Zitat von "Audiowerk"Jetzt hört doch bitte mal auf, hier so mimosenhaft herumzuheulen. Seid ihr im wahren Leben auch so, dass ihr ein so dünnes Fell habt und so sensibel seid, dass ihr ständig das Gras wachsen hört und euch beim kleinsten Unterton im Gespräch gleich angemacht fühlt? Man muss doch wohl auch mal ein bisschen was aushalten können im Leben.
Klar, kein Problem. Wenn wir unter uns sind. Sind wir aber nicht. Es ist nicht schön, in einem Forum, welches öffentlich zugänglich ist, verschiedene Meinungen gleich so zu kommentieren. Finde ich jedenfalls.
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Was gegen so viele Mikrofone spricht, haben andere Kollegen hier noch einmal klargestellt. Es fehlt an der Technik des Umgangs seitens der Sänger, an der langfristigen Disziplin über die Dauer des Auftritts und es sieht auch noch bescheuert aus (nicht aus meiner Sicht, sondern aus der des Chorleiters / des Vorsitzenden / von Friedrich-Wilhelm, dem blonden Bierbauchtenor Mitte 60). Da intervenieren Choristen wie Chorleiter vollkommen zurecht. In der Regel haben die Herrschaften sich fein angezogen und halten schwarze Mappen in den Händen. Ich habe noch keinen Chor gehabt, der nicht unter mindestens einen der genannten Fälle zu packen gewesen wäre. Oft gibt es schon Probleme, wenn man vier Stative stellt und man sich anhören muss, dass das im Fernsehen doch auch anders und unsichtbar geht. Und: zehn Mikrofone machen, so verteilt wie eins drüber angeregt, auch keinen besseren Sound als vier. Meist geht es dann mit Kammfiltereffekten, hohl-tonnigem, blechernen Sound etc. erst richtig los, v. a. wenn die Mikrofone nicht in einer Linie verteilt sind, sondern tiefengestaffelt mal weiter vorne, mal weiter hinten stehen. Und der nicht so Erfahrene wundert sich, wo er sich so viel Arbeit mit der ganzen Kirmes gemacht hat, dass es immer noch weder besonders laut, noch halbwegs passabel klingend gemacht werden kann.
Komisch, daß es andere mit Nahmikrofonie hinbekommen, Perpetuum Jazzile z.B. treten nur so auf. Ich rede nicht davon, daß die Chorsänger und -sängerinnen die Mikrofone in der Hand halten sollen, dann gibt es wieder ganz andere Effekte (wie z.B. "ich bin unsicher, ich halte das mal weiter weg"). Man nimmt statt 4 Mikrofonen halt 10 und geht näher ran, da gibt es keine störenden Kammfiltereffekte, weil die 3:1-Regel genau so eingehalten wird wie man das mit z.B. 4 Mikrofonen in der Halbnahdistanz erreicht, oder mit 2 Mikrofonen aus der Ferne.
Nur weil Du die Methode nicht gut findest muß sie nicht falsch sein.
Grundsätzlich halte ich es bei Chören so: je weniger Pegel angeboten wird und je mehr Pegel in der Beschallung erwünscht ist, desto näher muß ich mit den Mikrofonen ran.
Was richtig ist, es kann Kontroversen wegen der Optik geben. Die gibt es bei akustisch idealer Laustprecheraufstellung aber in der Regel auch.
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Es ist ja auch das eingetroffen, was ich im ersten Post sagte: es wird seitenweise Diskussionen geben, jeder hat die allerbesten Erfahrungen mit seiner Art, den Job zu managen, gemacht, und jeder weiß es sowieso am besten. Das hat die Tontechnikergilde so an sich. Es muss aber doch auch ein durchaus kontroverser Austausch darüber möglich sein, warum man was empfiehlt bzw. warum man von anderen Vorgehensweisen abrät. Niemand hier wurde konkret angegangen, sondern ich (in meinem Falle) habe lediglich gesagt, dass ich es als Alberei empfinde, wenn Kollegen meinen, mit möglichst vielen Mikrofonen wird alles gut, besser und macht kewlen Sound. Die Gefahr, genau damit voll auf die Nase zu fliegen, halte ich für sehr viel größer als wenn man es mit vier Condensern probiert und schaut, was herauszuholen ist. Das basiert auf der eigenen Erfahrung einerseits und den vielen Shows andererseits, in denen ich Kollegen (z. B. SAE-ler *eg*) beobachten durfte, wie z. B. in einem kleinen Konzertsaal für 150 Zuhörer vier Kleincondenser und vier Großmembraner dem Chor überall im Weg herumstanden, das optische Bild erheblich störten, ständig von irgendeinem übergewichtigen Bass-Sänger am Stativfuß plattgelatscht wurden (da wird Trittschall zu Trampelschall), mit ständig schwebenden Mitteltonkopplungen eine sphärisch-galaktische Stimmung erzeugten und einen indiskutablen Sound produzierten. Aber solcher Budenzauber sieht immer oberwichtig aus und man kann ja auch allen zeigen, wie viele geile große Mikrofone man hat. Mir scheint, dass so manchem lokalen Verleiher diese Form des Exhibitionismus bei solchen Jobs wichtiger ist als andere Aspekte (nein, das geht nicht gegen irgendeinen der sensiblen Mitschreiber in diesem Thread, bevor gleich wieder einer heult). Da fällt der technikunaffine Chorleiter auch gerne drauf rein und vermutet genau das Erwünschte: jetzt *muss* es ja gut werden! Tja, und am Ende ist in der Regel heiße Luft und Desillusionierung.Ich bin gespannt, was der Initiator dieses Threads am Ende realisiert udn welche Erfahrungen er dabei gemacht hat. In diesem Sinne würde ich inständig um eine erschöpfende Rückmeldung bitten.
Ich bin sicher, der Heiko wird genug aus diesem Thread mitnehmen und hoffentlich auch berichten, was er gemacht hat und welche Erfahrungen er damit gemacht hat.
Trotzdem möchte ich noch ein Mal festhalten, daß es einen Unterschied zwischen "ich bevorzuge diese Methode aus folgenden Gründen nicht" und Worten wie "indiskutabel". Weil eben das Wort "indiskutabel" genau das Gegenteil von dem bedeutet, was wir hier machen wollen.
So, und jetzt habe ich genug gemeckert, weitermachen.
PS: Philipp, das geht nicht persönlich gegen Dich. Es fällt nur in diesem Tread mal wieder auf.