Beiträge von Hanseat

    Fux

    Ich finde auch, dass RCF mit dieser Lösung einige recht interessante Produkte im Programm hat. Den Vorteil eines 12ers bei dieser niedrigen Trennfrequenz sehe ich nicht unbedingt. Vorteil der größeren Box ist u.a. ja auch ein entsprechend größeres Horn, das dann besser zur niedrigen Trennfrequenz passt.


    Was Plastikboxen angeht: Ich habe vor dem Kauf der NX-45A diese auch mit der HDM-45 verglichen und letztere hat als Kunststoffbox deutlich gegen die Holzvariante verloren (aber auch die Abstimmung war anders). Die 745er hatte ich nicht im direkten Vergleich. Auffällig war allerdings, wie doch deutlich (!) hörbar die Resonanzen des Kunststoffgehäuses störend in Erscheinung traten.

    Die vom Shurik genannten RCF 745er haben ja eine Trennfrequenz von 650Hz und der HT-Treiber mit 4"-Spule ist auch nicht unbedingt "budgetorientiert". Die NX45A (die ich selbst nutze) sind ganz ähnlich aufgebaut (das verwendete Horn scheint etwas größer zu sein und es ist eine Holzbox).


    Zumindest bei diesen Konstruktionen stimmt das "Pauschalurteil" zu15"-Tops dann nicht (auch wenn das eben auf die Mehrzahl der 15er-Tops zutreffen mag), denn die Mittenwiedergabe ist (zumindest bei der NX45A) exzellent. Die größere Pappe im TT-Bereich bietet auch etwas mehr Potential, nicht nur im Bassbereich (da muss für entsprechende Wirkung sowieso ein Sub drunter), sondern auch bei den Low-Mids.


    Die Ankopplung auf dem Boden ist für die Basswiedergabe beim Sub ein unbestreitbarer Vorteil.

    Entweder / oder (wie im Ausgangspunkt gefragt) hilft daher nicht weiter. Beides zusammen wäre sinnvoller (und Subs je nach Bedarf dann auch im Rudel).

    Gut Ding will Weile haben. Aber natürlich gibt's eine Rückmeldung:

    Erst kürzlich habe ich mehr oder minder zufällig bei Ebay einen Anbieter gefunden, der Schaumstoff-Zuschnitte für das BF-509 anbietet. Zwar teuer, aber egal.


    Das Öffnen ist leicht, die verklebten Schaumstoffreste ließen sich vorsichtig entfernen ohne dass die Membran Schaden genommen hätte (so tief war das klebrige Zeug noch nicht vorgedrungen). Der Austausch der neuen Zuschnitte ging einfach. Ein Massekabel am Gehäuse war durch ein ungünstiges Abknicken abgegangen, das ließ sich aber schnell wieder anlöten. Der Zusammenbau ist hakelig - die verschiedenen Teile müssen exakt in Position gehalten werden, damit die Schrauben wieder ihr gewohntes Zuhause finden können. Hat mit Hilfe einer weiteren Person geklappt.


    Test erfolgreich bestanden. Beide Mikrofone klingen einwandfrei.

    Die nächsten 20 Jahre können kommen...

    Die HK LTS A habe ich mir auch mal angehört, denn das System hat mich sehr interessiert. Das Hochtonsystem funktioniert zwar auch super, was die Einhaltung der Abstrahlung angeht (ist schon beeindruckend, wie schnell der Pegel ober- oder unterhalb abnimmt). Was ich allerdings gar nicht mochte, das waren die deutlich hörbaren Klangveränderungen, wenn man sich vertikal vor der Box bewegt hat (wunderschöne Interferenzeffekte). Mir persönlich hat das überhaupt nicht gefallen.

    die LTS5 ist da nix - zu schmal im Abstrahlverhalten und zu Speziell, aber die Linear5-Serie wäre auch Super

    So 'n Linear 5 mit 2x LSub2000er aktiv + 2x 112XA (Mufu Top/Monitor) bekommste auch für um die 5k bis 5,5k€

    Die Linear 5 kenne ich ja auch ganz gut aus der Anwendung (112FA). Sie ist für den Preis echt gut, die RCF NX45A klingt für meine Wahrnehmung jedoch noch einmal eine Klasse besser (ausgewogener, stimmiger, bei hohen Lautstärken sauberer etc).


