Beiträge von Hanseat

    Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht, das kann ich gut nachvollziehen. Da ich schon einige Erfahrungen beim Lautsprecherbau (mit einem MLSSA-Mess-System) und beim akustischen Ausbau meines kleinen Mischstudios sammeln konnte, bin ich zumindest mit einigen möglichen Fallen beim Messen vertraut und kann auch Messdaten sicher schon sinnvoller beurteilen als jemand, der völlig neu damit anfängt. Klasse finde ich, dass auch du als erfahrener Profi immer noch weitere Anregungen aufnimmst und mich beruhigt, dass bestimmte Dinge (Auswahl der Messposition) auch unabhängig vom Erfahrungsschatz immer noch spannend bleiben.


    Mir macht es viel Spaß, mich in neue Bereiche einzuarbeiten und zu durchdenken. Immer wieder wird dabei deutlich, dass es darum geht, einen sinnvollen Kompromiss zwischen verschiedenen Anforderungen zu finden. Ein Center-Sub hat große Vorteile was eine gleichmäßige Abstrahlung ohne Phasenschweinereien angeht (ein gutes Phase-Alignment ist aber nicht einfach), ein Gradient oder EFA-System ermöglicht eine gute Rückwärtsdämpfung (liefert aber bei gleicher Systemanzahl nicht so hohen Pegel), eine L-R-Anordnung der Subs erleichtert das Phase-Alignment zu den Tops (vereint mit kräftigem Lobing), eine Zahnlücke kann leicht in der Bündelung abgestimmt werden und liefert satten Pegel (strahlt nach hinten aber im Prinzip genau so satt ab wie nach vorne)...


    Dennoch finde ich es interessant, immer wieder neue Ansätze zu verfolgen. Die von ERICH in einem anderen Thread beschriebene Aufstellung mit L-R-Subs + einer Zahnlücke in der Mitte der Bühne bietet eine recht gleichmäßige Abstrahlung und sollte beim Phase-Alignment evtl. etwas unproblematischer sein, das von Merlijn van Veen analysierte L-Acoustics-Setup mit einem gezielt eingesetzten Notch-Filter bietet eine gute Rückwärtsdämpfung (für unsere Bühne perfekt, die Dämpfung ist gerade da am stärksten, wo viele Mics stehen werden) und liefert anscheinend auch recht satten Pegel. Diese Variante könnte ich dann allerdings mit unseren 6 Subs nur als Center bauen (mit dem Problem beim Phase-Alignment). Vielleicht macht dann eine besonders steile Trennung zwischen Subs und Tops Sinn (48dB/Oct), das hat aber natürlich eine Erhöhung der Gruppenlaufzeit zur Folge...


    Iirgendwann werde ich mich für ein Setup entscheiden müssen - aber bis es soweit ist, werde ich weiter nach der für uns besten Lösung suchen und freue mich über weitere Erfahrungsberichte, Tipps und konstruktive Anregungen!

    Hab mal grade den Porous Absorber Calculator bemüht. 30cm Sonorock zeigen folgende Wirkung als Absorber vor einer harten Fläche (mit einem Absorptionskoeffizienten von immerhin rund 0.8 bei 100Hz).

    Der Raum hat insgesamt recht günstige akustische Eigenschaften (keine parallelen Flächen, eine lange Wand komplett als großflächiger Absorber mit 30cm tiefen Elementen, teilweise mit Abstand vor der Wand) - ist eben auch unser Aufnahmeraum. Aber Kammfiltereffekte gehören nun einmal ganz normal zu den Arbeitsbedingungen einer Beschallungsanlage dazu. Muss man eben bei der Bewertung einer Messung auch berücksichtigen - nicht dass man Interferenzen mit einem EQ auszugleichen versucht (und einen Schritt weiter passt das schon überhaupt nicht mehr).


    Wenn du derartige Messungen aus Zeitmangel nicht so oft machst - wie gehst du dann damit als Profi um? Hast du einen Systemtech der das für dich vorbereitet, verlässt du dich im Wesentlichen auf vom Hersteller entsprechend konfigurierte Systeme oder wie optimierst du das jeweilige Beschallungssystem für deinen Zweck?



    "Alles unter einen Hut" ist in unserem Fall nicht nötig. Spaß machen könnte das schon 8). Im Prinzip stelle ich mir das so vor, dass die verschiedenen Tops und Subs per (Allpass-)Filter (zumindest im Übernahmebereich) durch Systemeinstellungen so entzerrt/linearisiert werden, dass der Phasengang miteinander kompatibel ist bzw. eben nur noch Anpassungen per Delay notwendig sind.


