Mir ist hier grad nicht so ganz klar, was alles mit dem Budget abgedeckt werden muß. Nur die Splitlösung? Oder auch das Recording selbst? Mir war so, als hätte ich weiter oben gelesen, der Recorder wäre noch nicht da.
Ein komplettes Paket (Split, Verkabelung, Preamps, Recorder) wirst du für 1200€ auch gebraucht nicht erwerben können. Der erwähnte HD24 kostet je nachdem, ob man Glück hat, mal so zwischen 600 und 1000€ gebraucht. Dazu noch 24 Kanäle Preamps (günstigste Lösung gebraucht ADA8000) mindestens 250-300€. Ohne die wirds nicht wirklich gehen. Ich kenne keinen 24Ch-Recorder, der direkt 24 Mikrofonsignale verarbeiten könnte.
Kosten für einen vernünftigen Split? Was kosten dich 2 Blenden mit je 12 XLR-Inputs, 24 XLR-male für den Anschluß an die Preamps und noch ne 10m lange 24Ch-Peitsche zur Stagebox? Das wäre so die grundlegendste Ausstattung. Groundlift-Schalter oder Trafos kommen dann nochmal dazu, je nachdem, wie hochwertig du das ausführen willst.
Das wäre jedenfalls meine Minimallösung für so ein Vorhaben, idealerweise zusammen mit dem HD24 im 10HE-Rack. Das sieht dann wenigstens sauber aus.
So oder so wäre im Vorfeld eine Kommunikation mit den beteiligten Technikern sinnvoll, um das vorher abzuklären. Das wird dann sicherlich entspannter, als wenn du am Showtag ohne Absprache mit deinem Splitrack auftauchst. Solche "Überraschungen" führen je nach Kollege gleich schon mal zu ner angespannten Grundstimmung, wenn dann noch irgendwas nicht so funktioniert, wies soll, kann der Abend so richtig "nett" werden.
Abgesehen davon: Vielleicht stellt sich dabei ja sowas wie ein gemeinsamer Nenner raus. Vielleicht stehen ja überall Yammi-Schüsseln (egal welche jetzt) mit ADAT-Karten. Dann wärst du mit den HD24 und 3 Toslink-Strippen schon dabei, und das paßt dann auch ins Budget. Oder es gibt analoge Direct Outs (dann aber drauf achten, dass diese möglichst früh im Signalweg wären, idealerweise direkt nach dem Gain oder dem HPF). Das wären dann 3 8er-Looms zum analogen Anschluss des HD24.
Ich hab früher schon oft Mehrspurmitschnitte mit 48 Spuren unter abenteuerlichen Umständen realisiert. Da wurde halt das benutzt, was die Mitstreiter so in Proberaum und Projektstudio hatten.
ABER: Das war mein eigenes Ensemble, es waren feste Techniker dabei und festes Material, und alles war vorher mit allen Beteiligten abgesprochen.
Also eigentlich - ums kurz zu machen: Es geht prinzipiell viel, aber alle Beteiligten müssen sich im Vorfeld einig sein, wies gemacht wird. Und manchmal kann die Guerilla-Recording-Geschichte auch mal beim Soundcheck kurzerhand abgeblasen werden, weil Probleme (egal ob wegen Recording oder sonst was) und keine Zeit zusammenkommen und man erst mal die potentiellen Störquellen entfernt und hinterher froh ist, überhaupt rechtzeitig fertig geworden zu sein. Auch das habe ich schon erlebt. Wenn man das vorher einkalkuliert und damit leben kann, ist das ja auch okay.
Was mir spontan noch einfällt: Wenn du 5 Shows mitschneidest, um daraus später evtl. eine Live-CD zusammenzustellen, würde ich schon alleine deswegen versuchen, das mit eigener Mikrofonierung zu machen - dann hast du eine konsistentere Basis, wenn du nachher Mitschnitte aus unterschiedlichen Shows mischen mußt. Auch darüber muß man aber mit den ausführenden FOHlern vorher reden.