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PA-Boxen hinten auf die Bühne statt Bodenmonitore?

  • DirkR
  • 9. Januar 2004 um 13:57
  • DirkR
    Beiträge
    2
    • 9. Januar 2004 um 13:57
    • #1

    Hallo zusammen,

    ich bin neu hier im Forum, habe aber direkt mal eine Frage, die sich bei der letzen Probe unserer Amateur-Coverrockband ergeben hatte:

    Unser Schlagzeuger, der ab und zu in einer Schlagerband ausgeholfen hat, erzählte, dass bei deren Aufbau meist zwei von vier P.A.-Boxen auf Stativen hinter die Bühne gestellt wurden. Dazu kamen noch zwei Boxen vorne an den Bühnenrand. Dann gab es zwar keinen eigenen Monitor für die einzelnen Musiker, aber er meinte alle hätten genug gehört und der Aufbau ging viel schneller. Der Mischer stand auf der Bühne - das hat der Keyboarder nebenbei gemacht.

    Meine Frage nun: gibt es da nicht Rückkopplungen wenn die Boxen hinter den Mikros stehen oder gibt es noch andere, die so aufbauen und Vor- oder Nachteile erfahren haben?

    Wir würden bei kleinen Gigs (die wir meist selber beschallen) dann natürlich Zeit beim Aufbau sparen, aber das Risiko, das einfach mal auszuprobieren erscheint mir zu hoch. Bisher nehmen wir eigentlich immer Monitorboxen für Gesang, Schlagzeug und Keyboard.

    Viele Grüße
    Dirk Rübenach

  • Janko
    Profi
    Beiträge
    318
    • 9. Januar 2004 um 14:29
    • #2

    Hallo Dirk,

    man kann das wohl machen, allerdings ist das die beste Chance, sich Rückkopplungen einzufangen, vor allem, wenn die hinteren Lautsprecher einfach zu den vorderen, fürs Publikum gedachten, parallel angeklemmt werden - dann hat man keine unabhängige Kontrolle der Lautstärke mehr.

    Ich hab auch schon Situationen gesehen wo das funktioniert hat, aber genauso die arme Sau von Alleinunterhalter, der zu Monitorzwecken seine "PA" hinter sich aufgebaut hat und nun, hinter seinem ufftata-Keyboard festgeklemmt, ein mehr oder weniger intensives Pfeifkonzert über sich ergehen lassen muß.

    Wenn überhaupt ist sowas nur bei sehr moderaten Lautstärken zu "empfehlen", da war die Schlagerband vielleicht grade so am Limit. Für euere Rockkombo würde ich das nicht empfehlen, da geht es ja bestimmt auch mal lauter zu und ihr wollt euch ja nicht mit so einem "Monitorkonzept" auf ein - evtl. viel zu niedriges - Maximum festlegen, oder?

    Wenn ihr mit eurem bisherigen Monitorkonzept klarkommt, bleibt dabei - der Mehraufwand ist so groß auch nicht wenn man diszipliniert aufbaut und die Arbeit sinnvoll verteilt ist. Und nicht zuletzt ist zu beachten, spätestens wenn ihr mal einen etwas größeren Auftritt habt, mit größerer Miet-PA, wird es eh "traditionell" (Monitor für jeden) laufen und grade da will man sich ja nicht vor Ort "umgewöhnen".

    Janko

    "Lauter" ist nicht "besser"

  • Jens Droessler
    Reaktionen
    2
    Beiträge
    9.074
    • 10. Januar 2004 um 00:59
    • #3

    Ach du meine Güte. Wer kommt denn auf solche Ideen? Da gibts zahllose Gründe, sowas nicht zu machen. Ich versuchs mal mit einigen:

    Monitore werden allgemein vom Publikum weg aufgestellt, damit der Monitorsound möglichst wenig Einfluss auf den FOH-Sound hat. Wenn man nun einfach zwei PA-Boxen hinter die Bühne stellt und mit dem Main-Signal versorgt, hat man an erster Stelle zwei Schallquellen, die unterschiedlich weit von den Zuschauern weg sind. Das allein macht den Sound schon mulmiger. Dann noch die Tatsache, dass die "monitore" jetzt auch nicht mehr hinter den Cardioid-Mikros (Niere) sind, wo man gut 20dB mehr vor dem Feedback hätte, sondern munter wieder an die empfindlichste Stelle ins Mikro "brüllen". Feedback ahoy. Weiterhin kommt hinzu, dass kein gezieltes Signal zu jedem Bandmitglied gebracht wird. Im Normalfall bekommt zum Beispiel der Sänger auf seinen Monitor seinen Gesang und die Instrumente, die er hören muss, um seinen Job zu tun. Nicht mehr, nicht weniger. Das heißt, man kann damit quasi die wichtigen Sachen laut und auf kurze Distanz zum Künstler bringen, anstatt hinten die Boxen aufreißen zu müssen, damit der Sänger sich selbst hören kann. Der Keyboarder will vielleicht gar nicht vom Gesang taub werden, sondern nur sich selber hören.....