    Ich fange dann wohl erst mal kleiner an und versuche, die jeweiligen Systeme an sich zu optimieren.


    Hast du vielleicht noch ein paar praktische Tipps zur sinnvollen Mikrofonaufstellung? Bodenreflexionen könnte ich evtl. mindern - wir haben in unserem auch als Aufnahmeraum genutzten Club-/Proberaum diverse Gobos (ca. 30cm dick mit Rockwool gefüllt), die man flach auf den Boden am Reflexionspunkt legen könnte. Dann müsste eine Aufstellung des Mikrofons auf Ohrhöhe auch gut funktionieren.


    Kammfiltereffekte sollte man an der regelmäßigen Verteilung im Frequenzgang erkennen können und bei Bewegung des Mikrofons bewegen sie sich ja mit - letzteres setzt dann aber voraus, dass ich eine echtzeitfähige Software benutze, um das sichtbar zu machen.


    Auf welche Weise man möglichst geschickt L-R-Tops mit einem Center-Sub phase-aligned, das würde mich aber immer noch interessieren (bzw. auf welchen Ort hin man optimiert). Der Ansatz von Merlijn van Veen scheint ja zu sein, eine gewisse Phasenverschiebung zu akzeptieren (im Bereich von +/- 120 Grad), um eine möglichst große Publikumsfläche ohne "Lobing" versorgen zu können. Die typische L-R-Aufstellung der Subs ist dabei ja nicht gerade hilfreich, daher will ich davon gern weg (keine theoretische Überlegung, das Lobing hat mich einige male echt genervt).

    Danke schon mal für einige Hinweise. Kann mich grade kaum an einigen Quellen "sattlesen":


    Merlijn Van Veen "Study Hall"
    (viele interessante Artikel und Videos - sehr empfehlenswert und aufschlussreich!)

    Beispiele:

    Eine sehr unterhaltsame Variante: Der Wellenformlieferdienst...


    Das Anwendungs-Beispiel zu Allpass-Filtern von Timo Beckman fand ich übrigens gut nachvollziehbar und das ist sicher auch in der Praxis unproblematisch umsetzbar (etwas Zeit vorausgesetzt). Macht gar nicht den Eindruck einer hochkomplizierten Angelegenheit, wenn man einmal begriffen hat, wie man die Filter einsetzen kann. (Hatte ich oben schon mal verlinkt: https://timobeckmangeluid.word…6/10/24/once-upon-a-time/)


    Bei mir geht es insgesamt um recht einfache Setups:

    • Großer Veranstaltungsraum mit je 1x QRx 112/75 und 118S je Seite
    • Kleiner "Club"- und Proberaum mit je 1x K+F C1201 und db Technologies Sub 15 je Seite
    • Mobile Anlage mit 2x HK L5 112FA (geflogen L/R) und 6x Achat 115 Sub (flexibel konfigurierbar) für kleinere Open-Air-Einsätze.

    Aus diesen Setups möchte ich einfach gern das Bestmögliche rausholen (innerhalb ihrer Grenzen).

    Ein Seminar werde ich nicht besuchen (können). Das Buch von Bob McCarthy steht schon länger auf meiner Einkaufsliste und wird wohl bald mal geordert.


    An dieser Stelle geht es mir vorwiegend um praktisch nutzbare Tipps und konkrete Erfahrungsberichte, wie ihr das selbst in der Praxis macht - speziell im Bereich Sub-Top-Alignment (gern auch zum Spezialfall Center-Subs).

    Das Einmessen einer Anlage mithilfe eines Software-Tools ist für mich noch recht neu. Eigentlich kenne ich bislang vor allem die Arbeit mit REW aus meinem kleinen Mixstudio. Ein gutes Tool, um die Aufstellung der Monitore zu optimieren und die Wirksamkeit von Absorbern im Bassbereich überprüfen zu können.

    Nachdem ich nun mit RiTA ein Werkzeug gefunden habe, mit dessen Hilfe ich mich auch an die Einmessung unserer Beschallungsanlagen wagen will, kommen neue Fragen auf. In den letzten Tagen habe ich mich anhand etlicher Quellen etwas in das Thema eingelesen, z.B.:

    Einige Dinge, die ich dabei verstanden habe:

    • Es geht darum, die Phase im Übernahmebereich zwischen Subs und Tops möglichst deckungsgleich zu bekommen.
    • Die einfachste Lösung dafür ist anscheinend, die beiden Systeme per Delay anzupassen
    • Die Pegel von Subs und Tops müssen angeglichen sein, sonst verschiebt sich der X-Over-Point
    • Sound-Shaping (z.B. Bassbereich stärker anheben) sollte aus dem gleichen Grund dann schon vor der Frequenzweiche passieren.

