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Beiträge von simonstpauli

  • Pohoda Festival Slowakei

    • simonstpauli
    • 27. Juli 2024 um 22:36
    Zitat von zegi

    Ich kann mir das auch vorstellen, dass die Leute besser reagieren, wenn der Moderator/die Moderatorin des Abends das Publikum anweist, das Gelände zu verlassen (oder was auch immer). Allerdings gibt es nicht bei jedem Event so eine Person, die durch den Abend führt und im Zweifel ist vermutlich eine gute gemachte, vorgefertigte Ansage (die in Endlosschleife laufen kann) besser, als ein unverständliches Gehaspel einer Person, die zufälligerweise "jetzt" im grossen Chaos Ruhe ausstrahlen soll.

    Ausserdem zwingt einem das Vorfertigen von Durchsagen, sich mit den Eventualitäten zu beschäftigen. Das ist sicher kein schlechter Aspekt.

    Wer aber bei der Planung an diesem Punkt angekommen ist, hat vermutlich schon sehr viel richtig gemacht.

    Guter Punkt. Idealerweise hat man beide Möglichkeiten und entscheidet situativ, welche Art Ansage gemacht wird.

  • Pohoda Festival Slowakei

    • simonstpauli
    • 27. Juli 2024 um 22:35
    Zitat von felixgrampp

    Das klingt für mich erst mal nachvollziehbar bzw. Kann ich mir gut vorstellen. Hast du da mal nen Link?

    Hab keinen Link.

  • Pohoda Festival Slowakei

    • simonstpauli
    • 27. Juli 2024 um 20:09
    Zitat von wora

    ...
    Für ein OpenAir Veranstaltung sehe ich dagegen eine eigene Beschallung für die Notfallsituation als wenig praktikabel an.

    Wie erwähnt ist hier ja immer Fachpersonal vor Ort, die sich um den korrekten Betrieb der PA kümmern. Das einzige, was hier wirklich zum Problem werden kann, ist die Stromversorgung. Wenn man hier eine Redundanzmöglichkeit schafft, sollte das nach menschlichem Ermessen eine zuverlässige Sache sein.

    Jain. Wenn man weitere Bereiche als die vor der Bühne beschallen will, braucht man eine getrennte ELA. Auf DER Loveparade hätte die Leben gerettet. Damals hatte man mit den Beschallungsanlagen der Trucks geplant. Die natürlich nicht in DEM Tunnel standen.

    Also ein klarer Fall von "Es kommt darauf an".

    Die Main PA oder ein Teil der Main PA mit redundanter Stromversorgung kenne ich. Das betrifft dann die PA inclusive System, also Signalverteilung. Dort kann ja auch das Stop Mic und das Abspielgerät für vorgefertigte Durchsagen angebunden sein und diese Teile kann man per Akku puffern. Aktuelle Studien haben übrigens ergeben, daß vorgefertigte Durchsagen nicht so effektiv sind wie live-Ansagen (idealerweise von bekannten Moderatoren). Menschen reagieren besser auf eine individuelle Ansprache, die Compliance steigt.

    Es ist doch generell so: Ein Sicherheitskonzept wird erstellt, in dem auch das Gewerk Ton vorkommt, ich habe selten einen tiefen Einblick, in welcher Form unser Gewerk an verschiedenen Szenarien beteiligt ist. Was eigenartig ist, weil ohne Briefing ja eigentlich kein effizienter Beitrag im Notfall möglich ist. Da steige ich mal tiefer ein. Das setzt nämlich an dem Punkt mit dem Fachpersonal an. Natürlich kümmern wir uns um den korrekten Betrieb der PA. Wenn es aber hart auf hart kommt und wir dann im entscheidenden Moment nicht vorbereitet sind oder gerade auf der Toilette, was ist dann? Je mehr ich darüber nachdenke, umso komischer kommt mir das Ganze vor.

  • Pohoda Festival Slowakei

    • simonstpauli
    • 27. Juli 2024 um 04:56
    Zitat von wora

    ja gut, in festinstallationen ist das eine bekannte und sinnvolle vorgehensweise.

    aber bei open airs mit temporär aufgebauten bühnen?

    wie wird das denn dort mittlerweile gehandhabt?

    die frage ist interessant.

