Was in Seefahrt und Luftfahrt üblich ist und sich bisweilen wie ein guter Krimi liest aber eben auch mit Input für die eigene Arbeit nutzen lässt, fehlt in der Branche halt.
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Das ist für mich ein entscheidender Punkt.
Wenn wir uns die Luftfahrt anschauen, gibt es da klare Kriterien, ab welcher Schwelle ein Unfall untersucht wird und klare Richtlinien, wer untersucht und wie. In Deutschland wäre das die BfU, in den USA das NTSB (Aviation).
Das Hauptziel dieser Untersuchungen ist es, aus dem jeweiligen Unfall zu lernen und ähnliche Unfälle in Zukunft zu vermeiden. In der Vergangenheit brachten diese Untersuchungen teilweise überraschende Empfehlungen, die heute völlig normal sind, vor dem Unfall aber unbekannt. Das sterile Cockpit ist ein Beispiel, eigentlich ein No-Brainer, daß man sich in der Start- und Landephase auf den Job konzentrieren soll, jetzt eben eine offizielle Richtlinie.
Zurück zu unserer Branche. Ich habe tatsächlich ein Problem damit, daß bei uns Untersuchungen tendenziell ein "Blame Game" sind, wo es hauptsächlich um Haftungsfragen geht. Das hilft uns überhaupt nicht weiter, was die Vermeidung von Unfällen betrifft. Wir brachen solche Strukturen wie in der Luftfahrt dringend.