Beiträge von rockline

    Hallo Musk1974,


    ich habe Dir per Mail geschrieben was Du auf die schnelle messen bzw. überprüfen könntest. Kanal A ist entweder selber defekt, oder (selten) das unten liegende AICO Board ist platt. Frontplattenpotis wäre noch eine ganz seltene Option - aber zu 80% der entsprechende Ausgangskanal.

    VG Stefan

    "SiP Technik" sagt mir nichts und ich fand auch nichts im Netz. Kannst du mir da zur Weiterbildung ein Stichwort geben?

    SiP steht für "System-in-Package", und bedeutet die Zusammenführung von Speicher, Microcontroller, Ausgangsstufen, Eingängen, Logikschaltkreisen, Sensoren und Actoren in "einem". Das alles mehr oder weniger auf einem BGA Träger huckepack übereinandergebacken. Final dann noch vergossen - und fertig ist die 100% Wegwerftechnik. Wenn darauf was defekt geht ist definitiv Feierabend. Begründet wird der Trend mit den angeblichen Platzproblemen bei kundenspezifischen Entwicklungen. Tatsächlich ist es billig herzustellender Blödsinn mit der Garantie relativ geringer Lebensdauer, verbunden mit dem ständigen Umsatz durch Neubeschaffung seitens Endkonsument. Der Trend zur Miniaturisierung ist in gewisser Weise nachvollziehbar wo es nachweislich Sinn macht, aber meiner Auffassung nach nicht überall notwendig.

    Gegen diese Weltsicht empfehle ich mal in diesen Kanal reinzuschauen:

    https://www.youtube.com/user/rossmanngroup


    Der repariert Macbooks, bei denen die Kunden mit einer 1200$ Kostenvoranschlag weggeschickt werden, durch kluge Kleinreparaturen. Eben weil die Großen nur Baugruppen tauschen wollen, ist das auch eine Chance für die Kleinen.


    Louis Rossmann....ja, der Macbook Frickler. Ich hatte den hin und wieder mal in der Werkstatt auf Youtube am laufen gehabt. Seine Art der Visualisierung kleinster SMD Austauscharbeiten hat schon was für sich - aber sein unsägliches Gerede über die politische Weltzusammenstellung in stundenlangen Monologen ist zuletzt schwer erträglich gewesen. Dennoch verfolgt er den richtige Ansatz, und repariert die Dinger noch so lange, wie er eine Chance hat. Aber die aufkommende SiP Technik wird auch seiner Firma langfristig das Geschäft genau so kaputt machen wie den industriellen Reparaturunternehmen, die sich zukünftig nur noch mit der Instandhaltung gestriger Elektronik befassen.

    All das trifft aber auf eine Amcron VZ5000 nicht zu :)

    Ich habe schon viele Lightcommander repariert. Den Scancommander aber noch nicht. Dennoch - die Probleme mit den Hyroglyphen im Display sind allgemein typisch bei einer fehlenden Daten oder Adressleitung. Mit dem Oszilloskop kann man auch bei ausgebauter CPU Platine die Pegel zwischen MC und den Daten- und Adressbusteilnehmern kontrollieren. Fall ein Pegel nur noch mehr oder weniger auf High oder Low liegt, kann man mit dem Ohmmeter diese Adressleitung überprüfen: zuerst auf die benötigten Verbindung aller an diesem Bus hängenden Teilnehmer untereinander, und weiterhin (durch Referenzvergleich mit den anderen Daten/Adressleitungen) den Isolationswiderstand gegen 5V und alternativ gegen 0V. Im angefügten Link habe ich mal beispielhaft gezeigt, was die Lightcommander Platinen für Probleme entwickeln können.

    https://www.facebook.com/media…mment_id=2974881972587527

    Drei Fragen - drei Antworten :)


    Crown VZ: der Klassiker sind die defekten Einschalt NTC, die man aber sehr einfach erneuern kann. Die sitzen - soweit ich mich erinnere, ohne jetzt ins Service PDF zu schauen - oben auf dem großen Platinenbrett. Zwei Stück, die sich gerne zerbröseln.

    Weiterhin habe ich mal die Spannungsumschaltung mit den MosFets zwei, drei mal repariert. Das ist etwas wirr konstruiert, und wird auch von dieser Low Z Schaltung gesteuert. Aber die häufigsten Schäden waren defekte Endtransistoren, und für diesen Tausch musste man von der Rückseite her die Kiste demontieren. Jeder Kanal besteht bei der 5000/5001 aus zwei Powerboards, die aufeinander montiert sind. Die Spannungsversorgung wird zum Teil über die Schraubbolzen geleitet, und wenn man alles auseinander liegen hat, funktioniert überhaupt nichts mehr. Also muss man da mit einer Art Ersatzschaltung rund um die einzelnen Blöcke so was wie eine Teilinbetriebnahme machen. Die Leistungsblöcke haben nach langer Betriebsszeit auch erhebliche Probleme mit den Lötstellen der TO3 Transistoren. Die 5000er Baureihe hatte zum Glück nicht so oft das Problem der Macrotech Geräte, bei denen defekte Endtransistoren die seitlichen Platinen oftmals verbrannt hatten, und die Instandsetzung viel Fräsarbeiten mit dem Dremel und die Herstellung neuer Verbindungen aus Draht erforderlich machten. Zudem war fast immer die Eingangsplatine in Mitleidenschaft gezogen worden, wo dann auch noch zwei, drei Kleinsignaltransistoren getauscht werden mussten. Ich erinnere mich bei den VZ auch an kleine Dioden auf den Leistungsblöcken, die schon mal ihre Charakteristik von PN Übergang in Widerstand verändert hatten. Also insgesamt das übliche Portfolio - aber mit erschwerten Montagebedingungen.


