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CV D5: Weichenschaltungsesoterik oder absurde Sparsamkeit

  • ThomasK
  • 4. Oktober 2012 um 15:33
  • ThomasK
    Beiträge
    147
    • 4. Oktober 2012 um 15:33
    • #1

    Bevor wieder alle 'schreien' falsches Forum: Ja, Cerwin Vega D-5 ist maximal Party PA mir geht es aber hier um das prinzipielle Know-how zum Thema passive Weichen das ich eher hier verorte :wink:

    Ich überlege gerade wie ich ein Paar D-5 wiederbelebe (Beschallung im Jugendbereich): ein reconen der beiden Woofer erscheint mir wenig sinnvoll, deshalb die Überlegung neues Material zu verwenden. Beim Blick auf die Weiche viel mir die extreme Sparsamkeit auf:

    • Mid und High sind nur mit erster Ordnung getrennt
    • Woofer ohne jedwede Trennung

    Welche Idee verbirgt sich hinter dem Ansatz den Woofer über den gesamten Frequenzbereich laufen zu lassen - zumal es dem Impedanzverlauf auch nicht gerade dienlich ist...?
    Der Midrange ist eine geschlossene Ausführung. Wird dieses Hochpaßverhalten sinnvoll und zielgerichtet berücksichtigt oder ist das ganze Konstrukt Ill-by-Design?

    THX

    P.s.: Kennt jemand vielleicht die T/S des ursprünglich eingebauten L121-4?

  • Mechwerkandi
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    • 4. Oktober 2012 um 17:32
    • #2
    Zitat von "ThomasK"


    Welche Idee verbirgt sich hinter dem Ansatz den Woofer über den gesamten Frequenzbereich laufen zu lassen - zumal es dem Impedanzverlauf auch nicht gerade dienlich ist...?


    Das beschriebene System ist nicht unüblich und basiert auf dem Umstand, das der weich aufgehangene Bass ohnehin > 1 kHz kaum noch Leistung abstrahlt. Die überschüssig zugeführte el. Leistung wird in dem Kontext ignoriert...

    Zitat von "ThomasK"


    Der Midrange ist eine geschlossene Ausführung. Wird dieses Hochpaßverhalten sinnvoll und zielgerichtet berücksichtigt oder ist das ganze Konstrukt Ill-by-Design?


    Der Mt ist geschlossen, damit er vom Tt Chassis nicht aus dem Gehäuse geschlagen wird. :wink:
    Ist in dem Umfeld ebenfalls üblich.

    Die Einfach-Beweichung ist bei sinnvoller Chassis-Kombination durchaus zweckmässig. Man kann natürlich auch den anderen Weg gehen, und und versuchen, nicht passende Chassis-Kombinationen via aufwändiger Weiche auf Richtung zu trimmen. Was man halt will...
    Dynaudio geht ebenfalls den Weg über Einfach-Weichen, das Ergebnis ist unstrittig hochwertig.

  • Jens Droessler
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    • 5. Oktober 2012 um 00:44
    • #3

    Reell gesehen würde ich sagen, dass CV das hauptsächlich gemacht hat, um Geld zu sparen. Bei allem Respekt vor Hifi-Herstellern, die Chassis so lange suchen oder gar entwickeln, bis es mit möglichst wenig Weiche gut klingt, das funktioniert im PA-Bereich nicht im gleichen Maße, weil die Anforderungen andere sind. Bei Hifi kann man für guten Klang auf Effizienz verzichten, zu Zeiten der D5 konnte man das im PA-Bereich sicherlich nicht. Also wurden die Chassis schon gewählt, weil sie laut waren, der Klang war zweitrangig (nicht unwichtig, aber nicht an erster Stelle, denn auch da gabs schon EQs). Jetzt hätte man den Klang per Passivweiche hinbiegen können, aber einerseits kostet das viele Bauteile und somit viel Geld (man kann ja schließlich auch nicht mit 10V-Kondensatoren arbeiten), andererseits klaut man wieder Effizienz, wenn man all die schönen Fiesheiten bereinigt. Dazu gehört eben auch das Betreiben des Tieftöners ohne Tiefpass. Macht eben laut... Bei allem Respekt für Mechwerkandi, aber ich glaube, da schlägt die nostalgische Erinnerung zu. Ich denke einfach nicht, dass in der Box die Chassis und Treiber so linear spielen und so angeordnet waren, dass die Phasen 100%ig passen.

  • Mechwerkandi
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    • 5. Oktober 2012 um 08:14
    • #4
    Zitat von "Jens Droessler"


    Ich denke einfach nicht, dass in der Box die Chassis und Treiber so linear spielen und so angeordnet waren, dass die Phasen 100%ig passen.


    Das ist sicherlich ebenfalls unstrittig.
    Frage ist nur, wie man diesen Umstand bewertet... :wink:

  • Kracky
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    • 5. Oktober 2012 um 12:36
    • #5

    Das letzte mal als ich so was zu Gesicht bekommen habe stand Raveland drauf. Nein, stimmt nicht ganz, unsere kleinen Föön hatten so ähnliche Weichen die dann fachmännisch ersetzt wurden, seit dem sind das meine kleinen Lieblinge wenn es um hochwertige Beschallung geht. Bei CV glaube ich das es nur um Gewinnerziehungsabsichten ging und nichts mit Qualitätsmerkmal zu tun hat. Wenn du schon in Hifi Foren liest von wegen Rock n Roll Partybox dann ist schon viel gesagt.

    In meinem Lexikon fehlt das Wort unmöglich!

