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Phantomspeisung selbstbauen ?

  • Jan_N
  • 18. März 2003 um 15:36
  • Jan_N
    Beiträge
    223
    • 18. März 2003 um 15:36
    • #1

    Hallo Forum,

    ich bin von einem Bekannten gefragt worden, ihm für die (XLR-)Mikrofoneingänge seiner Videokamera eine Phantomspeisung zu bauen, die aus der Kamera-Batterie mitgespeist wird. Grundsätzlich kein größeres Problem, so wie ich das sehe, aber praktisch wird es schwierig, dafür einen passenden DC/DC Wandler zu finden. Hat da jemand Quellen ?

    Vin <= ~7 V
    Vout : 48 V

    Ansonsten : Einkoppeln über ein Päärchen gematchter 6,8k-Widerstände, dahinter (in Richtung Ausgang) ein Hochpass bzw. mindestens Kondensator in jede heisse Ader, um die Gleichspannung wieder loszuwerden, oder seh ich das falsch ?

    Könnte man auch mit +24V auskommen - denn dafür gibts fertige SIL-Module einfach zu kaufen... Die meisten Mikros dürften auch mit 24V funktionieren, wenn man mal von Einbußen in der Aussteuerbarkeit absieht, oder sehe ich das falsch ?

    Könnte man für 48V die Ausgänge zweier 5V->24V DC/DC Wandler einfach in Serie schalten ohne weitere Probleme ?

    Gruss,
    Jan

  • JF
    Verifiziert
    Beiträge
    2.934
    • 18. März 2003 um 16:22
    • #2

    Grüsze!

    Viele Mikros funktionieren von 12-48V, kommt also auf die genaue Type an. Aber von 7V auf 48V wird schon ordentlich am Akku knabbern, nicht vergessen!

    Ein Pärchen 6,8k Widerstände (1% Typen aus der selben Charge passen so gut wie immer) und zur Entkopplung Elkos >=33uF und >=50V (bei Einschwingvorgängen des DC/DC-Wandlers eventuell mehr!).

    Ausgänge einfach so in Serie schalten geht natürlich nicht!!! Das muß man sich genau ansehen, ist unwahrscheinlich, das das geht.

    Und die Spannung sollte halbwegs Störerfrei sein! Ein kleiner Rippel ist nicht sooo die Krise, aber HF-Störungen können Probleme machen.

    mfg
    JF

  • Jan_N
    Beiträge
    223
    • 18. März 2003 um 16:52
    • #3

    Hallo Jürgen,

    das mit dem Verlust an Akkulaufzeit ist schon klar, aber da das Ding ein recht professioneller Schultercamcorder ist, fressen die maximalstens 2x10mA/48V laut Standard (ca. 1 W Output, also max. 1,5-2 W Input) auch nicht wirklich am dicken 60 Wh-Akku. Da ist es wichtiger, dass man nicht noch einen 9V-Block o.ä. als Fehlerquelle einbaut...

    Ich dachte auch nur, dass man 2 Wandler EVENTUELL in Serie schalten könnte, wenn diese galvanisch getrennte Ausgänge haben und somit die Ausgangsmasse irgendwas schwebendes wäre... Aber die meisten haben keine galvanische Trennung, schon gar nicht die integrierten Minibausteine... Und ich bin dummerweise kein Elektronikheld ;)

    Aber ein fertiges, kurzschlussfestes Modul ist mir trotz "nur" 24 V lieber als ein Bastellösung mit selbstgewickelten Spulen, bei der ich um die mehreren tausend Euro an Mikros bzw. Camcorder bangen müsste. Auch wenn das hier :

    http://www.b-cremer.de/Projekte/Elekt…antom-foto.html

    machbar aussieht.

    _EL_kos zum Entkoppeln der Phantomspannung vom Ausgang ? Sicher ? Nicht lieber irgendwas unpolares - Folien ? Preis spielt keine Rolex...

    Achja, den Ausgang des DC/DC-Wandlers kann man ja mit einem RC-Glied auch tiefpassen, dann sollte sich das Problem mit HF-Müll auch erledigen, oder ?

