Ich gebe Euch in allen Punkten recht - und wundere mich deswedgen nur noch mehr: Das alles, was wir hier sehen müssen, ist alles andere als neu; wir haben es in den 70er Jahren in Japan erlebt (angefangen hat es dort mit der Kopie deutscher Motorräder (deren Herkunft man sogar am Klang erkennen konnte) und deutscher Kameras. Wo wir heute stehen, braucht man nicht zu erwähnen: Bis auf im wesentlichen zwei Hersteller (BMW und Leica) finden Motorräder und Kameras (und hier wird am digitalen Markt einmal mehr geschlafen) aus Deutschland nicht mehr statt.
Nach Japan kam Taiwan, und die Japaner fingen an, dumm aus der Wäsche zu gucken. Nun ist es China... Taiwan wundert sich (noch), Japan guckt noch ein wenig dümmer - und wir?...
Man kann Fehler einmal begehen - aber doch nicht immer und immer wieder!!!
Was Manu zum Bildungsniveau in China sagt, kann ich z.T. bestätigen. Nach meiner Erfahrung gibt es dortt zwar hochwertige Ausbildung, diese aber nur für eine ganz kleine Bevölkerungselite (alles andere bekommen wir hier gar nicht erst mit). Hier ist auf theoretischem Gebiet zwar westlicher Standard erreicht, sobald jedoch praktische Arbeit mit einfliesst (z.B. Laborarbeit im weiteren Sinne), wird es sehr finster. In Kombination mit einem sehr straffen Hierarchiesystem in China darf man von dort (noch) keine allzu grossen Innovationsschübe erwarten. Das ist ein Unterschied zu Japan, da sich die gesellschaftlichen Strukturen dieser beiden Kulturen sehr stark unterscheiden. Dennoch ist die "Gefahr" im Ergebnis recht ähnlich, da aufgrund der schieren Menge an Menschen auch der kreative Output in wenigen Jahren mit unserem Standard aufschliessen sollte.
Strategieen, als Kleinunternehmer dieser Entwicklung entgegen zu wirken, sind rar: keine Produkte aus China kaufen ist aufgrund des so entgehenden Wettbewerbsvorteils unpraktikabel (der Kunde ist im Zweifel nicht patriotisch und viele Aufträge gehen eben über den Preis). Einzige Möglichkeit, zumiondest den hier ansässigen Unternehmen die Prodktion in Übersee weniger schmackhaft zu machen, ist IMHO ein vehementes Pochen auf den bisher gewohnten Qualitätsstandard. Ein Unternehmen, das noch nicht vollständig ver-BWLisiert wurde (im Sinne von: wo können wir Kosten sparen - koste es was es wolle), wird auf schlechte Propagande aufgrund von schwindender Qualität empfindlich reagieren...
So meine Meinung zu diesem (heiklen) Thema
Gruss
Frank