    ASR Computer & PA Technik
    André Ruhnau
    Rosenstr.6
    78598 Königsheim

  • karel noon
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    • 5. Oktober 2012 um 13:16
    • #6

    Viele tieftöner haben oberhalb ihres angedachten einsatzgebietes unschöne frequenzverläufe, mit teilweise sehr hohen peaks bevor sie abfallen.

    Ein Schelm wer Böses dabei denkt in verbindung mit der Wichtigkeit der maximalen Dezibel Angabe gerade im low Budget bereich;)

    Doppelt gewonnen, hohe spl Zahl mit subjektiver Lautheit durch die im randbereich entstehenden Verzerrungen, voll die geile box altaaa, und viel lauter als deine :lol:

    Privater Account mit meiner persönlichen Meinung.

    Sollte es ein Problem mit meiner Neutralität zu einem Thema geben mache ich das im Beitrag kenntlich. :thumbup:

    http://www.noon.ruhr

    Application Support Engineer - HK Audio

  • Hitower
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    • 5. Oktober 2012 um 17:00
    • #7

    Hi
    Die Weichen in meinen (Party-PA) JB Systems system sehen ähnlich aus! TT ohne, MT-Horn mit Hochpass und HT Superhorn auch mit ganz hohen Hochpass
    Die Kondensatoren hat es diversemale Zerissen...Die waren dazu auch noch schwach dimensioniert!
    Und im "Sub" steckt ne Spule die per Schalter überbrückbar ist (für Disco und PA steht dran)
    Einfach, günstig, aber klanglich wohl verbesserbar... Rest macht der EQ :lol:

    Bei CV hätte ich das aber nicht erwartet...

    Gruß
    Daniel

    Fachkraft in Hamburg...

  • F.A.Bi.A.N.
    Verifiziert
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    • 5. Oktober 2012 um 19:39
    • #8
    Zitat von "Kracky"

    Das letzte mal als ich so was zu Gesicht bekommen habe stand Raveland drauf. Nein, stimmt nicht ganz, unsere kleinen Föön hatten so ähnliche Weichen die dann fachmännisch ersetzt wurden, seit dem sind das meine kleinen Lieblinge wenn es um hochwertige Beschallung geht.


    :wink:

    Zitat von "Kracky"

    Bei CV glaube ich das es nur um Gewinnerziehungsabsichten ging und nichts mit Qualitätsmerkmal zu tun hat.


    davon würde ich auch ausgehen.
    will nicht heißen, dass es nicht auch anders geht - "mechanische" frequenzweichen gibt´s natürlich auch. wenn wir jetzt aber nicht aufpassen, haben wir ruck-zuck wieder eine 6dB-weichen-diskussion ausgelöst. das will doch keiner.

  • Jens Droessler
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    • 5. Oktober 2012 um 23:05
    • #9

    Man muss nicht über 6dB-Weichen diskutieren. Das ist hier ja nur ein technischer Umstand, der sich so ergibt. Wenn man die Treiber entsprechend anordnen kann und sie jeweils breitbandig genug und auch belastbar genug sind, kann das Ergebnis klanglich gut sein. Da wird wohl kaum einer widersprechen.

    Aber in diesem Fall: Ich hab gerade nicht im Ohr, wie die Kiste ohne EQ klingt, aber besonders gut wird's vermutlich nie gewesen sein. CV war ja schon immer eher für laut als für klanglich hochwertig bekannt. Vermutlich hat man die Weiche so auch für ausreichend empfunden.

    Ja, damals wird man diesem Umstand vielleicht auch mangels ordentlicher Messsysteme wenig Bedeutung beigemessen haben. Es ging schon irgendwie, und der EQ wird's richten. Aber nach heutigen Maßstäben... Sind wir zu verwöhnt? Ich denke nicht.

  • Mechwerkandi
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    • 6. Oktober 2012 um 11:45
    • #10
    Zitat von "F.A.Bi.A.N."


    das will doch keiner.


    Ach.
    Wirklich?

  • Dirk Hahn
    Verifiziert
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    1.138
    • 24. Oktober 2012 um 00:04
    • #11

    Über manche Produkte von CV, in die ich aufgrund beauftragter Repa-Maßnahmen reinschauen durfte, überwog der Schock.

    Über Hersteller, die Filter 1. Ordnung in ihre Phylosophie eingebettet haben, hört man jedes Jahr über neu entwickelte Produkte mit sensationellem Fortschritt für das neue Produkt gegenüber dem Vorgänger. Doch eigentlich war das Produkt bereits vor 5 Jahren der Megakracher oder Weltmeister und und und.

    Ich erinnere mich an ein Interview von Bernd Timmermanns an Joseph D´Appolito in einer HH Ausgabe. Hier fragte Bernd: was halten sie von Filtern 1. Ordnung? Die Antwort von Joseph war nur ein Wort: Zeitverschwendung!!

    Ich erinnere mich an meine 3 Versuche, in denen ich aufgrund idealer Chassisbedingungen versucht habe, ein Filter 1. Ordnung zu machen. In einem Versuch war das Ergebnis auf dem Bildschirm sensationell. Es betraf die Kombination aus Peerless KC-825 und dem Peerless KO 10 DT. Nahezu alles in der Meßtechnik passte perfekt, aber das akustische Ergebnis war mittelmäßig bis schlecht. Nach der Erstellung eines selektiven Filters war das akustische Ergebnis hervorragend.

    Viele inverstieren 100 Stunden in Planung und Konzeption, 30 Stunden für die Suche nach den billigsten Komponenten und ärgern sich jahrelang über Selbstbau Lautsprecher.

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