    Crest 8001: bei denen gab es meistens Probleme mit den Steckverbindern. Aber auch schon mal defekte Transistoren, ich glaube das waren diese dicken "Sanken", die so teuer und irgendwann nicht mehr erhältich waren. Die 8000er habe ich selten repariert, die 2HE Modelle hingegen öfter. Bei denen gab es vorne einen kleinen (Hilfs) Gleichrichter der öfters mal platt war, und doch schon mal die ein oder andere Toshiba Transistor Austauschaktion. Und auch da wieder das Thema Steckverbinder und Kontaktprobleme. Ansonsten waren die Crest aus der Baureihe mit den Zahlen selten in Reparatur. Die CA Serien dagegen öfter - aber dann meistens zum finalen Termin: hinteres Rückwand pcb Schrott! Bei der CA12 gab es da so ein Multilayerplatinendesign, bei dem sich die mittleren Leiterbahnen in hochohmige Verbindungen mutierten. Dann flackerten die Clip und Protect LEDs, und das Gerät funktionierte auch nicht mehr richtig. Reparatur der Platine war mehr oder weniger unmöglich, und Ersatz gab es auch irgendwann nicht mehr.


    Lehrling: da ich meistens erst nach 18h in der Werkstatt arbeite, ist diese Arbeitszeit schon mal keine Option. Zudem eignen sich meine Werkstatträume nicht wirklich gut für beschäftigte Personen, da ich dann ganz andere Themen mit der BG usw. bekäme. Und nicht zuletzt gibt es den Beruf eigentlich nicht mehr. Früher war das ja noch der Radio & Fernsehtechniker, der ja als Beruf abgeschafft wurde. Das moderne Berufsbild "XYZ-Elektroniker", wo man XYZ mit allen möglichen Begriffen erweitert, hat ja eigentlich keine noch reparierbaren Trainingsobjekte. Das was ich repariere ist mehr oder weniger Elektronikschrott von gestern, weil ich maximal noch klassisches SMD ohne allzuviel Schnickschnack flicke. Ich habe auch einiges an Industriebaugruppen von CNC Maschinen zur Reparatur vor der Nase, und kann bei diskret aufgebauten IGBT Stufen von beispielsweise Frequenzumrichtern noch sicher reparieren. Aber bei eingepressten IGBT Modulen und nicht ersetzbaren Bauteilen ist bei bestem Willen Feierabend. Und genau das ist die Gegenwart und Zukunft: es soll nichts mehr repariert werden! Von daher ist das erlernen von "reparieren" wie die alten Frickler das gemacht haben, seitens der Industrie nicht mehr vorgesehen. Wegwerfen und neu kaufen ist die Zukunft. Mit der Aussicht muss man auch nicht mehr viel Zeit in eine Lehrlingsausbildung in so einer Wurschtelbude wie bei mir investieren.

    der kanal 2 bringt nach dem einschalten manchmal kein signal an die box, erst wenn man einen gewissen pegel drauf gibt, funktioniert es. ich tippe mal auf ein relais im ausgang. oder hast du da eine andere erfahrung zu diesem phänomen?

    oder darf ich sie dir zuschicken? ;-)

    Hallo Wolfgang,


    das ist tatsächlich das Verhalten eines kontaktoxydierten Relais. Die TSA 4-700 hat Relais in Reihe des Lautsprecherausgangs. Der Austausch der Relais ist - gemessen am Marktwert der Endstufe - eigentlich eine Bestrafung für den Werkstattfritzen :) , weil die Lötstellen selbigen Bauteils natürlich nicht erreichbar sind, ohne die komplette Reihe Transistoren vom Kühler zu schrauben. Kappe runterziehen geht bei dem Relais glaube ich nicht, so dass eine ordentliche Reinigung der Kontakte auf elegante Weise flach fällt. Es gibt zwei Methoden: tatsächlich alles runtermontieren, und das/die Relais professionell austauschen, oder mit dem Seitenschneider das Gehäuse vom Relais knacken um die Kontakte zu erreichen. Methode drei wäre damit zu leben. Ich favorisiere bei solchen eher preisorientierten Geschichten den Seitenschneider, brösel das Relais komplett raus, und löte huckepack ein neues drauf. Ist schnell und billig - sieht nur bissken uncool aus.


    Bezüglich der anderen Endstufe (ich glaub das war eine FP100000?) freue ich mich über den positiven Statusbericht :)

    Vielen Dank für die Empfehlungen, freut mich!

    Und ja, ich repariere gewerblich sehr viel Pro Audio und bin wahrscheinlich noch einer der wenigen, die das gewerblich überhaupt dürfen und machen. Handwerksrolleneintrag usw., denn IHK gemeldete Betriebe sind nicht berechtigt an Geräten herumzutun.


    Bei mir ist die Wartezeit leider auch nicht unerheblich, da ich das weitgehend alles selber mache, und der Auftragseingang mich fast erschlägt. Ich mache nicht nur Pro Audio, sondern auch Industrieelektronik und Highend Audio Reparaturen.

