Ein Tul, mag ich sehr 👍
Vorneweg:
Es funktioniert so, wie der Tully sich das ausgedacht hat und ja, es ist der wahre Antagonist des SM57!
Dank an Wayne für die Inspiration!
Die Besonderheit besteht aus zwei Ideen:
1. Weg mit dem Präsenz-Peak auf der Mittelachse eines 12” oder 10” E-Gitarren-Lautsprechers.
2. Weg mit dem Präsenzanhebungsgebirge des 57 ![]()
Bisher begegnen wir dieser “Präsenz-Doublette”, indem wir das E-Gitarrenmikro nicht auf die Mitte des Speakers ausrichten und (manche von uns
), indem wir das 57 abwählen.
Tully bringt nun noch eine weitere Überlegung ins Spiel: Wie wir wissen, strahlt so ein 12er in einer Gitarrenbox den oberen Anteil seines ungefilterten Frequenzbereichs auf der großen Membran nur noch in Partialschwingungen mit dazu gehörigen Kammfiltereffekten ab. Das kann man jetzt als erwünschte (“Tone”) oder unerwünschte Nebenwirkung betrachten. Will man das nicht, wäre der Abnahmeort mit dem geringsten Effekt dann doch der Dom, also die Mitte des Speakers. Um das möglich zu machen, setzt das TUL G12 auf ein schaltbares Filter, das den Höhen/obere Mitten-Peak auf der Mittelachse weg dämpft. Die “richtige” Position für dieses Mikro ist also 'auf Achse'.
Dort klingt das tatsächlich sehr gut ohne weitere Filterung am Pult.
Die Frage, die sich daraus ergibt, ist, ob das nicht einen Paradigmenwechsel bezüglich der Mikroposition fällig macht?
Ich werde das auf jeden Fall mal so probieren, dass ich ein im E-Gitarren-Frequenzbereich lineares Mikro (Großmembran-Kondensator oder Bändchen) doch in die Mitte des Speakers positioniere und schaue, wie weit ich mit verschiedenen Filtergüten und Einsatzfrequenzen eines Tiefpass + ggf. einem weiteren Filter so komme und ob man damit ähnlich gute Ergebnisse erzielt. ![]()