Puh. Komplexes Thema.
Stand heute kann KI kleine Teilaufgaben im Audio-Bereich erfüllen. Gitarre stimmen gehört noch nicht zu den Aufgaben, die KI zufriedenstellend erledigen kann.
Soweit meine Einschätzung dazu.
Zu den Teilbereichen. Hier werden ja schon fröhlich völlig unabhängige Bereiche diskutiert, ich greife Mix und System heraus, weil es die beiden sind, die am Meisten genannt wurden.
Mix-KI:
viele Teilbereiche des Mixes lassen sich sicher gut automatisieren. Die Verteilung im Panorama z.B. ist händisch bei entsprechend vielen Kanälen eher zeitraubend und ich würde einen Algorithmus begrüßen, der mir das abnimmt.
Einen Bandmix zu erstellen, geht aber über Standards hinaus, teilweise geht das so weit, daß man die Partitur mitliest, aber mindestens weiß, was wann passiert und welche Funktion bestimmte Instrumente an bestimmten Stellen des Songs haben. Das ist dynamisch und sicherlich von einer KI schwer umzusetzen. Wenn es allerdings gelingen sollte, eine Art Mischanweisung in die KI zu bekommen, könnte die durchaus bessere Ergebnisse als ein Mensch erzielen. Multitasking können wir nämlich so gar nicht. Unser Gehirn arbeitet seriell ab. Und wenn es zu viele Tasks werden, bekommen wir Kopfschmerzen und zicken Systemer an ![]()
Womit ich gleich schon beim zweiten Bereich bin. System.
Hier kann KI in Zukunft sicherlich bei den Routine-Abläufen helfen. Also Optimierung-Läufe beim Design, Vorschläge für Akustik-Verbesserungen, Meß-Routine.
Was ich mir dahingehend wünschen würde: Eine KI, die den Arsch in der Hose hat, dem Veranstalter zu sagen "in der Location wird die Beschallung maximal mittelmäßig sein, egal was wir da bauen. Buch da keine Bands rein." Viele Systemer scheinen das inzwischen hingenommen zu haben, daß Klangqualität eine inzwischen sehr untergeordnete Rolle spielt. Mich eingeschlossen, wenn ich System mache. Es ist eher ein "hol das Beste raus"-Ding. Und in Stadien und Arenen auch inzwischen eher Logistik als Klang. Toll, daß wir inzwischen in der Lage sind, kleinere Arenen Back-To-Back zu bespielen. Aber wie hat es denn geklungen? Ist es das, was wir im 21. Jahrhundert an Qualität anbieten wollen?
Mein Leitspruch zu dem ganzen Thema:
KI ist toll, lasst sie uns helfen, wo es möglich ist. Und uns noch mehr auf künstlerische und klangliche Aspekte konzentrieren. Und lasst uns bessere Locations bespielen. Locations, die zum Künstler passen.