Hallo zusammen,
die aus unserer Sicht größte Veranstaltungsreihe, die wir bisher durchgeführt haben, ist vorbei - und damit Zeit, einen Bericht zu schreiben.
Und der erscheint hier, weil nicht so ganz wenige aus dem kirchlichen Bereich mitlesen und zusätzlich einige Forumsmitglieder als Verkäufer oder Vermieter daran beteiligt waren.
Danke diesen vorab für Bühnenelemente, Mischpulte, Scheinwerfer, Traversen etc.
Bilder gibts natürlich auch - zuerst mal ein Foto von meinem Handy, später (vielleicht) einen Link auf unsere Internetpräsenz:
Handy-Foto
Für alle, die mit dem Begriff "ProChrist" nichts anfangen können, ein kurzer Abriss des Ablaufs der Abendveranstaltung:
Zuerst gibt es ein etwa halbstündiges Vorprogramm mit wechselnden Künstlern:
Band, Chor mit eigenem Submixer, Comedian mit Einspielung von CD, Theater mit Headsets - also alles, was das Technikerherz begehrt.
Daran anschliessend eine Ansprache zum jeweiligen Thema des Abends: z.B. Beziehungen, Geld, Tod - womit die Menschen in unserer Gesellschaft so ihre Probleme und wir als Kirche eine Antwort haben.
Diese Ansprache dauert etwa eine Stunde und wird von Ulrich Parzany gehalten, und alle Besucher - bei uns jedesmal so etwa 350 bis 500 - hören tatsächlich die ganze Zeit zu.
Das Ganze wird auf Video aufgenommen und an fünf von den insgesamt acht Tagen am nächsten Morgen im Anschluss an ein ausgiebiges Frühstück zum Teil wiedergegeben.
Jetzt ein Ausflug in die technischen Details, aufgegliedert nach den einzelnen Arbeitsplätzen:
1. Ton
Nix wirklich Spannendes für Profis: Im ersten Layer voll belegtes LS9-32 für FoH und Monitor, FoH verteilt über DCX-2496 auf Top links, Top rechts, Subs, Center und zwei Delaylines.
Spannend war für uns lediglich die Tatsache, dass wir das Pult zugemietet haben und es der allererste Kontakt damit war.
Fazit: Praktisch, aber für unsere Zwecke hätten es zwei kaskadierte DDX-3216 wohl auch getan.
2. Ton für Aufnahme
Auch nicht spektakulär: Summe aus dem LS9 plus zwei Atmos neben der Bühne auf ein DDX mit aktiven Limitern und Ausgabe an ein Terratec Grabster AV 400 MX für den Ton zum Video sowie über ein RME Multiface 2 für die Audio-CD an je ein Notebook.
3. Bildregie
Mischen/Wechseln der Bilder von zwei Kameras: eine Studiokamera mitten im Publikum und eine fest installierte Consumer-DV über dem FoH-Platz für die Totale. Vom Videomixer per S-Video-Kabel in den Grabster.
Außerdem Weitergabe der Programm-Infos an den Menschen an der Studiokamera per Intercom.
4. Kamera
Eine alte Panasonic irgendwas. Aufgabenstellung: Im Vorprogramm Nahaufnahmen der Künstler und bei der Ansprache den Redner angemessen ins Bild bringen.
Ansonsten vor allem Ruhe bewahren: Wir haben einen Schwingboden in der Halle und jeder Wackler wird in das Video durchgereicht.
5. Licht
Eine Handvoll um die Bühne verteiltes statisches Licht passend zum Programm mit einem LC II 24/6 heller oder dunkler machen. Kein bewegtes Licht.
6. Streamaufsicht
Das vom Grabster über USB an das Video-Notebook gereichte Signal wurde von diesem auf Festplatte gespeichert und gleich wieder per vlc an einen in der Kirche fest installierten PC gestreamt und von dort über Beamer und PA ausgegeben. Das Ganze war als Reserve gedacht, falls die Plätze in der Halle nicht gereicht hätten. Wirklich gebraucht haben wir es dann doch nicht, aber dadurch haben wir jetzt endlich den Serverschrank mal verkabelt und das LAN fertig bekommen.
Wer eine ähnliche VA-Reihe im kirchlichen Raum - also als HKS großes Programm mit wenig Etat - vor sich hat, kann gerne Kontakt mit mir aufnehmen. Ich denke nämlich, dass wir mit unserer Ausstattung in einem Segment agieren, dass von Amateuren nicht mehr und von Profis zum Teil noch nicht abgedeckt wird. Ein Beispiel dafür ist der Grabster: Amateure haben für das MPEG-Encodieren eine software-basierte Lösung, Profis Hardware von Canopus.
Gruß
Claus