    Ich habe noch kein Open Air erlebt, bei dem eine zusätzliche PA aufgebaut wurde.
    Wohl aber einen 125er Netzumschalter, der Redundanz in der Stromversorgung herstellt plus die üblichen Redundanzen im System. Das setzt aber voraus, daß die PA noch halbwegs ordentlich hängt.

  • Pohoda Festival Slowakei

    • simonstpauli
    • 26. Juli 2024 um 20:51
    Zitat von wora

    na ja, wenn windböen indoor ein nennenswertes problem darstellen, dann ist dieses problem sicherlich groß 8)

    am FOH habe ich immer ein talkbackmikro.

    sollte der FOH also noch sicher zu betreiben sein und die verbindung zu bühne noch stehen, dann kann man von hier aus natürlich ebenfalls ansagen machen. das kann man ja vorher auch kommunizieren.

    meiner erfahrung nach sind die verantwortlichen meistens aber eher in der nähe der bühne zu finden, deshalb habe ich das Not Mic eben dort positioniert.

    Bei Deinem Setup ist die Bühne sicher der beste Ort. 1. Generell hohe Dichte von Verantwortlichen. 2. niedrige Latenz. An einem Festival-FOH eine Durchsage zu machen erfordert entweder Übung oder gut isolierende Kopfhörer. Wenn ich 100ms Latenz auf Ohr kriege, kann ich nicht geradeaus sprechen. Bestimmte Kollegen haben damit überhaupt kein Problem.

    Also, organisatorischer Teil: Wer macht die Durchsage, wer weiß, wie das geht, geht das auch ohne daß der FOH-Mensch am Pult ist. Für mich einige der wichtigen Punkte beim Stop Mic. Und natürlich auch, daß es nicht zu viele Menschen wissen. Nicht daß es mißbraucht wird.

  • Pohoda Festival Slowakei

    • simonstpauli
    • 26. Juli 2024 um 20:45
    Zitat von Marcel

    Mal eine Frage von einem Unwissenden: Muss man ab einer bestimmten VA-Größe nicht eine eigenständige Lösung bereitstellen die auch funktioniert wenn die PA es nicht mehr tut? Auf einem Festivalgelände z.b. eine Art ELA Anlage mit Megaphonähnlichen Lautsprechern verteilen auf die von einem zentralen (und sicheren?) Ort zugegriffen werden kann? Oder in einem Stadion könnte man die normalerweise vorhandene PA dafür nutzen und für den Gig selbst dann ein unabhängiges System aufbauen.

    Eine Sprachalarmierungsanlage wird ggf. gefordert. Das kann bezüglich der Anforderungen und der Umsetzung einfach oder komplex sein, bei einer kleinen Location auch vielleicht einfach ein Megaphon. Oder ein Teil der PA, der redundant ausgelegt ist, z.B. bei der Stromversorgung. In festen Häusern gibt es dann z.B. ELA-Systeme, die völlig unabhängig von der PA sind und eine PA-Abschaltung per Schaltkontakt von der BMZ.

    Es ist aber auch oft so, daß diese Forderung nicht besteht, genau in den Fällen versuche ich, ein für mich und andere schlüssiges Konzept zu finden.

  • Line Array statt Point Source

    • simonstpauli
    • 26. Juli 2024 um 20:07
    Zitat von Blancblue

    Aber was war jetzt genau das Problem im Sinne dieses Threads? Hätte ein Horntop das besser hinbekommen? Weil die „vorne zu laut, hinten zu leise“ Problematik bekomme ich mit einem Horntop pro Seite ja auch nicht gelöst.

    Naja, gerade in Festzelten kommt man mit engen Horntops gerne mal weiter als mit Line-Array-Modulen, weil einfach die Trim-Höhe nicht da ist, damit die ihre Vorteile in der Vertikalen ausspielen können. Horizontal wird es auch gerne mal schwierig.

    Es ist aber ja auch so, daß in einer nicht riesigen Firma nicht für alle Beschallungs-Situationen ein eigenes Werkzeug angeschafft werden kann, es muß oft Kompromisse geben. Da kommt es eben darauf an, welche Kompromisse man in welchen Situationen machen kann und welcher Werkzeugkasten dann passend für die eigene Situation ist. Das Klangliche ist dann ja auch nur ein Aspekt dabei. Da haben wir dann noch Logistik, Finanzen, Zumutbarkeit, wenn viel los ist, Dry-Hire-Vermietbarkeit, wenn wenig los ist. Und noch Einiges, was mir gerade nicht einfällt.

