Zitat von "Fux"Also den Satz "Für gute Hörner kommen eigentlich immer nur Chassis mit großer Auslenkung ......in Frage" kann man wohl ja so nicht stehen lassen.
Wenn ich mir z.B. die Daten eines RCF L15/554K anschaue ("Midbass") und wie der in einem Martin F2B Bassbin werkelt, dann wiederlegt das diese gewagt These eindeutig
Laut dem Originalposter geht es hier um ein (reinrassiges) Bass-Horn und nicht um einen Midbass! Für letzteren kann man durchaus den RCF L15/554K nehmen - wenn man gewisse Abstriche bei (sehr) tiefen Frequenzen macht!
Und man kann die Physik (noch) nicht überlisten. Das erreichen von hohe Lautstärken bei tiefen Frequenzen erfordern das Bewegen von (sehr) großen Luftmassen - und das geht nun mal nur in der Kombination von großer Membranfläche und großen Membranauslenkungen. Fehlt z.B. die Fläche, muß dafür die Auslenkung mehr 'schaffen'.
Ein Horn unterstützt dies nur, wenn es denn gut auf das Chassis abgestimmt ist. Während man bei BR-Systemen kaum über die 5%-Wirkungsgradmarke kommt, so kann man bei Hörner (theoretisch) bis zu 50% erreichen. Mein etwas modifiziertes Imperial-Horn kommt da schon auf über 20%(!). Darum reicht schon eine 200W-Endstufe für einen 200-Personen-Saal völlig aus. Es zertrümmert zwar noch nicht die Nieren- und Gallensteine :wink: aber es erzeugt, ganz unterschwellig und nicht aufdringlich, einen tiefen Bass der feinsten Art. Für PA ist es etwas unhandlich, da doch sehr sperrig, und mit immerhin etwas über 130kg auch nicht sonderlich transportabel. Aber mit einer eigenen Endstufe aktiv gemacht, sorgt es für den nötigen Hörgenuß und ein Pseudo-Kino-Hörerlebnis beim Abspielen von DVDs/BRs. ![]()
Zitat von "Fux"Wenn natürlich das Horn extra für einen sehr langhubigen Lautsprecher ausgelegt ist (z.B. Lab-Horn), dann funktioniert das mit einem kurzhubigen nicht so gut...
Ich bekomme immer ein wenig 'Bauchschmerzen', wenn man das pauschalisiert. Stimmen würde die Aussage, daß es dann nicht mehr so laut funktionieren würde, da der max. Schalldruckpegel (im Vergleich) nicht mehr erreicht werden könnte. Wenn man z.B. für das Lab-Horn ein anderes Chassis mit identischen oder sehr ähnlichen Parametern, jedoch mit einer wesentlich kleineren max. linearen Membranauslenkung (gefunden) hätte, dann würde es mit diesem Chassis dennoch genauso gut funktionieren. Lediglich beim max. Schalldruckpegel gäbe es eben einige Abstriche zu verzeichnen, bevor es anfängt hörbar zu klirren oder gar mit dem Schwingspulenträger gegen die Polplatte 'knallt'. Wer es also nur bis zu wohnzimmertauglichen Laustärken betreibt, wird keine bzw. kaum Unterschiede feststellen, und möglicherweise auch beim Design das Horn nicht zwingend an die (nicht vorhandene) Langhubigkeit eines Chassis anpassen (wollen). Sie 'spielt' dann einfach nicht so laut. Und wenn man es beim Design versucht zu berücksichtigen, dann erkauft man sich das i.d.R. durch andere 'Nachteile' (z.B. bei frontloaded Hörnern durch den Einsatz einer Vorkammer bevor es in den eigentlichen Hornverlauf geht, ...).