... das menschliche Gehör ist gegenüber Pegelschwankungen bei tiefen Frequenzen wirklich seeeehr unempfindlich.
Die Sache ist von Leuten, die von Akustik mehr Ahnung als ich haben, untersucht und bewiesen worden - wer es nicht glaubt, soll die entsprechende Literatur wälzen (es gibt schließlich Uni-Bibliotheken ...).
Hinzu kommen weitere (übrigens auch psychoakustische) Effekte wie z.B. der, daß der Grundton eines Klangs (z.B. Bass-Saite) "wahrgenommen wird, auch wenn der Grundton nicht übertragen wird (... das Gehirn ergänzt anhand der Obertöne den Klang so, daß der Grundton dann praktisch "gehört" wird).
Ein weiterer - wenig beachteter - Umstand ist der folgende:
Das Gehör "hört sich" auf überhöhte Basspegel (d.h. Anhebungen) genauso ein wie auf abfallende Basspegel.
Es gibt diesen Effekt auf Veranstaltungen, wenn alkoholisierte DJs oder Mucker im Laufe des Abends bei stetig steigendem Promille-Gehalt im Bassbereich immer mehr Gas geben und es (genau wie die Gäste) nicht wahrnehmen.
Nur ein Besucher, der dann zu später Stunde (ggf. nüchtern) in den Saal kommt, bemerkt diesen Wahnsinn und fragt sich, ob "die" denn noch ganz "frisch" sind ...
Wenn er sich dann aber länger im Saal aufhält, "eicht" sich auch sein Gehör mit der Zeit auf diese Bass-Anhebung.
Gleiches funktioniert übrigens auch, wenn mit eher "dünner" Wiedergabe gearbeitet wird (d.h. mit "zu leiser" Basswiedergabe) - sonst hätten die Ballbesucher in den 60er und 70er Jahren schließlich keinen Spaß gehabt ...
Ich hatte diesen Effekt auch schon mal erklärt (... wenn zwei Bands mit unterschiedlicher "Tendenz" bei der Tiefenwiedergabe im Wechsel auf einer Veranstaltung spielen).
Das Problem ist, daß das menschliche Gehör (übrigens auch das von Tthorsten !!!) nicht objektiv beurteilen kann, wie die tonale Balance wirklich ist. Nur wenn es zu extrem wird, wird es bemerkt - aber es gibt eine recht breite Grauzone, wo wir sowas nicht wahrnehmen können (d.h. da hilft nur: Messen!).
Generell bin ich - nicht nur bei bei Live-Mucke - der Meinung, daß eine überbetonte bzw. überzogene Basswiedergabe lediglich die Probleme bei einer Tonübertragung verschärft (u.a. Feedback im Bassbereich, insgesamt schwammigere Wiedergabe, unnötig hoher Leistungsbedarf und erhöhte Materialbeanspruchung ...).
Viele Grüsse sendet