  • Campfire
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    3
    Beiträge
    1.356
    • 10. Januar 2004 um 13:02
    • #4

    Alternative zu Monitoren für die einzelnen Musiker wären meiner Ansicht nach 2 Sidefills, d.h. auch 2 Boxen für die ganze Band, allerdings nicht von hinten sondern von schräg vorne, einfach zu den Boxen für das Publikum, aber anders herum drehen.
    Habe ich mit meiner Band auch schon gemacht, geht schon, aber ich bin doch wieder auf Wedges umgestiegen, geht lauter und ist gleichmäßiger für die gesammte Band (wenn der Leadsänger in der Mitte steht braucht ja der in der Regel seine Stimme mit kräftig Pegel, bei ausschließlicher Verwendung von Sidefills bekommen die aber die Instrumentalisten noch lauter mit).
    Nach deiner Beschreibung (2 von vorne, 4 von hinten) wären es ja mehr Boxen als ihr bisher an Monitoren hättet (1 Gesang, 1 Keyboard 1 Drums), kann da keine Vereinfachung sehen.

    http://www.facebook.com/peter.trinkle

  • DirkR
    Beiträge
    2
    • 11. Januar 2004 um 15:25
    • #5

    Gemeint war eigentlich, dass zwei Boxen vorne und zwei hinten stehen, also insgesamt vier. Ausserdem wäre es von der Verkabelung und vom Mischen her einfacher, als drei weitere Wege auf die Bühne zu legen. Aber egal...

    Danke für die Antworten, ich denke mittlerweile auch, dass der Aufwand sich lohnt. Schon allein wegen der insgesamt besser angepassten Lautstärke auf der Bühne. Wir bleiben dabei: P.A. vorne und Bodenmonitore zu uns.

    Ciao
    Dirk

  • Wieland
    Beiträge
    223
    • 11. Januar 2004 um 16:46
    • #6

    Naja ist ne intressante Fariante des monitorings! Allerdings würd ich es nicht gerne machen, erstens bearbeitet man den monitor sound ja heftiger als die front und wenn die dinger dann parallel angeschlossen sind, front und monitor über den gleichen EQ laufen.. naja ich könnte mir schon vorstellen das es da klangeinbußen gibt!
    Wie sieht das eigendlich aus wenn dann die Front nicht genau phasengleich mit den Monitoren liegt dann kann man sich doch den Sound vor der Bühne kaputt machen oder? Da müsste doch dann ein Delay hinhalten..

  • audio-zenit
    Profi
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    4
    Beiträge
    1.293
    • 11. Januar 2004 um 22:14
    • #7
    Zitat von "Wieland"

    Naja ist ne intressante Fariante des monitorings! Allerdings würd ich es nicht gerne machen, erstens bearbeitet man den monitor sound ja heftiger als die front und wenn die dinger dann parallel angeschlossen sind, front und monitor über den gleichen EQ laufen.. naja ich könnte mir schon vorstellen das es da klangeinbußen gibt!
    Wie sieht das eigendlich aus wenn dann die Front nicht genau phasengleich mit den Monitoren liegt dann kann man sich doch den Sound vor der Bühne kaputt machen oder? Da müsste doch dann ein Delay hinhalten..

    Das Problem ist nicht so dramatisch, wenn die PA mehr als 10 dB lauter ist als die Monitorline. Das Problem der Ausrichtung auf die Mikros ist schon eher fatal. Mit 2 Monitoren von vorne wäre schon eher denkbar, wenn sie Rücken an Rücken zur PA stehen.
    Gruss Jürgen

    Ab dem 10.4.2014 : Demoraum in 65549 Limburg, Di-Fr 14:00-18:00 06431-90 90 80 8

  • Koeppi
    Beiträge
    31
    • 20. Januar 2004 um 09:49
    • #8

    Hi -

    natürlich geht das, haben wir mit unserer RockCoverband nur so gemacht.
    Oder wir haben die beiden 12/1er, die vorn am Bühnenrand auf einer Linie mit dem Sänger (mir) stehen, bissel nach innen gedreht.
    Dann braucht man keine extra Monitore.

    Natürlich, bevor die Profis hier aufheulen, geht das nur für kleine Sachen, z.B. kleine Kneipen oder so. Wenn man kleine Amps hat, und der Gesang nicht so mörderisch laut muß, geht's sehr gut. In Kneipen is manchmal gar nich mehr Platz!

    Aber wie gesagt, geht nur bei moderaten Lautstärken.

    Michael Koeppen

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