Der normale Drucktank jedoch nicht. Funktioniert in jedem Labor und jeder Gashändler hat hunderte an Stahlflaschen mit Wasserstoff in den üblichen Gebinden und Qualitätsstufen vorrätig.
Ich sehe immer noch kein Problem.
Das Problem ist viererlei:
- Die Auslegungsgrundlage für Wasserstoffbehälter im Labor oder beim Gashändler ist eine völlig andere, als für Treibstofftanks im PKW/LKW. Im Labor fällt so ne Pulle mal um, im Verkehr fahren zwei Fahrzeuge mit hoher Geschwindigkeit ineinander. Crashsicherheit bei überwiegend stationären Behältern gibt es de fakto nicht.
Klar, auch die Gaspullen beim Händler kommen mit dem LKW, aber der ist ein Gefahrgutransport; wasserstoffbetriebene KfZ sollen aber lieber keiner sein. - Tanks in KfZ kann man nicht mal eben austauschen, wie die Gasflasche auf dem Stapler. Daher gelten hier erweiterte Anforderungen an die Lebensdauer und (auch wieder) Ausfallsicherheit.
- "Normale" Gasbehälter bekommen eine Leckprüfung und werden regelmäßig getauscht (vgl. 2.). Die zusätzlichen Vorkehrungen bei KfZ-Wasserstofftanks müssen zusätzlich geprüft werden, und das nicht nur bei der Herstellung, sondern regelmäßig.
- Es ist etwas völlig anderes, ein Speicherkonzept mal eben irgendwie hinzubekommen, als dieses Konzept dann im industriellen Maßstab in Großserie umzusetzen. Da wird sicherlich dran gearbeitet, aber das dauert mitunter Jahrzehnte.
All diese Aspekte fließen in die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung mit ein und sind mitverantwortlich für eine gewisse Zurückhaltung aller Beteiligten.
Ich bin weder Experte für Brennstoffzellen noch für Wasserstoffmobilität. Ich habe jedoch in meinem Hauptberuf ab und an mit fertigungstechnischen Fragen bei der Herstellung von a) Tanks und b) Komponenten für Wasserstoff-Gasturbinen zu tun und bekomme daher zumindest aus erster Hand mit, welche Hürden es zu überwinden gilt.
Wenn solche Systeme nicht nur fahren, sondern eventuell sogar fliegen sollen, findet man sich schnell in einem nahezu undurchschaubaren Minenfeld an Normen, Richtlinien und Patenten wieder, die zeigen, wie viele Leute sich schon darüber den Kopf zerbrochen haben.
Ich bin mir sehr, sehr sicher: Wenn für die o.g. Probleme irgendwann eine Lösung gefunden wird (oder die Rahmenbedingungen die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung zugunsten von Wasserstoff verschieben), dann geschieht das auf gar keinen Fall deshalb, weil zwei Leute im IDNT-Thread des PA-Forums es besser zu wissen glauben als ganze Industriezweige, deren Existenz von potenziellen Verbrennerverboten mittelfristig bedroht ist.