Alles anzeigenAls Bieter seh ich das natürlich wieder genau andersherum 😁.
Über meinen Tisch gehen einige Hundert Ausschreibungen pro Jahr und bei vielleicht 10% ist man erster. Der Rest verursacht einfach nur Kosten und Arbeit, die ja auch irgendwie verdient werden will.
Im Baugewerbe gibt's ja seit einigen Jahren die sogen. Präqualifikation, bei der schon einiges an Papierkrieg wegfällt, aber so ganz ohne ist das immer noch nicht.
Als Bieter hat man (wie oben schon geschrieben wurde) im Normalfall 6 Tage Zeit, die nachgeforderten Unterlagen einzureichen. Die Vergabestellen haben dann (je nach Bindefrist) mindestens 1 Monat Zeit (es können aber durchaus auch mal 2 oder 3 Monate sein), um die Angebote zu werten und den Auftrag zu vergeben.
An den Auftragnehmer liegt es mMn somit eigentlich eher nicht.
Da mahlen die öffentlichen Mühlen oft einfach länger.
Die Bindefrist ist aber so lange weil man als Öffentliche Einrichtung das ganze erstmal selber sichten, sortieren und grob einordnen muss.
Danach wird alles was dort weitergekommen ist erstmal genau geprüft u.A. auch von Sachverständigen.
Wenn man das anders machen würde ginge es zwar schneller, würde aber auch wieder deutlich teurer werden weil dann noch mehr angebote reinkommen die unvollständig sind.
Zusätzlich ist es seitens der Wirtschaft eine absolute Frechheit das die Arbeiten und das Material gerne mal das doppelte vom normalen Marktwert kosten.
Gutes Beispiel:
Beim Umbau unserer Bühne auf Elektromotoren musste ein Ausgleichsträger gesetzt werden.
Um das ganze Grob kalkulieren zu können habe ich Privat für genau diese Arbeit ein Angebot angefordert, danach die Ausschreibung fertig gemacht und war erstmal geschockt.
Privat hätte ich für die Arbeit 8600€ Bezahlt inkl. Gerüst.
Über die Verwaltung waren es dann in der Ausschreibung vom selben Unternehmen plötzlich 14.000€ Netto zzgl. Gerüst und Steuer
Absolut unverschämt und unverständlich....