  • Pohoda Festival Slowakei

    • simonstpauli
    • 26. Juli 2024 um 16:54
    Zitat von wora

    hatte ich mir dann fast gedacht, als du die iLive erwähnt hast... ;)


    ich denke, wenn die ansage von der bühne aus gemacht wird, kann der verantwortliche dann auch direkt dort dafür sorgen, dass auf der bühne keine musik mehr gemacht wird. es geht dabei ja um notfallsituationen.

    Ich hatte erstmal Outdoor-Situationen im Auge, bei denen eine normale Ansage nicht mehr möglich ist. Das sind für mich die Situationen, auf die ich mich und andere vorbereite. Also wo wäre der sicherste Bereich, von dem eine Ansage dann noch möglich/sinnvoll ist, wenn die Bühne bereits ein Gefahrenbereich ist?

    Eine Situation hab ich mal erlebt, da wurde die Moderatorin physisch von der Bühnenkante geholt. Bei mir (Monitorplatz) hat Anbrüllen gereicht. Vorgeschichte war eine kurze Unterbrechung der Soundchecks wegen Wind, zur Show Vorhersage besser, dann aber doch spontan heftige Wind-Böen, die wohl unter dem Radar flogen.
    Natürlich wollten wir dann das Publikum informieren und steuern. Damals hatte ich das "Stop Mic" noch nicht. Also das Moderationsmikrofon am FOH Kanal an, dem Veranstalter in die Hand gedrückt. Der hat dann aus einem festen Gebäude, welches noch in Empfangs-Reichweite war, die Evakuierung eingeleitet und moderiert:

    "Jetzt gehen alle einen Schritt zurück. - Sehr gut. - Noch einen Schritt." Die Security zog nach und in kurzer Zeit waren alle aus dem Gefahrenbereich heraus. Dann fing er an, über das aktuelle Wetterphänomen zu sprechen. Die Veranstaltung konnte später fortgesetzt werden, die einzige Verletzung, an die ich mich erinnern kann, war eine Mini-Schnittwunde an einer Hand des Schlagzeugers der Hauptband.
    Insgesamt war das sehr zielführend, hätte aber auch in die Hose gehen können, wenn wir es technisch nicht spontan hinbekommen hätten. Der FOH hatte sich verbarrikadiert (alle Planen geschlossen). von dort aus hätte es auch Durchsagen geben können, aber evtl. nicht so gute.
    Daher jetzt eben meine technische Vorbereitung dieser Situation.

    Bei Dir Indoor sieht die Sache natürlich anderes aus. Da ist mit Windböen ja nicht so zu rechnen.

  • Pohoda Festival Slowakei

    • simonstpauli
    • 24. Juli 2024 um 19:50
    Zitat von wora

    genau sowas habe ich bei meiner "großen" anlage immer parat. allerdings nicht am FOH, sondern auf der bühne, am amp-rack.

    das schalter-mikro geht direkt auf den lautsprecher-controller. sobald man es anschaltet und reinspricht, wird das normale programmsignal per ducking weggedrückt.

    dabei ist es also völlig egal, welche signalquelle da gerade aktiv ist, bzw. ob das mischpult auch eingeschaltet ist oder sonstwas. sobald man ins mikro hineninspricht, versteht man das vorne sehr gut.

    Ach eine elegante Lösung. Bühnenlärm kriegt man damit zwar nicht weggedrückt, aber jedes dB mehr Sprachverständlichkeit zählt. Und jede Aktion, die nicht noch extra ausgeführt werden muß.

  • Pohoda Festival Slowakei

    • simonstpauli
    • 24. Juli 2024 um 00:24
    Zitat von falcocgn

    Da hast Du schon die grundsätzlichen Prinzipien der Publikums- und VA-Sicherheit beschrieben. Es müssen umfassend alle Risiken erfasst, bewertet und Schutzmaßnahmen abgeleitet werden. Das wichtigste ist immer die Kommunikationskette und die Klarheit von Entscheidungswegen und Verantwortlichkeiten.

