Dann werde ich mal etwas Licht ins dunkel bringen. Zumindest soweit ich mich richtig erinnere.
Der ASM „R2-D2 DMX-Controller 512“ ist ein Lichtpult der Firma ASM und kam Ende der 90er auf den Markt. Ea gab mehrere Versionen. Vorläufer waren ein Keyboard (Falcon?) und eine Konsole mit Holzseitenteilen (Explorer?) wie beim Scanco. Es gab das Pult zu Anfang mit einem Universum und später mit 2 Universen dann mit dem Zusatz „exclusive 1024“ auf der Frontplatte.
Es gab verschiedene Generationen. Sie unterschieden sich in Höhe des Gehäuses und dem Innenleben. So weit ich weiß: V3 ist ein hohes Gehäuse und war der ursprüngliche R2D2 mit einem Universum. V4 war mit hohem Gehäuse und war der exclusive mit 2 Universen. Der V5 war dann ein Lizenzbau von e.cue (ja, genau die) mit etwas anderem Innenleben. Und es gab noch den C3-PO. Lila Gehäuse und mit in die Frontplatte eingebautem Diskettenlaufwerk und blau leuchtendem 70mm Trackball für Festinstallationen, gleiches Innenleben wie ein V4.
Die Hardware basiert auf einem DOS-Rechner (Dos7.0 glaube ich) und einer von ASM entwickelten ISA-Karte für die DMX-Ausgabe. Die Software konnte frei kopiert werden, die ISA-Karte war der „Dongle“. So lange es ein Mainboard mit ISA-Steckplätzen ist läuft die Software auf fast jedem Rechner. Sogar auf nem Intel Atom (mit Einschränkungen) wenns sein muss. CF-Karte statt Festplatte ist auch kein Problem. Die ISA-Karte ist auch für die Auswertung der Fader und Taster verantwortlich. Man konnte eine Soundblaster Soundkartr und/oder eine Timecode Karte einbauen und konnte damit dann auch noch ein zusätzliches Midi-Keyboard anschließen. Es war auch möglich zwei R2D2 seriell zu verbinden um noch mehr Taster und Fader im Direktzugriff zu haben. Den V4 gab es auch als Hybriden. Flaches Gehäuse, Slot-CPU, alte ISA-Ausgabekarte, aber V5 Software.
Ausnahme der Lizenzbau V5. Da kommt eine PCI-DMX-Karte von Soundlight zum Einsatz. Hier wird bei der Softwareinstallation die Software mit der Seriennummer der Festplatte verbundelt weil die PCI-Karte frei verkäuflich war. Hier kann man sie Software nicht einfach auf eine andere Festplatte kopieren, sondern muss zwingend neu installieren. Bei dieser Version werden die Fader und Taster einfach seriell ans Mainboard angeschlossen.
Den Service machte LMP und dort Hartmut Lehner. Seit der von LMP weg ist gibt es meines Wissens keinen offiziellen Support mehr.
Jetzt zur Steuerung.
Die Bedienung erfolgt über Maus, Tastatur und optional Touchscreen.Die Hardwarebedienoberfläche besteht aus 80+8 Tasten und 16 Fadern. Die in 4er Gruppen angeornet sind für bessere Übersichtlichkeit. Umschaltbar auf 4 Bänke also maximal 64 Fader und 320 Taster. Alles war sehr frei belegbar. Sei es bei den Fadern Dimmer, Groupmaster, Fademaster, Speedmaster, Sound Input/Output etc. Oder bei den Buttons Szenen, Sequenzen, Overlay, Flash-Buttons, Latch, Temporär Latch, Effekte, Solo-Buttons die sich innerhalb der Gruppe gegenseitig verriegeln, Blackout, Reset, Fader Full, Fader 0%, Speed *2 /2. etc.
Wenn man die Finger in der zweiten Reihe von unten hatte, konnte man sehr bequem mit den 4 Fingern beider Hände flashen und in der Reihe darunter dann die Daumen nutzen. Ist man dann mit den Händen ein Feld nach außen gewandert hatte man das gleiche nochmal. So hatte man 20 Flashbuttons sehr ergonomisch im Zugriff und man bekam auch nach ner langen Nacht keine Sehnenscheiden Entzündung. Auch war möglich die Bänke zu wechseln ohne dass bestimmte Buttons oder Fader mitwechseln. Von daher finde ich das Layout alles andere als langweilig sondern sehr praktikabel und übersichtlich.
In die Programmierung will ich jetzt nicht tiefer einsteigen. Das führt glaube ich zu weit. Fragen beantworte ich aber gerne. Nur so viel, es gibt eine überragende Sound2Light Steuerung, 4 Chaser Engines, annähernd unbegrenzte Szenen und Sequenzen, aber (noch)keine Effekt Engines und nur rudimentäre Preset-Funktionen. Es war aber sehr einfach selbst Effekte zu erstellen mit etwas Gehirnschmalz. Beispiel Kreis: Zwei Punkte setzen mit einer „Spline“ (Linie) verbinden, die Maus etwas bewegen bis die „Spline“ rund aussieht. Fertig. Das ist im Prinzip die 90er/2000er Version der GrandMA3 Phaser nur 30 Jahre früher. Funfact: Die Eingabefelder und die Uhr auf der GrandMA1 sehen genau so aus wie auf dem R2D2 weil der Entwickler später zu MA gewechselt ist.
Wer sich die Software mal ansehen möchte: Die letzte veröffentlichte Version „V4 2587“ läuft als Image auf einem modernen PC innerhalb der Software DosBox. Nur halt ohne DMX-Ausgabe.
Nicht meine Homepage, aber hier gibts noch Bilder von innen und außen und der Software zu sehen:
Bei Fragen gerne immer raus damit.
Zu meinem Chamsys Setup:
Als Produktivsystem benutze ich eine Stadium Connect mit Mini-PC und zwei Touchscreens fest im Case verbaut.
Als Rucksacksystem benutze ich einen Laptop mit Touchscreen und Rackmount Dongle zum Freischalten. Ich hab den damals kurz vor der Preiserhöhung zum Glück noch für günstige 490€ bekommen. Als Output dann entweder den MagicQ Magic DMX Full Dongle oder, weil ichs kann, einen Grand MA1 2Port Node als Artnet-Node für 2x Out. Als Controller dann das Novation Launchpad Pro MK3 und Novation Launchcontrol XL. Zum Programmieren dann noch eine Kassentastatur mit der Oberfläche wie auf der StadiumConnect. Zukünftig dann, und deshalb wurde der Text ja jetzt erst so ausschweifend, möchte ich ein Frontpannel des R2D2 als Faderwing benutzen.