    Die Crwon VZ5000 - davon habe ich (früher) sehr viele repariert. Überhaupt die komplette Macrotech Baureihe. Aber - das Gerät ist sehr schwer, und Versand (geht nur GLS) ist nur mit sehr guter Verpackung möglich. Zudem ist die Reparatur komplex, weil man das Ding nur zerlegt und teildemontiert reparieren kann. Das, und die durchaus nicht immer billigen Ersatzteile, machen die Reparatur einer VZ5000/5001 nicht immer wirklich interessant. Dagegen sind die Reparaturen an Lab Gruppen und ähnlichen Teilen ein Sonntagskaffee.

    LD Systems: hier rate ich bei AH Ersatzplatinen zu kaufen. Einen Sub als kpl. Box hin- und herzuschicken ist ohnehin keine Option, und nur das Modul reparieren wäre denkbar - aber sicherlich nicht billiger als das Ersatzteil. Zudem muss man immer schauen, ob das Chassis noch geht, oder im Rahmen der Endstufenzerstörung auch platt gegangen ist. Daher lehne ich Reparaturen an Einzelmodulen solcher lowbudget Geräte (LD, db, RCF) eigentlich ab.

    Dynacord - die haben ein top Servicecenter bei Bosch in Straubing. Da würde ich das mitunter platzieren. Bei Ersatzteilgeschäften habe ich mit Dynacord/Bosch nur allerbeste Erfahrungen gemacht. Aber auch da gilt, komplette Aktivboxen sind mir in der Handhabung und Versand etc. zu umständlich, und ich verzettel mich dann komplett in den ganzen administrativen Logistiktätigkeiten mit solchen Kisten.

    Ansonsten gerne, bis auf die genannten Einschränkungen. Erfahrung und Praxis habe ich ohne Ende in dem Segment, ich mach fast nichts anderes mehr.

    GaN - das ist kein Problem. Ist ein China Mehrkanal mit Stereomodulen und On-Board PSU. Typisch für China OEM. Von diesen Modulen kenne ich sehr viele in verschiedenen Variationen, und habe Stunden/Tage damit zugetan so etwas zu reparieren. Inzwischen bin ich aber diesbezüglich recht ernüchtert, und mach das nicht mehr so gerne. Aber gerne via pn wenn Dich da was interessiert.


    Pat1: super Teil. Alles gut mit der Kiste. Und wenn was ist, die kann man gut reparieren.

    Ja nun, wie haben die es "geschafft" Class D Endstufen zu entwickeln? Das ist ja an sich nichts besonderes, weil sich 80% der Entwickler an die IR Applikationen halten. Es gibt ein paar wenige die irgendwie eigene IS verbauen (ICE/BangOlufsen), und halt die, die immer die IR Chips nehmen.


    GaN: ja, ich kenne die üblichen Vertreter. Hab einige Reparaturen mit 20957 auf Digipro Modulen gemacht, aber auch den 2092 kenne ich ziemlich gut. Zumindest beim 2092 weiß ich aus dem Kopf das man die Überlappung der Ausgangsstufe mit Widerständen am DT Eingang manipulieren kann. Bei anderen IS geht das wahrscheinlich genau so, aber da müsste ich erst mal in die PDF schauen. Was ich an Class D grundsätzlich nicht mag sind die halben DC Offsets am LS Ausgang bei Vollbrücken mit unsymmetrischer Betriebsspannung (da hat man immer volle Pulle die halbe Betriebsspannung gegen Masse am Lautsprecher anliegen), und bei Halbbrücken halt die Problematik mit durchgeschossenem Ausgang FET und DC zwischen LS plus und minus. Das haben analoge AB auch, aber bei Class D gehen die Pferde oftmals im Nanosekundenbereich durch, und die dort verbauten Currentsenses (die bei Kurzschluss = durchgeballertert FET) eigentlich schnell abregeln sollen), arbeiten aus dem Grund auch nur sehr sehr mäßig.

    Alles in allem feiere ich nach wie vor Lab.Gruppens TD Schaltung. Das ist meine Welt, die Dinger mache ich am liebsten fertig, und finde deren Effiziens (zumindest was die NF Endstufen betrifft) immer noch unerreicht gut. Alles andere an Class H und normal HiFi AB in allen Varianten mag ich auch, und meine Welt ist im wesentlichen die Reparatur und weniger Entwicklung/Design von Endstufen. Aktuell bin ich aber (leider) auch grad an einem Reengineering Projekt in Sachen Class D dran, weil eine China Serie durch auffallend frühe Ausfälle nicht grade glänzen mag. Nur Reparatur wäre zu einfach, und ich muss die Ursache finden. Kannst Dir sicherlich vorstellen, wie blöde ich das finde! Ist nicht meine "Schuld" - aber man hilft wo man kann, .......der Tag müsste 24 Stunden haben :(

    Zu Klasse D Endstufen habe ich so meine eigene Meinung. Wirkungsgrad und Ausgangsleistungen sind extrem gut. Klang...tja, wer mag sich da ein wahres Urteil erlauben zu können? Ich halte mich fast immer sehr zurück mit Statements zu "Klang". Zum einen weil ich es nicht kann, und zum anderen weil es auch auf die Abhörbedingungen ankommt. Ich habe eine solide dimensionierte Umschaltbox für zwei parallel laufende Endstufen mit dicken Leistungsschützen und vollständig getrennten Minuspolen. Man kann damit auch Brückenendstufen vs auf Masse bezogene Kisten im direkten Umschaltvergleich checken. Dazu haben wir schon aufwändige Tests bei Lautsprecherherstellern durchgeführt - und die Ergebnisse waren irgendwie da, aber kaum so das man sagen müsste: genau die Endstufe ist der heilige Grahl! Ich habe solche Tests immer nur als Versuchsleiter durchgeführt und zugehört. Die "Jury" wußte nie was da grade spielte. Aber wie gesagt, ganz dünnes Eis. Parallel dazu habe ich immer einen Differenzoszilloskop an den Lautsprecherausgängen mitlaufen gehabt. Zum einen um die Pegel-Kalibrierung vor den Vergleichen exakt durchführen zu können, und während der Tests zu schauen, was die Probanden grad so machen (Clip etc...). Ich fands interssant ernüchternd....

