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  2. raimund rabe

Beiträge von raimund rabe

  • Basshornbauplan für Peavey Chassis

    • raimund rabe
    • 30. Juli 2010 um 12:30
    Zitat von "Fux"

    Also den Satz "Für gute Hörner kommen eigentlich immer nur Chassis mit großer Auslenkung ......in Frage" kann man wohl ja so nicht stehen lassen.
    Wenn ich mir z.B. die Daten eines RCF L15/554K anschaue ("Midbass") und wie der in einem Martin F2B Bassbin werkelt, dann wiederlegt das diese gewagt These eindeutig ;)

    Laut dem Originalposter geht es hier um ein (reinrassiges) Bass-Horn und nicht um einen Midbass! Für letzteren kann man durchaus den RCF L15/554K nehmen - wenn man gewisse Abstriche bei (sehr) tiefen Frequenzen macht!
    Und man kann die Physik (noch) nicht überlisten. Das erreichen von hohe Lautstärken bei tiefen Frequenzen erfordern das Bewegen von (sehr) großen Luftmassen - und das geht nun mal nur in der Kombination von großer Membranfläche und großen Membranauslenkungen. Fehlt z.B. die Fläche, muß dafür die Auslenkung mehr 'schaffen'.
    Ein Horn unterstützt dies nur, wenn es denn gut auf das Chassis abgestimmt ist. Während man bei BR-Systemen kaum über die 5%-Wirkungsgradmarke kommt, so kann man bei Hörner (theoretisch) bis zu 50% erreichen. Mein etwas modifiziertes Imperial-Horn kommt da schon auf über 20%(!). Darum reicht schon eine 200W-Endstufe für einen 200-Personen-Saal völlig aus. Es zertrümmert zwar noch nicht die Nieren- und Gallensteine :wink: aber es erzeugt, ganz unterschwellig und nicht aufdringlich, einen tiefen Bass der feinsten Art. Für PA ist es etwas unhandlich, da doch sehr sperrig, und mit immerhin etwas über 130kg auch nicht sonderlich transportabel. Aber mit einer eigenen Endstufe aktiv gemacht, sorgt es für den nötigen Hörgenuß und ein Pseudo-Kino-Hörerlebnis beim Abspielen von DVDs/BRs. :D

    Zitat von "Fux"

    Wenn natürlich das Horn extra für einen sehr langhubigen Lautsprecher ausgelegt ist (z.B. Lab-Horn), dann funktioniert das mit einem kurzhubigen nicht so gut...


    Ich bekomme immer ein wenig 'Bauchschmerzen', wenn man das pauschalisiert. Stimmen würde die Aussage, daß es dann nicht mehr so laut funktionieren würde, da der max. Schalldruckpegel (im Vergleich) nicht mehr erreicht werden könnte. Wenn man z.B. für das Lab-Horn ein anderes Chassis mit identischen oder sehr ähnlichen Parametern, jedoch mit einer wesentlich kleineren max. linearen Membranauslenkung (gefunden) hätte, dann würde es mit diesem Chassis dennoch genauso gut funktionieren. Lediglich beim max. Schalldruckpegel gäbe es eben einige Abstriche zu verzeichnen, bevor es anfängt hörbar zu klirren oder gar mit dem Schwingspulenträger gegen die Polplatte 'knallt'. Wer es also nur bis zu wohnzimmertauglichen Laustärken betreibt, wird keine bzw. kaum Unterschiede feststellen, und möglicherweise auch beim Design das Horn nicht zwingend an die (nicht vorhandene) Langhubigkeit eines Chassis anpassen (wollen). Sie 'spielt' dann einfach nicht so laut. Und wenn man es beim Design versucht zu berücksichtigen, dann erkauft man sich das i.d.R. durch andere 'Nachteile' (z.B. bei frontloaded Hörnern durch den Einsatz einer Vorkammer bevor es in den eigentlichen Hornverlauf geht, ...).

  • Basshornbauplan für Peavey Chassis

    • raimund rabe
    • 23. Juli 2010 um 09:01

    Bei der Frage "Was ist denn für Nah- und Weitbereich jetzt von Vorteil?" kann ich folgendes sagen, da wir (noch) nicht in der Lage sind die Physik zu überlisten:
    Willst Du etwas weit in den Raum 'werfen', so wirst Du nicht umhin kommen genug Leistung reinzustecken. Es gibt für den Nahbereich Lautsprecher mit einem großen Abstrahlwinkel (sieh Dir z.B. mal die Datenblätter bei Hochtonhörnern an) und welche für den Weitbereich, deren Abstrahlwinkel recht klein ist. Um dann aber eine große Fläche zu beschallen, bedarf es dann ausreichend Systeme, die die Fläche dann einigermaßen homogen 'ausleuchten' können. Kleine oder große Auslenkung hat zunächst einmal garnichts mit dem bevorzugten Einsatzbereich zu tun - jedenfalls nicht, wenn es um Nah- oder Weitbereich geht.
    Andererseits sind große Membranauslenkungen immer gut, wenn es darum geht einen hohen maximalen Schalldruckpegel erzeugen zu wollen. Lediglich beim Design der Chassis muß dann schon etwas mehr Hirnschmalz (, Material, Herstellungskosten, ...) eingesetzt werden, um die Chassis langhubiger werden zu lassen.

