ok dann werde ich mal die Punkte die mir auffallen einzeln abarbeiten.
Zitat von "willi2"Bei Anwendung dieser Vorgangsweise ist alles in bester Ordnung, ich stimme dir 100% zu und ich habe nichts gegen DSPs, im Gegenteil, wenn diese richtig eingesetzt werden sind das super Hilfsmittel.
Genau das sehe ich anders. Es werden heutzutage Systeme gebaut die man ohne DSP gar nicht bauen könnte. Das DSP ist schon lange kein Hilfsmittel mehr sondern vielmehr Bestandteil des Designs
Zitat von "willi2"Bei einigen Produkten scheint mir diese Vorgangsweise aber auf Grund der Profitmargensteigerung absolut nicht der Fall zu sein.
Ein wirklich gutes LS-Chassis für den jeweiligen Einsatzzweck zu entwickeln und zu bauen kostet viel, viel Geld - die DSPs und Digiamps sind dagegen sehr, sehr billig geworden.
Aber ein "ungeeignetes" oder "falsch" ausgewähltes Chassis (aus welchem Grund auch immer - meist werden es mMn die Kosten sein oder weil man es als Hersteller grad im Lager hat) kannst mit noch so vielen DSPs nicht besser machen sondern höchstens erträglicher.
Wenn du von der 3 Millionsten 12/2 Zoll Box redest, mag das der Fall sein. Ich rede hier explizit von Dingen die es vor der DSP Technik nicht gegeben hat weil man es physikalisch gar nicht bauen kann.
Nehmen wir mal ein V Dosc System als Beispiel. Eine einzige Box ist da noch kein System. Und kann nach Manual sogar eigentlich garnicht verwendet werden. Das wird dann ab 6 Boxen zur PA. Nun dann kommen Faktoren wie Länge des Arrays, Abstand zum Boden und Abstand zum Sub sowie Musikprogramm dazu. Da werden sozusagen die Systeme so wie du sie siehst täglich neu designed und optimiert. Wir konstruieren sozusagen taeglich einen neuen Lautsprecher. Das hat dann direkten Einfluss auf die Auswahl der Presets ( Da gibt es bei VDosc ueber 20. Mit verschiedenen EQs und Crossoverpunkten. Soweit so gut. Das ist nach wie vor Arbeit fuer einen Fachmann.
Was Martin jetzt gemacht hat ist im Prinzip die Möglichkeit der Auswahl dieser Presets und deren Anwendung bereits in der täglichen Planung mit zu berücksichtigen. Also sozusagen anders rum. Nun kann ich mein Array am Rechner planen und die Auswirkungen der Einstellungen direkt sehen. Wenn man damit mal etwas weiter ist kann einem das viel Zeit und viel Trial und Error ersparen.
Zitat von "willi2"Ist wie bei einem Mikro, was da nicht übertragen wird bzw. verloren geht kannst die auch mit keinem DSP mehr herzaubern
Nicht ganz richtig. Die 8 und Patterncontrol würde ohne die einfachsten Elektronischen Tricks wie Doppelmembrane mit unterschiedlicher Speisespannung auch nicht gehen. Das ist im einfachsten Sinne genau das was wir in Lautsprechern machen.
Zitat von "willi2"Im Livebereich gibts in letzter Zeit viele Entwicklungen die das tägliche Handling sehr erleichtern und sicher auch viele Kosten einsparen, ob es für den Kunden (Konzertbesucher) immer besser ist bin ich mir nicht so sicher.
Also wenn ich heutzutage zu grossen Konzerten gehe, und ich bin alt genug, dann hat sich das schon sehr stark verbessert. Teurer ist es sicher geworden allerdings hab ich in den 80ern auch lange fuer ein Ticket gespart. Da bin ich zuwenig Economiker.
Aber ich musste noch Boxen mit Schaekeln und Lederstrapsen an die Decke basteln.
Und durfte letztens auch auf nem alten TMS 3 Rigg mischen. Glaub mir es ist rasend besser geworden.
Zitat von "willi2".... und an den Ticketpreisen merkt man nix von diesen Einsparungen, eh klar, sämtliche "Manager" müssen bezahlt werden und der Eigentümer will in den meisten Fällen so viel Gewinn wie nur irgendwie möglich sehen.
An den Mietpreisen liegt es nicht. Vielmehr an dem höheren Anspruch der Zuschauer. Der Mietpreis ist seit vielen Jahren wenn überhaupt zurück gegangen. Schau Dir mal eine Bühne aus den 80ern an und eine Rammstein Bühne von 2010 an. Dann weisst Du wo die Kohle hingeht. Die Menge ist einfach mal anders.
Zitat von "willi2"MMn wird zuerst der Preis eines Systemes festgelegt und dann begonnen zu diesen Rahmenbedingungen das best mögliche Kosten- / Nutzenmodell umzusetzen.
Die Meinung teile ich nicht. Relevante Kohle wird entweder im Klassik Bereich ala Behringer gemacht oder mit wirklichen Verbesserungen und Innovationen. Also Entwicklung kostet Geld und muss bezahlt werden.
Aber wenn man Innovativ ist kann man nach wie vor viel Geld verdienen.
Zitat von "willi2"Bis auf ganz wenige Tophersteller wird das Klangniveau darunter über diese Kostendrücke verschlechtert und bietet immer mehr Fehlerquellen für den Anwender, ausgenommen einiger Profis, die diese komplexen Systeme richtig bedienen können.
Also ich sehe mich schon als Facharbeiter und finde das völlig ok das nicht jeder Depp ne Pa vernünftig aufhängen kann. Bei meinem Autoschrauber gehe ich auch zum Fachmann.
Wer keinen vernünftigen PA Mann zahlen will oder kann hat halt ein Problem das mir bekannt vorkommt. Wenn ich keine Kohle hab kann ich mein Auto auch nicht reparieren lassen.
Ich finde gut das grosse Konzerte in der Hand von Fachleuten sein sollten und hab kein Problem damit. Ich lebe schliesslich davon.