Man darf nicht vergessen - das wollte Stefan damit oben ja schon andeuten - dass die Lastmessung bei einem Amp auch bei den Herstellern in den allermeisten Fällen auch nur über ein Dummy läuft. D.h. da hängt ein dicker Widerstand, der in Sachen INduktivität, Kapazität und dem Impedanzverlauf über die Frequenz mit einem realen Lautsprecher nix zu tun hat, von den rückinduzierten Strömen eines Basschassis wollen wir gar nicht erst anfangen....
Und dass ein Lautsprecher je nach Gehäuse, in das er gepackt wird, einen anderen Impedanzverlauf aufweisen kann als wenn er in die Normwand gestöpselt wird, ist auch nicht berücksichtigt. Oder dann kommt noch eine Weiche dazu - holla die Waldfee.... Ich habe neulich erst wieder eine namhafte Box eines renomierten, deutschen Herstellers zur Reparatur gehabt, da zogs einem die Schuhe aus ob des Impedanzverlaufes.
Der Gleichstromwiderstand eines großen Basshornes hat mit dem Impedanzverlauf im Betrieb dann so fast gar nichts mehr zu tun, da kann eine unter RE gemessene 4 Ohm Box schnell zu einer nominellen 6 Ohm Box werden, da die akustische Impedanz dem Amp gegenüber sich als eine Erhöhung der elektrischen darstellt...
Die DIN-Norm, nach der die Ohm Angaben gemacht werden, ist ja schon etwas älter....
Es ist doch wie überall - damit man eine halbwegs vergleichbare Richtlinie für den Endanwender hat, braucht man eine Reduktion auf eine einfach handhabbare Kennzahl - würde man Marktforscher fragen, würden die vermutlich bestätigen, dass Produkte ohne solche greifbaren Größen wenig Chancen am Markt haben. Die Käufer wollen einstufen können. Da ist dann die Impedanz nach DIN genau so schwammig wie die Watt Angabe auf einem Leuchtmittel, aber sie reicht, um Klassen zu bilden. Das Abitur in Bayern hat auch einen besseren Ruf als das in Hessen, dennoch steht da erst mal beim Fach X die gleiche Note, bei einem NC Studiengang ist die Zahl entscheidend.
Ich seh das Problem nicht wirklich - würde man es versuchen genauer darzustellen und zu differenzieren - rennen einem die "kunden" nur wieder weg, weil es ihnen "zu kompliziert" ist - die meisten wollen nicht aufgeklärt werden und die Hintergründe wissen, die wollen eine greifbare, einfache Zahl. Wie oft habe ich früher schon Kunden versucht zu erklären, warum der PC X oder Y besser ist als das Billigangebot... Zwei Stunden später sind sie dann aus dem Mediamarkt gewackelt mit dem Billigschrott unterm Arm - der hatte ja 0,3 Ghz mehr und die Platte war XYZ MB/GB größer.....
Daher finde ich: einfache Vergleichsgrößen sind ok. Diejenigen, die es besser wissen und sich dafür interessieren, nehmen es dann genauer und fragen entsprechend nach, probieren aus, messen selber nach, usw...