    Ein Problem bei fast allen Systemen wird die Verfügbarkeit werden. So gut wie jedes Produkt hat derzeit Lieferzeit. Bei einigen geht es nicht um ein paar Tage oder wenige Wochen, sondern um Monate (für die NX45A ist beim Musicstore ein Lieferdarum Mitte Juli angegeben). Auch das Anhören könnte daher schwierig werden. Wenn das für euch zu knapp wird, dann nutz doch den Kontakt zum befreundeten Tontechniker und nutzt dessen SRX-System. Mir persönlich wäre das Top allerdings zu groß und schwer zu handeln (das aus der Sicht eines Lehrers, der an seinem Gymnasium mit einer AG Veranstaltungstechnik diverse Veranstaltungen betreut).

    Wir fahren grundsätzlich auch eher humane Pegel, da wir natürlich auch viele kleinere Kinder bei den Veranstaltungen haben, nichtsdestotrotz kommen wir von einer Anlage mit 4x15-Zoll Treibern für den Tiefbass, aber dann werden wir das einfach mal mit 2x18 ausprobieren. Vielen Dank dir!

    Die Doppel-15er-Bandpasssubs haben möglicherweise Vorteile beim Pegel, aber eher nicht beim Tiefgang. Aber am besten bleibt testen. Daher:

    Ich werde in jedem Fall versuchen die Anlagen von Yamaha, RCF, FBT und JBL mal anzuhören und melde mich dann nochmal.

    Das wäre super. Beim Testhören vor der Box nicht nur hin- und hergehen, sondern auch vor dem HT hoch und runter und auf Veränderungen im Klangbild hören. Auch mal neben und sogar hinter der Box hören (da hört man schnell unangenehme Gehäuseresonanzen, die auf der Bühne zu Feedback führen könnten; die sind bei allen Kunststoffboxen nämlich überraschend heftig). Im Idealfall wird der Sound außerhalb der Achse einfach nur leiser (und deutlich off axis dann natürlich auch dumpfer). Wie reagiert die Box, wenn es lauter wird? Klingt sie weiterhin entspannt oder wird sie anstrengend?


    Viel Spaß beim Testhören!


    Edit: Zur Ergänzung auch mal die Grafiken für die RCF NX45

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    993212d1638951057-sound-reinforcement-high-school-rcf-nx45a-horizontal.jpg


    Für ein konventionelles Top ist das ein sehr homogenes und etwa 1- 1.5 Oktaven früher wirksames Richtverhalten.

    Das kommt sehr auf eure Erwartungen an. Wir kommen in unserem Raum mit zwei 18ern für Konzerte gut aus, brauchen aber keine ungesunden Pegel (wir messen mit Levelcheck, um die Vorgaben der DIN 15905 einzuhalten). Bei Bedarf lässt sich ja nachrüsten.


    Vielleicht könnt ihr die z.B. über Thomann bekommen und eine Vereinbarung über eine Möglichkeit zur Rückgabe vereinbaren, falls das System nicht passt. Ein Test bei euch vor Ort ist eben aufschlussreicher.

    Wenn als Lösung nur die Front-PA genutzt werden soll (und keine Delay-Speaker), dann wären die FBT Vertus definitiv mein Favorit.

    Die sehr gute vertikale Richtwirkung, die eben auch bis zu tiefen frequenzen deutlich besser funktioniert als bei konventionellen Tops, ist schon außergewöhnlich für ein so kleines System. Und auch in der horizontalen Abstrahlung gibt es keine bösen Überraschungen.


