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Funkfrequenzen - Warnung vor der Bundesregierung

  • frank golchert
  • 17. März 2009 um 17:43
  • mringhoff
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    • 15. Juni 2009 um 23:03
    • #181
    Zitat von "schallereignissortierer"


    Diese Überheblichkeit und Arroganz -Bereinigung, Vorteile für die "Großen" Verleiher, Marktbereinigung, So ist eben die Wirtschaft usw.- denjenigen gegenüber, die eben nicht die Kohle aus dem Ärmel schütteln können UND die klammheimliche Freude darüber, das der Markt jetzt endlich von dem Kroppzeug bereinigt wird.


    ich würde an Deiner Stelle das etwas relaxter sehen. Klauston hat nach meiner Lesart lediglich mal auch eine Chance aufzeigen wollen. Er ist meiner Erkenntnis zufolge weder ein Vermieter noch hat er etwas davon, wenn die neuen Frequenzen kommen. Insofern sehe ich diese Stellungnahme auch nicht als überheblich an. Man muss auch aus einer Krise mal auch positive Dinge ziehen können.
    Und ich sehe das übrigens ähnlich: Momentan wird teilweise mit enormen Summen herumgeworfen, die plötzlich alle zum Fenster hinausgeworfen wären. Dabei sind das erstens noch einige Jahre hin (vor allem in den Ballungszentren, wo sich viele Kultureinrichtungen befinden) und zweitens weiß keiner, ob man nicht doch teilweise dort weiterfunken kann. Stichwort Mittenbandlösung.

    Freie Funkfrequenzen werden in unsere Breitengraden immer rarer und enger gesetzt. Hier kann man mit hochwertigen, schmalbandigen Geräten wesentlich mehr rausholen als mit Billigfunken. Wenn jetzt die Umstellung dazu führt, hier wieder höherwertige Qualität verwenden zu müssen, dann finde ich das schon eine Chance für uns alle...

    @klauston: danke für die Stellungnahme ohne den "Rotstift"... :)

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  • schallereignissortierer
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    • 15. Juni 2009 um 23:26
    • #182

    der 31.12.2015 ist aber das Datum, zu dem die Zulassung als Sekundärnutzer endgültig entfällt.

    Nur sitzen die Mobilfunkanbieter bereits in den Startlöchern, um möglichst zeitnah bereits Mitte 2010 ihre neuen Angebote auf den Markt zu bringen.
    Bereits dann ist in entsprechenden Gebieten Schluss mit lustig, denn wie der Name "Sekundärnutzer" schon sagt, bevorrechtigte Nutzer gehen vor.

    Mit etwas "Glück" stellt sich das Problem also viel zeitnäher, als es das Ablaufdatum 2015 zunächst erwarten lässt, denn die Primär!nutzer stehen in den Startlöchern:

    36 Der Frequenzbereich 790 – 862 MHz ist im Benehmen mit den Ländern so bald wie möglich für
    die mobile breitbandige Internetversorgung zu nutzen. Er dient vorrangig zur Schließung von
    Versorgungslücken in ländlichen Bereichen. Der Mobilfunkdienst im Frequenzbereich 790 –
    862 MHz darf keine Störungen des Rundfunkdienstes verursachen.
    ...
    Drucksache 204/09
    90
    ● Im UHF-Rundfunkband 470 – 862 MHz wurde auf weltweiter Basis der obere Teilfre-
    quenzbereich 790 – 862 MHz dem Mobilfunkdienst primär zugewiesen. Damit kann
    ein Teil der so genannten „Digitalen Dividende“, d.h. des Zugewinns an Nutzungs-
    möglichkeiten des Frequenzspektrums aus der Umstellung von analogem auf digita-
    les terrestrisches Fernsehen, bundesweit für Mobilfunkanwendungen eingeplant
    werden. Aufgrund der guten Ausbreitungseigenschaften der Funkwellen in diesem
    Frequenzbereich kann dies insbesondere der Versorgung dünn besiedelter Gebiete
    mit innovativen Mobilfunkanwendungen, die auch den Medienpluralismus unterstüt-
    zen, und der Bereitstellung von breitbandigen Internetanschlüssen zugute kommen.
    ...
    ● Der Frequenzbereich 790 – 862 MHz dient der Verbesserung der Breitbandversor-
    gung ländlicher Bereiche. Dies bedeutet, dass zunächst Versorgungslücken in ländli-
    chen Bereichen und danach in anderen Regionen geschlossen werden sollen und
    dass nicht zunächst eine Planung für nichtländliche Bereiche erfolgen darf. In dem
    Vergabeverfahren bei der Bundesnetzagentur sind die Länder in angemessener
    Weise zu beteiligen.
    ...
    ● Bis zum Ende des Jahres 2015 gilt eine Verfügung der Bundesnetzagentur, wonach
    in den Frequenzbereichen 790 – 814 und 838 – 862 MHz drahtlose Mikrofone für
    professionelle Nutzungen allgemein zugeteilt betrieben werden dürfen.*** Über das
    Jahr 2015 hinaus sind im Einzelfall Zuteilungen möglich. Die Bundesregierung wird
    sich auf europäischer/internationaler Ebene dafür einsetzen, dass rechtzeitig alter-
    native Frequenzbereiche für diese Nutzungen verfügbar sind. Geprüft wird derzeit
    die Nutzung des Frequenzbereichs 1400 – 1500 MHz (innerhalb des so genannten
    Rundfunk-L-Bandes) sowie der Frequenzbereich 1800 – 1805 MHz. Der Frequenz-
    bereich 1785 – 1800 MHz steht bereits europaweit als Alternative für drahtlose Mik-
    rofone zur Verfügung.

