Man lernt ja immer dazu. Zukünftig kannst du mit dieser Erfahrung im Hinterkopf sicher früher erkennen, wie der Hase laufen könnte.
Hoffentlich! ![]()
vor ein paar Jahren habe ich ein kleines Festival betreut, auf dem 5 Bands spielten. Der ganze Ablauf wurde von den Musikern selbst geplant, sie waren quasi der Veranstalter. Ich war gebucht, um den Frontsound zu mischen, ein Kollege machte Monitor. Insgesamt waren wir zu dritt.
Drei Bands lang ging alles gut.
Was ich erst vor Ort erfuhr: die vorletzte Band war eine große Blaskapelle - und der Dirigent wollte unbedingt, dass für ihren Gig erstmal die komplette Bühne leergeräumt wurde. Wirklich leer, sogar die Kabel sollten weg, sonst würden sie nicht spielen.
Die letzte Band war dann eine große Popband mit zusätzlichem Streichersatz, das heißt, es waren nicht wenige Inputs und Monitorwege aufzubauen, sondern sogar noch eine größere Plexiglaswand. Damit war die Bühne bis auf den letzten cm ausgenutzt… und Platzmangel verlangsamte den Umbau natürlich zusätzlich, weil man immer schauen musste, wo noch Platz für die nächste Monitorbox und das nächste Mikrostativ bleibt. Es war wirklich sehr eng. Drei Vocalisten, Drum, Percussion, Bass, zwei Gitarristen, Keyboarder, zwei Bläser und ich glaube 8 Streicher mit Plexiwand (zwei davon passten nicht mehr hinter die Wand) auf einer 8x6m Bühne… das war sehr spannend - vor allem auch für den Monitormann!
Nachdem hiervon schätzungsweise die Hälfte aufgebaut war (wir waren vom Soundcheck noch weit entfernt) kam ein Mann von der Orga zu mir und fragte, wie lange wir noch brauchen würden, schließlich sollte das Konzert ja schon laufen … als Umbauphase waren natürlich die obligatorischen 15 min. eingeplant ![]()
Ich hab ihm nur gesagt: „wir haben diesen Zeitplan nicht gemacht und es ist schlicht unmöglich, einen so komplexen Aufbau von einer leeren Bühne in 15 Minuten hinzubekommen. Wir geben alles was wir können“ … der verdruß war ihm anzumerken, aber er konnte dagegen ja ebensowenig machen wie wir, also blieb uns allen einfach nichts anderes übrig, als das Schicksal zu akzeptieren.
Zum Schluss hatten wir etwa 45 Minuten für alles gebraucht, incl. Soundcheck für 10 Monitorwege (plus mehreren IEM). Das war wirklich keine schlechte Leistung.
Die aufgekommene Kritik an unserer Arbeit habe ich einfach nicht akzeptiert, denn das Problem lag schlicht nicht in unserer Verantwortung.
