Der Mario und ich haben gerade die 2. Runde der Mess- und Hörsession hinter uns gebracht.
Nachdem der preiswertere der 15"er mit dem grossen Gehäuse nicht so berauschend abgeschnitten hatte, haben wir ein um 30 L verkleinertes BR-Gehäuse mit einem etwas höher getunten Port gebaut.
Wie zu erwarten war, sah der Bass in diesem Gehäuse wesentlich besser aus, was die Auswahl nicht leichter macht.
Der grössere Bass mit dem Gusschassis ist insgesamt etwas druckvoller und tiefreichender, aber auch ca. 60 % teurer. Im Impulsverhalten nehmen sich beide gehörmässig nicht sehr viel, im Gegensatz zum bandpass, der etwas unpräzieser klingt, weniger Tiefbass hat, aber dafür im wichtigen Bereich um 60 Hz etwa 2 dB mehr Pegel macht, was man deutlich hört ( und spürt ).
Wir konnten keinen der 3 Kanditaten favorisieren oder auch outen.
Alle haben Ihre Vorzüge, sodass ein demnächst anberaumter Härtetest mit fettem Amping den Aufschluss geben muss.
Abschliessen konnten wir dagegen das Topteil, nachdem wir noch einige Messungen und Hörtests im Freien gemacht haben.
Wir mussten gegenüber dem letzten Treffen keine Änderungen mehr vornehmen. Das Top klingt rund und die 400 W RMS, die wir zur Verfügung hatten, konnten die Box nicht ernsthaft in Verlegenheit bringen. Mit ein wenig Bassanhebung um die 60 Hz erreicht man sogar ein überaschend druckvolles und trotz des kleinen Volumens relativ präzises Klangbild, was für kleinere Feierlichkeiten mehr als ausreichen sein sollte.
Eine kleine Überbetonung des Grundtonbereiches um 400 Hz konnten wir im stand alone-Betrieb ausmachen, was jedoch in Verbindung mit dem Sub sicher nicht mehr zum Tragen kommt.
Verabschieden mussten wir uns allerdings von dem Gedanken einer passiven Trennung der Bässe ( Wasser auf die Mühle derer, die's von Anfang an gewusst haben
).
Eine unvermeidliche Kompensation der oberen Impedanzspitze des Basses brachte Spannungsspitzen von ca. 6 dB über dem Nennpegel an den Bauteilen zu Tage.
Wenn ich also von 1 kW + Crestfaktor ausgehe und noch 6 dB Überschwinger einkalkulieren muss, komme ich zu Anforderungen an die Spannungsfestigkeit der Bauteile, die wirtschaftlich bei den mittlerweile lächerlichen Endstufenpreisen nicht mehr realisierbar sind.
Das ganze gepaart mit den Einbusen bei Pegel und Güte durch den Ri der Spule lies uns letztlich zu dem Schluss kommen, das Kapitel "komplett passiv " abzuhaken.
Fazit also : Topteil steht, die Entscheidung für den Bass muss der Prügeltest bringen, wobei ich mir gut vorstellen könnte, für den Fall, dass es keine bösen Überaschungen mehr gibt, 2 Alternativen anzubieten, die sich im Preis und im Packmass unterscheiden.
Gruss Jürgen