Abgesehen von der Tatsache, dass es DAS einzig wahre Mikrofon nicht gibt, hat doch jeder von uns auch irgendwelche Marotten, Vorlieben und schlechten Angewohnheiten, die es ihm "verbieten", einen bestimmten Mikrofontyp zu irgendwas zu missbrauchen.
Campfire hat da ausser dem Klang noch die IMHO wichtigen mechanischen & physikalischen Eigenschaften in die Diskussion geworfen.
Nehmen wirz z.B. mal das Beta52. Niemand hier in der Runde würde auf die Idee kommen, dieses Mikro mit einer LP-Claw an eine Trompete zu basteln. Auf der anderen Seite nehmen wir dann ein C-419, welches ich an bestimmten Snares durchaus mag, was aber bei bestimmten Schlagwerkern immer nach dem halben Gig den Heldentod stirbt. Oder ein EV ND-308, welches ich wegen seines Gesamtaufbaus und seiner Gelenke z.B. bei bestimmten "Handheld" Percussioninstrumenten allen anderen Teilnehmern vorziehe.
Optik, Haptik, Stabilität - diese Kriterien bestimmen auch immer wieder und zum Grossteil unterbewusst - unsere Mikrofonauswahl. Frequenzgang, SPL und Charakteristik sind ohne Zweifel wichtig. Aber eben nicht alleine ausschlaggebend.
guma wird seine Bändchen auch nicht unbedacht auf dem nächsten Punkrockabend verheizen - genausowenig, wie ein 57er beim Klassikkonzert eingesetzt wird.
DerAutor hat natürlich Recht: man darf sich während/nach dem Gig gerne über die "falsche" Mikrofonauswahl ärgern - allerdings gibt es die richtige auch nicht. Das ganze Leben besteht aus Kompromissen - warum nicht auch ein 50 Minuten Auftritt...
...meisst als 50 Minuten Experiment betitelt.