    Bei den Klasse D Konstruktionen habe ich im Service weitaus mehr Probleme bei der Instandsetzung verglichen mit AB Konzepten. Zum einen weil hier wieder ein deutlicher China Überhang zu notieren ist (billiges Gelumpe auf den pcb verlötet), und zum anderen weil manche Konstruktionen offensichtlich Probleme mit den Totzeiten haben. Die meisten Highside/Lowside Treiber IC (das sind die Kernelemente dieser Klasse D PWM Endstufen) haben eine begrenzte Leistung um die Gatekapazitäten der MOSFETs in der Stromstufen zu laden und entladen. Die Abstimmung kann der Entwickler bei einigen IC einstellen, und muss dann anhand der verwendeten Fets und Anzahl schauen was er da am DT Pin bestückt. Manche Hersteller bauen dann auch noch kleine Gegentaktschaltungen aus einem npn und pnp Transistor zwischen H/L Side Ausgang und Fet dazwischen, und schaut dann das es erst mal läuft. Fast immer sind die IC von International Rectifier und schon in der Application Note ist die Schaltung beschrieben. Die Schaltfrequenz solcher Klasse D Stufen ist ebenfall ein Kompromiss zwischen Wirkungsgrad, Verlusten in dem Ausgangsfilter, und dem streben nach maximalem Frequenzgang. Höhere Frequenzen haben einen schlechteren Wirkungsgrad aufgrund von Schaltverlusten, aber erreichen eine bessere Verstärkung hoher NF-Frequenzen, während geringere Schaltfrequenzen den Wirkungsgrad verbessern, aber auch die Eigenschaften der Ausgangsdrossel durch höhere Sättigung in abfallenden Höhen präsentieren. Auch die Belastung der beiden Ausgänge Highside und Lowside der IC's steigt bei höheren Schaltfrequenzen an, und leitet deren ungeplantes Ende mitunter schneller ein als geplant. Bei den Klasse D Endstufen gibt es zudem viele unterschiedliche Konzepte mit Halb- und Vollbrücken, deren Gesamtperformance mitunter dann doch noch hörbare Differenzen zutage bringen könnten. Ich repariere PWM Endstufe nicht mehr bis kaum noch - weil die Konstruktion teilweise schon in der Entwicklung das Prototypenstadium nicht vernünftg verlassen hat. Wenn man dann den SMD Haufen instandgesetzt hat, und das Ding nach 5 Stunden Betriebsdauer wieder auf der Werkbank landet (weil eventuell die Deadtime eine Nanosekunde lang nicht gepasst hat), verliert man den Spaß an diesen Schaltungen. Es gibt Außnahmen die wirklich super laufen (Pascal, BangOlufsen) - aber viele andere nicht wirklich (dauerhaft) gut.

    Viel Text, vielleicht auch ein bissel kreuz und quer - aber wenn es zur Unterhaltung beitragen kann freut es mich.

    Interessantes Thema - und nach so viel Text und Themenwechsel weiß ich überhaupt nicht mehr worum es geht?

    Ich bin zwei, dreimal erwähnt worden aufgrund meiner Tests für die tools4music. Die Lab.Gruppen Lowbudget Endstufe würde ich gerne mal checken - habe aber mangels corpus delicti kein DUT dazu hier. Lab.Gruppen als solches stellt meines Wissens nach als Vertrieb keine Testgeräte mehr bereit, und die einzige Option wäre dann eines der größeren Versandhäuser mit 30 Tage Money Back Garantie. Soweit ich weiß ist dort aber die Behringer I-Nuke Schaltung drin. Also eigentlich nichts wirklich spannendes. Falls jemand so ein Gerät sein eigen nennt, und gerne mal den Interessenten zeigen möchte was das Gerät kann: ich könnte es messen.


    Und da sind wir auch schon beim nächsten Thema. Die Benchmarktest aus mir nicht weiter bekannten Quellen sind sauber gemacht und gut dokumentiert, aber nichts bahnbrechendes. Ich sehe da nichts anderes, was selbst die Hersteller selber angeben. Es ist heutzutage nahezu einfach sehr hohe Ausgangsleistungen aus billigen Geräten zu holen. Transistoren mit hohen Sperrspannungen und Strömen gibt es in großer Auswahl, und Netzteile mit hohen Betriebsspannungen am Ausgang sind auch kein Thema mehr. Ein Thema sind aber die Bauteilequalitäten! Viele der in China konstruierten und gefertigten Endstufen bedienen sich aufgrund der großen Produktionslose am Billigbauteilemarkt, und verbauen somit Widerstände und auffallend häufig auch Z-Dioden übelster Qualität. Bei den Leistungshalbleitern scheint es eine gewisse Erkenntnis zu geben, dass es mit Fakebauteilenn nicht wirklich gut hinhaut, da hier der Zeitstrahl der Ausfallrate wesentlich kürzer bis unmittelbar eintreten würde. Von konstruktiver Unterdimensionierung mal abgesehen, funktionieren die preiswerten Verstärker am Prüfstand für's erste überraschend gut - wie es dann (nach einem Test) in der Praxis langsfristig ausschaut, zeigt dann die rege Teilnahme mancher User solcher Geräte in diversen Foren und Facebookgruppen.