    Heutzutage haben wir das Problem, dass sich Wetterereignisse immer schneller bilden. Oft schneller als die Reaktionszeit selbst einer gut eingespielten VA-Leitung. Es muss natürlich auch jede Führungskraft mit Personalverantwortung im Notfall für sich und das eigene Team entscheiden. Wenn gegenüber der Bühne der Blitz einschlägt und auch sonst alles um mich rum anfängt zu scheppern, ist mir jedes Sicherheitskonzept egal. Wenn ich Personalverantwortung habe und die übergeordnete Orga nimmt ihre Verantwortung nicht wahr, muss ich ran. Dann stelle ich sofort die Arbeiten meines Teams ein und suche sichere Orte auf.

    Dankeschön.

    Mich interessiert ja oft: Was kann ich lernen, was kann mein Gewerk lernen und besser machen, damit es im Ganzen besser funktioniert?

    Ich gebe mal ein Beispiel:
    Ich weiß gar nicht mehr, wann ich damit angefangen habe. Wahrscheinlich seitdem ich öfter bei Musicalproduktionen gearbeitet habe. Auch wenn es nicht explizit gefordert ist. - das Stop Mic.
    Ein Mikrofon, je nach Veranstaltungsart oft am FOH, mit Schalter und direkt aufgelegt (je nach System am letztmöglichen Punkt), Kanal getestet, für Sprachverständlichkeit optimiert, mit einem Compressor, der quasi als AutoGain funktioniert und permanent offen.
    Briefing an alle relevanten Kräfte - "Dies ist das Stop mic, bei Bedarf anschalten, reinsprechen, auch wenn ich gerade nicht da bin." Gerne auch kurz testen.

  • Interessantes auf Youtube

    • simonstpauli
    • 23. Juli 2024 um 10:16
    Zitat von skyper

    ...

    oder sein Konzept mit dem um 90° zur Bühne gedrehten FOH-Pult etc.)

    ...

    Das sideways mixing habe ich für Monitorgigs von ihm übernommen. Hier kann es seine Vorteile ausspielen, weniger Barriere zu den Künstlern. Am FOH hatte ich noch nicht den Anreiz, das so zu stellen.

    Und multi mix monitoring, also mehrere Wege pro Position. Um 2010 herum hatte ich eine Konversation mit Dave, bei der er mir das Konzept noch etwas näher erklärt hat.
    Die 4 Wedges im Popa Chubby Rider kommen z.B. von einem Club-Gig mit mir als Local Monitor, als ich ihm 2 innere mit dem Hauptmix und 2 äußere mit hauptsächlich Band hingebaut hatte.
    Auch gerne baue ich einen center Wedge mit "me" und ein Stereo-Paar mit der Band.

  • Pohoda Festival Slowakei

    • simonstpauli
    • 22. Juli 2024 um 21:08
    Zitat von test

    wir sollten zu unserem Kerngeschäft zurückkehren.

    Stimmt.

    Was wäre mein Fazit? Da ich keine Erfahrung im Publikumsschutz habe, ziehe ich mal das STOP-Prinzip aus dem Arbeitsschutz heran, weil ich die Hierarchie der Maßnahmen gut finde und denke, daß sie auch hier passend ist. .

    Substitution:
    Z.B.: Kann die Veranstaltung in einem weniger windanfälligen Gebiet durchgeführt werden?

    technische Maßnahmen:
    Bühnen ausreichend sicher bauen. Technische Einrichtungen, um Windanfälligkeit zu reduzieren (z.B. Planenabwurfsysteme, die aber nur nutzen, wenn Gefahrenbereiche geräumt sind, damit keine Kollateralschaden auftreten)
    An- und Aufbauten ausreichend sichern.
    Publikumsinformation durch Alarmierungsanlage technisch sicherstellen
    Wetterinformationen aktiv einholen, mehrere Quellen, auf jeden Fall aber amtliche, wie DWD, Seewetteramt, je nach Location.

