Beiträge von billbo

    Man nehme:

    - 6 Vollblutmusiker (die meisten davon deutlich Ü60), die auf und hinter der Bühne noch immer ein bisschen wie späte Studenten rüberkommen, und welche

    - in einem kochend heißen Venue, welches - bei allem Wohlwollen - für ausverkaufte Konzerte im Hochsommer nicht wirklich uneingeschränkt geeignet ist,

    - bestens gelaunt ein fast dreistündiges mitreißendes 'Greatest Hits' - Konzert abliefern,

    - so dass am Ende selbst ein paar mit Rollator angereiste Zuhörer hinter ihrem Sportgerät vorsichtig anfangen mitzutanzen.

    Und stellt fest: "Rock'n Roll hält jung!" ist vielleicht doch mehr als nur eine abgedroschene Floskel.


    'The Hooters' - nach wie vor richtig, richtig gut! :)

    Der 'fette Sound' der akustisch (unverstärkt) spielenden Satzbläser der alten Showorchester lebte u. a. auch von den Körperbewegungen der Musiker; dazu gab es mitunter regelrechte Choreographien. Mit einem heute üblichen Clipmikro an jeder Kanne fallen diese durchaus Leslie - ähnlichen Effekte komplett flach; mittels ein wenig behutsam eingesetztem hart L/R gepantem Stereo Micropitch lässt sich dafür aber ein ganz tauglicher Ersatz zaubern.

    Und natürlich klappt dieses gezielte Hinzufügen von künstlicher Räumlichkeitsinformation nicht nur bei Bläsern. Bei allzu drögen Akustikklampfen ist es geradezu Pflicht - und auch das runtergestimmte Metalgitarren- Vollbrett erhält dadurch erst den letzten Schliff (und kann dafür im Mix dann gleich mal 1-2 dB leiser angesetzt werden - das unbarmherzige dB/A - Dosimeter am FOH nimmt's dankend zur Kenntnis:)).

    Zitat

    ... gibt in jedem aktuellen Digitalmischpult auch schon genug Presets für so etwas.

    ... die leider nicht immer das machen, was drauf steht:

    - bei Digico gibt's im pitch shifter kein Delay; das muss man mittels Gumas Workaraound umständlich über zwei Monokanäle als Return lösen,

    - bei Avid ist dagegen von Natur aus schon so viel Latenz im Returnsignal, dass man mit Delay sehr aufpassen muss, sonst wird die Sache ganz schnell ziemlich schwurbelig,

    - Midas Pro kriegt's bis jetzt überhaupt nicht richtig hin, das eiert völlig unvorhersehbar nach Art eines falsch eingestellten Autotune hin und her (bei Behridas funktioniert's dagegen :/),

    - und unter +/- 6 Cent (mein Standard - Startwert) versteht offenbar sowieso jeder Hersteller etwas anderes.


    Eigentlich alles völlig unverständlich - spätestens seit Roland Dimension D und Dynacord TAM19 ist das ein simpler Basiseffekt für Live- und Studioarbeit (damals gab's von Dynacord dazu ein per Cassette verschicktes Hörbeispiel für Saxofon), und selbst das erste Yamaha SPX vor über 30 Jahren konnte das schon richtig gut im Vergleich zu dem, was man in manch einem Pult der 'Premiumliga' heute so vorfindet.

    Ums sorgfältige Hören und Ausprobieren kommt man deshalb also leider auch 2018 nicht herum.

    Du meinst – ein Elektrogerät ohne DSPs, Computer, Betriebssystem, Updates, Firmware, Wandler, Schaltnetzteile, usw.? Welches man einschaltet, und anschließend funktioniert es einfach so und macht als Werkzeug seinen Job; jahrelang, vielleicht sogar jahrzehntelang? Ohne Plugin- Abos, Softwarehotlines, Service- oder Wartungsverträge?


    Träumer! :rolleyes:

    Hmm – du meinst vermutlich Konstanz, richtig?

    Bei 3 (!) Tourtagen? :/


    Tag 1 – wir raufen uns zusammen und kriegen es, wenn's denn gut läuft, bis ca. 1 Minute vor Einlass auf die Reihe. Erster Tourtag eben...