    Tatsächlich spielt bei Tests auch die Frage eine Rolle; was will man überhaupt wissen? Frequenzgang, Klirr, Phasengang, Eigenrauschen ist sicher der Vollständigkeit halber wichtig - sagt aber noch nicht viel über ein Gerät aus. Die Ausgangsleistung wäre dann ein Thema, und dazu bediene ich mich bei den t4m Tests bis heute der altbewährten Burstmethode bei 1k und 60Hz mit verschiedenen Zeitfenstern. Die Interpretation dessen, was man dabei sieht, ist die nächste Sache. Es gibt Geräte die innerhalb eines 30ms Burstfensters extrem viel Amplitude machen, aber innerhalb der nachfolgenden, sagen wir mal 500ms, extrem nachlassen. Angenommen wir messen in den ersten Amplitudenschwingungen noch 98Veff, und nach 500ms nur noch 89Veff, Das ist ein Verlust von nur 10 Volt. In Leistung an 4 Ohm umgerechnet sind das aber 2401 Watt gegenüber 1980 Watt. Wohlgemerkt - nur 9 Volt Differenz! Die Spannungshöhe einer 9 Volt Blockbatterie entscheidet hier über "gut" und "schlecht" für den Laien. Für die Praxis, den Lautsprecher in der Basskiste, macht das kaum noch einen Lautstärkeunterschied - es ist somit eigentlich fast bedeutungslos. Aber, der "weiche" Verstärker (der nach 500ms merklich abfällt) könnte in der Praxis eklatante Schwächen hinsichtlich seiner Bassperformance zeigen, weil er keinen gescheiten Sustain bringt. Viele moderne Hiphop, Deephouse, Goa und was weiß ich alles Musik, hat teilweise Bassfrequenzen beigemixt, deren Dauer nicht selten bis zu 2...3 Sekunden bei Frequenzen zwischen 50Hz bis 70Hz liegen. Eine Endstufe die schnell abregelt "bringt" dann nichts, während ein schwereres Kaliber trotz geringerer Leistung hier mitunter deutlich besser klingt. Für die Tests ist es ein schwieriges Thema hier eine ideale Linie zu finden. Ich beobachte nicht selten, dass speziell viele Billigendstufen mit Schaltnetzteilen bei Tests mit der angedeuteten Musik (oder Burstsequenzen von 3 Sekunden an : 2 Sekunden aus mit 60Hz) die Stromaufnahme aus dem Netz problemlos bis über 25A treiben! In solchen Szenarien bekomme ich dann Probleme beim Test: am 16A Automaten funktioniert das nicht lange. An meinem 32A Prüfanschluss klappt das - aber wie lange macht der Primärgleichrichter mit, wann gehen die IGBT im Netzteil durch, oder wann fangen die Leiterbahnen auf dem PCB an zu qualmen? Wir sprechen bei 25A Strom und 230V Netzspannung über 5750 Watt Leistungsaufnahme, die in dem beschriebenen Zeitfenster über einen kleinen Halbleitergleichrichter fließen. Jetzt werden viele sagen "Einspruch euer Ehren - der Gleichrichter kann doch 50A...steht doch drauf!" - Ja, kann er - aber nicht alles gleichzeitig. Auch bei solchen Gleichrichtern für Netzspannung muss man immer auf die Kurve zwischen anliegender Betriebsspannung und dem real fließenden Strom achten. Aber auch neben dem trivialen Beispiel des Gleichrichters sind die verbauten HF-Trafos nicht immer den Strömen gewachsen, und von der Auslegung der Taktschaltung mit IGBT's oder MOSFET's (je nach Taktfrequenz) mal ganz abgesehen. Wenn im Test so eine Kiste abraucht habe ich sicherlich ganz doll was vorgeführt, aber an der tatsächlich geübten Praxis mit 16A Automat in der Verteilung und Basslautsprecher mit schwankender Impedanz je nach Frequenz in einem Gehäuse nebst 10 Meter 2,5er Zuleitung vorbeigetestet. Würde man nun sämtliche China OEM Versandhaus-Endstufen so testen, wäre die Ausfallquote in den Tests bedeutend höher, als tatsächlich auf der Straße. Wem würde das dienen, außer vielleicht dem Ego eines Testers? Ich bin offen gestanden immer froh wenn die Dinger halten, und ich mich bis jetzt an den üblichen Verfahren in Anlehnung an die Herstellertestmethoden orientieren kann. Ich bin ja doch schon einige Jahre dabei, und würde mal so schätzen rund 1000 Leistungsendstufen in meiner beruflichen Laufbahn repariert und überprüft zu haben. Ich kenne tatsächlich sehr viele Geräte, aber noch lange nicht alle die es gibt. Zu den ganz zu Beginn des Beitrags genannten Geräten kann ich aber auch was beitragen: die QSC Powerlight ist die komplexeste Konstruktion. Das ist ein altes Klasse H Konzept mit der typischen QSC Ausgangsstufe und zwei Betriebsspannungen, aber einem doch schon etwas komplizierteren Netzteil rund um die SG3525 PWM Schaltung mit zwei IGBT und sauberer galvanischer Trennung zwischen Steuer- und Leistungsteil. Ich fand diese QSC immer prima, die Powerlight 9 hingegen eine Vollkatastrohe, da nahezu unreparierbar. Die QSC hat schon "Dimensionierung", aber sicherlich nicht den besten Wirkungsgrad, und macht auch dementsprechend ganz gut Wärme. Die Yorkville 4040 ist ebenfalls ein Klasse H Konzept, aber die Spannungsverstärkerstufe ist dermaßen komplex konstruiert, dass ich bis heute nicht wirklich den Sinn dahinter verstanden habe. Also, warum man sich da soviel Mühe gemacht hat! Die Yorkville klingt fürstlich - wenn man das überhaupt sagen kann/darf, hat aber ein eher schwaches Netzteil mit 50Hz Trafo. Der Trafo ist klein, in Folge dessen kann die Yorkville ganz gut im Impuls mithalten, aber bei "Sustain" fällt sie ab. Aufgrund dieser weichen Netzteilkonzeption hat man diesen Geräten auch ein extrem steiles HP Filter spendiert, das selbst in "20Hz" Stellung noch alles tiefe absäbelt. Die dritte erwähnte Endstufe fällt mir jetzt nicht ein...egal.

