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Alesis 1622 - noch zu retten?

  • hendrik_bbg
  • 18. April 2005 um 10:11
  • hendrik_bbg
    Beiträge
    101
    • 18. April 2005 um 10:11
    • #1

    Hallo,

    mein liebes Alesis 1622 ist krank. Das Teil ist von 1991 und hat mich bis vor kurzem glücklich gemacht. Neuerdings passiert Folgendes, ohne dass es (bewußt) eine Fehlbedienung, einen Transportschadens o.ä. gegeben hat:

    Ein Summenkanal - und zwar sowohl im Master- und Monitor-Out (ist ein Studio-Teil), als auch im Submaster-Out fällt mal ganz aus, kommt dann wieder, fährt mal nur halben Pegel und kommt dann wieder und macht das für alle Signale, also sowohl für die normalen Kanäle und die Aux-Returns, als auch für Tape-In und Master-Insert.

    Da ich vom Innenleben solcher Geräte nicht wirklich Ahnung habe, also selber Suchen und Löten ausfällt, würde ich gern Eure Meinung hören, ob das wohl eher ein kleiner Fehler ist, den mir der professionelle Mischpult-Doktor wahrscheinlich in ein bis 2 Stunden beheben kann, oder ob hier eher eine größere Krankheit zu vermuten ist, so dass ich mich besser gleich nach Ersatz umschauen sollte.

    2. Teil der Frage: So ich den Mixer reparieren lasse, wie hoch würdet Ihr den Aufwand schätzen, einige weitere Inputs sowie einige der Outputs auf symmetrisch umrüsten zu lassen? Oder ist das jetzt vollkommen Banane, weil zu aufwändig oder technisch nicht machbar?

    Ich freue mich über jeden konstruktiven Hinweis. Budgetorientierung ist in etwa so: wenn Reparatur und Umrüstung wahrscheinlich nicht für deutlich weniger zu machen sind, als ein jung gebrauchtes B. MX 8000 kostet, dann fällt es aus und wir werden uns wohl trennen müssen.

    Gruß, Hendrik

  • Audiowerk
    Verifiziert
    Beiträge
    2.757
    • 18. April 2005 um 15:25
    • #2

    Das heißt, an den Ausspielwegen, die vom Master getrieben werden (Master Out, Submaster Out, Monitor Out) ist es überall das gleiche Fehlerbild? Egal wo das Ursprungssignal her kam (Channels, Inserts, Auxreturns...)?

    Dann liegt es wahrscheinlich an einem Kleindefekt auf der Summenmasterplatine. Wenn du schreibst, manchmal gar nicht da, manchmal Vollgas, manchmal 50%, da würde ich spontan nach kaputten Kontakten suchen. In den symmetrischen Wegen fehlen dir 6dB, wenn eine Phase abfällt. Ich hatte so etwas mal in einem Pult, in dem sich ein Pfostenstecker gelöst hatte. Je nach Wackelkontaktstellung hatte entweder keine, eine oder beide Phasen der symmetrischen Signalführung Kontakt nach draußen. Da brät man fix mit dem Weller drüber, und das Teil ist wieder fit! (Das ist allerdings nur *eine* von wahrscheinlich zig anderen möglichen Diagnosen - die kann man aber auch als Elektroniklaie schnell stellen und beheben.)

    HTH

  • manuela
    Beiträge
    9.103
    • 18. April 2005 um 15:36
    • #3

    genau. Wenn etwas richtig kaputt ist kommt garnichtsmehr. Kommt es ab und zu oder halb, ist das ein "Wackler". Also mal in der Gegend wo das der Fall ist alle Steckverbinderchen prüfen, vernutlich ist das schon alles, hat sich einer losgerappelt oder etwas oxidiert.
    Ein ernstzunehmender Schaden ist das jedenfalls nicht.

    Manu

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • hendrik_bbg
    Beiträge
    101
    • 18. April 2005 um 15:44
    • #4

    Hallo starstage,

    ja, genau so zeigt sich der Fehler. Die einzelnen Kanäle samt Inserts und die Aux-Sends sind OK, aber auf einem Kanal sämtlicher Master-Wege macht das Signal, was es will. Es bricht auch nicht schlagartig weg, sondern blendet sich (mal langsamer mal schneller) ein und aus.

    Symmetrisch sind bei dem Pult leider nur 8 der 16 Haupt-Inputs, alles andere ist unsymmetrisch, da liegt der Fehler dann wohl eher nicht.

    Ich kann also aber hoffen, dass da nur ein Bauteil oder eine Verbindung "ganz hinten" spinnt, was der Fachmann denn auch schnell finden und beheben könnte? Die Verbindung Platine-Buchse wird es wohl aber nicht sein (das könnte ich vielleicht wirklich noch selbst machen), denn dann würde ja sicher nur eine Buchse ausfallen und nicht eine Seite auf allen Outs. Außerdem sehe ich die Schwankung auch auf den Pegel-LED's.

    Das ermutigt mich aber erst mal, die Reparatur zu versuchen. Danke.