    Tag 2 – wir wissen, was gestern 'noch nicht rund' lief und überlegen, wie wir's heute stressfreier hinbekommen. Außerdem ist Bergfest.

    Tag 3 – wir beschäftigen uns ab Aufbaubeginn mit den spezifischen logistischen Problemen der Tourauflösung nach der Show. Wie z. B. schon mal 'exzessive' Kabelbäume zerlegen...


    Ist halt manchmal nicht so einfach mit der Konstanz. ^^

    Sehr fein! :-)

    Geht eh nichts über gepflegten Altherrenrock - bin gerade 'Special Guest' bei deinen Ex - Patienten. Schöne Grüße von Tobi, Rob, Lothar, usw.

    Doch doch, das war auch nicht größer; musste ja auch erst ab 2kHz spielen. Allerdings (aus einem anderen Grund) sehr viel tiefer: das ganze horngeladene Konstrukt aus 15" + 6,5" + 1" war mechanisch vollkommen phasenlinear aufgebaut; sämtliche Treiber lagen auf einer akustischen Ebene (na gut, bis eben auf das Piezogebritzel).

    Zugegeben: warum das ganze dann so extrem viel besser und natürlicher klang als alles was es damals sonst so gab habe ich allerdings auch erst 10 oder 15 Jahre später verstanden.

    Wer mag da noch behaupten, die Jugend kriegt keine eigenständige Musik- und Popkultur mehr zustande?

    Okay, die Sache mit den Sahnetorten ist derart was von verjährt - das geht heute, wenn überhaupt, dann schon wieder als geniale Neuerfindung des Slapstick durch. Aber der Rest hebt sich so enorm wohltuend vom Neuen Deutschen Jammerbardenpop ab, dass es durchaus Spaß macht, sich das auch noch ein zweites oder gar drittes Mal anzutun. Daumen hoch!

    Ohne dieses Werk jetzt näher beurteilen zu wollen: die Hornsektion der Community RS-440 sah ganz ähnlich aus (ein Emilar Treiber + zwei seitlich angeflanschte Piezos) - und diese Box ist mir als die mit Abstand bestklingende PA- Box (mindestens) ihrer Zeit bis heute in nachdrücklicher Erinnerung. Damals die einzige mir bekannte Box, bei der man mit geschlossenen Augen keinen Lautsprecher, sondern das Original zu hören glaubte. ;)

    Okay, Grundsätzliches dazu in 2 bis 3 Sätzen:

    Endstufen bzw. deren Netzteile entnehmen dem Netz Strom und puffern diesen (in Elkos) zwischen; von dort wird er bei Bedarf wieder abgerufen. Je größer dieser Puffer ist und je schneller er geladen werden kann, umso mehr und länger kann kurzzeitig Strom entnommen werden. Ist der Strom (vorerst) alle wird (vorerst) 'zwangsruntergeregelt'.

    Ein guter Anhaltspunkt dafür ob ein Verstärker 'Bass kann' oder nicht ist deshalb der Vergleich zwischen der angegebenen maximalen Netzaufnahmeleistung und der angegebenen maximalen Ausgangsleistung. Liegen die einigermaßen nah beieinander oder zumindest in der gleichen Größenordnung, dann kann der Amp auch Dauerleistung (=Bass). Stehen dort Zahlen, die schon auf den ersten Blick kaum etwas miteinander zu tun haben, dann isses 'ne Luftpumpe.

    Heute haben wir es praktisch immer mit Mehrkanalendstufen zu tun (2 oder mehr Verstärker werden von einem gemeinsamen Netzteil versorgt), weshalb es grundsätzlich schlau ist, die unterschiedlichen Blöcke unterschiedlich stromintensive Aufgaben lösen zu lassen. Also in der Praxis z.B. eine Seite den Bass, die andere den Rest; dann muss das Netzteil nur einen Großverbraucher versorgen statt zwei.