    Also auf der parookaville Mainstage 2018 hing es genau so. Ich weiß gerade nicht ob 12 oder 16 ks28 (cardioid!) jeweils hinter den k1 Bananen geflogen waren.

    Auf dem Boden waren auch noch ca 100 ks28.


    ich war aber nur zum Aufbau einer anderen Stage da und habe das System nicht gehört.

    2019 war ich nicht da, vielleicht hing es auch wieder so.

    Bei diesem Fest hingen 8 KS28 hintern den K1. Oben waren aber auch noch mal 4 SB218 oder sowas. Auf dem Boden waren so 90 bis 100 Stück KS28, genau weiß ich es nicht mehr. Wobei, ganz offen gestanden - ob die 8 Kisten da oben hinter den vielen K1 hängen oder nicht, von Ton her dürtfte das bei dem gebummer kaum noch einen Unterschied gemacht haben.

    Ich habe leider keine Unterlagen zu dem Verstärker. Aber sofern es mit Daub baugleich sein sollte, hätte ich dazu schon noch irgendwo Unterlagen. Daub Endstufen waren angelehnt an BGW750. Die erwähnten Camco Endstufen waren ähnlich der alten Daub Geräte.

    Meyer Sound Aktivmodule kenne ich nur in der MOSFET Variante aus den UPA's, die haben mit Daub nicht viel gemeinsam.

    Meyer Mysterium: in der Tat schon etwas speziell. Wobei die frühen Ciare OEM Lautsprecher (MS-12, MS-15, MS-18) schon sehr gut klangen. Bis heute sensationell gut finde ich die alten 1" Treiber aus den UPA-1A, die bei Yamaha gebaut und von Meyer umgelabelt wurden, und mit einem vorgesetzten Expansionring auf 1,4" modifiziert wurden.

    Dieser Treiber ist sicherlich aufgrund seines sehr hoch auflösenden Sounds ein Teil der Meyer Sound Mysterie aus den 90ern.

    So wie Jürgen beschrieb!

    Ich habe nochmal in den Plan geschaut, die Widerstände wären RA47 bis RA63 im linken Kanal, und entsprechend RBxx im rechten Kanal. Die sind nicht zu übersehen - 14 oben und 14 unten. Vorsicht mit der Messspitze - an den Widerständen sitzt richtig Kabumm drauf! Du musst gegen DC Minus messen, dass ist einmal der weiße Kabel und einmal der orange vom Multistecker. Die Ausgangstransistoren haben alle ihre Emitteranschlüsse (der rechte Pin) auf Masse bzw. Lautsprecher Minus. Sozusagen direkt "geerdet". Die Kollektoren takten ja abwechselnd die Elkos leer, wodurch dann als Differenz das Lautsprechersignal gewonnen wird. Bei diesen China Geräten gibt es vereinzelt auch Probleme mit den in Reihe geschalteten Kondensatoren, weil die Platinen Ober- und Unterseite des Elko pcb's manchmal durchgebackene Kontaktierungen zwischen oben und unten aufweisen. Das ist nicht so einfach zu finden, und man muss da schon sehr konzentriert messen, um so eine schadhafte Stelle zu finden. Grundsätzlich müsste man bei dem Kasten das Ausgangssignal mal auf einem Oszilloskop betrachten, um zu erkennen ob beide Amplituden identisch aussehen? Nicht das Dir die Schutzschaltung rund um Q20/21/22 das Signal schief zieht, und die Schaltung dadurch in der DC Symmetrie verschoben ist!?

    Die Schaltung an sich ist so eine Art ein QSC Standard (EX, RMX...), und wurde vor 10.......12 Jahren von vielen China Herstellern gerne nachgebaut. Aufgrund der Tatsache das die Platine mit allen Endtransistoren auf dem Kühlklotz festsitzt, macht die Reparatur eigentlich kaum Spaß, bzw. Sinn. Man kann die in Verdacht stehenden Bauteile im Grunde genommen nur abzwicken, überprüfen, und huckepack wieder drauflöten. Der ganze Klotz muss dazu raus, denn sonst kommste nirgends dran. Und dann sind wie immer die Kabel zu kurz, um die Kiste mit hochliegendem Kühlklotz zwecks Fehlersuche einzuschalten. Schwieriges Terrain, ich rate dazu eine neue Endstufe zu kaufen. Es sei denn man hat Bock sowas zu richten. Das kann ich aber in dem Fall nur bei sattelfestem Wissen rund um die Schaltungsart von Leistungsverstärkern raten.

