Nun, wir führen ja irgendwie zwei Diskussionen. Einmal versuchen wir hier, betriebswirtschaftlich einen passenden Vermietpreis zu ermitteln und zweitens geht es um die ewige Dumper-Diskussion.
Zu ersterem:
Da man ja im Vorhinein nie genau weiß, wieoft ein Gerät im Jahr on Tour ist, kann man ja die Jobs nur hypothetisch annehmen/schätzen. Denn die Häufigkeit hängt ja auch wiederum zum Teil mit dem Mietpreis zusammen. Ist es zu teuer, werden die Jobs weniger und anderstrum (zwar nicht direktproportional aber trendmässig auf alle Fälle).
Geht man also von 50 Einsätzen p.a. aus, dann wird der Mietpreis höher. Bei 100 Einsätzen niedriger. Niedrigere Mietpreise - häufigere Buchungen. Je nach Philosophie und weiteren Kalkulationen rund um die variablen Kosten, Fixkosten sind dann die Mietpreise mal höher mal niedriger. Der Weisheit letzter Schluss ist das also nicht immer.
Was liegt also näher, sich einfach den Nachbargegebenheiten - sprich den Mietpreisen der Kollegen anzupassen, sofern sie in oben errechneter Bandbreite liegen. Daran wird man ja schliesslich u.a. verglichen. Schlimm wird es nur, wenn jeder meint, er müsse günstiger sein, um viele Aufträge zu erhalten. Hier ist es natürlich immer wichtig, die oben genannte Kalkulation im Auge zu behalten und bei Überschreiten der Grenze nach unten die Preisspielchen nicht mitzumachen (und warten, bis die Konkurrenz Konkurs anmeldet :-).
Zu zweiteren (der Dumperdiskussion):
Nennen wir sie mal Billiganbieter, um nicht wieder in Begriffdiskussionen zu enden.
Der Markt wird umkämpft und das ist ja gut so. Das beste Preis-Leistungsverhältnis wird sich durchsetzen. Nun, es gibt Firmen mit Chinaware und Schülertechnikern, die werden wohl billig sein und ihren Markt dort suchen, wo die Qualitätsanbieter gar nicht hin wollen. Soweit sogut. Probleme gibt es nur, wenn auch die gute Leistung kaum noch etwas kostet, wenn gutes Equipment zu Chinawarenpartypreisen rausgeht. Das Problem haben dann aber beide Seiten: Der Anbieter kann sich das auf Dauer nicht leisten. Oft ist das ein Zeichen von Liquiditätsproblemen größerer Companies. Ein unreflektiertes Handeln, Torschlusspanik statt Kalkulation, taktische Überlegungen oder Strategien überwiegt und führt zu abstrusen Aussagen wie "jeder Job muss gemacht werden, koste was es wolle" oder "die Ware muss aus dem Lager sonst verdient es nichts".
Solche Anbieter stören auf Dauer das Martkpreisverhältnis. Wenn dieser Anbieter dann Konkurs angemeldet hat, hinterlässt er eventuell ein Preisniveau, an das sich andere Dienstleister sich anpassen mussten.
Man darf also auch mal ruhig auf die Billiganbieter schimpfen, wenn man das Preis-Leistungsverhältnis im Auge behält.
Kleines Beispiel: Mich erreichte wie so öfters eine Rundmail einer DJ-Agentur:
DJ-Job für X.X.2006 in Rosenheim zu vergeben. (südlich von München)
Veranstaltung: Hochzeit
Dauer: ca. 5 Stunden
PA: mitbringen
Gage: 200,- inkl Steuer
Macht also rund 170,- netto MIT (!) Anlage.
Ohne jetzt mal hinter die Kalkulationshintergründe zu blicken, es wird einfach ein Marktpreis nach unten gedrückt. Da darf sich doch mal ärgern oder?