Nun hab ich mich doch mal entschlossen, einen kleinen Erfahrungsbericht einzustellen. Nordseeinseln bereisen klingt nämlich erstmal schön, aber es hat's in sich. Vielleicht muss einer der Kollegen ja nächstes Jahr mal dahin. Nützliche Tip's hatte ich im Vorfeld leider nicht, sonst wär's entspannter gewesen.
Ich war mit einer kleinen a cappella-Truppe da. Folgendes Equipment fuhr mit:
Syrincs S2 - zwei Top's, zwei Sub's (oft zu klein)
01V96
Multicore
4 Handsender incl. Empfänger
4 Teller-Stative
InEar für vier Leute
Gepäck für 1 1/2 Wochen (nicht zu unterschätzen)
2 Fresnels für den Notfall
...und noch ein bischen Kleinkram
Tag 1 - Wangerooge:
Insel: Autofrei, Fähre fährt Gezeiten-abhängig, Zug vom Hafen in die Stadt
Da muss man sozusagen den Kram am Hafen in Container umladen. Das sieht dann so aus:
und so gehts dann mit dem Zug:
Um das Umladen von der Fähre auf den Zug muss man sich nicht kümmern, das passiert von alleine. Wenn das mit dem Veranstalter abgeklärt ist, bringt eine Spedition die Container direkt zum Veranstaltungsort in den Saal. Dort lädt man nach der Veranstaltung auch wieder ein und sagt den Speditionsjungs, mit welcher Fähre man zurückfährt, dann kommt der Container von ganz alleine wieder zum Hafen am Festland.
Man sollte daran denken, die Kurkarten, die man kriegt für die Kurtaxe freischalten zu lassen (macht die Kurverwaltung), sonst zahlt man. Über den Saal muss ich hier nix weiter sagen, da der abgerissen wird...
Tag 2 - Borkum (Travel: 70km, 1:45h)
Insel: mit dem Auto befahrbar, Fähre fährt Gezeiten unabhängig.
Wir mussten 5.15Uhr aufstehen, um 6.40Uhr den Zug und die Fähre zum Festland zu kriegen, da in Emden die einzig sinnvolle Fähre schon um 12.00 nach Borkum ging...
Wir (d.h. eigentlich die Booking-Agentur) haben es versäumt, uns rechtzeitig einen Auto-platz auf der Fähre zu buchen. Deshalb mussten wir wieder die Container-Nummer fahren.
Es war das gleiche Spiel mit Spedition auf der Insel. Und es hat geklappt, auch wenn man da lieber einmal zu viel telefoniert...
Tag 3 - Langeoog (Travel: 58km, 1:20h)
Insel: Autofrei, Fähre fährt Gezeiten-unabhängig, Zug vom Hafen zur Stadt (Achtung: zwei Zughaltestellen)
Auf Langeoog sollte alle Technik gut in Cases verpackt sein, da die Spedition nicht den Container zum Saal bringt, sondern selbstständig alles auf einen offenen Anhänger packen und das Ganze auch bei Regen nicht abdecken...
Tag 4 - Norderney (Travel: 36km, 1:00h)
Insel: mit dem Auto befahrbar (allerdings nur eine Stunde nach Ankunft der Fähre und eine Stunde vor Abfahrt der Fähre), Fähre fährt Gezeiten-unabhängig
Man muss auf der Insel (kann man auch erst dort) eine Auto-Reservierung für die Rückfahrt holen. Da kann es passieren, dass die Fähre, die man gern benutzen möchte schon ausgebucht ist. (Nicht wirklich planbar)
Wer im Kurtheater das Vergnügen hat, hat's gut. Ein wunderbares, 100Jahre altes Theater mit ca. 300 Sitzplätzen. Ansonsten scheint Norderney der deutsche Ballermann zu sein. Echt krass, was da abgeht, so mitten am helligten Tag.
Tag 5 - Juist (Travel: 0km, 0:00h) - Fähre fährt am gleichen Hafen, wie für Norderney.
Insel: Autofrei, keine Elektroautos (nur Pferde und Fahrräder), Fähre fährt nur bei Hochwasser.
Schönste Insel der ganzen "Rutsche". Am Hafen auf der Insel müssen die Container ausgeladen werden und Herren mit Fahrrädern und Fahrradanhängern standen bereit:
Kursaal. Da Juist an der breitesten Stelle nur 500m breit ist, konnte ich vom F.O.H. aus links und rechts aus den Fenstern das Meer sehen. Hier werd ich wohl privat nochmal hinfahren. Schönste "Herr-der-Ringe-Landschaft".
Dann mussten wir am nächsten Tag noch 400km zum nächsten "Festlandgig" fahren. Da am Morgen keine Fähre fuhr (Ebbe), mussten wir mit der Pferdekutsche zum Flugplatz und mit dem Flieger aufs Festland. Sachen gibt's...
unterm Strich:
Man sollte wissen, wieviel Kubikmeter Technik man hat.
Man sollte wissen, wieviel Kilogramm Technik man hat.
Man sollte Fähren rechtzeitig buchen.
Keine Angst um die Containerfracht. Die Jungs wissen, was sie tun.
TO DO: Nachts mit Bier im Strandkorb und dann baden...
Bestimmt hab ich noch was vergessen. Egal. Fragt einfach.
Gruß,
Bertram