ganz ehrlich - wen interessiert denn wirklich eine Materialliste?
Wenn drinsteht dass Ihr einen Kilometer Traverse und 300 Einheiten D&B habt
kann man davon ausgehen dass auch Mischpulte und Traversenlifte vorhanden sind,
auch wenn die nicht explizit drinstehen.
Wenn vier 6-er Bars, 2 Stroboskope und eine Nebelmaschine drinstehen kann ich aber sicher ausschließen
dass ich bei Euch zwei Gitterboxen 63er Kabel anfragen werde.
Da steht bestenfalls zwischen den Zeilen dass ihr eine kleine Garagenbude seid,
und dazu wahnsinnig unflexibel.
Steht ja direkt drin was ihr alles nicht habt, und daher umständlich zumieten müsst.
Das geht den Kunden aber nix an.
So könnt ihr immer das "passende" Gerät anbieten, ohne dass der Kunde den Eindruck hat
er wird sowiso nur aus den drei Optionen in der Equipmentliste abgespeist.
Wenn ich als Kollege notfallmäßig einen 48 Kanal Dimmer, vier Funkstrecken oder
zehn Bühnenplatten zumieten möchte habe ich ein Telefon,
und rufe durch. Entweder habt ihr, oder könnt mir besorgen,
oder nennt mir jemanden der es haben könnte. Ganz normler Buschfunk.
Mich interessiert als Kunde und B2B:
- habe ich ein gutes Bauchgefühl bei der Nummer, oder ist das ein angeranzter Garagenverleiher.
Mit selber geschriebenen Texten, schlechten Handybildern und Referenzen
von der Eröffnung des neuen Dorfmetzgers und der Partyband XY am letzten Wochenende
im Jugendclub Dingendkirchens ist bei mir direkt der Ofen aus. Ein paar professionelle Fotos
selbst von kleinen aber ordentlichen Veranstaltungen schafft da wesentlich mehr Vertrauen.
Wer schon die kleinen Jobs verranzt bekommt die großen nämlich auch nicht hin!
Am Ende schlägt das Foto vom Galatisch mit bisschen Ambientelicht im Hintergrund
den kompletten Bilderordner vom letzten Open Air.
- keine peinlichen Fotos
Weder vom Personal mit dem Kletterladen am Gürtel, noch von besoffenen Gästen,
dem DJ mit Caipi in der Fresse und irgendeiner Lady im Arm,
nix wo fragwürdige technische Details zu erkennen sind,
oder hinter der Band aufgehängte Banner mit dem Firmenlogo.
- wer ist mein Ansprechpartner
(und damit meine ich nicht den DJ für House und Techno,
das Partywunder mit der 70-er und 80er Plattenkiste
und den "Lichtspezialisten" der auch noch der Trucker ist.
Bei zu wenigen Leuten einfach die Klappe halten.
Bei drei Leuten in der Bude muss eh jeder alles grob verarzten können,
bei Fachfragen kann man immer noch den Hörer weiterreichen
oder einen Rückruf arrangieren.
- was für Dienstleistung wid geboten?
Bühnenbau, Licht, Ton, Video, Konferenztechnik, Festinstallation,
oder alles fürs Dorffest incl. Biergarnituren und Pissrinnen?
- Welches Genre wird bedient?
Rock&Roll, Gala, Bühnen und Tribünenbau, Konferenz- und Medientechnik, Preprogramming und Visualisierung?
Oder Festzelt, Autohauseröffnung und schangelige Messestände für den schmalen Geldbeutel?
- wie kann ich Kontakt aufnehmen?
Kontaktformular fischt schonmal die wichtigen Daten wie Name, Anliegen und Mailadresse
geordnet ab. SOnst schreibt der Nasenbär@irgendwas.de und fragt nach einer Anlage -
ohne Telefonnummer und Namensangabe.
- ggf. Infomaterial zum Download, also Firmenbroschüre, AGBs, Anfrageformular,
Service (z.B. Verweise auf aktuelle Vorschriften)
- Homepage aktuell halten. Antike Referenzbilder vom Weihnachtsmarkt 2004 braucht man nicht wirklich,
und wenn im bereich News drei Einträge von 2013 und einer von 2014 stehen dann gleich weglassen.
Am Ende will ich das Gefühl haben dass ich bei der Firma goldrichtig
mit meinen Wünschen und Ansprüchen bin, man meine Belange ernst nimmt
und die Projekte mit der entsprechenden Fachkompetenz und Souveränität
bearbeitet und abwickelt.
(Falls es jemand bemerkt hat - im letzten Absatz sind die Zeilen etwas komisch umgebrochen.
Dafür bleibt man unterbewusst immer einen Sekundenbruchteil bei einem positiven Wort hängen,
bevor das Auge in die nächste Zeile springt... Spooky, wa?)