    Organisatorische Maßnahmen:
    Sicherstellen, daß bei Wetterwarnungen ein klares Entscheidungsschema vorhanden ist und befolgt wird.
    Wohin wird evakuiert?
    - Beispiel Festival auf Messeparkplatz, Evakuierung in eine Messehalle. Eine gute Lösung, finde ich.
    - Oder auf einem Festival in Zelte und PKW, Bitte an Gäste, an PKW, die noch freie Plätze haben, die Warnblinkanlage einzuschalten, damit möglichst viele Gäste in PKW kommen.
    - Womit ich Schwierigkeiten habe: Evakuierung vom Veranstaltungsgelände, dann egal, was passiert
    Wenn Evakuierung:
    Alarmierungsanlage nutzen
    Gebiet sichern

    Personelle Maßnahmen:
    PSA bei der Crew
    Ordner für Crowd Control

    Wie bereits geschrieben, bin ich nicht in dem Business der Veranstaltungssicherheit, das sind nur ein paar Gedanken. Vielleicht hat ja jemand Lust, darauf einzugehen, nach welchen Grundsätzen gehen Profis vor. falcocgn vielleicht?

  • Line Array statt Point Source

    • simonstpauli
    • 22. Juli 2024 um 12:40
    Zitat von Martin, live-team

    Ich bin derzeit relativ oft in diversen Festzelten unterschiedlicher Größe unterwegs,

    und muss da LEIDER des öfteren mit Line Arrays arbeiten...

    Ich wage zu bezweifeln, daß es in einem Standard-Festzelt möglich ist, ein Line Array aufzubauen. Die haben doch nicht ansatzweise die Höhe, die dafür nötig wäre.

    Den Unterschied zwischen Line-Array-Elementen und einem Line Array haben wir hier ja schon lang und breit behandelt.

  • Pohoda Festival Slowakei

    • simonstpauli
    • 22. Juli 2024 um 12:38
    Zitat von karel noon

    Das Argument mag zwar in der direkten Praxis gelten, ich sehe da aber ein Problem:

    Sicherer bauen macht das Ganze teurer, wenn ein Gewitter kommt muss man vermutlich trotzdem abbrechen, das finanzielle Risiko für Veranstalter und/oder Versicherer steigt also.

    Ob das unserer Branche zuträglich ist bezweifle ich.

    Prävention war schon immer die beste und oft auch billigste Lösung, in jedem mit bekannten Metier.

    Wir brauchen weniger heftige Stürme, und das geht nur durch Reduzierung der Temperatur.

    Alle Argumente warum das ein oder andere dafür nicht ausreicht oder ein anderes Problem mit sich bringt hilft dabei nicht.

    Veranstaltungen werden auch co2 neutraler werden müssen, aber da ist die Branche glaube ich schon teilweise am Start, bei der EM wurde das ja auch stark versucht, mit leider nur mittelmäßigem Erfolg.

    Coldplay fällt mir da ein, und auch die Strom Firmen haben da schon Konzepte, noch sind die teurer als Diesel, aber das wird sich schnell ändern denke ich.

    Alles anzeigen


    Bei der EM weiß ich nicht, ob das Konzept wirklich aufgegangen ist, wenn die Reisen der Teilnehmer und Besucher hinzugerechnet werden. Dabei müssen nicht nur Skandalmeldungen herhalten, sondern ich sehe auf das Ganze und ich sehe viele Menschen, die anreisen, um Spiele zu sehen.

    Wir werden als Branche durch diesen simplen Fakt ja niemals CO2-neutral. Genauso wenig wie die Menschheit das schaffen würde. Dann müssten wir aufhören, zu atmen.

    Was wir schaffen können und anstreben sollten: Reduzierung des Impacts unserer Existenz. Das funktioniert in einer Marktwirtschaft durch Schaffung von Marktbedingungen, die einen verringerten Impact belohnen. Von diesen Bedingungen sind wir sehr weit entfernt. Wir müssen uns dafür einsetzen, daß sich das Schritt für Schritt ändert, bis zu dem Punkt, an dem Tourproduktionen anfangen, darüber nachzudenken, ob man unbedingt eine eigene PA mitnehmen muß.
    Im täglichen Leben würde das bedeuten, daß es keine Äpfel aus Neuseeland mehr gibt, die billiger sind als Äpfel aus dem Alten Land um die Ecke.
    Ebenfalls würde es bedeuten, daß reparieren wieder in Mode kommt, weil neue Dinge sehr viel teurer werden.