    ***Wie bereits eingangs erwähnt, als "Sekundär"! Nutzer...

    Ich hatte was ähnliches letztes Jahr, für eine Theater Produktion wollte ich einen 160mW Video Sender genehmigen lassen.
    Kein Problem hieß es seitens der BNA, aber für diese Frequenzen wäre der SWR bevorrechtigt.

    Insofern könnte ich den Sender durchaus betreiben -Störungen außerhalb des Theaters wären keine zu erwarten, da keine Sendeanlage mit entsprechender Frequenz in der Nähe sei und- aber sobald der SWR im Bereich des Theaters eine Produktion hätte, müsste ich den Sender (da Sekundärnutzer) ausschalten.

    So in der Art kann es auch mit den Funkstrecken passieren, wenn ich mich da nicht sehr verlesen habe. Eine "Sekundärnutzung" beinhaltet keinen garantierten störungsfreien Betrieb.

    Machen Sie das hauptberuflich oder verdient die Frau dazu?

  • mringhoff
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    • 15. Juni 2009 um 23:42
    • #183

    ja und?
    Du gibst Dir die Antwort ja schon selber:

    Zitat von "schallereignissortierer"


    Nur sitzen die Mobilfunkanbieter bereits in den Startlöchern, um möglichst zeitnah bereits Mitte 2010 ihre neuen Angebote auf den Markt zu bringen.
    ...
    ● ... Dies bedeutet, dass zunächst Versorgungslücken in ländli-
    chen Bereichen und danach in anderen Regionen geschlossen werden sollen und
    dass nicht zunächst eine Planung für nichtländliche Bereiche erfolgen darf.

    Also: bis dato steht ja noch nichtmal ein Versteigerungstermin fest....
    Wer noch keine Frequenz ersteigert hat, der wird bis dato auch noch nicht tätig werden.
    Und dann bin ich mal gespannt, ob das politisch so gehypte Funkbreitband auf dem Markt seine Abnehmer findet....

    Und die meisten Anwender von Funkmikrofone gibt es nun einfach in den Ballungszentren. Dort aber wird so schnell kein Funkbreitband aufgebaut werden, warum auch? Es gibt bestehende, preiswertere und bessere Lösungen...

    Es wird alles lange nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird...
    Ein paar Jahre wirst Du sicher wohl noch senden können, ohne Störungen.
    (es sei denn, Du befindest Dich auf dem derzeit breitbandfreiem Land...)

    Was natürlich nicht heißen soll, daß wir nicht um den (Teil-)Erhalt unserer Frequenzen kämpfen sollten...

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  • simonstpauli
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    • 15. Juni 2009 um 23:47
    • #184

    Darf ich noch mal kurz ins Gedächtnis rufen, daß diese Entwicklung, die allgemein als "Digitale Dividende" beschrieben wird, schon vor Jahren auf europäischer und zwischenstaatlicher Ebene beschlossen wurde?
    Vor Allem ist hier die RRC06 zu nennen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Regional_…Conference_2006

    Viele hier (mich eingeschlossen) verleihen keine Funkstrecken sondern arbeiten damit. Und aus diesem professionellen Interesse heraus wird das Thema aufgegriffen, weil es uns betrifft.

    Der Thread-Start war schon provokant, letztlich setzt die Bundesregierung samt Bundesrat nur internationale Abkommen um.

    gert, gibt es schon Neues von der Insel? Da war ja mal Kanal 38 als möglicher Ausweichort im Gespräch...
    Es wäre ja schön, wenn Lösungen für die Veranstaltungsbranche dann wenigstens auch europäisch koordiniert sein können, wenn schon eine Umstellung ansteht.

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

  • schallereignissortierer
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    • 16. Juni 2009 um 00:36
    • #185
    Zitat von "mringhoff"

    Also: bis dato steht ja noch nichtmal ein Versteigerungstermin fest....
    Wer noch keine Frequenz ersteigert hat, der wird bis dato auch noch nicht tätig werden.
    Und dann bin ich mal gespannt, ob das politisch so gehypte Funkbreitband auf dem Markt seine Abnehmer findet....
    ...
    Was natürlich nicht heißen soll, daß wir nicht um den (Teil-)Erhalt unserer Frequenzen kämpfen sollten...


