Was lange währt und so.
Eben auf den Beitrag gestoßen. Ich bin hier ja nicht mehr viel aktiv.
Generell - Die Konsole wurde von uns für Prolights nach deren Vorgaben entwickelt. Wie einige hier schon vermuten steckt der Hauptaufwand in einem Pult in der Software, die Hardware ist allerdings auch nicht zu unterschätzen.
Für die initiale Entwicklung teilen sich Hard / Software so ziemlich in 50 % / 50% auf - die Kosten hier sind generell recht hoch und der Aufwand ist um einiges höher als bei den niedrigpreisigen Varianten von Eurolite & Co - das lässt sich definitiv nicht vergleichen. Die Software ist natürlich "nie fertig" und wird danach zu einem großen Kostenpunkt für zukünftige Updates.
Wie schon von anderen erwähnt ist das Pult für den Film & TV Markt gedacht - dort wird in der Regel (wie auch schon erwähnt) mehr Szenenbasiert gearbeitet - ein häufiges umschalten von Pages passiert hier nicht wirklich. Prolights hat viele ihrer Film / TV Kunden befragt, und Motorfader wurden eher als ein Teil mehr angesehen, was schneller kaputt geht und weniger zuverlässig ist. Das ist mehr oder weniger auch korrekt - die Schleifbahnen in Motorfadern nutzen sich durch häufigere Bewegung deutlich schneller ab, und die Riemen leiern nach einer Weile aus, wodurch sich die Bewegungsgenauigkeit verringern und eine viel ausgefeiltere Regelung in der Firmware notwendig ist. Die Hardwarequalität der Fader für einen 2 Euro Motorfader ist idR auf dauer nicht zuverlässig genug und es wäre für ein professionelles Produkt am falschen Ende gespart. So kommt man pro Fader schnell auf einen Faktor 5 bis 10 beim Einkaufspreis, ohne ihn Montiert und Steuerung um ihn zu bewegen zu haben.
Was die Montage von Motorfadern angeht - hochwertigere Motorfader sind in der Regel an der Frontplatte angeschraubt, wohingehend normale Fader einfach aufgelötet sind. Das erhöt die Kosten des Designs, Fertigung und generell auch Hardware kosten - Die Fader haben Steckverbindungen, zusätzliche Kabel, etc. Das macht einen nicht kleinen Teil aus, der bei jedem Einzelstück berücksichtigt werden muss.
Dazu kommt, dass die Elektronik für einen normalen Fader relativ simpel ist, der eingebaute ADC im Mikroprozessor ist da meist ausreichend, auch muss der nur 50 mal pro Sekunde ausgelesen werden. Für eine vernünftige und zuverlässige Motorsteuerung benötigt man schnell einen größeren Prozessor (um den Fader genau zu positionieren muss man ihn zwischen 100 und 200 mal pro sekunde auslesen und ggf nachregeln). Man braucht auch viele zusätzliche elektronische Kompenenten damit der Fader sich überhaupt bewegen kann. DIe Spannungsversorgung muss auch deutlich größer auf Stromspitzen ausgelegt sein.
Dazu kommt, das der Firmware-Aufwand extrem hoch ist, insbesondere wenn man zuverlässig Faderwerte lesen und setzen möchte. Man muss Anfahr und Abbremskurven berücksichtigen, und diese müssen auch noch funktionieren, wenn der Fader "ausgelutscht" ist. Und dann noch die ganzen Sonderfälle - was wenn der Fader blockiert ist, usw. Da gehen dann schnell mal 3 bis 6 Monate Firmwarentwicklung ins Land, wenn man es richtig machen möchte.
Am Ende landet man dann schnell bei einem Faktor 10 bis 20 pro Fader, oder auch mehr - je nach dem wie weit man es treiben mag.