    Aber: Anscheinend gibt es Vorteile, dies nicht unbedingt per Delay, sondern mit Allpass-Filtern zu erledigen. Timo Beckmann zeigt in seinem Blog die geschickte Anwendung dieser Filter:

    Was mich mal interessieren würde:

    • Wer von euch nutzt Delay für das Phase-Alignment von Subs und Tops und wer setzt dabei auf Allpass-Filter?
    • Welche Vorteile seht ihr in der Anwendung von Allpass-Filtern - und welche Nachteile gibt es?

    Bislang habe ich das Processing bei unserer mobilen Anlage über die Matrix-Outs des X32 gelöst. Allpass-Filter bietet das X32 jedoch nicht. Erst habe ich nach einem passenden System-Prozessor gesucht (z.B. Monacor DSM-26LAN), habe dann aber gesehen, dass auch unser altbewährter EV DX-38 diese Filter bietet. Für unsere Zwecke sollte das Gerät sicher noch ausreichen.


    Was die Software angeht, so könnte es aber sein, dass ich mit RiTA – zumindest in der vorliegenden Version – nicht vernünftig arbeiten kann. Denn die Anpassung der Allpass-Filter wie von Timo Beckman gezeigt macht nur Sinn, wenn die Software in Echtzeit alle Veränderungen zeigt. Die derzeitige Version von RiTA scheint jedoch immer wieder eine gesonderte Messung zu benötigen. Das ginge zwar theoretisch auch noch, macht aber sicher keinen Spaß mehr…


    Was mir auch noch unklar ist: In welcher Höhe und an welcher Position stellt ihr eure Messmikrofone auf? Eine Position knapp über dem Boden (als Grenzfläche) würde Interferenzen vermeiden, aber die Ohren der Zuhörer sind ja meist nicht auf dieser Höhe - das spricht wiederum für eine höhere Aufstellung. Ein Problem ist auch eine passende Messposition für das Alignment von Center-Subs und L-R-Tops. Was haltet ihr von dieser Strategie: "Where do I phase align a center sub": https://www.merlijnvanveen.nl/…-to-time-align-center-sub bzw. https://www.youtube.com/watch?v=LT8OZK0Nr4s ?
    Frage zur Praxis: Wäre evtl. ein Setup hinsichtlich des Time-Alignments günstiger, das nicht mit einem reinen Center-Cluster arbeitet, sondern mit einer breiteren Anordnung (ich habe mal je einen Sub L-R unter den Tops und vier Subs als "Zahnlücke" vor der Bühne simuliert) - oder hat man mit den auseinandergezogenen Quellen der Subs dann nur noch mehr Probleme (weil die Laufzeit der einzelnen Subs natürlich unterschiedlich ist)?

    Zuletzt noch ein etwas "exotisches" Anliegen: Dynacord / Electro-Voice haben oft einen sogenannten „LPN“-Filter implementiert – den gibt es schaltbar an unserer SL-2400 Endstufe, wie auch als einstellbares Filter im DX-38. Ich habe immer noch nicht ganz verstanden, was das Ding machen soll. „The LPN (Low-pass notch) filter corrects the frequency and phase response of the connected loudspeakers. This effect can not be achieved using equalizers or „Bass-Boosters“, because the LPN filter mainly optimizes the transient response of the connected speaker“ sagt dazu die Bedienungsanleitung. Kann mir dazu jemand genauere Infos geben? Ich will unsere kleinen 15er-Subs (Achat 115) ja nicht überfordern, aber vielleicht ist dieses Filter ja auch gut geeignet, um deren Arbeit zu unterstützen? Also: Wie sollte man dieses Feature nutzen und was macht das Ding nun genau?


    EDIT: Zum LPN habe ich gerade noch folgende Quelle gefunden. Scheint genau das zu sein, was das Ding macht - muss ich mal in Ruhe durchsehen: http://www.linkwitzlab.com/filters.htm#9 - frage mich dennoch, wie sinnvoll das ist. Kombiniert mit einem HPF kann es Sinn machen - wird aber wohl auch den Speaker mehr fordern (Auslenkung).