    Was nicht funktioniert: Appellieren an einzelne Menschen, ihren Impact zu reduzieren (siehe CO2-Fußabdruck als Lobby-Kampagne der Fossil-Industrie). Die paar tausend reiche Menschen, denen das völlig egal ist, verursachen so viel Schaden, daß es Milliarden anderer Menschen nicht kompensieren können. Diese Menschen bezahlen aber auch die Kampagnen, die täglich dafür sorgen, daß politisch nicht viel passiert. Siehe aktuell die Debatte gegen das vermeintliche Verbrenner-Verbot 2035. Das wirft uns in Deutschland wieder um Jahre zurück. Auch wirtschaftlich. Derweil erreicht China seine Ziele von 2030 bei den Erneuerbaren Energien diesen Monat.

    Aber wie heißt es so schön: "There's no glory in prevention". Hoffnung habe ich dennoch.

  • Pohoda Festival Slowakei

    • simonstpauli
    • 21. Juli 2024 um 19:38
    Zitat von karel noon

    Mein Handy sagt mir per Software wie viel Prozent Akku Leistung noch zur Verfügung stehen, ich wage mal das können e Autos auch.

    Immer diese uralt Märchen

    Die SoH-Abschätzung bei einem Elektroauto-Akku ist einigermaßen genau, gerade bei LFP-Chemie ist aber eine externe Bestimmung sinnvoll, um einen genaueren Wert zu bekommen. Der Akku-Doktor hat gerade ein Video dazu gepostet, wo er auch eine Software vorstellt.
    Dann gibt es auch noch kommerzielle Tests, bei denen man den Akku zykliert, damit Daten erzeugt werden, die ausgewertet werden können. Für 99€ bekomme ich ein Akku-Gutachten. Das wird beim E-Auto-Verkauf wahrscheinlich bald Standard werden.

  • YAMAHA DM7

    • simonstpauli
    • 21. Juli 2024 um 19:25
    Zitat von Swag

    Hatte ich dann falsch verstanden, weil Du von 3 Kanälen schriebst. Bei CL / QL musste man für ch linking nicht erst den Channel Job öffnen, es reichte, die jeweiligen select Tasten gleichzeitig zu drücken. Das Verhalten funktioniert beim DM7, wenn ich mich nicht irre nur für Stereo Pairing, für ch linking muss der ch Job angewählt werden. Das mit dem Bruch werde ich bei Gelegenheit mal testen.

    Ah, die Funktion kannte ich nicht, daher habe ich den guten alten Channel Job benutzt.

  • Pohoda Festival Slowakei

    • simonstpauli
    • 20. Juli 2024 um 17:31
    Zitat von wora

    auch hier gebe ich dir natürlich vollkommen recht. auch für ein abgelasenes dach muss man einen nachweis haben.

    die stehenden tower sehe ich dabei aber nicht als problem, weil die ja verhätnismässig sehr wenig windlast bedeuten. das problem wäre hier wohl eher tatsächlich, was man mit der PA macht...

    nach diesen überlegungen gebe ich dir abschliessend recht, dass stehenlassen hier die einfachste option wäre.

    man wird in zukunft aber eben wohl höhere windlasten einrechnen müssen. konstruktiv lässt sich das aber alles lösen.

    Ich hatte ja schon einige Situationen kurz vor Räumung des Geländes und auch mit Räumung, bei keiner Situation hatte ich den Eindruck, daß die Bühne an sich am Limit war.

    Mehr Sorgen machten mir auf die Bühne gestellte Dinge, die dann wild durch die Gegend fliegen könnten. Brauchen wir Gegengewichte für Marshall-Wände? Für Schlagzeuge? Für Mikrofonstative? Oder ist das alles einfach egal, räumen müssen wir ja sowieso.

    PA Hangs sind ein Thema, da wäre generell eine Festmachung gut, denke ich. Also nicht Schnüre, sondern Alu, Stahl, Schluppen... Was ein Ablassen dann aber auch komplett verhindert. Dito Video-Wände. Also alles, was einigermaßen fix in der Bühne verbaut wird.