    Macht das Ding noch normal Musik, oder kommt kein Ton raus?

    Bei diesen Endstufen würde ich zuerst mal messen, wie hoch die Spannung an den Emitter Widerständen ist? Also die Zement Widerstände....wenn da an einer Seite mehr als 100V zu messen sind, ist die MosFet Umschaltung defekt. Normal wären so um die +/-70V. Dann wäre noch die Messung der +/-15V wichtig, ob halt der Spannungsverstärker noch richtig versorgt ist. An CA28 und CA29 kannst das messen.

    Ruhestrom wird bei dem Gerät über die beiden 2N5551 auf der kleinen Hilfsplatine geregelt. Da der Komparator UA1 (LM883) auch am Bias beteiligt ist, sollte man den im Zweifel einfach mal neu machen.

    Im Grunde genommen ist die Schaltung relativ einfach gestrickt. Bis auf diese IC für die Umschaltung in die hohe Versorgungsstufe ist das eigentlich gut gemacht, leider sind diese IC irgendwas spezielles - wir kennen die im Service nicht.

    In Bezug auf dämliche Musikanten erinnere ich mich immer noch gerne an den Ehrenmann "Marky Ramone", dem es nicht gelungen war klar und deutlich seinem Drumtech, als auch unserem Monitormann zu erklären (auch mit jeder Menge dummer Gesten), was er denn in Bezug auf seinen Drumfillsound so haben wollte. Statt dessen entschied er sich gegen Ende des Gigs das komplette Drumfill GAE Director umzuwerfen. Aha....das war was für mich! Im Sprint vom FoH zur Bühne, Treppe hoch um den Idioten abzufangen - doch der Dude nebst seiner Comparsen war schon (sauber abgeschirmt vom Tourmanager) im Backstage-Container verschwunden. Was tun? Auf der Habenseite war ein 150kg Drumfill-Stack, dass durch die Aktion mit voller Wucht in die Gitarrensammlung seines Gitarreros geflogen war. Mit enstprechendem Kollateralschaden, also einmal richtig drauf. Auf der weiteren Habenseite war die Tatsache, dass die Kapelle ja noch abbauen musste, und dementsprechend von mir mit fast 100bar im Kessel erwartet wurde. Die kamen denn auch, leider ohne den Vollpfosten, aber immerhin mit dem Tourmanager (oder was auch immer das sein sollte). Dieser bekam dann nach kurzer Abstimmung mit der Festivalleitung direkt mal 800.- von der (bis zum Ende der Show noch offenen Restgage) zu unseren Gunsten abgezogen, denn das Drumfill war ja schließlich erheblich beschädigt :) Mir tat der Bubi an der Position stage left leid, der auf unsere Hilfe angewiesen war, um die Reste seiner Instrumentensammlung zu bergen. Der konnte zwar nichts dafür, beschwerte sich aber lautstark über die Art und Weise seines offensichtlich nicht mehr ganz zurechnungsfähigen Chef's. Den wir übrigens nicht mehr gesehen haben, weil er scheinbar ahnte was in erwartet hätte.

    Einen ähnlichen Vorfall beobachtete ich bei einem kleineren Festival, indem ein via UHF Bodypack ausgestatteter Bassist einer ziemlich schrägen Kapelle der Ansicht war, dass 6 in der Frontlinie aufgebaute Wedges als Steilkurve für einen unkontrollierten Marathon in Kreisform über die Bühne gedacht wären. Diesen Kollegen habe ich nach der vierten oder fünften Runde für ihn extrem überraschend am Bühnenrand eingefangen (ich brauchte etwa 40 Sekunden bis ich nach Entschluss des Abfangens vom FoH bis zur Bühne war), um mit ihm während des noch laufenden Songs über die Kostenregulierung zur Anschaffung neuer Gitter zu sprechen. Ich bin eigentlich ein ruhiger Kollege, aber bei solchen Aktionen ist Vorsicht geboten, da verstehe ich keinen Spaß mehr. Künstlerisches Verhalten hin oder her - fremder Leutz Equipment mutwillig anzugehen ist absolutes Verbot!

    Bei solchen Endstufen muss man sich natürlich die Frage stellen, warum ist das Gerät überhaupt defekt gegangen? Speziell diese Endstufenbaureihe ist vielen Anwendern auffällig oft ausgefallen, die Gründe sehe ich in minderwertiger Bauteilequalität, und vor allem in ausgesprochen knapper Dimensionierung.

    Zu der Reparatur vielleicht noch zwei, drei Anmerkungen:

    Ich rate immer dazu solche Kanalzüge an separaten Labornetzteilen im Falle einer Instandsetzung zu betreiben. Ohne funktionierende Strombegrenzung ist die Sache viel zu riskant, und im erneuten Schadenfall fliegt einem so eine Schaltung mitunter regelrecht um die Ohren.

    Diese Synq Endstufen basieren ja auf einem mit symmetrischer Betriebsspannung betriebenen Halbbrückendesign, deren wesentliche Schaltung in dem vergossenen PWM Modul verborgen ist. Das PWM Modul hat etwa 350kHz, die an den Gates der Ausgangs FET's gemessen werden können. Die Endtransistoren werden über zwei primitive Gegentaktendstufen (auch mit je zwei FET's) angesteuert, die selbstverständlich 1A Ein/Ausschalten müssen. Bei Reparaturen müssen die Gatesignale gemessen werden. Dabei ist wichtig das sowohl die maximale Einschaltspannung, als auch die tatsächliche Ausschaltung (0V) funktioniert. Und die Totzeit muss vorhanden sein, denn andernfalls kollidieren die Impulse der beiden schaltenden pos/neg Seiten. Die Frage ist nun, waren die Schaltsignale des PWM Moduls, bzw. die Gatesignale einwandfrei?