    Hab mir schon gedacht, dass du eine andere Software einsetzen könntest... 8)


    Wie ich inzwischen erfahren habe, ist die Version 3.0 in Entwicklung und die Webseite soll im gleichen Zug zweisprachig werden. Bislang hat mir Google Translate geholfen, weite Teile der Bedienungsanleitung zu übersetzen (und das meistens sogar richtig sinnvoll).


    Was ich noch herausfinden muss ist, ob der typische Anwendungsfall bei uns (vor allem Phasenanpassung von Tops und Subs, möglicherweise noch etwas Optimierung des Gesamt-Frequenzgangs) auch mit dem Tool machbar ist. Eigentlich sieht der Funktionsumfang so aus, als ob das möglich sein müsste. Zum Ausprobieren fehlte mir noch die Zeit, werde ich aber bei Gelegenheit einfach mal testen.


    Was mich allerdings interessieren würde: In welcher Form sind die kostenpflichtigen Tools in diesem Bereich (SatLive, SysTools oder andere auf PC lauffähige Tools) leistungsfähiger / komfortabler und welche Relevanz hätte das tatsächlich für die genannten Anwendungsfälle für uns als Schule?


    Wir fahren ja keine wahnsinnig komplexen Setups. Unsere Festinstallation besteht aus je 1x Rx112/118S pro Seite und das mobile Setup (vorwiegend Open-Air-Einsatz) aus 2x HK L5 112FA Tops und 6x Achat 115 Subs (passiv), die wir meist als Center-Subs nutzen. Dazu haben wir noch einen Probe-/Clubraum mit je 1x K+F C1201 und 1x db Technologies Sub15 je Seite.


    Falls ich versuchen sollte, bei meiner Schulleitung entsprechende Mittel einzuwerben, dann muss ich sehr überzeugende Argumente haben, wenn es um die entsprechenden Kosten geht. Im Fach-Etat einer Schule ist das kein geringer Betrag und steht in Konkurrenz zu anderen pädagogisch wichtigen Ausgabeposten. Außerdem wird die Software bei uns ja nicht so häufig für die praktische Optimierung einer Beschallungsanlage benötigt werden - vermutlich nur 2-3x im Jahr.

    Ich suche nach einer günstigen oder sogar kostenlos nutzbaren Software, die ich für eine Veranstaltungstechnik-AG nutzen kann. Dabei bin ich kürzlich auf "RiTA" gestoßen - eine Software, die von "educasound" zur Verfügung gestellt wird - zu finden unter http://educasound.com/apps/


    Bei Youtube gibt's einige wenige Videos, davon aber nur eins auf Englisch, die Bedienungsanleitung gibt's nur in spanischer Sprache.


    Mich würde interessieren, ob jemand hier die Software möglicherweise schon mal genutzt hat und aus der Praxis berichten kann, ob diese hinsichtlich Benutzerfreundlichkeit und Mess-Möglichkeiten eingermaßen brauchbar ist.


    Ziel der Anwendung in unserem Fall:

    • Veranschaulichung von Parametern wie Frequenzgang und Phasengang
    • Veranschaulichung von Interefenzen / Kammfiltereffekten
    • Phasenanpassung zwischen Subs und Tops (bei der fest installierten wie auch einer mobil eingesetzten Anlage)
    • Optimierung/Kontrolle unserer bislang ausschließlich nach Gehör eingestellten (fest installierten) Beschallungsanlage

    EDIT: Kurze Video-Einführung in RiTA-Messvorbereitungen

    Vielen Dank für deine Hinweise. Für uns als Schule haben wir uns ja mit der Anschaffung der sechs Achat 15er-Subs im letzten Jahr erst einmal festgelegt. Die Idee dahinter war, möglichst kleine und leichte Subs zu finden, die von Schülern problemlos (auf Rollen) bewegt und aufgebaut werden können. Auch der Wunsch, nicht auf L-R-Stacking beschränkt zu sein, sondern eben auch andere Sub-Aufstellungen machen zu können, war mit dieser Auswahl verknüpft. Natürlich muss dann auch der Preis für eine Schule darstellbar sein. All diese Kriterien werden auch voll erfüllt.


    Das URPS-System hat mich aber einfach als Innovation interessiert. Ist aber wohl ein System, dass eben erst ab einer bestimmten Größe sinnvoll einsetzbar ist.