    Und wie ist es damit, 4 weitere Inputs und 6 Outputs (Master und Submaster re/ li sowie 2 Aux-Send) von unsymmetrisch auf symmetrisch umzurüsten?

    Hendrik

  • manuela
    Beiträge
    9.103
    • 18. April 2005 um 16:00
    • #5
    Zitat von "hendrik_bbg"

    Es bricht auch nicht schlagartig weg, sondern blendet sich (mal langsamer mal schneller) ein und aus.

    das klingt nach wackler in der versorgung. Da die einzelnen Kanalzüge meist einen elko über jeder Versorungsspannung haben versorgt dieser das Ganze noch ein par Sekungen lang, dann "blendet sich das aus" ...
    Also prüf alle Stecker im gerät !


    Umrüsten auf Sym:

    entweder Trafochen oder mit einer Platine und Operationsverstärkern, beides ist möglich, Platz dafür muß natürlich vorhanden sein.
    Falls die Anschlußbuchsen auf Platine sitzen und keine Kabel haben muß allerdings auf der Platine was verändert werden, das ist nicht grade hochfein !
    Im übrigen geht sowas auch extern schön einfach :)

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • hendrik_bbg
    Beiträge
    101
    • 18. April 2005 um 16:10
    • #6

    Hallo Manuela,

    also, ich denke jetzt mal, Du meinst Stecker IM Gerät. Ich werde es aufschrauben und hoffe, dass da Stecker drin sind oder ich zumindest den Weg der Spannungsversorgung nachvollziehen und auf Kontaktprobleme prüfen kann. Auf jeden Fall bin ich mit diesen Informationen schon wesentlich besser in der Lage, ggf. dem Mischpult-Doktor eine vernünftige Fehlerbeschreibung zu geben. Danke.

    Wäre schon schön, wenn es nur ein kleiner Defekt ist, denn eigentlich macht das Teil genau das, was ich brauche. Bis auf das Thema der symmetrischen Signalwege.

    Wieviel Platz braucht denn so eine von Dir vorgeschlagene Lösung mit Operationsverstärkern und was würdest Du jemandem berechnen, der so etwas bei Dir in Auftrag gibt?

    Gruß, Hendrik

  • manuela
    Beiträge
    9.103
    • 18. April 2005 um 16:28
    • #7

    ich hab leider keine Werkstatt für Kundenarbeiten.

    Solch eine lösung mit OP benötigt, wenn sie ohne SMD gebaut wird, ca 1 Streichholzschachtel Fläche pro Kanal, sowohl als IN als auch als AUX.

    ich stell den schaltplan gern zur verfügung.

    Du kannst das auch mit Trafos machen, das müssen aber hochwertige sein, zB "JT". die kommen mit dem halben Platz aus.

    Letztendlich gehts ohne umbau auch EXTERN, mit Di-Box.

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • hendrik_bbg
    Beiträge
    101
    • 18. April 2005 um 16:41
    • #8

    Hallo Manuela,

    extern mit DI-Box - ja, natürlich. War bisher für die Ausgänge auch so geplant gewesen. Ich dachte nur, wenn eh geschraubt und gelötet werden muß...

    Für die Eingänge könnte ich mir evtl. etwas bauen (äh, ...lassen), dafür wären Pläne auf jeden Fall interessant.

    Ansonsten hatte ich dafür alternativ vor, noch einen Rackmixer mit 8 symmetrischen Eingängen anzuschaffen, auf dem ich halt unsere Vocal-Subgruppen vormische und von dort dann eben das kurze Stück unsymmetrisch in den Alesis-Mixer gehe. Dann habe ich die 8 symmetrischen Eingänge auf dem Alesis für die Instrumente frei (Drums bekomme ich von der Bühne vorgemischt).

    Für Dich sicher alles Ultra-Low-Tech. Danke, dass Du Dich trotzdem damit beschäftigst.

    Hendrik

  • manuela
    Beiträge
    9.103
    • 18. April 2005 um 17:39
    • #9

    ich mag low tech :D
    als ich 16 war bin ich mit klampfe und AC30 durch die kneipchen getingelt und hab das ohne mixer gemacht 8)

    Aber bevor die Leute durcheinanderkommen hier:
    du willst die Vocals extern mixen weil deine Konsole zuwenig Kanäle freihat. Eine Subgruppe ist was ganz anderes, das sind "Vormischkanäle" in großen Konsolen in denen man sich Gruppen aus den einzelkanälen mischt, zB für Monitorboxen, um das mal easy zu beschreiben. Die Profis grinsen jetzt ich weis :D
    Kleinere Mixer haben sowas eben nicht und es geht genauso !

