Zitat von "mringhoff"Professionell reagieren klingt natürlich gut, aber hier spielen politische Faktoren derzeit noch eine große Rolle, insofern ist "jammern" besser
Hinter den Kulissen mag es durchaus professionell zugehen (Fachverbände, Bundesnetzagentur), aber entschieden wird durch die Politik. Und Politiker richten sich meist nach dem größten öffentlichen Druck, der in diesem Fall "Konjunkturprogramm", "Digitale Dividende", "Versteigerungserlös", "Breitbandversorgung auf dem Land" vorgetragen durch die professionelle PR-Maschinerie der großen Netzkonzerne.
Vor diesem Hintergrund dürfen wir ruhig mal etwas lauter jammern
Das stimmt allerdings. Man darf auch gerne auf die Fragwürdigkeit des Erfolges der mobilen Internetnutzung hinweisen.
Wieso soll es auf 800MHz mit Zusatzkosten für neue Lizenzen besser funktionieren als mit 900MHz ohne Zusatzkosten?
Zitat
Das liegt schon einige Jahre zurück. Und nicht zuletzt aufgrund dieser freien Nutzbarkeit hat diese Technik auch einen regelrechten Boom erlebt.
Aber selbst das Anmelden war damals relativ einfach und auch nicht so teuer. Es gab einen ganzen Haufen verfügbare Frequenzen, die wir deutschlandweit nutzen durften. Also technische Freiheit fast wie momentan, nur daß pro Gerät pro Jahr eine kleine Gebühr fällig wurde.
Die meisten, größeren VT-Firmen in unserem Dunstkreis hatten einen großen Teil ihrer Geräte angemeldet. Schliesslich wurde ja auch immer wieder mal kontrolliert. Auf der Messe war das schon mal möglich.Die kleineren Garagenfirmen, Privatanwender oder Bands nutzten die Frequenzen einfach nur so, oft sogar auch aus Unwissenheit. Aber das waren damals nur jeweils wenige Stück, manche Bands hatten halt nur 1-3 Funkmikros für die Sänger und fertig. IEM war in diesen Kreisen unbekannt.
Dieses Klientel kommt aber auch prima im GHz-Bereich zurecht...Aber wenn es UHF-Frequenzen in der nötigen Bandbreite gibt, die man dauerhaft und deutschlandweit nutzen darf (schliesslich investiert man ja auch in die passende Hardware..), dann sind mir ein paar Euros Gebühr eher wurscht. Wichtig ist, daß man vernünftig und langfristig damit arbeiten kann. Kurzfristige Zuteilungen oder Tourzulassungen, lokale Begrenzungen etc. sind Mist.
Naja, mal sehen was kommt...
Die Quote der Anmeldungen ließ sich nicht nur mit der Aufteilung "professionelle Firma" / HKS erklären. Wie auch immer.
Und auch heute erfüllen viele Anwender die erforderlichen Voraussetzungen zur Fachkunde nicht, um Mikrofone im allgemein zugeteilten Bereich zu betreiben. Wie oft höre ich z.B. "mein Empfänger hat eine Scan-Funktion, der sucht sich die Frequenzen selber" Frequenzmanagement, geschweige denn Frequenzkoordinierung mit anderen Nutzern Fehlanzeige. Erbsenzählerisch darf ein Funkmikrofon so auch nicht mit Allgemeinzuteilung betrieben werden.
Auch das Aussenden von Programm auf nicht genutzten Strecken zum "Markieren" von Frequenzen ist schon fast gängige Praxis geworden. Auch nicht erlaubt.
Von Frequenzen über 814 Mhz rede ich noch gar nicht und schon überhaupt nicht von den Spot-Frequenzen outdoor. Das ist das nackte Grauen was da quergesendet wird. Ich bin gespannt auf meinen Langzeit-Scan an den Landungsbrücken.
So gesehen war die Allgemeinzuteilung keine gute Idee, es gibt viele unerfahrene Nutzer, die sich gegenseitig das Leben schwer machen. Das Hauen und Stechen auf Messen geht in meinen Augen auch gar nicht. Das ist nur noch das Recht des Stärkeren was hier gilt. Regulierung war mir da lieber, auch wenn sie was kostet.
Um ein Frequenzspektrum wie das jetzige zu bekommen müsste man den Rundfunk bescheiden und die DVB-T-Sender enger legen. Das sehe ich so nicht, der ÖRR hat gerade einen großen Batzen Frequenzen an den Mobilfunk verloren, niemand dort wird einer weiteren Abtretung von Frequenzen zustimmen.
Daher wird es eher so sein, daß man Frequenz-bündel bekommt, die man lokal unterschiedlich nutzen kann.
Als Beispiel 767,000 und 768,500 in einem Bundesland und 781,100 und 783,250 in einem Anderen und so weiter. Das Ganze dann als "Touring-Lizenz", also nur einmal für ganz Deutschland anmelden und zahlen. Dafür gibt es lokal verschiedene, nah beisammen liegende Frequenzen. Das Ganze kann man dann mit einer Hardware bespielen und gut. Für die alte Hardware wird es wohl wie in den USA eine "Abwrackprämie" geben. Die haben das Ganze ja schon jetzt im 700MHz-Bereich)