    Der Hinweis auf die LoCuts ist sicher wichtig. Ich habe diese meist schon intensiv genutzt (bei einer Querflöte oder Trompete kann man den HP z.B. schon erstaunlich hoch ansetzen, ohne dass es im Mix klangliche Einbußen gibt). Bei unserer Veranstaltung gibt es nur zwei Soundchecks bevor das Programm startet: Einmal mit der Pop-Rock-orientierten Bigband (dem größten Setup, bei dem alle Kanäle im Einsatz sind) und dann mit einem Chor (mit zurückhaltender Bandbegleitung), für den ich ein eigenes Preset vorbereiten muss, da für den Chor auch Mikrofone der Bläser zum Einsatz kommen müssen (und natürlich ganz andere Einstellungen erfordern). Die weiteren Gruppen während des 4-stündigen Programms sind meist ähnlich besetzt und können dann gut mit den vorhandenen Setups arbeiten. Gruppenwechsel, kurzes Anpassen von Gain und schon geht's schon los (mit den ersten Tönen gibt's dann ein paar schnelle EQ-Einstellungen). Die Wechselzeiten zwischen den Ensembles sind sehr kurz (oft nur 5min.), aber das klappt - bei entsprechender Vorbereitung - dennoch ganz gut.


    Beim Gruppenwechsel bin ich mit meinem Tablet auf der Bühne, helfe kurz bei der genaueren Ausrichtung einiger Mikrofone und lasse die Musiker dann ihr Instrument anspielen, um den Gain einzustellen. Auch die Anpassungen der Monitore geht so schnell von der Hand.


    Die Schul-Ensembles und deren Leiter vertrauen darauf , dass ich mit meinem Team für guten Sound sorge und freuen sich, dass sie auf eine fertig vorbereitete Bühne inkl. Backline kommen und dort spielen können. Als Techniker ist man sicher nicht passiv, sondern nimmt großen Einfluss auf die Klanggestaltung. Dabei halte ich mich aber eher an die Maxime, dass ich das was von der Bühne kommt "veredeln" will, als dass ich ihm massiv meinen Stempel aufdrücke. Das Feedback war bislang jedenfalls positiv.

    Hab mich grade mal ein paar Minuten mit dem "Geheimnis" beschäftigt (Google gibt einiges her und dann gibt's ja auch noch das Webarchiv) und habe sicher nur einen geringen Teil der Diskussionen tatsächlich durchdrungen. Interessantes Konzept, dessen grundlegender Ansatz gut zu verstehen ist. Die benötigte Zahl von speziellen Treibern (mit sehr steife Membran, weiche Aufhängung, starker Antrieb) und die aufgrund der Entzerrung aufzuwendende Endstufenleistung ist jedoch schon sehr besonders. Mag sein, dass die Impulswiedergabe deutlich besser ist als bei resonanzbasierten Systemen, aber wir werden wohl für unsere Anwendung auch gut mit unseren Reflexkisten auskommen. Meine Neugier ist damit jedenfalls weitgehend erloschen.

    Schöne Beispiele... :)


    Dein UPRS-Stack hat mich neugierig gemacht. Hast du davon vielleicht ein paar Bilder? Wie groß sind die Kisten und habt ihr die selbst gebaut? Nach welchem Konzept und mit welchem Treiber?


    Was mein Bass-Setup angeht, werde ich die asymmetrische Variante beerdigen - ich habe eben einfach nur eine passende Endstufe, die 2x3 Subs antreiben kann. Entweder nutze ich dann ein EFA-System mit zwei Reihen je drei Subs oder eine Zahnlücke.

    Du kennst den Anwendungsbereich (Chor/Band/Orchester) anscheinend richtig gut, daher interessieren mich deine Erfahrungen damit natürlich sehr und ich freue mich über gute Tipps.


    In Räumen ist es wahrscheinlich noch wichtiger, die Seitenflächen mit weniger Energie anzuregen und den Schall tiefer in den Raum zu tragen. Aber wenn ich es richtig verstanden habe (und das zeigen auch die Simulationen), dann haben normale Mono-Cluster oder auch Zahnlücken-Systeme keine Rückwärtsdämpfung, sondern vor allem eine zu den Seiten hin. Je mehr Elemente, desto stärker wird die Bündelung.