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • hendrik_bbg
    Beiträge
    101
    • 18. April 2005 um 18:36
    • #10

    Hallo Manuela,

    nee, is schon klar. So ein bischen Plan habe ich schon, dachte ich. Ich meine das so: ich mische aus den Vocals am Submixer 2 Gruppen, die ich dann getrennt in 2 Kanäle (des Hauptmixers) wieder einspeise und dort jeden für sich mit Kompressor, De-Esser (kommt demnächst, mal sehen, ob's was bringt) und Effekten versehe. Derzeit mache ich das über Post Aux-Sends (an Stelle des Submixers), wobei die einzelnen Mikro-kanäle keiner Gruppe zugeordnet sind. Die eine(!) Subgruppe des Pults (neben der Master-Gruppe) benutze ich über zwei normale Kanäle als Aux-Return der 2 Monitor-Signale (Pan re/ li), weil ich so eben die PA- und die Monitor-Master gemeinsam rechts unten habe. Auch Effekt-Return geht über normale Kanäle, so daß ich, wenn alle Gain- und Input-Regler einmal vernünftig eingestellt sind, bis auf speziell einzublendende Effekte über die Aux-Potis, nur noch mit den großen Fadern arbeite und dabei sogar, statt denen der einzelnen Vocals, nur noch die der Gruppen bedienen muß.

    Das ist halt die Art Optimierung, auf die man kommt, wenn der Bassist noch nebenher mischen muß;-) Da ist es gut, am Ende nur noch 12 nebeneinander liegende Fader im Blick und Griff haben zu müssen.

    Auf jeden Fall denke ich, dass man das schon als einen "Subgruppen-Aufbau" bezeichnen könnte, weil man es auf einem großen Pult eben über die internen Subgruppen realisieren würde, oder?

    Oder lacht Euch halt einen über mich - ich bin da nicht so. Hauptsache ich finde hier am Ende eine Lösung und kann Musik machen, egal ob das nun Mute-Send Panning via Sidechain-Enhancer oder sonstwie heißt :D .

    Gruß, Hendrik

  • manuela
    Beiträge
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    • 18. April 2005 um 19:09
    • #11

    symetrischer eingang für Linepegel:

    U1 & U2 kann man zusammenfassen in ein NE5532A, dabei entfallen C1 & C3 ersatzlos.

    symetrischer Eingang für Mics:

    Trafo, Jensen JT16A

    8)

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • hendrik_bbg
    Beiträge
    101
    • 19. April 2005 um 09:16
    • #12

    Hallo Manuela,

    danke. Ich werde mich ernsthaft damit auseinandersetzen und, so ich einen fachkundigen Unterstützer hier vor Ort auftreiben kann, versuchen, das zu realisieren.

    Gruß,
    Hendrik

  • DJheini
    Moderator
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    • 19. April 2005 um 14:20
    • #13

    Hallo,

    diese Schaltung ist noch einfacher:

    http://sound.westhost.com/project51.htm

    Manuela, was hälst du davon?

    MfG Heini

    (Lasst euch von dem DJ nicht verwirren. ;))

  • manuela
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    • 19. April 2005 um 14:45
    • #14

    Er such etwas anderes, wir hatten das falsch verstanden. Gefragt ist eine Schaltung die ein asym. Mic symetrisch rausgibt. Somit 2 in Serie stehende invertierende Verstärker von denen jeder Op einen Ausgang bildet. Bin nurnoch am knobeln wie man das mit den 48V kombiniert, Koppel-Cs sind ja ein chirurgischer Schönheitsfehler :(

    Zu der Schaltung, keine Frage, die geht auch. Sie ist aber nur etwa 90% symetrisch, dazu ist das abhängig von Ri. Die obige kompensiert das Problem. Ebenso finde ich TL072 gut aber nicht für Kleinsignalpegel, eher für line.

    die Feuerzeuge der Gäste sind kleine Sterne die am Himmel unseres Alltags weiterleuchten.

  • DJheini
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    • 19. April 2005 um 15:00
    • #15
    Zitat von "Manuela"

    Ebenso finde ich TL072 gut aber nicht für Kleinsignalpegel, eher für line.

    Da gebe ich dir natürlich recht.
    Für Kleinsignal sind die NE 5534 besser, da wesentlich rauschärmer.

    Na ja, dann will ich euch nicht weiter stören. :wink:

    MfG Heini

    (Lasst euch von dem DJ nicht verwirren. ;))

  • hendrik_bbg
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    101
    • 19. April 2005 um 15:22
    • #16
    Zitat

    Na ja, dann will ich euch nicht weiter stören.

    Kein Problem. Ich habe ungefähr so mitgelesen, wie ich chinesische Musik höre: Verstehe zwar kein Wort, klingt aber irgendwie interessant. Macht ruhig weiter so!

    Ich werde mir das am Ende alles ausdrucken, mit in die Bastelstube nehmen und mir dort erklären lassen. Ich bewundere Leute, die Hardware wirklich verstehen.

    Gruß,
    Hendrik

  • hörnix
    Beiträge
    623
    • 19. April 2005 um 18:47
    • #17

    wenn ihr weitere bahnbrechende erkenntnisse und schaltungen habt, schmeisst doch am schluss eure gesammelten weisheiten in diesen thread:

    http://www.paforum.de/phpBB/viewtopic.php?t=33312,

    dann sind alle symmetriefragen irgendwann an einer stelle beantwortet.

    gruss.

    there is no sweet spot.

    HINWEIS: hÖrnix und hOErnix hören zwar beide nix, sind aber zwei verschiedene User.

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