt diese Interessensvertretung immer nur ein Tummelplatz von ein paar wenigen, auch wenn vieles gut gemeint ist.


    Zitat von "WoMü"


    Antwort eines Landtagmitgliedes auf die Frage, wer die Einhaltung der C1 und VStättVO überwacht:
    "... Die Durchsetzung dieser Vorschriften ist politisch nicht gewollt und wenn du noch weiter öffentliche Aufträge haben willst, dann hältst du jetzt am besten die Füsse still ... ."


    Die C1 ist ja eine Berufsgenossenschaftliche Verordnung, also kein Gesetz. Also kann es auch nicht von Behörden eingefordert werden. Man richtet sich dann nur später im Schadensfall nach diesen Vorschriften, um den Schuldigen zu finden. Aber dann ist ja das Kind schon in den Brunnen gefallen.

    Die VStättV wird schon überwacht, meist im Rahmen von genehmigungspflichtigen Bauten (Zelte) oder die spätere Kontrolle von Auflagen bei einer Veranstaltungsgenehmigung.
    Allerdings interessiert das den VT-Dienstleister kaum, hier gehts eher um Fluchtwege und andere Sicherheitsregeln für das Publikum.

    Zudem kommt ja hinzu, daß man in den letzten Jahren dazu übergegangen ist, mehr Verantwortung auf den Bürger zu übertragen, was ja grundsätzlich nicht verkehrt ist. Die Gesetze geben also nicht konkrete Regeln vor, was zu machen ist, sondern sagen sinngemäß "arbeite nach den anerkannten Regeln der Technik". Die Behörden sind erstmal aus der Verantwortung und nebenbei wird Personal auch für Kommunen, die bei uns in D großteils kein Geld mehr haben, zu einem teuren Luxus. Kontrollen kosten erstmal Geld. Und solange keine großen Unfälle passieren, sieht man politisch auch noch keine Veranlassung, an dieser Regelung viel zu ändern.

  • Preiskampf durchbricht Schallmauer.....

    • mringhoff
    • 11. November 2011 um 10:12
    Zitat von "WoMü"

    Genau, ein Jammerthread!!!

    das klingt zu abwertend. Die Preis- und Qualitätsstruktur ist in unserem Sektor einfach ein Problem. Wenn wir nicht darüber reden, bleibt alles wie es ist. Man kann natürlich sagen: "bringt doch sowieso nichts". Aber einfach alles Hinnehmen kann ja auch nicht die Lösung sein oder?
    Und ein bisschen seinem Ärger Luft machen, darf man ja noch hoffentlich....

    Zitat von "WoMü"

    Das Blöde ist nur, dass sich niemand daran hält und es auch niemand überwacht. Selbst bei Unfällen versucht man ganz schnell den Mantel des Schweigens darüber zu decken.

    Darin sehe ich zum Beispiel einen Ansatzpunkt.
    Wenn es keine Kontrollen gibt, werden Regeln weniger eingehalten. Wenn man genau weiß, daß niemand in der S-Bahn eine Fahrkarte sehen will, wieviele Leute würde auf Dauer noch Fahrkarten kaufen? Der Anteil der Schwarzfahrer würde vermutlich auf 50% ansteigen.

    Wenn es bei öffentlichen Veranstaltungen stichpunktartige, behördliche Kontrollen gäbe, die bei Mängeln auch die Veranstaltung untersagen dürften, da würde sich ganz schnell ein anderes Denken einstellen und zwar sowohl bei den Dienstleistern, als auch bei den Veranstaltern.

    Welcher Veranstalter kann es sich dann noch erlauben, eine unterqualifizierte Hobbybude zu engagieren, wenn dann eventuell der Abbruch der Veranstaltung droht?


    Zitat von "WoMü"

    Wie gering die Lobby für unsere Berufsgruppe ist, hat man doch bei der jüngsten Versteigerung der Funkfrequenzen gesehen. Und Verbände wie die DTHG oder der VPLT sind gute Ansätze, aber auch nicht mehr. Auch die neugegründete Zertifizierungsgesellschaft nutzt da nichts und ist meines Erachtens bei dieser Ausgangslage herausgeworfenes Geld, da sich im Grunde 99% der Veranstalter gar nicht dafür interessieren.
    Was uns fehlt ist, wie in anderen Berufsgruppen auch, eine funktionierende Innung, die auch mal (zusammen mit den BG's oder Unfallkassen oder auch mit den LAfA's) juristisch gegen die schwarzen Schafe tätig wird.

    Hier spielt wieder die Tatsache eine Rolle, daß unsere Branche großteils aus Selbständigen besteht. Da kann man schlecht eine Organisation darüberstülpen, die alle vertritt. Der VPLT ist ja das beste Beispiel: die größte Interessensvertretung auf unserem Gebiet und dennoch bei vielen aus unterschiedlichen Gründen umstritten oder nicht beachtet.

  • Preiskampf durchbricht Schallmauer.....

