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  4. Lichttechnik & Effekte

Botex DC 1224 für Theateranwendungen geeignet ?

  • lichtfürlau
  • 9. Juni 2007 um 12:09
  • lichtfürlau
    Beiträge
    1.151
    • 9. Juni 2007 um 12:09
    • #1

    habe die letzten Tage an einem Botex DC 1224 arbeiten müssen (Theater) und möchte hier nun eindringlich vor dem Pult "warnen"


    Warum "warnen" ?

    Habe die Bühnenbilder als einen Chase (siehe Punkt 2.) programmiert, damit ich auf individuelle Veränderungen reagieren konnte.
    Während der Vorstellung muss ich (obwohl sicherheitshalber mit Tape fixiert) einen Master-Fader um ein Zehntel mm bewegt haben... und nun, ohne daß ich es wusste, lief der Chase rückwärts. Ergebnis: Vier Bühnenbilder waren falsch eingeleuchtet. Die Zuschauer haben davon zum Glück nix gemerkt. Die Fehl-Beleuchtung konnte ich manuell retten. Die Regisseurin saß direkt hinter mir und hat sich ihren Teil gedacht. :shock: :oops: :? :x :roll:


    Das Pult kann auf drei Arten für Bühnenbilder benutzt werden:


    1. Bühnenbilder als Szenen einzeln auf je einen Fader legen
    (Abruf über Fader)

    Vorteile:
    Man kann während der Vorstellung jedes Szenenbild
    in Helligkeit von 0 - 100 manuell beeinflussen. Auch Masterfader können während der Vorstellung benutzt werden.

    Man sieht immer in welchem Bild man sich befindet

    Man kann bei geändertem Szenenablauf schnell und unkompliziert das
    richtige Bild zur Szene faden

    Man kann manuell die Fade-Zeit bestimmen. (Sollte eigentlich über den Fadetime-Fader locker möglich sein, habe es aber oft erlebt, das Anzeigezeit und tatsächliche Fadingzeit sehr unterschiedlich sind)

    Sehr großer Nachteil:
    Es ist während der Vorstellung nicht möglich einzelne Kanäle unabhängig vom Szenenbild zu faden. Man kann nur Einfluss auf das gesamte Bild nehmen. Es ist also nicht möglich irgendwo die Bühne heller zu beleuchten, weil die Protagonisten sich anders verhalten als bei den Proben.


    2. Alle Bühnenbilder als Chase auf nur einen Fader legen
    (Abruf über Step)

    Sehr großer Vorteil:
    Man kann während der Vorstellung auf individuelle Veränderungen reagieren, allerdings mit folgender Einschränkung: Es ist grundsätzlich nur möglich die Bühne heller zu beleuchten als das programmierte Bühnenbild.

    Nachteile:
    Es darf während der Vorstellung unter keinen Umständen weder Masterfader noch Szenenfader bewegt werden, da sie durch Doppelfunktionsbelegung sofort in den Gesamt-Ablauf eingreifen und Bühnenbilder entweder wahllos oder rückwärts beeinflussen.

    Man hat während der Vorstellung keine Möglichkeit den Ablauf der Szenenbilder zu beeinflussen.

    Sehr großer Nachteil:
    Man kann nicht sehen welches das nächste Bühnenbild sein wird.


    3. Nix programmieren und Alles per Hand faden

    Vorteile:
    Eigentlich keine, da es bei 24 Fadern die Hände eines Klaviervirtuosen bedarf.


    ina

    ============================================

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    3 Mal editiert, zuletzt von lichtfürlau (9. Juni 2007 um 16:49)

  • hell&dunkel
    Moderator
    Reaktionen
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    Beiträge
    12.398
    Marktplatz Einträge
    2
    • 9. Juni 2007 um 13:09
    • #2

    Für ernsthafte Anwendungen, die über den Bereich "Spielen mit Lampen" hinaus gehen, würde ich sowieso nur auf die einschlägigen Verdächtigen in Sachen "brauchbares Equipment" zurück greifen.

    Ich hatte übrigens einmal meinen Spaß mit einem deutschen Pult.
    Alles hat problemlos geklappt bis 5min vor Einlass. Da meinte die Kiste dann, sie müsse alle LEDs lustig leuchten lassen und die angeschlossenen Lampen gleich mit.
    Wir haben dann alle 24Kanäle auf die 12 des mitgebrachten Regia12 umgestöpselt.
    Ein Alptraum...
    Die Theatertruppe war damals übrigens aus Berlin...