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    Danke für die Skizze. Ein Foto dazu wäre noch super (oder ein Link auf einen Konzertbericht o.ä. mit Bild bei euch auf dsr Schulhomepage). Wenn ich den Plan richtig lese, dann ist das quasi ein Treppenhaus/Lichthof mit einigen angrenzenden Bereichen, die eine deutlich niedrigere Deckenhöhe aufweisen.


    In diesem Fall wäre die enge vertikale Bündelung der FBT Vertus CLA406.2A ein Vorteil, vor allem, weil ihr dann die Raumhöhe nicht unnötig anregt. Auch bei der niedrigen Deckenhöhe in der Mensa wäre das definitiv ein relevantes Plus.


    Auf dem Plan ist allerdings auch von Plätzen auf Emporen im 1.OG und im 2. OG die Rede. Sind die relevant und wie werden diese beschallt?

    Ausgehend von den 90x60° des Top Fourty:

    Yamaha DZR + DXS könnte passen.


    RCF NX45 + 8004A würde ich noch zum Test empfehlen (die frühe Trennung zum HT schon bei 650Hz bietet einige Vorteile und funktioniert mit dem 15er-TT wunderbar).


    Wenn eine deutlich engere vertikale Bündelung sinnvoll ist (um Reflexionen von Boden und Decke zu mindern), wäre die FBT Vertus CLA 406.2A ein Tipp. Deren HT hat eine extrem gleichmäßig funktionierende vertikale Abstrahlung (25°) und durch die 4x 6,5"-TT ist die vertikale Richtwirkung auch bis in tiefe Bereiche deutlich wirksamer als bei einem konventionellen Top. Horizontal wird das Teil auch nicht so breit wie manches Stäbchen, sondern liegt im Bereich ganz normaler Tops.


    Wenn euer Raum allerdings eher schmal und lang ist, dann wäre ein enger abstrahlendes Top günstiger. Für so einen Fall steht in der Schule meiner Kinder eine JBL SRX 835P. Ist SACKSCHWER - spielt dort als Festinstallation aber keine Rolle.


    Ein paar weitere Infos wären daher hilfreich.

    Fragen:

    • Raum: Größe, Höhe, Skizze/Grundriss, Bilder?
    • Bühne: Position, Größe, Höhe?
    • Boxen: Position, Höhe, Neigung?
    • Akustik: Nachhallzeit, harte Flächen, vorhandene Akustikmaßnahmen?

    Mit ein paar Infos lassen sich dann sinnvolle Vorschläge machen.

    (...) und was den klang angeht bin ich der meinung : das orchester sollte einfach so klingen, wie es klingt.



    und was das pegel-messen mit dem behringer messmikro angeht: schau dir mal die klirrwerte dieses mikros bei höheren pegeln an. in der nähe von einem lautsprecher sollte man das wirklich nicht benutzen, denn hier verfälscht es deine messerte. die mikros von ISEMcon sind da wesentlich besser geeignet.

    genaueres kann dir sicher Tomy sagen.

    Was den Klang angeht kann man dazu offensichtlich unterschiedlicher Ansicht sein. Wir machen das gern und aus gutem Grund genau so. Dass unsere Schulaufführungen dadurch eben nicht so klingen, wie eine "typische Schulaufführung", damit können wir bestens leben (und haben schon viel positives Feedback dafür bekommen). Aus Scheiße wird ja dennoch nicht Gold und Autotune oder Playbacks gibt's auch nicht. :S


    Auch Bands in Clubs nutzen gern das ein oder andere Mikrofon - laut genug könnten viele auch ohne. ;) Die NDR-Bigband, die wir gerade noch so eben vor Corona im Rahmen ihrer "School's Out" Schul-Tour zu einem gemeinsamen Konzert mit der Bigband zu Gast hatten, hat auch mit voller Abnahme gespielt (und dabei einen ganzen Satz Neumänner-TLMs genutzt).