    Zum Thema "neue Pappen gegönnt" gilt es evtl. herauszufinden, ob die Chassis wieder die gleichen identischen (Thiele-Small-)Parameter haben wie zum Zeitpunkt wo sie noch neu waren. Nur dann wird die Box auch wieder so klingen und die prophezeiten Eigenschaften haben, wie der Designer/Kunde es damals haben wollte.

    Ein Testhorn aus Rohspan bauen kann man durchaus machen, aber da die Steifigkeit dieses Materials doch etwas zu wünschen übrig läßt, rate ich eigentlich immer davon ab - zumindest für eine finale Box. Wie Du selbst erfahren hast schwingt und scheppert es an allen freischwingenden Flächen. Man sollte nie unterschätzen was für Druckverhältnisse in einem Basshorn herrschen können. Ich hatte mal, just for fun und auch nicht wirklich ernst gemeint, ein kleines Horn mit nur 6mm MDF gebaut. Die Verleimungen wurde stumpf durchgeführt, d.h. es kamen keine Lamellos (also Flachdübel - bei nur 6mm auch etwas sinnlos), Eckleisten oder ähnliches zum Einsatz. Nach kaum einer Stunde einspielen der Chassis haben sich die Leimungen teilweise verabschiedet. Und das mit lediglich 8"-Chassis! Nun kann man sich sicherlich vorstellen, was ein 18"-Chassis mit einem derartigen 'Aufbau' machen würde. Die richtige Materialstärke zu wählen und genügend Verstrebungen and den kritischen Stellen einplanen, ist das A und O bei der Sache.

    Bezüglich der Laufzeiten ist immer die Schallquelle (also das Chassis) ausschlaggebend, da dort der Schall erzeugt wird - die Membran als einziges aktives Element sorgt ja für die nötige Bewegung der Luft. Jeden 'Umweg' den der Schall dann erst 'gehen' muß, bevor er aus der Box kommt - sei es durch ein Horn, eine Transmission-Line, usw. - erzeugt Dir eine Laufzweit, die man an die anderen Wege, zur laufzeitkorrekten Wiedergabe, ggf. anpassen sollte, um Auslöschungen bei bestimmten Frequenzen zu vermeiden.

  • Basshornbauplan für Peavey Chassis

    • raimund rabe
    • 22. Juli 2010 um 17:10

    Hi Super_Ingo,

    was Deine 1504'er stark limitiert, wenn es um Tiefbass geht, ist der doch sehr maue lineare Hub von nur ±3mm. Das ist gelinde gesagt für ein Sub-Bass ein KO-Kriterium. Mehr als bis 60Hz runter würde ich ihm auch nicht zutrauen, weil die Membran sonst sehr schnell aus dem linearen Auslenkbereich kommt und, wenn Du Pech hast, auch gleich noch bis an die mechanische Grenze (d.h. Polplatte) anschlägt.
    Für gute Hörner kommen eigentlich immer nur Chassis mit großer Auslenkung und niedrigem Qts zum Einsatz, wobei man das Letztere nicht unbedingt einhalten muß. Es gibt da durchaus ein paar 'Negativ'-Beispiele mit Chassis die einen sehr hohen Qts haben und dennoch ihren Einsatz in Hörnern fanden - naja, im HiFi-Bereich zumindest.
    Die Magie an sehr niedrigen Qts liegt zum einen darin begründet, daß je niedriger der Qts-Wert ist, desto größer die nutzbare Bandbreite (nach oben, also zu höheren Frequenzen) des Chassis wird. Die untere Grenzfrequenz wird überwiegend durch das Horn selbst bestimmt. Welchen Schalldruck es dabei jedoch in der Lage ist abzustrahlen, hängt in sehr großem Maße davon ab, welche Membranauslenkung das Chassis maximal schafft und welche Leistung es dabei 'wegstecken' kann.
    Wer sich einmal mit Hörner näher befasst hat, dem dürfte z.B. das Design-Tool "AJ-Horn" ein begriff sein. Wer möchte kann mir die (kompletten) TSPs seiner Chassis' übermitteln, sowie die Daten vom gewünschten Horn (d.h. Hals- und Mundöffnungsfläche, Länge, usw.) und ich kann ihm dann mal die 'Sache' simulieren. Bei allen von mir entwickelten und gebauten Hörnern waren die simulierten und später real gemessenen Werte recht übereinstimmend. 100%-ig geht's natürlich nicht, aber es ist definitiv eine sehr gute Design-Grundlage.

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