    Im Vergleich zum Mikrofon wären Mono-Cluster oder Zahnlücken ja meinem Verständnis nach ein Dipol bzw. eine Achter- bzw. wegen der stärkeren Bündelung eine Keulen-Charakteristik - mit entsprechender Rückwärtskeule. Ein CSA ist dagegen - wie der Name ja schon sagt, eine Niere mit wenig starker Richtwirkung nach vorne, aber mit nahezu perfekter Auslöschung nach hinten. Für das EFA föllt mir jetzt grad keine entsprechende Analogie ein.


    Wie auch immer - vielleicht ist das auch gar kein Problem bzw. kann mit einem berherzten Griff zum HPF unter Kontrolle gehalten werden.


    Zur Beurteilung der Abstrahlcharakteristik habe ich mal drei Varianten simuliert und normalisiert dargestellt (d.h. die Farben knallrot, grün und dunkelblau sind immer 20dB Pegelabfall). Der kleine Bereich links ist die Bühne, der größere Bereich rechts der vorgesehene Zuhörerbereich. Das sieht dann so aus:



    Das "Y-EFA" sieht gar nicht übel aus. Allerdings ist es den anderen beiden Varianten deutlich unterlegen was den erzielbaren Pegel angeht (hier aufgrund der Normalisierung nicht zu sehen).

    Ich bin grundsätzlich keiner Variante gegenüber voreingenommen oder abneigend eingestellt. Die Vorteile eines (wenn auch kleinen) CSA/EFA-Setups sehe ich in der guten Rückwärtsdämpfung. Die begrenzte Reichweite ist in unserem Fall auch nicht wirklich ein Problem, sondern eher ein Vorteil (an zahlreichen Ständen hinter dem Publikumsbereich wird kein lauter Pegel gewünscht).


    Bliebe die Frage, wie praxisrelevant eine gute Rückwärtsdämpfung ist. Wir haben viele offene Mikrofone auf der Bühne. Neben einer Schüler-Bigband u.a. auch einen großen Kinderchor mit Band-Begleitung sowie Bands und ein kleines "Kinderorchester" aus einer kleinen Band kombiniert mit recht leisen Instrumenten (Geige, Cello).


    Natürlich kann man das Problem auch mit LoCut-Filtern auf den Mikrofonen zu lösen versuchen, aber rund 15dB weniger Bass auf der Bühne (und in den Mikrofonen) - einfach nur durch Nutzung der Richtwirkung bei CSA/EFA ist ja schon 'ne ziemliche Hausnummer.


    Hast du selbst denn auch schon mal ein CSA/EFA-Setup genutzt und kannst was zum Vergleich dieser Varianten gegenüber Mono-Cluster oder Zahnlücke sagen?

    Das Setup ist in meinem Ausgangsposting skizziert. Wie ich das dann schließlich genau fahre, das kann ich vor Ort noch ausprobieren und entscheiden, da diese Variante laut EASE Focus ebenso gut als CSA (mit besserer Rückwärtsdämpfung, aber schlechterer Impulswiedergabe) wie als EFA (schlechtere Rückwärtsdämpfung, aber bessere Impulswiedergabe und etwas bessere Pegelausbeute) hervorragend funktioniert. In beiden Fällen wird eine Reihe gegenüber der anderen um die Laufzeit verzögert (hier 3ms). Beim CSA läuft die hintere Reihe der vorderen hinterher. Beim EFA wird die vordere Reihe gegenüber der hinteren verzögert. Eine Zahnlücke liefert weder bei der gleichmäßigen Abstrahlung noch bei der Rückwärtsdämpfung ähnliche Vorteile.


    Zur Leistungsfähigkeit der Subs: Wir fahren zivile Pegel und müssen im Wesentlichen nur die ersten 10m vor der Bühne abdecken, der Rest ist unwichtiger. Also alles recht übersichtlich. Ausgehend von den mir bekannten Werten sollten die Subs zusammen rund 130dB in 1m Entfernung bei RMS-Leistung liefern können - davon kann man getrost noch ein wenig abziehen (Powerkompression etc.), aber für unseren Bedarf wäre auch das immer noch mehr als wir brauchen werden - die Subs werden daher sicher nicht am Limit gefahren.


    Die Dynacord SL-Serie scheint nach dem was ich weiß schon ein ganz vernünftiges Gerät zu sein, auch wenn es sicher hochwertigere Endstufen gibt. Sie soll sehr zuverlässig sein und auch einiges an Strom liefern können. Beim letzten Einsatz (mit einem etwas anderen Sub-Setup) hat sie jedenfalls ihren Job gut erledigt. 2-Ohm-Betrieb ist sicher für jede Endstufe grenzwertig und die wesentlichen Argumente hat ja simonstpauli schon genannt.