  • Line Array statt Point Source

    • simonstpauli
    • 20. Juli 2024 um 13:27
    Zitat von HK AUDIO

    Hier im Forum und in der gesamten Audio Community wird ja gerne, leidenschaftlich und viel diskutiert.

    Da geht es mal um das beste Mikro für die Kick, den goldenen preamp oder eben die beste Box.

    Die Wahrheit ist eigentlich simpel: es gibt für verschiedene Anwendungen diverse Werkzeuge dutzender Hersteller die den Job erledigen können.

    Wir als Hersteller merken das immer beim erstellen der Flyer: für wen ist das System denn jetzt?

    DA kommt dann in Nuancen oft was ähnliches bei raus: DJs, VT Betriebe, Installationen usw. :P

    Die Antwort im pro Audio ist doch oft: es kommt darauf an!

    Welches System speziell? Welche Anwendung? Welcher Kompromiss soll eingegangen werden?

    Am Beispiel unseres Arrays mal ein paar Beispiele:

    Eigentlich ist keins davon eine klassische Line Array Anwendung, aber alle funktionieren gut bis sehr gut.

    Das geht bei uns deswegen weil wir, wie andere weiter oben auch schon geschrieben haben, einen recht weiten vertikalen Winkel haben, sonst wären ja curvings mit 10° nicht möglich.

    Bei größeren Systemen hat man ja oft nur 5°, da würde ich solche setups nicht empfehlen, also falsches Werkzeug.

    Ich behaupte einfach mal das wir da nicht sehr exotisch sind, und unsere netten Mitbewerber ähnliche Ideen hatten.

    Kann ich das erste Setup auch mit einer guten 12“/1,4“ Kiste machen? Ja, vielleicht sogar besser, aber steht diese gerade zur Verfügung? Und brauche ich manchmal doch das Array?

    also locker bleiben und nicht zu dogmatisch ran gehen.

    Alles anzeigen

    Danke, Karel, wichtiger Punkt, die Unterscheidung Line-Array-Module und Line Array als Quelle.

    Wir können mit Line-Array-Modulen guter Lösungen für Beschallungs-Aufgaben finden, die eben kein Line-Array, aber trotzdem hilfreich sind.

    Mein klassisches Beispiel sind Nearfills. Da möchte ich tendenziell horizontal breit abstrahlen, um nicht zu viele Lautsprecher zu benötigen, vertikal hingegen darf die Abstrahlung ruhig eng sein. Welcher Lautsprecher erfüllt diese Anforderung? Ein kleines Line-Array-Modul, meistens 90°-120° horizontal, 10°-15° vertikal. Das wird aber als Punktschallquelle betrieben.
    Nächste Anwendung, DJ-Fill mit 2-3 Line-Array-Modulen. Das ist immer noch ein Punktschallquellen-Array und als solches zu betrachten.
    Im Bereich MainPA kann man das auch machen, wenn man sich damit beschäftigt, was man erreichen möchte und welche Werkzeuge dafür zur Verfügung stehen.

  • YAMAHA DM7

    • simonstpauli
    • 20. Juli 2024 um 11:59
    Zitat von MH 3

    Bei mir geht das, wenn die auf einem Userlayer nebeneinander liegen...

    Interessant. Das muß ich bei Gelegenheit checken. Hatte auf dem Gig nicht die Muße, 2x User Layer zu bauen.

    Die Frage ist dann, ob es evtl. mit dem Bruch zwischen zwei Fader-Bays zu tun hat. Dieser Fall kam bei mir auch nur in der Kombination vor.

  • YAMAHA DM7

    • simonstpauli
    • 20. Juli 2024 um 11:36
    Zitat von Swag

    Ist wahrscheinlich der Tatsache geschuldet, dass jetzt zwischen „Stereo Pairing“ und „channel linking“ unterschieden wird. Das Stereo pair kann wie früher über die „select“ Buttons erzeugt werden.

    Nein. Ich rede von Link Groups. Wie auch bei der CL können die beim DM7 erzeugt werden, indem man auf Channel Job - Channel Link geht, auf dem Surface eine Select-Taste gedrückt hält und die gewünschten anderen Kanäle per Select-Taste hinzufügt. Das funktioniert nicht, wenn man den Bruch 48 - 49 überschreitet.

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