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Schutzpotentialausgleich - Leitungstypen

  • Micromann
  • 30. November 2009 um 21:09
  • Micromann
    Beiträge
    1.622
    • 30. November 2009 um 21:09
    • #1

    Hallo liebe Gemeinde,

    ich streite mich hier gerade mit einem örtlichen Elektriker der leider für unseren Strom zuständig ist über den Schutzpotentialausgleich an einer von uns errichteten Traversenkonstruktion.

    Meiner Meinung nach müssen alle Metallenteile einer Gebäudekonstruktion die im Fehlerfalle ein elektrisches Potential aufbauen können mit der Potentialausgleichsschiene verbunden werden. Soweit sind wir uns auch noch einig. Meiner MEinung nach dürfen aber für den Potentialausgleich sowohl Mantelleitungen, Aderleitungen als auch blanke Kupfer oder Aludrähte verwendet werden. Weiterhin dürfen Isolierhüllen in jeder Farbe auch in grün-gelb verwendet werden.

    Daraus resultiert für mich ich, ich darf auch eine Leitung vom Typ H07V-K im ausreichenden Querschnitt einsetzen und diese muss auch nicht zwangsweise grün-gelb sein.

    In unserem Falle habe wir alle Leitungen in grün-gelb und vom besagten Leitungstyp H07V-K mit einem Querschnitt von 25mm² ausgeführt. Der Elektriker hier vor Ort beharrt allerdings auf eine NYM-LEitung oder eine starre H07V-U Leitung in entsprechendem Schutzrohr. Beides ist meiner Meinung nach nicht nötig. Allerdings habe ich hier vor Ort auch keine VDE auf die ich zurückgreifen kann um ihm das ganze schwarz auf weiß zu zeigen. Ich weiß nur das wir uns hier im Bereich der VDE 0-100 bewegen müssten. Allerdings kann ich ihm so nicht sagen in welchem Teil er das ganze nachlesen kann. Er beharrt leider auf seinem Standpunkt und versucht mich dahin zu drängen entsprechendes LEitungsmaterial bei ihm zu kaufen, was ich so einfach mal noch nicht einsehe.

    vielen dank für eure Mühen

    gruß micromann


    Man kann nicht nicht kommunizieren :D

  • andi.bt
    Beiträge
    709
    • 30. November 2009 um 22:49
    • #2

    Grundsätzlich gilt als erstes mal die freiheit des Elektrikers:

    Die VDE schreibt eine EINDEUTIGE Kennzeichnung des Schutzleiters vor. Was nun nach aktuellen Regelungen nun mal Grün-Gelb ist. Hat den Hintergrund, dass diese Farbkombination (und NUR DIESE Farbkombination) garantieren, dass auf dieser Leitung keine Spannung anliegt!
    Somit fällt deine Meinung für andersfarbige Isolierhüllen oder gar keine Isolieren für mich als angehende Elektrofachkraft weg. (Grund für Grün-Gelb ist, dass auch Farbenblinde Menschen das erkennen können)

    Was den Leitungstyp angeht so liegt das in Ermessungssache der auszuführenden Elektrofachkraft.. Beim Leiterquerschnitt sagt die VDE aus, dass dieser in geeigneter Größe verlegt werden muss. Im Fehlerfall sollte der Schutzleiter so wenig Widerstand wie möglich haben. Und diesen Widerstand kann man eben nur durch Erhöhung des Querschnittes minimieren. Ich hab mal einen Richtwert von max. 1 Ohm gelernt. Dieser ist allerdings schon verdammt groß. Ich hab bei den Messungen Maximalwerte von 0.2 im Kopf.

    Allgemein gilt: Die ausführende Elektrofachkraft muss alles tun, was nötig ist um eine Anlage Sicher zu machen. Er ist für die Installation verwantwortlich und somit wird er dir auch sagen was er verwenden wird.. Oder im schlimmsten Fall sagt er einfach "Die Anlage geht so nicht in Betrieb!" was für dich eindeutig das größere Übel wäre..

    Ich würde dir raten ihn zu hinterfragen warum er diesen Leitungstyp, etc. verwendet.. Es gibt für alles eine logische Erklärung ;)

  • rolf herrmann
    Beiträge
    137
    • 13. Dezember 2009 um 19:54
    • #3

    Nicht der Kabeltyp ist entscheidend, sondern der Querschnitt.
    Wird dieser Anschluß allerdings über mehrere Meter fest verlegt, empfiehlt sich zum Schutz des Kabels schon eine Verwendung von NYM, da hier nicht nur eine Isolierung, sondern auch ein zusätzlicher Kabelmantel vorhanden ist.
    Die Verlegung in Installationsrohr muß bei NYM nicht zwingend sein, aber bei H07V-U wie auch -K fehlt der Mantel als Schutz, also bitte in Rohr verlegen!
    Als Elektriker bemesse ich den Querschnitt des Schutzleiteranschlusses nach dem Anschluß des größten Verbrauchers, bzw der größten Einspeisung im Raum und benutze dann zum Potentialausgleich den gleichen Querschnitt.
    Beispiel: 63A- Einspeisung mit 5x16mm²=16mm² Schutzleiter
    Im übrigen kann ich meinem Vorredner zur Farbwahl nur beipflichten: Einzig und allein grün-gelb !!

    Mit elektrischen Grüßen
    Rolf

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