    Wir fahren die PA übrigens mit ca. 95-96dB Kurzzeit-Leq - nur selten mal darüber. Das Mic steht bei uns ca. einen guten Meter vor der Box, die ersten Zuhörerohren sind etwa 3m weiter weg. Die Klirrwerte des ECM-8000 sind laut Tools-Test bis 130dB noch im Rahmen (etwa 2,5%) - diese Peakwerte haben wir beim letzten Konzert nicht erreicht. Für unsere Zwecke reicht das ECM-8000 daher eigentlich völlig aus, auch wenn es den theoretisch möglichen Wert (der bei der Kalibrierung angezeigt wird) vermutlich nicht ganz sauber messen würde.

    genau das habe ich mir auch sofort gedacht... wow, eine schule mit mehreren tausend zuhörern! ;)

    Nunja, es waren zuletzt rund 500 Leute da. Mit der Zeit kommen also schon ein paar Tausend zusammen. 8o


    Es geht ja nicht nur um Pegel, sondern um Klang. Das ist eben eine Schul-Bigband mit Schülerinnen und Schülern von Jg. 6 bis 12 und ein paar Ehemaligen. Die Besetzung verändert sich jedes Jahr. Mal gibt es 6 Trompeten und nur 2 Posaunen, 4 Tenorsax aber nur ein Alt, dann wieder 6 Altsax aber nur 1 Trompete (und die war diesmal noch krank). Ach ja, Querflöten spielen auch mit - und die hätten ohne Mics wohl nicht den Hauch einer Chance. Dazu stammt das Repertoire auch nicht aus der Swing-Ära, sondern eher aus dem Pop/Rock/Funk/Soul-Bereich. Der Rausschmeißer war diesmal "Liebe" von Moop Mama. Schöner Titel - nur erfordert der entspannte Genuss des Textes auch die Fähigkeit, Selbstironie und doppelte Böden zu erkennen.


    https://www.youtube.com/watch?v=N6xd8542AVg#t=2m01s.

    Was habt ihr für ne Aula :) Voll mikrofonierte Big Band....
    Vielleicht solltet ihr mal über ein Pegelmesssystem nachdenken :)

    Wir kontrollieren mit Level Check und einem durch ein Center 326 jeweils kalibrierten Behringer ECM-8000 Mikrofon, das näher an den Tops positioniert ist als die ersten Zuhörerplätze. Das Setup gewährleistet einen Peak-SPL von max. 137dB (die Anlage schafft das aber sowieso nicht).


    P.S.: Hab mir privat kürzlich ein iSemcon-Messmikro geschossen. Brauche aber noch einen passenden Adapter für den Center 326. Hat jemand einen Tipp, wo man den günstig bekommt?

    Kurzes Feedback nach Abschluss der Installation und erstem Einsatz: Die Entscheidung ist letztendlich für das Zero 88 FLX-S 48 gefallen und hat sich als absolut richtig erwiesen.


    Bei einem Workshop mit unserer AG Veranstaltungstechnik haben sich vor allem einige sonst eher schüchterne Schülerinnen schnell mit der Bedienung vertraut gemacht und mit leuchtenden Augen eigene Lichtdesigns mit LEDs und MHs erstellt. Die Bedienung des Pults gelang nach einer kurzen Einführung sehr intuitiv (so dass sie die ersten Schritte gleich auch noch meiner Kollegin erklären konnten, die es ihrerseits noch ein paar Nachzüglern an dem Tag gezeigt hat).


    Das Konzept des Pults ist sehr ausgereift (Software-Version 7.x). Die integrierten Hilfetexte ermöglichen es auch blutigen Anfängern gegebenenfalls nachzuschauen, was man im jeweiligen Bereich gerade machen kann (wurde aber nicht benötigt). Die Einschränkungen (keine frei programmierbaren Effekte) sind für uns in der Praxis eher eine Hilfe als ein Hindernis.


    Daher: Für Schulanwendungen können wir das Pult uneingeschränkt weiterempfehlen!