    • mringhoff
    • 10. November 2011 um 16:21
    Zitat von "skyworker"

    Wir arbeiten zu billig, aber wir tun das, weil - und da hat Kollege Kammerer durchaus recht - zu viele Discobuben unterwegs sind.


    So sehe ich das auch.
    Mag sein, daß das Beispiel mit dem Automechaniker nicht 100%ig richtig ist, aber im Prinzip versteht ja jeder was gemeint ist. Nicht wenige auf die Stunden umgerechneten Technikerpauschalen bewegen sich unter 10,- EUR in dem genannten Billigsektor.
    Das bekommt auch kein Geselle von der Autowerkstatt...

    Daß der Personalpreis (und auch oft der Mietpreis) so niedrig ist, liegt nicht nur an dem Billigequipment und dem Spassfaktor der Discobuben, sondern auch daran, daß die Branche aus 80% Selbständige besteht.

    Größere Firmen haben zumindest schon mal was von Kosten-Leistungsrechnung gehört und nicht wenige rechnen einfach mit, wenn sie Angebote machen.
    Einzelpersonen, die meist überhaupt kein betriebswirtschaftliches Basiswissen besitzen, sind - auf die Menge gesehen - einfach viel unvorsichtiger und emotioneller, was Preisangebote betrifft.

    In der Filmbranche ist das ähnlich. Diese Anbieterstruktur senkt einfach den Marktpreis.

  • Preiskampf durchbricht Schallmauer.....

    • mringhoff
    • 9. November 2011 um 13:27
    Zitat von "Kracky"


    Es ist doch eine Spirale von unten nach oben, jeder vergreift sich an den Jobs die eigentlich eine Nummer zu groß für ihn und seine eigentliche Ambitionen sind und zwingt so den anderen damit zu eine Reaktion um seine Existenz zu sichern.

    Es gilt aber noch nach wie vor das Prinzip der freien Marktwirtschaft. Wenn der Anbieter die großen Nummern auf Dauer nicht zufriedenstellend schafft, ist er auch bald weg vom Fenster (oder bei einem dafür passendem Kundenklientel).
    Nur weil der eine etwas preiswerter anbietet und der andere noch eine Familie zu ernähren hat, kann man keinen verurteilen. Manchmal sind einfach die Vermögenswerte nicht immer gerecht aufgeteilt.

    Wer seine Jobs günstig anbietet, muss es entweder so machen, weil er zu unbekannt oder zu schlecht ist. Beides aber keine Kriterien für ein hochwertig arbeitendes Unternehmen.
    Wird der Kollege aber laufend gebucht, weil er so günstig ist, wird er das auch bald merken und seine Preise anheben.
    Wird der Kollege aber hingegen immer noch kaum gebucht, weil er nach wie vor unbedeutend oder schlecht ist, wird er nach einiger Zeit kein Geld mehr haben und irgendwann ist dann Schluss.

  • Preiskampf durchbricht Schallmauer.....

    • mringhoff
    • 9. November 2011 um 11:56

    Wer alle Jobs macht, die ihm irgendwie angetragen werden, kann nicht erfolgreich sein.
    Allein schon aus der statistischen Normalverteilung her sind doch immer ein paar Anfragen dabei, die einfach budgetmässig nicht klappen oder Kunden, die immer nur das günstigste suchen.
    Von so etwas sollte man einfach Abstand gewinnen. Mit der entsprechenden Erfahrung spürt man das schon bei der Anfrage und man kann sich auch gleich das Angebot sparen.

    Soll es doch dann ein anderer machen. Das ist die beste Möglichkeit, unliebsame Kollegen loszuwerden :)
    Wer laufend unter Wert anbietet, kann auf Dauer nicht bestehen.

  • Gewissensfrage

    • mringhoff
    • 2. November 2011 um 23:37
    Zitat von "stefan kohler"

    Hallo,
    ich habe vor einiger Zeit ein Mischpult gekauft und es in einem Jugendzentrum zwischengelagert.
    Einer der Jugendlichen hielt es für eine gute Idee, das Ding zu reinigen und ein Netzteil dafür in den Staaten zu organisieren, um es anschließend in einen Proberaum zu schleppen. Herrlich.
    Wie würdet Ihr Euch jetzt verhalten?
    Ich hätte das Ding gerne wieder und ich würde auch die Dinge für die es eine Rechnung gibt bezahlen. Alles andere ist meiner Meinung nach "blöd gelaufen" für denjenigen - war ja von mir nicht in Auftrag gegeben, oder?
    Beste Grüße,
    Stefan

    Alles anzeigen


    Wie lange war die Zwischenlagerung? Ein paar Wochen? Oder stand das Ding über ein paar Jahre rum, so daß hinterher keiner mehr wusste, wem es gehörte?
    War ein Adressaufkleber oder anderer Hinweis darauf, wonach man erkennen konnte, daß es Dein Mischpult ist?
    Wurde das Pult nur gelagert oder auch genutzt?