    ? Wenn du 1m neben dem Topteil stehst is der Bass ja weg.

    Das ist wie immer ein Kompromiss aus Richtwirkung, Rückwärtsdämpfung, Impulswiedergabe etc. Die Leute direkt vor der Bühne wollen und sollen satten Sound bekommen, weiter ab vom Schuss darf und soll der Pegel gern abnehmen. Ein Center-Cluster halte ich immer noch für deutlich besser als L-R-Kammfilter im Bassbereich. Aber darum geht es jetzt hier ja gar nicht.

    Ich würde versuchen, das Setup mit identischen Impedanzen pro Endstufenkanal zu fahren. Also 3 Endstufenkanäle nutzen, damit sich die Einzelteile des Setups auch bei Peaks identisch verhalten. Ansonsten kommt es zum gefürchteten Zusammenbruch der Richtcharakteristik abhängig vom Pegel.


    In diesem Fall also eine weitere (identische) Endstufe.

    Das klingt leider schlüssig und nachvollziehbar :)
    Wenn wir schon die Richtwirkung gezielt planen, dann will man das ja auch nicht gleich wieder wegen so einer "Kleinigkeit" gefährden. Leider habe ich eine gute Gelegenheit verpasst, eine identische (Q1212) Endstufe günstig gebraucht zu kaufen. Ich hätte zwar eine andere Endstufe`(leider nur eine t.amp 2400 MK2), aber die würde dann deiner Aussage ja nicht unbedingt was an diesem Problem ändern, weil sie sich sicher anders verhält als die Dynacord SL.

    Nach Vergleichen diverser Sub-Konfigurationen in EASE Focus möchte ich eine Art "asymmetrisches" EFA-Setup ausprobieren. Das Setup besteht aus ingesamt 6 Subs: Zwei übereinander gestapelt nahe der Bühne und weitere 4 übereinander gestapelt etwa 1m davor - das Ganze in einer Art "Y-Form" (damit wird eine breitere Abdeckung des Bereichs vor der Bühne erreicht). Die Dämpfung nach hinten funktioniert auch ganz gut (siehe Grafik):




    Als Subs kommen günstige the box pro Achat 115 Subs zum Einsatz (jeweils 500W/8Ohm - die Simulation habe ich mit einem anderen 15er-Sub ähnlicher Größe gemacht). Beim letzten Mal hatten wir ein symmetrisches (CSA-)Setup mit drei Subs hinten und drei vorne. Die maximal benötigte Leistung von 1500W an 2,6 Ohm je Kanal hat die Endstufe dabei gut liefern können (wir fahren sicher auch nicht im Grenzbereich). Vom neuen Setup verspreche ich mir aber eine bessere Impulswiedergabe und möchte dieses daher beim nächsten Einsatz nutzen.


    Nun frage ich mich, ob ich auch diese Variante mit der Dynacord SL-2400 bewältigen kann. Gedanken mache ich mir insbesondere, ob die Endstufe auch 4 Subs (an dann 2 Ohm) noch gut an einem Kanal kontrollieren kann. Die Leistung von rund 2kW liefert die Endstufe laut Test in der Tools4Music (baugliche Q1212) wohl noch - und wir werden den Grenzbereich sicher nicht ausreizen. Ich ereinnere mich aber noch an ein Gespräch mit einem Abteilungsleiter bei Thomann, der darauf hingewiesen hat, dass die Subs (wohl wegen der sehr großen Bassreflexöffnung) eine Endstufe benötigen, die die Membran auch wieder gut zur Ruhe bringen kann. Das war aber eher ein Thema bei der Überlegung, welche Endstufe es sein soll (wir schwankten damals zwischen Proline 3000 Eisenschwein, Dynacord SL-2400 und t.amp TSA 4-1300 - von letzterer hatte er in diesem Zusammenhang recht deutlich abgeraten).


    Da mir die Erfahrung fehlt: Was meinen die Experten?

    • Kein Problem, das läuft schon!
    • Nur mit Abstrichen sinnvoll.
    • Eine Unterstützung durch eine weitere Endstufe ist unerlässlich!

    Die RCF310A kenne ich v.a. aus gelegentlichem Vergnügen mit denen in der Nutzung als Monitore und Nearfills.