    Dies bedeutet, dass zunächst Versorgungslücken in ländli-
    chen Bereichen und danach in anderen Regionen geschlossen werden sollen und
    dass nicht zunächst eine Planung für nichtländliche Bereiche erfolgen darf.

    Die Frage bei "zunächst" ist ja u.a., wie denn die neuen Endgeräte auf der Teilnehmerseite für den breitbandigen Internet Zugang aussehen werden.
    Versorgt die Funklösung nur neue DSLAMs und ab da werden die Kupferkabel zum Teilnehmer verwendet, oder wird es eine komplett kabellose Lösung incl. der per Funk angebundenen Gegenstelle beim Teilnehmer sein?

    Empfangen die Endgeräte direkt und werden auch mobile Lösungen für die Walachei angeboten, dürfte es zeitnah zu erwarten sein, das der Endkunde sein mobiles DSL Modem (oder wie immer man es nennen möchte) nicht nur in der Walachei benutzen möchte, sondern auch in Ballungsgebieten.

    Ich würde auf jeden Fall keine zwei Systeme (mit den damit verbundenen zwei Verträgen und doppelten Kosten) anschaffen wollen, um sowohl zuhause als auch unterwegs per Breitbandzugang online gehen zu können.

    Insofern bleibt es abzuwarten, wieweit "zunächst" ländlich von dann überall nutzbar zeitlich auseinander liegen wird.

    Eine zumindest theoretische interessante Geschichte ist "cognitives Radio", das sich selbst organisiert und sich anhand von GPS und Datenbanken mit seiner Umgebung verständigt und für die Übertragung optimiert:
    http://www.fitt-for-innovation.eu/fileadmin/_hei…_29_11_2005.pdf

    Als Doktorarbeit:
    http://digbib.ubka.uni-karlsruhe.de/volltexte/documents/600974

    Machen Sie das hauptberuflich oder verdient die Frau dazu?

  • Uew
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    • 16. Juni 2009 um 10:12
    • #186
    Zitat von "mringhoff"

    Und die meisten Anwender von Funkmikrofone gibt es nun einfach in den Ballungszentren. Dort aber wird so schnell kein Funkbreitband aufgebaut werden, warum auch? Es gibt bestehende, preiswertere und bessere Lösungen...

    Es wird alles lange nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird...
    Ein paar Jahre wirst Du sicher wohl noch senden können, ohne Störungen.
    (es sei denn, Du befindest Dich auf dem derzeit breitbandfreiem Land...)

    Ich hätte da noch zwei Gedanken, die IMHO bislang noch nicht ganannt wurden:

    • Es sind ja alle heiß auf die UHF-Frequenzen wege ihrer guten Ausbreitungseigenschaften. Daraus schließe ich, das es völlig egal ist, ob ich mich auf dem Land befinde oder nur in einer Stadt, in der es ein paar Kilometer weiter noch ein Dorf gibt, das bislang kein DSL hatte. Die Mobilfunkbetreiber wollten doch explizit eine Lösung bei der sie mit einem Sender ein riesiges Gebiet abdecken können. Ich denke außer vielleicht in den Ballungsgebieten an Rhein und Ruhr und im Zentrum von Berlin wird uns das alle treffen...
    • Was habe ich davon, wenn ich weiß, das die Strecken bei mir im Lager und in der "heimischen" Stadthalle funktionieren? Ich denke ich bin hier nicht der einzige, der nicht nur vor der eigenen Haustüre anbietet. Wie soll ich denn bitte beim Angebot schreiben herausfinden, welche Systeme am Veranstaltungsort spielen würden? Oder fertigt die Bundesnetzagentur für alle relevanten Frequenzen eine Isofeldstärken-Karte für Deutschland an?

    Gruß UWE

  • simonstpauli
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    • 16. Juni 2009 um 14:52
    • #187
    Zitat von "mringhoff"

    ja und?
    Du gibst Dir die Antwort ja schon selber:


    Also: bis dato steht ja noch nichtmal ein Versteigerungstermin fest....
    ...


    Der kann ja erst nach der Anhörung der Bundesnetzagentur erfolgen, also ab frühestens ab August 2009, da die Ergebnisse der Anhörung auch noch vorliegen müssen.

    Die Mittenlücke wird übrigens explizit von der BNetzA als möglicher Frequenzbereich für Funkmikrofone genannt, was den Vorteil hätte, daß Hardware weiter nutzbar wäre (wenn sie denn 822-830 MHz kann)

    http://www.bundesnetzagentur.de/enid/7fdfa5991…eidung_5ng.html

    Ich empfehle dringend, den aktuellen Entwurf des Vergabeverfahrens, besonders in Hinblick auf die Formulierung der Versorgungsziele, zu lesen.

    http://www.bundesnetzagentur.de/media/archive/16306.pdf

    Christian Tepfer * Monitor-Operator, HF-Betreuer, FOH-Mischer, Klang-Gestalter
    http://klanggestaltung.wordpress.com/

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