    Wenn natürlich das Pult seit zwei Jahren im Jugendzentrum in Benutzung ist und bei stetigem Personalwechsel der Betreuer auch keiner mehr weiß, daß es nicht dem Jugendzentrum gehört, ist es - moralisch gesehen - schon etwas anderes, als wenn Du das Pult vor zwei Wochen in einen Nebenraum gestellt hast.

    Was will denn eigentlich jetzt der Jugendliche? Geld für seine Leistung? Das Pult behalten?

  • Andreas Busch Bielefeld wegen Abhandenkommens von Mietmat.

    • mringhoff
    • 1. November 2011 um 15:50
    Zitat von "Audiowerk"

    Ob das Sinn macht, hier vor Privatleuten zu warnen


    finde ich schon.
    Zwar hat das nur lokale Ausmaße, aber es gibt öfters so Partykandidaten/Veranstalter/DJs etc., die die Finger nicht vom Business lassen können, obwohl schon das Konto laut um Hilfe schreit. Es könnte beim nächsten mal ja ein großer Gewinn rausspringen, von dem dann alle bezahlt werden...
    Wenn diese dann von Vermieter zu Vermieter hoppeln, geht das munter so weiter, bis der Gerichtsvollzieher kommt.
    Wir hatten selber mal so einen Fall. Im Konkursverfahren (sog. "Privatinsolvenz") erhält man eine Liste mit allen Gläubigern, dort standen dann auch mind. 4 andere Kollegen drin. Hätte man vorher gewarnt (oder hätten manche der Kollegen unsere Warnung hier gelesen), hätte es eventuell anders ausgesehen.

  • I don't need that, 2.0

    • mringhoff
    • 29. Oktober 2011 um 21:46
    Zitat von "djobi"


    Was soll ich jetzt darauf sagen?
    Damit mein Kühlschrank voll ist?


    Finde ich durchaus ein Argument.
    Nicht jeder Job, nicht jede Veranstaltung ist eine Lieblingsbeschäftigung. Es ist halt ein Job. Und da kommt es halt vor, daß man einfach verschiedene Dinge professionell erledigt. Solange sich alles im erträglichen Gleichgewicht befindet, passt ja alles. Und ich finde, daß diese ganze Abwechslung auch das interessante an unserem Job ist.
    Irgenwie müssen wir doch was zum erzählen haben :)

  • In der Mülltonne ist noch Platz!

    • mringhoff
    • 28. Oktober 2011 um 12:45
    Zitat von "DirkB"


    es werden bei den PA-Fritzen garantiert keine geschätzten 80-100Mio. Funkmikros rumliegen. Der wirtschaftliche Schaden ist bei Funkmikros zwar auch unangenehm, aber doch viel eher überschaubar.


    wenn man es gesamtgesellschaftlich sieht, dann stimmt das natürlich. Pro Anwender ist das allerdings nicht so. Ich kenne keinen Radiohörer, der 10 hochwertige 500,- EUR Tuner rumstehen hat...

    Die allermeisten der 80-100 Mio Radios dürften aber ebensolche "Büchsen" sein. Wenn man mal bedenkt, daß ja auch massenweise 5,-EUR-Werbegeschenk-Radios kursieren, kann ich mir diese Zahl vorstellen.

    Nebenbei kann man seinen Tuner oder Autoradio auch noch eine ganz gute Zeit lang weiternutzen (wenn das jetzt mit 2025 so stimmt). Bei der LTE-Überraschung waren es ja gerade mal drei Jahre, denn so wie der Ausbaustand derzeit voranschreitet, dürfte bald Schluss sein, mit den bisherigen Funkstrecken.

  • In der Mülltonne ist noch Platz!

    • mringhoff
    • 28. Oktober 2011 um 10:44

    Und wenn schon, so ein (UKW-)Radio kostet doch kaum noch was. Funkmikrofone sind da schon andere Investitionsgrößen. Außerdem hat man als Privatanwender auch nicht soviele Geräte wie eine VT-Bude an Funkstrecken. Der wirtschaftliche Schaden ist also wesentlich geringer....

    Bis diese Umstellung kommt, dauert es ja offenbar doch noch einige Jahre. Mit der Zeit wird dann alt gegen neu getauscht, was in der heutigen Zeit sowieso schon fast normal ist. Bei den TV-Geräten war es ja auch so. Dann gibts halt mal wieder einen neuen Radiowecker für 39,- EUR...

  • MAP Preis

    • mringhoff
    • 28. Oktober 2011 um 10:27

    Wenn Anbieter die Ware zu günstig anbieten, kann es sein, daß Abmahnungen ins Haus fliegen. Natürlich nicht zum Preis, aber es finden sich ja auch andere Dinge.
    Ein paar Beispiele aus vergangenen Tagen:
    http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?f=30&t=79180
    http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?t=70322 mit Diskussion hier: http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?f=23&t=70325

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