    Armin

    Hier befindet sich i.d.R. die Signatur

  • lichtfürlau
    Beiträge
    1.151
    • 9. Juni 2007 um 13:57
    • #3

    Danke für Dein Mitgefühl.

    Der "Spass" fing bereits beim dritten Bild an. Mir ist fast das Herz stehengeblieben. In dem Raum waren es schlappe 32° und gefühlte 150000% Luftfeuchtigkeit. Der Oberstress schlechthin. Schnell alle "restlichen" Kanäle per Hand gefadet. Bin garantiert 10 Jahre in den 10 Minuten gealtert. Hatte noch 22 Bühnenbilder vor mir und keine Ahnung ob ich je zu einem Zeitpunkt noch das korrekte Bild in richtiger Reihenfolge finden würde ohne dorfdissenähnliches Geflacker zu erzeugen. Bin eisern geblieben und habe glücklicherweise beim dritten Wechsel ein fast dunkles Bild (Filmeinspielung) gehabt. Reiner Zufall, hätte auch ne Einstellung mit Knallelicht gewesen sein können. Nun letzter Ausweg: Entweder Pult aus und wieder an, dann auf "Dark" und durchsteppen bis zum gewünschten Bild oder "Chase invers", dann "Dark" und (mittlerweile) viermal auf "step" - loslassen - RISIKOOOOOOO!!!!!!

    Habe mich für Letzteres entschieden und gottseidank war dann Alles suuupi. Ich höre es jetzt noch poltern.


    Sollte ich jemals wieder Ähnliche Voraussetzungen haben, werde ich mich für die Bedienung via obigen Punkt 1. entscheiden. Es können dann nur maximal 24 Bühnenbilder programmiert werden. Wenn es dann auf der Bühne Jemandem zu dunkel sein sollte - soll nicht mein Prob sein, da jede Lichteinstellung vom/n Regisseur/in bereits akzeptiert wurde. 8)


    Der Hammer kommt aber noch (zur allgemeinen Belustigung):

    Die Bühne hatte links und rechts je einen Raum in dem die Protagonisten sich umziehen konnten. Es gehörte zum Stück hier und da die Türe knallen zu lassen. Mitten im Stück ist dann tatsächlich die Riegel-Mechanik des Türdrückers gebrochen und 7 Schauspielerinnen waren auf ca 4m² eingeschlossen. Das Publikum dachte, das alle Versuche die Türe zu öffnen zum Stück gehörten. Eine Schauspielerin ergriff die Situation und aninmierte das Publikum den Eingeschlossenen mit Zurufen zu helfen. Alle machten brav mit. Man sah nur wie ungeheuer wild an dem Griff gedrückt und von innen schwer gegen die Türe gepoltert wurde. Dann wurde das Publikum förmlich zur "PAUSE" hinausgeworfen und noch immer ahnte Niemand Etwas von der tatsächlichen "Tragödie" hinter den Kulissen. Als dann Alle draussen waren kam der Hausmeister und baute die Scharnier-Bolzen aus - Nix ging, an der Türe war noch immer nix zu rütteln. Alle Eingeschlossenen mussten dann letztlich mit einer Leiter über das hintere Vordach geholt werden, an dem draussen wartenden Publikum vorbei (die waren zum Glück auf der anderen Seite des Gebäudes) und über ein anderes Fenster wieder zum hinteren Bühnenraum rein. Alles zusammen verursachte ungefähr 30 Minuten Pause und die einzige Kritik, die später von dem Publikum kam war die "etwas" zu lang geratene Pause.


    Hammer!


    ina

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  • audigy
    Beiträge
    802
    • 9. Juni 2007 um 18:41
    • #4

    mmmh
    ich habe zum glück andere erfahrungen gemacht wie du.
    bei mir läuft alles wie es soll.
    ich speichere aber auch nur scenen
    wie speichert man chaser?
    dann kann ich es mal testen wie mein scene setter von eurolite reagiert.

    mfg

  • DaftMedia
    Beiträge
    1.169
    • 10. Juni 2007 um 12:18
    • #5

    Chaser sind bei dem Pult Szenen mit mehreren Steps.
    Also Szene erstellen, mit Record speichern, nächsten Step machen, wieder speichern und dann wenn man genügend Steps hat das ganze auf einem der Szenen-Fader abspeichern.

    If you can't fix it with gaffa, it's destroyed.

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