Tacho!
Wurde denn schon die Bedienungsanleitung des DCX konsultiert? Behringer ist da ja meist sehr vorbildlich was Erklärungen und Tips angeht.
Ansonsten ist der DCX eine frei konfigurierbare digitale Frequenzweiche, d.h. du kannst jeden Ausgang so konfigurieren wie du möchtest und bist nicht unbedingt auf Presets angewiesen.
Es reicht, wenn du als Stereosetup jeweils zwei Ausgänge als Low und zwei als High definierst. Als Trennfrequenz sind 100Hz meist ein guter Ausgangswert. Da du 18er als Bässe hast und das Topteil einen 15" hat kann man nun versuchen die Trennfrequenz nach unten zu fahren, bis max. 80Hz.
Als Filtercharakteristik nimmt man meist Linkwitz-Riley. Ist bei deinen Boxen auch sinnvoll.
Die beiden verbleibenden Ausgänge kann man nun als High definieren, um die zusätzlichen Tops mit anzuschliessen. Auch hier würde man als Trennfrequenz 100Hz nehmen und Linkwitz-Riley mit 24dB Flankensteilheit.
In keinem Fall würde ich ein Fullrangesignal rausgeben solange man mit dedizierten Bässen arbeitet, da dadurch der Sinn der Aufsplittung des Übertragungsspektrums und damit der Energie ad absurdum geführt wird. Der Witz einer Frequenzweiche ist es ja die Energie zu begrenzen bzw. an den richtigen Schallwandler weiterzugeben. Im Bassbereich hat man generell mehr Energie als im Hochtonbereich, deswegen braucht es im Bassbereich auch dickere Endstufen.
Im übrigen muss man die Bässe nicht im Stereobetrieb fahren. Man kann L/R im DCX summieren und als Monosignal ausgeben. Dadurch hätte man einen Ausgang für z.B. eine Delayline frei. So ein Monocluster macht sogar richtig Sinn, da man hier eine Bündelung/Richtwirkung erreicht. Je nach Raum ist das sogar der bessere Weg.
Auch das Delay ist eine schöne Sache und dient dazu die Phasenlage anzupassen bzw. das gesamte Setup "durch den Raum" zu schieben. Falls die Topteile z.B. nicht auf einer Linie stehen muss man mit dem Delay diese wieder auf eine Höhe bringen.
Soviel mal zu den Basics.
Für Fortgeschrittene kann man nun mit den parametrischen EQ's versuchen das Setup "flat" zu machen bzw. störende Löcher auszumerzen. Ich denke das ist das was mit dem "Nachbau" des Frequenzganges gemeint ist. Hier wird aber nicht der Frequenzgang nachgebaut sondern eher das was die Weiche/der LS nicht kann oder verkehrt macht auszugleichen.
Auch kann man durch den param. EQ eine Raumanpassung machen. Das benötigt dann aber schon ein wenig Wissen im Bereich der Akustik. In immer wiederkehrenden VA-Orten lässt sich so ein rundum sorglos Preset erstellen.
Ein weiterer Punkt ist der Limiter. Hier kann man aber auch - wie bei dem para. EQ - sehr viel falsch machen und unnötig Energie rausnehmen oder eben nicht die gewünschte Schutzwirkung erzielen. Durch den richtigen Einsatz eines Limiters/Kompressors lässt sich die Anlage gut gegen das "überfahren" schützen, da der Pegel nach oben hin einfach begrenzt wird.
Grüßle,
michael