    Gruss,
    Jan

  • JF
    Verifiziert
    Beiträge
    2.934
    • 18. März 2003 um 17:03
    • #4

    Grüsze!

    In beinahe jedem Gerät sind Elkos zur Entkopplung drinnen, auch in sehr hochwertigen. Und auf jeden Fall in Mikros zum auskoppeln ;)
    So lange der elko mit einer Versorgungsspannung "vorgespannt" ist verhält er sich auch sehr brav und macht keinerlei Probleme! Und da dies bei einer Phantompowerversorgung ja immer der Fall ist .....
    Kannst aber natürlich auch einen "richtigen", bipolaren Elko nehmen, aber 50V muß er schon aushalten.

    Je nach Mikro können 18V (2x9V) schon ausreichen, mußt du aber speziell nachprüfen. Die Speisewiderstände solltest du dann aber kleiner machen, Richtlinie 3k3 oder 4k7. (12V oder 24V Norm sind 2k2, wenn ich mich recht erinnere?)
    Eine zusätzliche Spannungsstabilisierung würde ich auf keinen Fall machen, die Spannung aus einer Batterie ist schon OK :lol:

    Und ein fertiges, GUTES 24V Modul sollte auch funktionieren. So richtigen floating Ground werden wohl nur sehr wenige (aufwendige!) haben, irgendwie muß man ja eine Rückkopplung zum regeln machen.

    Und gegen Beschädigungen Seriendioden und Überspannungsschutz einbauen! Gerade bei hochwertigen Geräten.

    mfg
    JF

  • Jan_N
    Beiträge
    223
    • 18. März 2003 um 19:09
    • #5

    Hi Jürgen

    > In beinahe jedem Gerät sind Elkos zur Entkopplung drinnen, auch in sehr
    > hochwertigen. Und auf jeden Fall in Mikros zum auskoppeln
    > So lange der elko mit einer Versorgungsspannung "vorgespannt" ist
    > verhält er sich auch sehr brav und macht keinerlei Probleme! Und da dies
    > bei einer Phantompowerversorgung ja immer der Fall ist .....

    Man lernt nie aus... :)

    > Kannst aber natürlich auch einen "richtigen", bipolaren Elko nehmen, aber
    > 50V muß er schon aushalten.

    Klar, eher 63...

    > Je nach Mikro können 18V (2x9V) schon ausreichen, mußt du aber
    > speziell nachprüfen. Die Speisewiderstände solltest du dann aber kleiner
    > machen, Richtlinie 3k3 oder 4k7. (12V oder 24V Norm sind 2k2, wenn ich
    > mich recht erinnere?)

    1,2k bei 24V, zumindest behauptet das

    http://www.schoeps.de/D/PDFs/Mikrofonbuch_Kap13.pdf

    > Eine zusätzliche Spannungsstabilisierung würde ich auf keinen Fall
    > machen, die Spannung aus einer Batterie ist schon OK.

    Nee, ich meinte auch, dass ich hinter dem DC/DC-Wandler (werd ich mir mal auf dem Oszi anschauen, was da rauskommt) eventuell noch was baue, damit da kein HF-Müll vom Schlaltregler zum Mikrofon gelangt...
    Und stabilisieren wollte ich die Batteriespannung sicherlich nicht, die ist sauber, so viel ist klar. Aber wenn der DC-DC-Wandler mit Uin = 5V +-0,5 V spezifiziert ist, werde ich noch irgendwo ~2V verlieren müssen.

    > Und gegen Beschädigungen Seriendioden und Überspannungsschutz
    > einbauen! Gerade bei hochwertigen Geräten.

    Ich dachte da für letzteres an 2x Z-DIode in Serie (Kathode an Kathode), das ganze parallel zum Ausgang, dann hätte man da max. U(zener) am Ausgang, wenn ich mich recht erinnere. Ja, und ne Seriendiode gegen Verpolung auch noch...

    Danke schon mal für die Tipps,
    Jan

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