unabhängig davon dass ich Dir natürlich gerne größere Mengen meiner blauen Artikel aus der Fußnote verkaufe verplane ich inzwischen auch relativ viel Cat.
Im Firmen/Büroverbund haben wir in den letzten Jahren ein paar multifunktional genutzte Kulturzentren und Gemeindesäle geplant, da hat sich das weitgehend bestätigt.
Vorteile sind insbesondere:
- billig vom Elektriker zu verlegen und ggf. getestet zu übergeben.
Das ist im Vorfeld immer eine Frage der Verantwortlichkeiten, die jedes Gewerk gerne von sich schiebt, solange das nicht eindeutlig definiert ist.
- es gibt immer diskussionen um Leitungstypen, der gemeine Elektriker ist eben kein Medientechniker. Cat kennt er, hat passende unterputzdosen und Schalterserien greifbar, außerdem sein (oft echt gutes) Messgerät.
- Es gibt keine vorab festzuilegende Spielrichtung der Kabel - auch da sind Architekten und Nutzer oft nach der Rohinstallation unschlüssiger als man sich das wünschen kann
- keine Stemmarbeiten um irgedwelche abstrusen Anschlussfelder und Sonderbauten wandbündig und "hübsch" zu integrieren - das geht eigentlich immer in die Hose das es danach hübsch wird.
Hab auch schon gesehen dass man direkt vom Sommer Sysboxxen in die Wand gemauert hat um die ganzen Anschlüsse irgendwie optisch erträglich hineinzubekommen.
- leg nicht alles durch den zentralen Schaltschrank, oft reichen auch sinnvoll plazierte point- to point-Verbindungen. (z.B. Bühne - FOH incl. diverser Spare-Leitungen)
zu lange Leitungswege können u.U. Probleme bereiten, mehr Sauereien aus benachbarten Leitungen aufgabeln oder schlicht falsch gepatcht werden.
Es gibt Stellen da macht Leerrohr ggf. sinn - z.B. FOH - Projektor.
Da war gestern VGA, heute DVI, HDMI oder HDSDI, demnächst 4K, morgen Glas, übermorgen???
Wenn es für Video unbedingt CAT wird - vorher Spezifikationen testen!
Es gibt Überrtager/transmitter die mit Cat5e spielen, mit Cat7 nicht - und sicher umgekehrt.
Video mit konvertern ist für reines Bild meistens o.k., aufgrund der Latenzen aber für Livebild, Kinoabend etc. aber ggf. grenzwertig bis ungeeignet - da kommt der Laie am Tonpult dann u.U. wieder an die Grenzen..
Trotzdem sehe ich einige Punkte ähnlich wie Audiobo:
wo Strecken definitiv geklärt sind auch die passenden Steckverbinder wählen, und vor allem nachdenken wo man überall was braucht.
(z.B. der Klassiker - LED-Floorspot kommt eh an jede Säule - bei jeder Show. Also dort unbedingt 1x Schuko, 1x DMX. (Kann man auch in der Dose durchschleifen, den Stich von 1m zur Lampe macht das DMX Signal ein paar mal mit... Auch zwische die Saaltüren, im Foyer, an der Außenwand rechts und links vom Eingang.
Akkuleds sind erst noch im kommen, aber für ein festes Haus eher zu teuer.)
Klebebandmassaker über die Türen etc. sind dagegen in einem Neubau sehr uncool
Daran denken Medienstromkreise auch schaltbar zu machen.
Wir hatten in einer Einrichtung konventionelle Lampen für einen kleinen Saal als Rednerpultlicht geplant, die über einen DImmer/Multicore angefahren werden sollten, jetzt hängen da auf Wunsch des Haustechnikers ach so sparsame LED-Kannen auf dem Dauerstrom, und fressen 24/7 Standby. Leider kein Schalter in der Leitung, die eigentlich nur für den Beamer vorgesehen war - als Schutz gegen versehentliches Abschalten im laufenden Betrieb.
3x Schuko + 1x CEE16 an neuralgischen Punkten als sinnvolle Wandanschlusseinheit planen - der Aufwand die Leitung zu legen ist nahezu der gleiche wie nur für eine Phase. Wird der Elektriker aber dreiphasig schalten wollen.
Strom auch für die anderen Gewerke bisschen mitplanen, z.B. Buffetstrom in Bodentank ca. 1m VOR der Wand, sonst klebt der Caterer jedesmal seine Baumarktstrippe quer über den Weg
FOH/Bühne am besten über Kabelrinne verbinden, entweder pauschal über Türhöhe in der Wand/Vorsatzschale falls es gibt, oder an der Wand entlang und vor den Türen in Schächten falls das mit der Fußbodenheizung geht.
Wenn Ihr in Richtung Versammlungsstätte tendiert an eine Gehörlosenanlage/Induktionsschleife denken.
das kann u.U. im Sinne der Gleichstellung gefordert werden, je nachdem wie man das Euch im Baurecht auslegt.
Legt das Ding in jedem Fall rein bevor der Bodenleger kommt, das ist danach der Schuss direkt in beide Knie.
Das kostet ein paar hundert Euro - ist aber gegenüber parkett rausfräsen deutlich billiger. Dann müsst Ihr im Zweifel nur den Schleifenverstärker nachrüsten.
Wenn Ihr PA plant - lass Schuko, Audio, Netzwerk und LS-Kabel zur Front legen.
Nix beschissener als nachträglich Leitungen zu ziehen. Hatten wir erst - ursprünglich passiv geplant,
nach der Rohinstallation dann aber doch auf Kundenwunsch aktiv ausgeschrieben und geliefert. Danke...