    Die Endtransistoren sollten etwa 250 - 300V Drain/Source vertragen können, um auch bei Transienten noch eine gewisse Reserve vor Durchschuss zu haben. Bei dem von Dir verbauten Ersatztyp IRFP260N liegt die maximale Spannungsfestigkeit bei 200V, also schon etwas knapp würde ich schätzen. Ich habe als Ersatz bei Reparaturen für den abgekündigten Originaltyp den aktuell erhältlichen IRFP4868 genommen.

    Und letztlich zurück zu meiner Eingangsaussage: taugt das Ding überhaupt für zuverlässig? Aus letztgenanntem Grund reparieren wir im Service diese Geräte nicht mehr. Ich habe durchweg die Erfahrung gemacht das die Synq zwar repariert werden konnte, aber oft nach wenigen Einsätzen mit erneutem Defekt wieder in der Werkstatt lag. Es gab irgendwo für rund 50$ auch verbesserte PWM Module zu kaufen, die ich für einen Kunden mal verbaut hatte. Die sahen etwas anders aus, waren aber 100% kompatibel zu den kleinen Plastikdosen. Viel Erfolg bei der Reparatur.

    Klar, da hatte ich schneller geschrieben als gedacht. Ich schaue eigentlich immer nur auf K2 und K3, die weiteren K4, K5 usw. sind dann meistens Wiederholungen, die ich dann nur noch selten erwähne.

    Von daher - gute Ergänzung zum Beitrag!

    1% entspricht der HIFI Norm :D und Lautsprecher haben deutlich mehr...


    Wenn dir 0,1%THD zu viel sind dann beschäftige dich mal mit D- Class Endstufen bei 10KHZ :D. Da reden wir je nach Preislage der Filter um 10% und mehr und keiner stört sich wirklich daran.

    Da hat der Marco einen wichtigen Punkt angeschlossen, denn speziell Klasse-D Endstufen, also pulsweitenmodulierte Schaltungen, benötigen im Ausgang größere Filter um die Musik hörbar zu machen. Diese Filter erzeugen mitunter beträchtliche Verzerrungen, wie man im nachfolgenden Bild erkennen kann. In der Messung ist der Frequenzgang von 5Hz bis 25kHz einer Klasse-D Schaltung zu sehen, und parallel dazu die Klirrgänge K2, K3 und THD Gesamt. Dazu Bedarf es kaum einer Erklärung.

    Vielleicht noch mal kurz zur Definition THD: das bedeuutet "Total Harmonic Distortion" und ist die Summe aller Verzerrungen. Also gradzahliger und ungradzahliger Klirranteile. Man unterscheidet zwischen K2 Verzerrungen, die man allgemein als harmonische bezeichnet, und die immer doppelt zur Messfrequenz anliegen. Beispiel 1kHz hat dann harmonische K2 Anteile bei 2kHz, 4kHz, 8kHz usw. Das klingt gut. Unharmonische K3 Verzerrungen sind dann bei 3kHz, 5kHz, 7kHz usw. zu sehen, und klingen rauh und nervig weil sie nicht zur Grundfrequenz passen. Im Beispiel sieht man es ganz gut. Da ist zum einen der Klirrfaktor bei 1kHz und 1W an 8 Ohm gemessen. Die Testfrequenz ist die hohe Spitze (1kHz), während die K2 Verzerrung mit 0,034% bei 2kHz zu sehen ist. Die K3 Anteile sind sehr gering (0,0035%), so dass der Gesamt-THD 0,04% beträgt.

    Das andere Bild zeigt die gleiche Endstufe bei 19 Volt Ausgangsspannung, und man erkennt sehr gut das die K2 Verzerrungen auf 0,14% gestiegen sind. Zusätzlich ist noch der K3 Anteil dazugekommen, dieser beträgt 0,013%. In Summe errechnet der Analyzer daraus 0,15% THD.

    Diese Verzerrungen sagen erst mal nur aus, dass diese Schaltung bei 1kHz diese Klirrwerte selber erzeugt. Die Ursachen sind vielfach, und gründen in der Art der Gegenkopplung über den Ruhestrom bis hin zur Kombination aus Treiber- und Endstufenkonzepten.

    Diese Messung betrifft aber einzig das Verhalten bei 1kHz, und sagt nicht oder nur sehr wenig über den Sound so einer Endstufe aus. Es gibt nur Anhaltspunkte auf zu erwartende Nichtlinearitäten im Betrieb. Hohe Klirrwerte sind aber generell ein Zeichen für ein Schaltungsdesign mit ungünstig gewählten Arbeitspunkten. Viel auffälliger als der THD eines Verstärkers sind die Verzerrungen vom Lautsprechern, manche Verstärker machen aber auch erst Probleme sobald sie Induktiv/Kapazitive Lasten an ihren Ausgängen sehen. Diese Artefakte sind dann besonders interessant, da die ursächliche Problematik für daraus resultierenden schlechten Sound nicht sofort erkennbar ist.

    Es gibt noch einen Wert, der THD+N genannt wird. Das ist dann die Summe aller Verzerrungen einschließlich des Eigenstörgeräusches, also Brummen, Sirren und/oder Rauschen, was ebenfalls nicht zum ursprünglichen Signal gehört hat.