    Wieso bei 4 Ohm Last doppelt so viel Strom gebraucht wird wie bei 8 Ohm – das ergoogelst du jetzt aber bitte selbst, okay?

    IWMO: wenn eine der soundtechnisch wohl abgefahrensten Bands aller Zeiten (was mir bis dahin überhaupt nicht bewusst war, kannte lediglich den Bandnamen) einen 'erfahrenen Headlinermischer' (hihi) für eins ihrer seltenen Festivalkonzerte sucht, und ich an dem Tag auch tatsächlich Zeit habe. Zwei Tage vorher kurz ein bisschen bei YouTube reingeschaut > mittags anhand der Kanalliste auf Verdacht mal ein paar Standards ins Festivalpult gehackt > abends aufgrund von Verzögerungen im Zeitplan sekundenkurzer Minilinecheck > alle Fader grob Richtung null dB – und: WWOOAAHH!!! 8|


    https://www.youtube.com/watch?v=_u8X7yEbz3U


    War eigentlich nie so 'meine' Szene – aber hoffentlich rufen die wieder an. :)

    Der Tonler wünscht sich Logos, Preamps, Vintage Mikrofone, Bassboxen, Kilowatt, Sample Rates, bunte Bildschirme, Faltungshall, defekte LEQ – Messeinrichtung. Und 'Remote' für alles, selbstverständlich.


    Das Publikum wünscht sich Sprachverständlichkeit.


    Mit freundlichem Gruß

    BillBo

    Aber die Fangenden machen aktiv mit - da muss man dann wohl von einer Art des konkludenten Handelns ausgehen.

    Ist es unter Nutzen-/ Risikoaspekten vernünftig Extremsport zu betreiben, Suzuki Hayabusa zu fahren, beim Massenbesäufnis mitzumachen oder zum Mond zu fliegen? Tut 'Mensch' aber trotzdem, egal was wir im Einzelnen davon halten. Da ist es mir im Zweifel lieber, er kühlt sein Mütchen beim kollektiven Stagediving- Erlebnis (und ggfs. anschließend im Sanizelt) als irgendwo in einer 'Kampfsportgruppe Neues Germanien'.


    Mit freundlichem Gruß

    BillBo

    Ein gewisser Herr Frege macht das bei den Club- Spaßkonzerten seines Ensembles gelegentlich immer noch. Jawohl, vom Balkon. Auch mit Mitte 50...


    Mit freundlichem Gruß

    BillBo

    Hm. Könnte man statt 2 In/ Out Dingern in 2 Kisten, einem Fader/ Knöppeboard in einer Kiste, 1-2 Bildschirmen in 1-2 Kisten, 1 Laptop mit Plugins drauf in einer Kiste nicht auch einfach alles in ein gemeinsames Gehäuse bauen? Gleich auch mit gemeinsamem Netzteil drin und intern einsatzfertig vorverkabelt, und so was?

    Alberne Idee, ich weiß. Vielleicht ja eine Vision für die Zukunft?


    Mit freundlichem Gruß

    BillBo

    Kann ich so nicht nachvollziehen. Okay, ist alles andere als High End:

    • Die Teile rauschen an wirkungsgradstarken LS/ Ampkombinationen fürchterlich.
    • Um das zu kaschieren ist als 'Feature' ein nicht abschaltbares Gate einprogrammiert – gruselig. Ich hab' den 'Arbeitspunkt' der ganzen Kiste künstlich um 6 dB nach oben verschoben. Headroom ist ausreichend, und so geht’s einigermaßen.
    • Bedienung und Software sind grauslich. So was programmiert man typischer Weise genau EIN Mal, und fasst es danach nie wieder an.

    So hab ich's vor mittlerweile einigen Jahren dann auch gemacht. 2 dieser Dinger betreiben ein altes 8 Wege 2x12“/2“ Biamped Wedges Setup. Und das seither vollkommen unauffällig und zuverlässig. Stecker rein > läuft, Stecker raus > Feierabend. Niemals auch nur ein einziges Problem.

    Zum Kauf raten würde ich allerdings heutzutage trotzdem nicht...


    Mit freundlichem Gruß

    BillBo