Bei klassischen Hornbässen verhält sich das in der Regel so:
Die Hornlänge der (in der Regel gefalteten) Schallführung ist auf die untere Grenzfrequenz die wiedergegeben werden soll ausgelegt.
Um eine ordentliche Ankopplung an die Umgebung zu bekommen ist auch eine gewisse Größe des Hornmunds nötig. Wird der Hornmund kleiner als eigentlich physikalisch nötig dimensioniert, dann ergibt das eine entsprechende Welligkeit im Frequenzgang. Bei praktikablen Gehäusemaßen und damit relativ kleinem Hornmund ist die Welligkeit i.d.R. deutlich zu hoch, so daß man bildlich gesprochen das errechnete große Horn praktisch auf mehrere "Teilhörner" aufteilt.
Also auf meist 4 Hornboxen, die dann zusammen die gewünschte Mundfläche haben.
Das ist auch der Grund, warum hier immer wieder betont wird, dass ein einzelnes Basshorn einfach nicht richtig funktioniert, da es ja in den meisten Fällen nur ein Viertel (je nach Auslegung vielleicht auch nur ein Sechstel) der laut Berechnung erforderlichen Mundfläche aufweist.
In einem Satz: Die ganzen klassischen, echten Hornbassboxen sind als einzelne Kiste nur ein Teil des vom Entwickler designten Horns und daher in etwa so gebrauchstauglich wie ein Auto mit nur einem Rad. ![]()
Weiterer Aspekt zum Richtverhalten, bzw. Wurfweite von Basshornboxen:
Um eine Richtwirkung hervorzurufen, muß die Größe der Schallabstrahlenden Fläche (hier Hornmund) in einem gewissen Größenverhältnis zur Wellenlänge der abgestrahlten Frequenz stehen.
Will heißen: Um wirklich Bässe gerichtet abstrahlen zu können, braucht man eine Mundfläche die sich im Bereich von mehreren Quadratmetern befindet.
(ist natürlich bei Mittelton- oder Hochtonhörnern genau das Selbe. Ein Hochtonhorn mit nur 20x20cm Fläche kann bei 400Hz keine Richtwirkung haben)
Bei größeren Anhäufungen von Bassreflexboxen wird man auch eine Richtwirkung im Bassbereich erzielen, da die gesamte Frontfläche auch in der Größenordnungen der abzustrahlenden Wellenlängen der Bässe liegt.
Zum Anheben per DSP oder Equalizer:
Die Idee ein einzelnes Horn, das für sich keine tiefen Bässe macht sondern im unteren Frequenzbereich einen sehr schlechten Wirkungsgrad (bzw. sehr tiefes Tal wegen der großen Welligkeit) hat, einfach aktiv zu entzerren und damit massiv Endstufenleistung reinzuschieben ist eigentlich unsinnig, weil dann kann ich ja ebenso einfach eine Bassreflexbox aufstellen und da massiv Endstufenleistung draufgeben.
Da man in der Regel nicht für jede Art von Veranstaltung ein anderes, eigenes Lautsprechersystem vorhalten möchte (Material was die Dreiviertelzeit im Lager steht verdient kein Geld), haben sich wegen der praktischen Skalierbarkeit und der relativen Preisgünstigkeit hauptsächlich 18" Chassis in Bassreflexgehäusen durchgesetzt.
Günstig einmal wegen der einfachen Gehäusekonstruktion, und auch weil wenige große Bässe günstiger sind als viele kleine und man entsprechend auch für wenige große Bässe weniger Endstufenkanäle braucht als für viele kleine Bässe.
P.S.
Auch wenn ich damit die meisten "preisbewußten" Bassboxen ausschließe: Für mich hat ein reiner Basslautsprecher (in 15" oder 18") für den professionellen Einsatz eine Schwingspule von mindesten 4" Durchmesser.
Für 15" Midbässe in Topteilen oder Monitoren können wegen dem geringeren Gewicht der bewegten Massen auch geringere Schwingspulendurchmesser sinnvoll sein. Aber Mitten über einen 15"er wiederzugeben.... ![]()