    Vom "nackten Eigenklang" mag ich sie nicht, die müssen schon ziemlich EQ't werden, tun dann aber recht gut für den Kurs. In der vg Nutzung zieht man eh untenrum viel weg, dann sind sie auch dicke leistungsfähig. Ein Bekannter nimmt die auch gern als Tops für die Front - nicht so meins vom Gefallen.

    Die aktiven RCF310A sind etwas gegenüber der passiven Variante "aufgemotzt" (schon recht kräftig im Bassbereich, ich meine aber auch in den Höhen), daher macht es Sinn - vor allem im Monitorbetrieb - , bei der aktiven Box untenrum aufzuräumen. Wir nutzen die passive Variante, da ist das nicht im gleichen Maß nötig. Die aktive Variante habe ich mal zusammen mit zwei Subs in einem Raum für 400 Leute gehört (natürlich kein Rock'n'Roll) und war schon erstaunt, was da so rauskommt.

    Keine Halbwahrheit - auch die anderen beiden Topteile haben asymmetrische Hörner - nur eben mit einer meiner Ansicht nach deutlich praxistauglicheren Auslegung.


    Klar, du hast Recht, dass eine erkennbare Richtwirkung bei allen derartigen Topteilen erst ab ca. 1k einsetzt - und die nominalen Werte noch ein ganzes Stück darüber erreicht werden. Dennoch halte ich eine gute und gleichmäßige Richtwirkung für ein wichtiges Kriterium in der Praxis (ähnlich wie die Rückwärtsdämpfung bei Mikrofonen).


    Bei meiner Suche nach guten Topteilen vor rund einem Jahr hatte ich mir daher mit dem EASE gll-Viewer einige Speaker genauer angesehen und dabei ist mir u.a. aufgefallen, dass bei einigen der interessanten RCF-Tops die Messungen recht weit von ihren nominellen Werten abweichen (also erst sehr spät die nominellen Werte erreichen). Das macht sie natürlich nicht gleich zu einer schlechten Box, könnte aber möglicherweise der Grund sein, warum du keinen Unterschied wahrnimmst.


    Bei der HK L5 112FA und bei der LD DDQ12 sieht die Richtwirkung dagegen recht überzeugend aus (im Rahmen des Möglichen). EDIT: Für die Opera-Serie gibt es leider keine gll-Daten, anhand derer man das mal vergleichen könnte.

    Für den im Ausgangsposting genannten Fall macht Mono (mit einem Stack) absolut Sinn!


    Sobald man aber Mono-Signale über mehrere Schallquellen (Stacks L-R) wiedergibt (um die gesamte Publikumsfläche abzudecken), bekommt nan andere Probleme. Da die Signale der beiden Seiten exakt gleich sind, gibt's für jeden, der nicht perfekt im Zentrum steht Interferenzen bzw. Kammfiltereffekte.


    Dave Rat: The same sound from multiple sources (anschauliches Video)


    Artikel, in dem Dave Rat sein Konzept näher erläutert


    Stereo bietet daher schon große Vorteile bei Signalen, die sowieso in unkorreliertem Stereo vorliegen (OH, E-Piano) und auch eine bessere Mix-Transparenz. Was Dave Rat vorschlägt, das scheint mir allerdings wenig praktikabel (zu großer Aufwand) noch völlig schlüssig zu sein. In niedrigen Frequenzbereichen ist es zweifelhaft, ob man an einer Signalquelle tatsächlich ausreichend unkorrelierte Signale bekommen würde. Und schließlich gibt es die Lead-Vocals,.. die man - wie alle Mono-Signale, bei denen es nicht möglich ist, seine Technik anzuwenden - dann konsequenterweise über ein zusätzliches Center-System abstrahlen müsste. Ein L-C-R-System wäre daher gut geeignet, um ein derartiges Konzept zu realisieren. Den Aufwand wird man aber wohl kaum bei kleineren Veranstaltungen treiben.

    Zu den Tops kann man nur empfehlen: Hört sie euch an oder - noch besser - probiert sie in eurer Anwendung aus.


    Bei der Opera-Serie fällt der große vertikale Öffnungswinkel mit insgesamt 85° (+25/-60) auf. Das halte ich für eher ungünstig. Bei der HK L5 112FA und der LD DDQ12 sind es mit 55 bzw. 50 Grad praxistauglichere Werte.


    P.S.: Wenn es nicht aus unbedingt ein iPad sein muss, dann kann man auch ein Samsung Galaxy Tab A 10.1 kaufen - das ist mit 520cd/m² genau so hell wie das iPad - kostet aber nur etwas mehr als die Hälfte.