eine frage habe ich aber bezüglich live vs. studiopulte:
als reiner livemischer würde mich da mal interessieren, was man bei studiopulten anders gemacht hat, bzw. wo die unterschiede hier wirklich liegen?
Ich glaube da gibt es eigentlich gar nicht mehr so die krassen Unterschiede auf die Pulte bezogen, die Studios arbeiten ja auch einfach immer mehr in der DAW. Da wird es dann natürlich spannend Pro Tools mit einem Livepult zu vergleichen, da geht schon einiges mehr. Die wildesten Routings mit nahezu unbegrenzter Bus-Anzahl, Sidechains und automatischer Delay-Compensation, die ganzen Plugins und vor allem auch die Möglichkeit die Plugin-Reihenfolge zu bestimmen oder zu wählen welchen von meinen 20 EQs ich denn jetzt gerne hätte...
Ob man das immer braucht sei mal dahingestellt. Ich würde aber schon sagen, dass ich meine Studio-Sessions teilweise vom Bus-Routing her schon nicht auf jedem Beschallungspult umgesetzt bekommen würde. Da kann ich meistens nicht Bus auf Bus routen, dann ist das Processing dort wieder beschränkt, usw.
Und wenn ich jetzt auf meiner Gruppe das 1176 Plugin haben will, hampel ich nicht ewig rum im Insert-Routing sondern habe den auf Knopfdruck wie alles andere in meiner Signalkette. Das ist schon eine Schnelligkeit, die ich so beim klassischen Pult nicht habe.
Wenn’s ums Streaming geht, finde ich den Vergleich mit den Broadcast-Pulten (Stagetec, Lawo und co.) nochmal interessant. Wenn man die gut kennt und dann einen Stream auf einer CL oder Vi umsetzen muss, war das zumindest für mich echt eine Umstellung. Schieb mal einen Fader bei der Vi auf exakt 0dB zum Pegeln. Es geht nur mit Augenmaß. N-1en für irgendwelche Zoom-Schalten kann ich mir nur über Aux-Wege basteln. Alles möglich, wenn das Pult genug Aux-Wege hat. Bestimmte Gruppen/Summenroutings gehen nicht, die Processing-Reihenfolge ist oft starr oder es gibt nur feste Presets (da fällt mir der Presonus Thread von vor ein paar Wochen ein mit dem Delay-Punkt...), die Pegelskalen oder Arbeitspegel von vielen Beschallungspulten sind eine Katastrophe - warum brauche ich im digitalen Zeitalter noch Analog-Skalen mit x dB Headroom? Master/Slave Gruppen habe ich auch noch nirgendwo gesehen. Die Abhörmatrix ist oft nicht so ausführlich, Audio follows Video spielt in manchen Anwendungen eine Rolle, Faderstart, Input A/B, die Möglichkeiten der Faderbelegung mit Bänken pro Block oder Layer-Umschaltung pro Fader...
Das sind alles so Kleinigkeiten, die man sich natürlich alle hinbiegen kann. Mit LV1 geht das dann aber teilweise schon und man sieht wie die Hersteller da zb mit der Wing auch kräftig nachjustieren.
Jetzt wünsche ich mir nur noch eine bessere Hardwareoberfläche fürs LV1 und eine Dante/MADI-Stagebox, die man ohne extra Programm steuern kann ![]()